Auge um Auge in der Ost-Ukraine

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Montag, 21. April 2014 10:34:00

Die „Friedens-Vereinbarungen“ beim Gipfeltreffen zwischen den beteiligten Außenministern Russlands, der USA und der Ukraine in Genf vom 17. April gestalten sich in der Umsetzung in der Ost-Ukraine schwierig, was auch nicht anders zu erwarten war. Vereinbart wurde in Genf überraschend einvernehmlich die Entwaffnung und Demaskierung in der Ukraine. Auch der großartige Papist sprach bei seiner Rede zu Ostern vor dem Segen „Urbi et Orbi“ den Friedenswunsch für die Ukraine und in Syrien aus. Die Realität sieht aber leider anders aus.

In Syrien gab es erneut Chlor- und Giftattacken auch auf Zivilisten. Dort geht das Morden von beiden Seiten also munter weiter ohne dass dies im Moment im Focus der Medien ist. Aber dort sollte man aber schon weiterhin hinschauen. In Slawjansk gab es bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen pro-russischen Gruppen und Anhängern der rechtsradikalen Swoboda-Partei Tote und Verletzte. Es wurden in der Ost-Ukraine auch Stimmen wieder laut, dass Russland nun endlich „Friedenstruppen“ in die Ukraine schicken müsse. Möglicherweise wurden die Unruhen sogar absichtlich herbeigeführt. Von Entwaffnung und Demaskierung allerorts kann noch keine Rede sein. Die Stadt Slawensk ist außer Kontrolle. Es wurden in Slawansk 400 Gewehre verteilt, was auch nicht zum Frieden beiträgt. Auch OSZE-Beobachter sind dort relativ hilflos.

Anstatt des päpstlichen „Geben ist seliger denn nehmen“ herrscht rohe Gewalt und das biblische Prinzip „Auge um Augen,…“ In der Ost-Ukraine wird erwartet, dass erst die Rechtsradikalen in Kiew entwaffnet werden und dass die “besetzten“ Gebäude in Kiew wieder freigegeben werden bevor man selbst die Entwaffnung beginnt und die Gebäude in der Ost-Ukraineräumt. So schiebt sich jeder die Schuld zu und es bleibt alles beim Alten. Die Fronten zwischen West- und Ost-Ukraine bleiben trotz aller Friedensbemühungen verhärtet. Das ukrainische Innenministerium ruft zur Versöhnung zu Ostern auf, bisher vergeblich.

Russland wird unruhig und mahnt schon wieder, dass rechtsradikale Gruppen den österlichen Frieden absichtlich gewaltsam gestört haben. Ein Einmarsch in der Ost-Ukraine sei allerdings vorerst nicht geplant. Russland erwartet aber die pünktliche und fristgerechte Bezahlung der Gasrechnungen, was weiterhin für Spannungen sorgen dürfte- auch in Europa. Russische Geheimdienste sollen jetzt wieder vermehrt in Deutschland sehr aktiv sein und an Informationen über Außenpolitik und Rüstung großes Interesse haben.

Der wahre Grund für die Aufstände in der West- und Ost-Ukraine sind die großen sozialen Unterschiede, die Korruption (Geld landet nur bei den Mächtigen) und die hohen Arbeitslosenquoten. So finden sich unter den Besetzten in beiden Lagern überwiegend sozial schwache Gruppen und Arbeitslose, die sich mit dem Rücken zur Wand zur Not mit Gewalt eine Änderung herbeisehnen.

Ähnliches kann sehr schnell auch demnächst in einigen südeuropäischen Ländern entstehen und auch in Brasilien zur Zeit der Fußball-WM. Es drohen dann „brennende Städte“ aufgrund von sozialen Unruhen. Dies ist aber auch Ausdruck der Verzweiflung der zuvor machtlosen, die sich nun mit Gewalt Gehör verschaffen wollen. Auch hier lohnt es sich, dem Papst zuzuhören und seine Botschaften der Barmherzigkeit richtig zu verstehen. Denn sonst kippt irgendwann das System und landet im Chaos – so wie jetzt in der Ukraine und in Syrien. Die milden Gaben des IWF und der EU können das dann auch nicht mehr verhindern.

Die Weltbörsen reagierten in der letzten Woche noch mit Erleichterung auf die „Friedensgespräche“ in Genf und stiegen an: Der DAX erholte sich auf 9446 Indexpunkte (+0,13%), der Dow Jones Industrial Index auf 16.409 (+0,15%) und sogar der RTS-Index auf 1173 Indexpunkte (+1,65%). Dabei gab Gold kräftig auf 1287 USD und Silber auf 19,35 USD/Feinunze nach. Gold und Silber bleiben in diesem Szenario nicht gefragt. Dagegen stiegen der Brent-Ölpreis leicht auf 109 USD und der WTI-Ölpreis auf 103,6 USD/Barrel an, was wiederum russische Aktien unterstützte. Der Euro stabilisierte sich bei 1,38 EUR/USD.

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