Alles ist möglich – auch für den Messias Obama!?

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Samstag, 10. Januar 2009 19:06:00

„Es ist alles möglich!“, war die Aussage des Ex-Vorstands- und nun Aufsichtsratsvorsitzenden der Commerzbank AG Klaus-Peter Müller. Müller war auch einer der wenigen „ehrlichen“ Bankmanager, der als einer der ersten eigene Fehler eingestanden hat, was die Bewertung von Risiken aus dem Ausland anging. Der Satz „es ist alles ist möglich“ dürfte auch das Motto des Jahres 2009 werden, nachdem das Wort „Finanzkrise“ zu Recht das Wort des Jahres 2008 wurde. 2009 wird nicht nur das Jahr der schlechten Nachrichten (nach Angela Merkel), sondern auch das das Jahr der unkonventionellen Entscheidungen und der Aufräumarbeiten. Stellen Sie sich auf alles ein, auch auf das, was vor einiger Zeit noch als undenkbar galt.

Die Commerzbank AG folgte nun dem britischen Modell: der Staat beteiligte sich mit 25% an der Commerzbank und er gab gleichzeitig eine Kapitalspritze von 10 Mrd. €. Die Frage ist, wann der Staat wieder rausgeht und vor allem wann und wie der Commerzbank jemals diesen Betrag zurückzahlen kann. Letztendlich sind wir Steuerzahler es, die sich jetzt nolens volens an der Commerzbank AG beteiligt haben. In England hatte sich schon im letzten Jahr der Staat an der Royal Bank of Scotland (RBS) beteiligt, um eine Pleite zu verhindern. Die RBS hatte sich bei der Übernahme der ABN AMRO Bank übernommen. Es ist gut möglich, dass nun in einigen Tagen die Deutsche Bank AG unter dem staatlichen Rettungsschirm folgen wird, schon um „Waffengleichheit“ mit der Commerzbank AG herzustellen, denn durch die Staatsbeteiligung erhöht sich das Rating und damit verbessern sich die Refinanzierungsmöglichkeiten der Bank. Eine Staatsbeteiligung bringt also Wettbewerbvorteile. Damit macht nun der deutsche Staat das nach, was in Russland schon von Anfang an die Regel war, nämlich ein „starker Staat“, der auch die größten Banken Sberbank und VTB Bank dominiert. Allerdings soll der Staat bei der Commerzbank nicht Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen.

Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass jetzt mehr Kredite an de Mittelstand gegeben werden. Die Kreditentscheidungen erfolgen nach den gleichen Mustern wie zuvor in den Filialen – und nicht in den Aufsichtsräten! Vielleicht wird jetzt aber mehr darauf geschaut, was tatsächlich in den Büchern ist. Bei deutschen Landesbanken hat ein Staatssekretär im Aufsichtsrat aber auch nicht viel ausrichten können – im Gegenteil! Wenn sich die wirtschaftliche Situation bei mittelständischen Untenehmen dramatisch verschlechtert, werden auch weniger Kredite gegeben, denn Banken sind keine Samariter. Es wäre also ein falscher Schluss, dass nun die Kreditversorgung für den Mittelstand besser wird. Es könnte sich aber der Interbankenmarkt wieder beleben und damit wäre auch schon viel gewonnen. Zuvor wurde und wird das überschüssige Geld nur bei der EZB geparkt, weil seit der Pleite von Lehman Brothers keiner Bank mehr der anderen traut. Die Geld und Kreditkreisläufe müssen wieder in Gang kommen, sonst gibt es ein „1929“ schneller als uns allen lieb ist mit der Folge von Massenarbeitslosigkeit, Konsumverzicht und Unternehmenspleiten.

Selbst Obama geht jetzt schon von einer 4-jährigen Rezession in den USA aus, wenn das Konjunkturprogramm von 775 Mrd. USD nicht beschlossen werden sollte. Damit übt er gleich zu Beginn den gleichen Druck auf den Kongress wie zuvor Bush aus. Er ist auch in der gleichen Notlage wie zuvor Bush. Der größte Fehler im letzten Jahr war wohl, Lehman Brothers Pleite gehen zu lassen. Henry Paulson war also eher eins schlechter Krisenmanager. Man darf gespannt sein, ob die neue Regierung mit dem neuen „Expertenteam“ nun die gewaltigen Finanzprobleme in den USA in den Griff bekommt. Ben Bernanke ist mit seiner Null-Zins-Politik jedenfalls jetzt schon mit seinem Latein am Ende. Die nächsten großen Probleme kommen nun auf die US-Automobilindustrie zu. Ich betone noch einmal: Ein Chapter 11 von GM würde eine weitere Tsunami-Welle und einen Crash an den Weltbörsen auslösen. Ich betone auch, dass nach der Subprimekrise nun wahrscheinlich noch die Kreditkartenkrise in den USA kommen wird.

Wir können nur hoffen, dass die Commerzbank AG mit der Staatsbeteiligung wirklich „wetterfest“ gemacht wird. Es bleibt zu hoffen, dass alsbald transparent wird, welche Leichen noch im Keller der Dresdner Bank AG liegen und was die Beerdigung kostet. Die Commerzbank-Vorstände haben eindeutig ihre Hausaufgaben nicht erfüllt und die Risiken bei der Übernahme der Dresdner Bank zu gering eingestuft. Die Commerzbank hat sich mit der Übernahme überhoben. Ich bin mir aber sicher, dass wir Steuerzahler im Falle einer tieferen und längeren anhaltenden Rezession auch bei der Coba nachschießen müssen. Es ist ohnehin beispiellos, in welcher Form und Dynamik sich jetzt der Staat verschuldet und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Es gibt aber keine Konzepte, wie diese Gelder wieder zurückgezahlt werden. Damit versündigen sich die jetzigen Politiker an der Nachfolgegeneration, die die Suppe dann irgendwann auslöffeln muss - und wir müssen das auch!.

Die deutsche Regierung will jetzt in einem zweiten Konjunkturprogramm weitere 40-50 Mrd. € für Bildung, Infrastruktur etc beschließen. Es soll nun doch zu weiteren Steuersenkungen kommen; vor allem Geringverdiener sollen entlastet werden (also Sie nicht!). Damit werden die Haushaltslöcher aber immer größer. Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? In den USA soll sogar über ein zweites Konjunkturprogramm im Volumen von 775 Mrd. USD beschlossen werden. Wer aber soll die neuen Anleihen in diesem Volumen zeichnen?? Die Chinesen, die sonst zum großen Teil die US-Staatsanleihen gekauft hatten, machen sich schon Gedanken, ihr Engagement in den USA eher zurückzufahren. Saudi-Arabaien – ein weiterer großer Aufkäufer der US-Staatsanleihen - und auch anderer arabische Staaten leiden jetzt sehr unter dem stark gefallenen Ölpreis. Auch dort sollte das Geld nicht mehr so locker sitzen. Japan hat selbst ein Konjunkturprogramm von 35 Mrd. € zu finanzieren, so dass die die reichen Pensionskassen wohl eher im eigenen Land zugreifen werden. Russland – sonst auch ein großer Aufkäufer von US-Staatsanleihen - wird wohl als US-Finanzier diesmal völlig ausfallen Wenn keiner die Anleihen kaufen will, müssen die Anleihezinsen steigen und es wird zu einem Anleihen-Crash kommen.

Zudem müssen die Währungsrisiken beachtet werden; kurzfristig dürfte der Dollar gerade gegenüber dem Euro stärker werden und Richtung 1,30 EUR/USD, weil in der nächsten Wochen eine Zinssenkung der EZB um 0,5 Basispunkte erwartet wird. In der letzten Woche verminderte schon die englische Notenbank den Zinssatz um 0,5 Basispunkte auf 1,5%, den niedrigsten Stand in der Nachkriegszeit! Damit nähert sich jetzt auch Europa mit großen Schritten der 0-Zinspolitik ebenso wie die USA und Japan. Das ist aber für die Zukunft sehr gefährlich, da sich damit alle Notenbanken handlungsunfähig machen und bei einer Fortsetzung der Krise keine Steuerungsmöglichkeiten mehr haben. Zudem wird bei einer 0-Zinspoiltik zunächst ein Bubble bei kurzfristigen Staatsanleihen gerade provoziert, der sich in einem Anleihen-Crash auflösen wird. Denn wenn keiner die Anleihen mehr kaufen will, müssen die Zinsen steigen. Ein Anleihen-Crash führt dann aber auch zu einem Aktien-Crash im Nachhinein.

Die nächsten Tage werden schon sehr spannend und richtungweisend werden. Am 20. Januar wird Obama offiziell als Präsident eingeführt. Es wurde noch nie soviel für die Einweihungsfeier gespendet wie dieses Mal und auch die Geschenkartikel und Souvenirindustrie erhielt durch die „Obamanie“ einen Boom. Fast alle Obama-Souveniers sind in den USA ausverkauft und müssen nun nachgeordert werden! Bei Angela Merkel würde so etwas wohl kaum möglich sein (es ist also doch nicht alles möglich!) Auch George Soros spendete 50.000 USD für die große Einweihungsfeier am 20. Januar, wenn Obama in Washington ins weiße Haus einzieht. Hoffentlich bekommt er durch die Überschwemmungen in Washington nicht nasse oder gar kalte Füße.

Obama soll nun also die Welt retten. Auf seinen Schultern lasten aber schwere Aufgaben innen- und außenpolitisch. Chapeau für sein Expertenteam! Das ist schon fast das Beste, was die USA im Moment aufbieten kann. Wie krank aber ist der Patient Amerika, dh wie weit ist die Krankheit schon fortgeschritten und wie ansteckend ist die Krankheit für die ganze Welt? Im ersten Halbjahr wird er aber ein Krisenmanager, Messias (Retter und Friedensbringer in der Endzeit!) und Feuerlöschleiter gleichzeitig sein müssen – an allen Ecken und Enden der Welt. Die Arbeitslosenzahl könnte in den USA auf über 10% steigen und der Konsum könnte einbrechen.

Am Freitag betrugen die US-Arbeitslosenzahlen 524.000 nach 584.000 im November. Die Arbeitslosenquote stieg auf 7,2%, was schon jetzt die höchste Arbeitslosenzahl seit 16 Jahren ist. Das Weihnachtsgeschäft war – anders als in Europa - schon grottenschlecht. Die US-Einzelhandelsumsätze waren im Dezember durchgehend sehr schlecht. Die Immobilienpreise sinken weiter und die Zeltstädte werden immer größer. Anstelle von „Think big“ ist nun das neue Motto „Think small“ in den USA – hoffentlich auch bald in der US-Automobilindustrie, die eindeutig am Kunden vorbei produziert hat. „Downsizing“, also notgedrungene Verkleinerung bzw. „Gesundschrunpfen“ ist überall erkennbar. Die Zeit der amerikanischen Exzesse und des „Größenwahns“ ist vorbei. Viele große Wohnungen stehen leer. „Downsizing“ ist der neue Trend in den USA – zur Not bis zum Zelt!

Außenpolitisch muss Obama sofort in den Nahen Ost und als „Messias“ Frieden stiften. Wie aber wird von Israel und vor allem den Hamas aufgenommen und akzeptiert? Die UNO-Resolution, die einen Waffenstillstand vorsieht, bleibt jedenfalls ohne Wirkung. Die US-Rüstungsindustrie ist für Israel, denn von ihnen stammen die Waffen, mit denen nun auf hilflose Kinder geschossen wird. Was Israel im Gazastadt im Moment macht, schafft unbeschreibliches Leid auch in der Zivilbevölkerung und provoziert geradezu Terroranschläge in der ganzen Welt. Große Teile der Bevölkerung sind jetzt ohne Strom, Wasser und Nahrung aufgrund des unnötigen Krieges. Der „Heilige Krieg“ könnte von extremen Ismalisten wieder weltweit aufgerufen werden. Auch das Iran- und Pakistan-Problem - beide mit Atombombengefahr und damit Welt-Vernichtungspotential) - muss gelöst werden. Es kann gut sein, dass auch die Außenpolitik außer Kontrolle gerät. Auch hier gilt leider der Satz. „Es ist alles möglich!“ Ukraine und Georgien wollen jetzt in die NATO, die sich selbst in einem Orientierungsvakuum befindet. Auch den Konflikt mit den unnötigen Raketenabwehrsystem in Tschechien/Polen muss Obama dann mit Russland diplomatisch lösen. Ein „kalter Krieg“ bei diesen Minus-Temperaturen würde keinem helfen. Too much is too much !

Der Krieg in Gazastadt und auch der Gasstreit Russland/Ukraine bzw. korrekt RosUkrEnergo (Gazprom)/Naftogas konnten den Ölpreis zwar kurzfristig über 50 USD/Barrel bringen, dann brach der Ölpreis aber auch schon wieder ein. Ich rechne nach einen weiterem Abtauchen mittelfristig aber wieder mit einem steigenden Ölpreis, was für Russland sehr bedeutsam ist. Was den Gasstreit angeht, sollen nun EU-Beobachter prüfen, ob das von Russland geschickte Gas auch durch die Ukraine weitergeleitet oder – wie von Russland behauptet – gestohlen wird. Indessen verhandeln Ukraine und Russland jetzt wieder über die Höhe des Gaspreises. Gazprom verlangt eine Erhöhung von 185 auf 250 USD/1000 Kubikmeter; die Ukraine will aber nur 200 USD/1000 Kubikmeter zahlen, da Weißrussland noch viel weniger zahle.

Die Ukraine hat ohnedies große Zahlungsprobleme. Der IWF konnten vor kurzem mit einem 16,5 Mrd. USD-Kredit nur knapp den Staatsbankrott der Ukraine verhindern. Strittig ist auch, ob die Schulden in Höhe von etwa 2 Mrd. USD schon beglichen wurden oder nicht. Naftogaz ist der Auffassung, dass 1,5 Mrd. USD an den dubiosen und unnötigen Gaszwischenhändler RosUkrEnergo, einer Tochter von Gazprom, in die Schweiz (!?) überwiesen wurden. Es wird aber Zeit, dass sich Russland und Ukraine bald einigen, denn in Südosteuropa kam bei einigen Länden schon kein Gas mehr an und die sitzen jetzt bei Minus 20 Grad tatsächlich im Kalten. Bei eineigen Betrieben in Bulgarien, Tschechien und der Slowakei wurde die Produktion gestoppt. Einige Länder wollen nun Gazprom wegen des hohen volkswirtschaftlichen Schadens verklagen. In Deutschland und auch in der Ukraine kann das nicht passieren, da de Gasreserven für mindestens 2 Monate ausreichen.

Die Höhe des Gas- und Ölpreises ist sehr wichtig für Russland. Gazprom ist der größte Arbeitgeber und auch Steuerzahler in Russland. Auch Putin erhöhte das Konjunkturprogramm aufgrund der Finanzkrise und dem niedrigen Ölpreis auf über 200 Mrd. €. Damit sollen vor allem systemisch bedeutsame Großbetriebe gestützt werden. Bei einem Ölpreis von unter 50 USD/Barrel entsteht aber in Russland ein Krisen-Szenario, da der Haushalt dann defizitär wird und der Rubel stark an Wert verliert. Aufgrund hoher Lagerbestände in den USA brach der Ölpreis am 8. Januar um 10% wieder auf 46 USD/Barrel (Sorte WTI) ein. Auch die russischen Aktien machen zu Jahresbeginn eine Berg- und Talfahrt. Die ersten beiden Handelstage im neuen Jahr waren mit Kurssteigerungen von 10-20% bei den russischen Blue Chips sehr vielversprechend; seit Mitte letzter Woche brachen die Kurse der russischen ADR/GDR aber auch wieder um über 10% ein – und das alles ohne Beteiligung der Russen, denn die Moskauer Börse war bis zum 10. Januar wegen der Weihnachtsferien geschlossen. Im „Horrorjahr“ 2008 waren die Börsen in der Ukraine und in Russland mit minus 80 bzw. 73 % zusammen mit Bulgarien und Island (-93%! )die am schlechtesten performenden Börsen der Welt

Wenn man die Regel, dass die ersten 7 Handeltage an der Wall Street entscheidend für das ganze Börsenjahr sind, zugrunde legt, dann dürfte dieses Jahr das Jahr der volatilen Seitwärtsbewegung werden. Der Start war auch an der Wall Street sehr vielversprechend; in den letzten Tagen bröckelten die Kurse aber auch an der Wall Street ab. Auch für den Anleger gilt in 2009 der Grundsatz. „Es ist alles möglich“, also eine überraschend starke Hausse als auch eine Fortsetzung des Bärmarktes, wobei ich mit einer volatilen Seitwärtsbewegung rechne – mit guten Tradingchancen von bis zu 100% (siehe deutsche Immobilienaktien und auch einige Russlandaktien seit Dezember 2008), aber auch mit vielen weiteren Hiobsbotschaften. Was aber werden die „Black Swans“ in 2009 werden, also die überraschenden Negativ-Katastrophen mit denen keiner im Moment rechnet, die aber von großer Bedeutung für die Volkswirtschaft (und Welt–BSP) sind. Auch hier ist alles möglich über Terrroranschläge (auch gegen Obama), Naturkatastrophen (Erdbeben, Überflutungen), Staatspleiten (bis zu den USA!), Währungsturbulenzen (bis zur Währungsreform!).

Das letzte Jahr war schon das Jahr der „Black Swans“: denn wer hätte gedacht, dass der Wertverlust in 2008 an allen Weltbörsen 32 Billionen USD (!) betragen würde, davon in den USA 7 Billionen USD Wertverlust im Aktienbereich, in Großbritannien 1,9 Billionen USD, in Japan 1,3 Billionen USD, in Deutschland 1,1 Billionen USD und sogar in Russland und auch in China jeweils etwa 1 Billion USD. Pro Person betrug der Wertverlust 4253 USD in der Welt. Das Vermögen auch in Deutschland in 2008 erstmals ab. 52% der globalen Wirtschaftsleistung in Höhe von 54 Billionen USD wurden vernichtet. Die russischen Oligarchen wurden um 230 Mrd. USD erleichtert und bei einigen russischen Oligarchen gibt es immer noch „Margin Calls“ (siehe Air Berlin und Aeroflot). Es war die größte Vermögensvernichtung aller Zeiten in absoluten Zahlen. Es wurde durch den Mega-Salami-Crash in einem Jahr wieder das Niveau von 2004 erreicht. Damit ist schon viel eingepreist, was eine tiefe Rezession ausmachen könnte. Es sind aber auch schon viele Zukunftsängste eingepreist. Es waren prozentual die höchsten Kursverluste in der Nachkriegszeit, wobei die Wall Street mit einem Verlust von fast 40% noch einer der besten performenden Aktienbörsen der Welt war. Kann es noch schlimmer kommen? Ja, denn „es ist alles möglich!“

Umgekehrt werden die Weltbörsen wieder nach oben springen, sobald sich die Immobilienpreise in den USA wieder stabilisieren und die Arbeitslosenzahlen wieder abnehmen. Für den DAX ist der IFO-Geschäftsklima-Index ein guter Vorlauf-Indikator für die Börse (mit Ausnahmen des Jahres 2001, wo auch er sich gewaltig geirrt hat). Der IFO-Geschäftsklima-Index hatte im Dezember wieder das Niveau von 2001 erreicht und damit so schlecht wie in 7 Jahren nicht mehr. Zweifelsohne kann auch er sich noch weiter verschlechtern. Der Export ist im Dezember dramatisch eingebrochen und die Aufträge ebenfalls; aber auch das ist schon eingepreist. Immerhin ist der Baltic-Frachindex schon wieder ein wenig gestiegen. Für Russland wird der Ölpreis maßgeblich werden: bei unter 40 USD/Barrel wird es auch in Russland eine Rezession und ein echtes Krisenszenario geben. Bei 50-70 USD wird die Lage schwierig, aber managebar, bei über 70 USD/Barrel wird es deutliche Erholungstendenzen - auch an der Börse - geben. Zudem müssen aber auch die anderen Rohstoffe sich wieder erholen, was Anfang 2009 schon im Ansatz der Fall war (Nickel um 30%!).

Stellen Sie sich also auf ein spannendes und abwechselungsreiches, aber auch volatiles neues Jahr ein. Der Dow Jones gab am 9. Januar um 1,64% bzw. 143 Indexpunkte auf 8599 Indexpunkte deutlich nach und der DAX um 1,97% bzw. 96 Indexpunkten auf 4783 Indexpunkte. Seit Dezember hat die „Vola“ deutlich abgenommen und es hat sich ein Boden in einer Seitwärtsbewegung gebildet, der maßgeblich ist für das gesamte Jahr. Der Dow Jones befindet sich jetzt weiter in der Trading-Range 8000 bis 9000 Indexpunkte und der DAX pendelt zwischen 4000 und 5000 Indexpunkten im Moment im oberen Trading-Bereich (4600 bis 5000). Wenn der Dow Jones unter 8400 fallen sollte, wird das gesamte Szenario sehr bearish. Dann bitte auch an den Ostbörsen wieder vermehrt in Liquidität gehen. Ein Mega-Krisen-Szenario entsteht bei einem Dow Jones von unter 8000 Indexpunkten. Entsprechend sollten Sie bei einem DAX von unter 4600 schon in Deckung gehen und bei unter 4000 droht sogar eine weitere Tsunami-Welle, die bis 3000 gehen kann. Gehen Sie bei einem Dow Jones von unter 8000 beim DAX auch an den Ostbörsen voll in Deckung, das heißt voll in Liquidität. Bei einem Dow Jones von über 9100 und einen DAX von über 5100 wird es aber eine Rallye an den Welt- und Ostbörsengeben, die es in sich hat. Wie gesagt: „Es ist alles möglich!“ – gehen sie mit dem Markt und stellen Sie sich (wie im letzten Jahr !?) nicht gegen ihn.

Entsprechendes gilt für die Ostbörsen. Fast gar nicht Beachtung findet, dass mit der Slowakei das zweite osteuropäische Land nach Slowenien nun den Euro eingeführt hat. Willkommen im Euro-Club! Die Börse Bratislava verdient also mehr Beachtung, zumal sie schon in 2008 zu den Top-Performern mit einem knappen Minus zählte. Allerdings ist die Börse Bratislava bisher sehr illiquide. Auch hier rechne ich zunächst mit volatilen Seitwärtsbewegungen, was sich seit Dezember schon andeutete. An den Ostbörsen gab es schon einige Aktien, die von ihren Tiefstkursen um 100%, einige weniger sogar um 200% nach oben bewegt haben. Sogar deutsche Immobilienaktien feierten ein Comeback mit Kurschancen von 100% in wenigen Tagen. Die Ostbörsen haben überproportional gute Erholungschancen, wenn die Wall Street nicht weiter einbricht. Auch hier gilt der Grundsatz: „Es ist alles möglich!“ Besonders interessant sind jetzt russische Unternehmensanleihen. Welche Unternehmensanleihen jetzt attraktiv sind und wie jetzt die optimale Anlagestrategie in unsicheren Zeiten ist, wird in der nächsten Ausgabe des Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (Online-Bestellungen unter www.eaststock.,de) beschrieben, der am 11. Januar erscheint. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen sollen, können Sie auch der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

Hinweis: ein aktuelles Inteview über den Gaststreit Russland/Ukraine mit Andreas Männicke im DAF vom 9. Januar ist jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand abrufbar (dort einfach bei der Suchfunktion „Männcke“ eingeben)

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