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Interview-Hinweise:

Andreas Männicke wird am 23. Mai 2012 von Dr. Bernd Jünemann im DAF über die Anlagechanchen in Osteoropa befragt.

Andreas Männicke wurde am 28. März 2012 von Modern Russia.com über die Aussichten der Moskauer Börse nach der Präsidentschaftswahlen am 4. März 2012 befragt. Sie können sich das Interview (in englisch) jetzt unter www.eaststock.de, dort unter "Interviews" abrufen.

Andreas Männicke wurde bereits am 5. März 2012 in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) um 10.30 Uhr, dann im DAF (www.anleger-fernsehen.de) um 13.00 Uhr und schließlich im Börsenradio-Networks (www.brn-ag.de) um 14.00 Uhr und nach den Chancen an der Moskauer Börse nach den Präsidentschaftswahlen befragt.

Andreas Männicke wurde am 13. Februar 2012 im DAF (www.anleger-fernsehen.de) von Brigitte Bauer über die Chancen in Russland vor der Wahl befragt.

Andreas Männicke hat ein Interview am 23. Dezember 2011 über die dt-russichen Wirtschaftsbeziehungen und am 28. Dezember über die Aussichten der Moskauer Börse für die Deutsche Welle (Russland) gegeben. Die Interviews sind auf russisch. Sie können sich die Interviews jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Interviews" runterladen,

Andreas Männicke wurde am 21. Dezember 2011 um 13.15 in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) von Annette Eimermacher über die Investmentchancen in Russland im nächsten Jahr befragt.

Andreas Männicke wurde am 23. November 2011 im DAF von Dr. Bernhard Jünemann gefragt, ob die Euro-Verschuldungs-Krise auch auf Osteuropa überschwappen könnte. Männicke machte dabei einen überraschenden Lösungsvorschlag: Der Euro sollte mit dem Rubel mergen!

Sie können sich die neuen TV- und Radio-Interview, falls Sie sie verpasst haben sollten, jetzt unter www.eaststock.de bei der Rubrik "Interviews" runterladen.

Verpassen Sie die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen Sie jetzt den Börsenbrief EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Ein Probe-Abo (3 Ausgaben kosten nur 15 €). Die beiden Muster-Depots erzielten seit Februar 2009 eine Performance von über 200% (konservativer Osteuropa-Basket) bzw über 200% (spekulativer Osteuropa-Basket).

Die Hot-News gibt es tagesaktuell auf der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.).

Melden Sie jetzt auch zum nächsten Ostbörsen-Seminar "Go east!"am 22. Mai 2012 im Frankfurt/M um 17.00 Uhr rechtzeitig an. Weitere Infos erhalten Sie unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik Seminare".

Zudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Achtung: Crash-Gefahr!

    Dienstag, 08. Juni 2010 00:30:00

    Die Aktienmärkte reagieren jetzt sehr nervös (nicht nur) auf "Verschuldungs-News". Auch Ungarn steht jetzt am Pranger, auch wenn hier eindeutig und vielleicht von bestimmten Kreisen auch ganz bewusst übertrieben wird. Dennoch erwarte ich noch so manches "Sommertheater" (außer Überflutungen: auch bei der Verschuldungs-Orgie ist das Fass voll und kann überlaufen!").

    Gold erreichte heute ein neues Allzeit-Hoch in Euro, der Euro fiel auf ein neues Jahrestief unter 1,20 EUR/USD und der amerikanischen Markt verlor in der letzten Handelsstunde erheblich an Wert - trotz der Apple-Manie. Es gibt eine ganze Reihe von interdependenten Krisensymptomen, die ich ausführlich in dem heute erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (EST) beschreiben werde.

    Bestellen Sie jetzt ein Probe-Abo des EST (3 Ausgabe für nur 15 Euro )unter www.eaststock.de und lesen Sie nach wie Sie aus der Situation sogar Kapital schlagen können. auf der anderen Seite gibt es russische Aktien, die neue Allzeit-Hochs erreicht haben und auch gegen den fallenden Trend steigen, obwohl sie seit Jahresbeginn schon über 50% gestiegen sind und der RTS kräftig im Minus ist. Es kommt daher jetzt sehr auf das Stock-picking und Timing an.

    Wir haben es zudem an der Wall Street mit einer markttechnisch sehr brisanten Situation zu tun. Wenn morgen und die nächsten Tage nicht das "Plunge Protection Team" in den USA für ein Short-Queeze sorgt, könnte es zu einem herben Kurseinbruch an den Welt- und Ostbörsen kommen. Welche Chartmarken Sie jetzt beachten müssen und wie Sie sich jetzt verhalten sollen, können Sie sich auch auf meiner soeben aktualisierten Ostbörsen-Hotline unter 09001-86144001 (1,86 Euro/Min) anhören. Es wird jetzt zu starken Kursbewegungen kommen, die Sie ausnutzen sollten!

  • Jetzt beginnt das Sommertheater – und bald die Fußball-WM in Afrika! Jetzt beginnt das Sommertheater – und bald die Fußball-WM in Afrika!

    Samstag, 05. Juni 2010 15:27:00

    Wer wird wohl demnächst zurücktreten? Erst nahm Minister Koch seinen Hut und nun folgte Bundespräsident Köhler mit dem überraschenden Rücktritt. Das Politiker-Karussell spricht Bände. Ich kann mir gut vorstellen, dass hinter den Rücktritten weit mehr steckt als bisher in die Medien verbreitet wurde. Die Politiker haben uns in eine Sackgasse geführt. Auch deswegen werden sie jetzt reihenweise zurücktreten. Auch in Japan wechseln sich ständig neue Premierminister ab. Auch Japan ist in einer Verschuldungs-Sackgasse. Kein Politiker wagt die Wahrheit zu sagen. Ich schon.

    Nachdem wir nun offiziell Sommeranfang haben und auch die Temperaturen wieder zunehmen, wird auch die Börse „heißer“ und volatiler. Ich befürchte, dass und noch so einiges an „Sommertheater“ in den nächsten Monaten erwarte. So werden neben den US-Konjunkturdaten auch mögliche Säbelgerassel (Iran/Israel/Nordkorea), Bankenprobleme und Verschuldungsprobleme die Gemüter bewegen.

    Auch werden Gerüchte Kurse machen. So gibt es das Gerücht, dass Ungarn einen ähnlichen Weg gehen muss wie Griechenland. Ungarn erhielt schon einen 20 Mrd IWF-Kredit. Nun könnte sich das Defizit von 3,8 auf 4,5% des BSP ausweiten. Auch das AAA-Rating von Frankreich und Großbritannien stehen nun auf dem Prüfstand. In Spanien sind einige Sparkassen immer noch insolvenzbedroht. Alle müssen jetzt sparen, nur wirkt sich das kontraproduktiv für einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwund aus.

    BP verursachte einen „Top-Kill“ vor der amerikanischen Küste, was eine ökologische Katastrophe ist. Der Aktienkurs wurde schon abgestraft mit einem Verlust von über 60 Mrd. €. Obama präsentierte jetzt BP die erste Rechnung. Weitere werden folgen. Aber auch für Obama wird es jetzt immer schwerer, den positiven „Obama-Effekt“ in Gang zu halten. Die amerikanische Wirtschaft erholte sich bisher sehr schnell. Nach den schwachen Arbeitsmarktdaten und schwachen Einzelhandelsumsätze am Freitag bestehen aber Zweifel, ob der Konsum in der zweiten Jahreshälfte stabil bleibt.

    Ich kann nur immer wieder betonen, dass sich die Weltwirtschaft ein „Double Dip“ nicht erlauben kann, da dann die Verschuldungsprobleme zu stark drücken. Der Euro wird immer schwächer bzw. der Dollar stärker, weil jetzt alles in den Dollar flüchtet. Auch Iran, der die Währungsreserven zuvor überwiegend in Euro angelegt hatte, will jetzt in den Dollar wechseln. Ich rechne aber damit, dass sich das in der zweiten Jahreshälfte umdrehen wird, da auch die USA strukturelle Verschuldungsprobleme haben. Die USA haben jetzt erstmals die 13 Billionen USD-Grenze bei der-Staatsverschuldung überschritten, was 88% des BSP sind. Der nächste G20-Gipfel in Kanada wird viel Gesprächsstoff bieten und für viel Gesprächsstoff sorgen, was auch in die Rubrik „Sommertheater“ gehört. Nur mit Regulierung in Finanzsektor wird man den strukturellen Problemen nicht Herr werden können.

    Der Dow Jones brach am Freitag um 3,15% bzw. um 323 indexpunkte (!) auf 9.901 Indexpunkte ein und der DAX um 1,91% auf 5938 Indexpunkte. Der RTS verlor um 2,32% auf 1360 Indexpunkte. Der Euro erreichte ein neues Jahrestief von 1,1965. Der Bund-Future schoss sofort in die Höhe auf 129,50. Gold stieg trotz des starken Dollars auf 1219 USD/Unze und der Rohölpreis brach auf 71 USD/Barrel ein. Alles das sind deutliche Krisensymptome. Auch am Montag erwarte ich schwache Kurse. Damit wurden die Erholungsversuche an den Weltbörsen in der letzten Woche mit einem Tag zunichte gemacht. Die Markttechnik ist jetzt sehr brisant. Die Anleger sind jetzt weltweit sehr nervös. Sie auch?

    Wie Sie jetzt verhalten sollen, lesen Sie bitte nach im nächsten EAST STOCK TRENDS nach, der nächste Woche erscheint. Bestellen Sie jetzt einen Probe-Abo (3 Ausgaben zu 15 €) unter www.eaststock.de.

    Nächste Woche beginnt die Fußball-WM. Werfen Sie nicht nur aus diesem Grund einen Blick Auge auf Afrika-Investments. Oder nehmen Sie sich mal eine Auszeit, so wie ich die nächsten Wochen. Ich rechne weiter mit volatilen Börsen, was aber auch selektiv Trading-Chancen eröffnet.

    Verpassen Sie dabei aber die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (EST) unter www.eaststock.de. Die beiden Osteuropa-Muster-Basket des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 171% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 284% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 700% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen, die auch bei den nächsten Seminaren im Mai vorgestellt werden.

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

    TV-Hinweise: In einem TV-Interview wurde Andreas Männicke am 21. Mai im DAF (www.anleger-fernsehen.de) im Dr. Jünemann-Talk über die Auswirkungen der „G-Krise“ auf osteuropäische Aktien befragt. Sie können das zusammen mit Frau Marianna Gurmann (MM Warburg Invest) geführte Interview auch am Montag unter www.anleger-fernsehen.de oder www.eaststock.de abrufen.

  • Deutschland als Zahlmeister: Es ist fünf vor 12!

    Samstag, 29. Mai 2010 13:59:00

    Die hohe Volatilität der letzten Wochen ist Ausdruck der Marktverfassung der Marktteilnehmer, wo die Nerven zum Teil blank liegen. Der 15 minütige 1 Billionen USD-Crash an der Wall Street am 6. Mai und der strake Kurseinbruch von Aktien in der Vorwoche um 20-30% als Folge der Griechenland-Krise („G-Krise)“ machten deutlich wie nervös die Anleger im Moment sind. Viele institutionelle Anleger sind daher vorsichtshalber mehr in Cash gegangen oder flüchteten in Gold oder den Bund-Future.

    Die Vorwoche vom 17. bis 21. Mai erinnerte schon wieder an die Zeiten nach dem Lehmann-Schock. Dabei wurden besonders die Kurse von den Aktien herunter geprügelt, wo zuvor für Anleger hohe Gewinne aufgelaufen sind wie in Russland und in der Ukraine. Die „G-Krise“ und deren Folgewirkungen (=Euro drohte auseinanderzubrechen) verstärkte den Verkaufsdruck, der wahrscheinlich, wenn auch nicht so stark, aber auch durch normale Gewinnmitnahmen zustande gekommen wäre. So brach der Kurs von Gildemeister um 44% und der von Aixtron grundlos um 34% ein. In der Ukraine gab es an zwei Tagen ein „Limit-Down“ mit Kursverlusten um 10% an einem Tag. Die Aktienkurse brachen an der Börse Kiew auch um 20-30% in einer Woche ein, was nicht verwundert, da sie zuvor auch um 80% in diesem und über 300% seit März 2009 gestiegen waren. Ebenso waren Dow Jones und DAX zuvor um über 60% gestiegen, so dass Korrekturen ohnehin durch Gewinnmitnahmen einzukalkulieren waren.

    In der vergangenen Woche kam es nun zu einer deutlichen Kurserholung an dem meisten Weltbörsen, was aber auch auf die Markttechnik (Pull back) zurückzuführen ist. Nach der Verkaufspanik kam nun letzte Woche vereinzelt sogar wieder Kaufpanik in der Ukraine auf, wo die Kurse besonders stark anstiegen. Es gab weltweit letzte Woche eine markante Kurserholung. So stieg der brasilianische Bovespa Index um 6,7%, der mexikanische IPC Index um 5,6%. In Asien gab es nur moderate Kursanstiege mit einem Plus von 1,5% beim Hang Seng Index und einem Plus von 1,4% bei koreanischem KOPSI-Index – trotz Nordkorea-Konflikt. In Osteuropa konnte der RTS-Index um 5,1%, der ungarische HTX-Index um 5,5%, der polnische PTX-Index um 6,5% und der kasachische KASE-Index um 4,8% zulegen, wobei der ukrainische PFTS-Index mit einem Plus von 10,1% der Top-Performer war. Der russische RTS-Index war im Mai in der Spitze um 15% im Minus, nachdem er Ende April noch 19% im Plus war, was die hohe „Vola“ aufzeigt. Zuletzt stieg der RTS-Index wieder auf 1359 Indexpunkte, was immer noch ein Minus von 6% seit Jahresbeginn bedeutet.

    Trotz dieser Aufholjagd sind viele Indices noch im Minus seit Jahresbeginn. Der DAX konnte sich am Freitag auf 5916 Indexpunkte erholen; der Dow Jones Index gab aber am Freitag schon wieder um 1,19% auf 10.136 Indexpunkte nach, so dass ich zu Wochenbeginn wieder mit stark nachgebenden Notierungen in Asien und auch in Europa rechne. Die Talfahrt ist also noch nicht beendet.

    Letzte Woche handelte es sich nur um kleine Bärmarktrallye, denn die Kurse sind in den USA noch unter der 200-Tageslinie, die allmählich kippt. Gefährlich wird es, wenn die Tiefstkurse aus dem Mai unterschritten werden, denn dann sind weiter Kurseinbrüche zu erwarten. Wichtig ist das beim Dow Jones nicht 9750 Indexpunkte nachhaltig unterschritten wird. Die 200-Tageslinie verläuft bei 10.250. Erst über 10.250 wird es bullish. Solange 10.250 nicht überschritten wird, sollte der Anleger mehr in Cash bleiben (bzw. gehen) und dann im Sommer mit gestaffelten Abstauberlimits kaufen. Beim DAX befinden wir uns durch die Rallye der letzten Woche wieder über der 200-Tageslinie, die bei 5760 verläuft und noch ansteigt. Hier darf der DAX nicht unter 5625 fallen, da es sonst sehr bearish wird und Kurse von 5500 angetestet werden.

    Die hektischen Kursauschläge haben auch einen fundamentalen Hintergrund: nachdem das erste Halbjahr sowohl von den Konjunktur-, als auch den Unternehmensdaten sehr erfreulich verlaufen wird, stellt sich nun die bange Frage wie, das zweite Halbjahr ausfallen wird. Hier werden wieder die Daten der beiden Welt-Konjunkturlokomotiven USA und China den Rest der Welt mit nach oben oder unten ziehen. Dementsprechend werden auch die Rohstoffpreise sehr volatil sich verhalten, da die meisten Rohstoffe, durch Finanzspekulationen via ETFs und Zertifikate geprägt werden. Nickelpreise stiegen in den letzten 3 Jahren um 432%, wobei hier Nickeltermingeschäfte die treibende Kraft waren. Nickel ist ein sehr enger, und daher auch gut manipulierbarer Markt. Im Jahr wird nur 1,5 Mio. Tonnen Nickel verbraucht (aus Stahl und Nickel wird Edelstahl), aber an der Londoner Börse wird oft das 40-fache gehandelt. Hier muss in der Tat der Finanzspekulation Einhalt geboten werde, sonst gibt es irreparable Schäden im Finanzsystem mit negativen Folgen für die Realwirtschaft. Das geht in die Richtung des Verbost von ungedeckten Leerverkäufen, das ich befürworte, während ich die Finanzmarkttransaktionsteuer ablehne.

    Auch bei Rohstoffen sind Kurse durch Finanzspekulation mit hohen Hebeln eine reine Kapitalflussrechnung. Es kann gut sein, dass die Läger in China und den USA bereits voll sind, so dass es keine große Zusatznachfrage mehr geben wird und Rohstoffpreise tendenziell in der zweiten Hälfte 2010 fallen. Auf der anderen Seite fällt die Produktion bei vielen Rohstoffen bzw. sie wird immer kostenintensiver wie bei Öl. Sonst bräuchte BP auch nicht off-shore so hohe Risiken eingehen und nun die amerikanische Küste verseuchen, was eine ökologische Katastrophe ist. Zuletzt betrugen die Kurseinbrüche bei Nickel, Palladium, Kupfer und Öl über 20%, was schon ein erstes Warnziechen ist. Da Russland sehr von Rohstoffpreisen abhängig ist, gilt es dies in den nächsten Wochen genau zu beobachten.

    In den Sommermonaten geht es aber um viel mehr, nämlich um die Beherrschung von systemischen Finanzrisiken. Es geht dabei nicht nur um die Rettung des Euros, der durch die schwache Südflanke zur Weichwährung wurde. Hier ist wieder Deutschland der große Zahlmeister, der mit Krediten und Transferzahlungen die Schwachzonen retten soll. Ich bin gespannt, ob dieser Kraftakt auch in Zukunft gelingt, denn es brennt an der Südflanke überall, nicht nur in Griechenland. Spanische, portugiesische und französische Banken könnten bei fortdauernder Anleihenschwäche gewaltig wackeln.

    So haben französische Banken über 700 Mrd € in „PIGS“-Anleihen investiert. Wenn diese nun erheblich an Wert verlieren, besteht ein enormer zusätzlicher Kapitalbedarf zur Stärkung des Eigenkapitals, da sonst die Überschuldung oder auch Insolvenz droht (wie bei Lehmann Brothers). So dürfen italienische Banken ihre „PIGS“-Anleihen demnächst zum Anschaffungskurs bilanzieren. Was früher wegen Bilanzmanipulation strafrechtlich verfolgt wurde, soll jetzt erlaubt sein. Folge: es stimmt keine Bankbilanz mehr, da die Leichen im Keller versteckt werden dürfen! Genau zu beobachten gilt auch der Sparkurs der Briten, womit die Glaubwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit Großbritanniens auf dem Spiel steht.

    Es ist fünf vor 12, was die Frage der Refinanzierung der Anleihen und damit des Zeitpunkt des Staatsbankrots und der Währungsreform angeht. Ich muss es immer wieder betonen: Jedes Land kann Pleite gehen, auch die USA, wenn der „Roll over“ (also das Weiterollen) von auslaufende Anleihen durch die Neuplatzierung von Anleihen zu niedrigen Zinssätzen nicht mehr gelingt. Die Zeitbombe tickt schon lange, nur weiß keiner wie lang die Zündschnur ist. Die Anleihenschwemme und das Gelddrucken der Notenbanken können nicht unendlich weitergehen; irgendwann muss ein Schnitt gemacht werden und dann werden viele Vermögenswerte verloren gehen. Deswegen ist Krügerrand auch ausverkauft. Ich rechne noch nicht in diesem Jahr mit einer Währungsreform, aber in den nächsten Jahren darf es keine schwere Rezession und schon gar nicht einen (Iran)Krieg mehr geben, da die globalen, miteinander vernetzten Finanzsysteme dann notgedrungen kollabieren werden Es geht also um systemische Risiken. Nach der System-Krise ist vor der System-Krise und davor haben auch die USA Angst! Beim nächsten G 20 treffen darf es nicht nur um Finanzmarktregulation und Verbote von Spekulationsgeschäften gehen, sondern auch wie man die zarte Pflanze „Konjunkturaufschwung“ am Leben erhält.

    Deutschland kann auch nicht unendlich durch Transferzahlungen die Süd-Flanke (inklusive Frankreich und Italien) stützen. Ich muss noch einmal betonen, dass der französische Francs und die italienischen Lira immer Weichwährungen zur DM waren. Nun ist auch der Euro eine Weichwährung durch die Südflanke geworden. Der Euro hält sich nur deshalb relativ gut, weil auch die USA, Japan und Großbritannien strukturelle Verschuldungsprobleme haben. Einige befürchten eine Auflösung des Euros. Es ist im Grunde nur politischer Wille, dass der Euro noch Bestand hat. Es wird höchste Zeit, dass Strukturhilfen in Mrd € Umfang nur dann den EU-Ländern gegeben werden, wenn mindestens die Maastricht-Kriterien erfüllt werden. Das hätte man schon von Vornherein in den EU-Vertag aufnehmen müssen.

    Schon das 750 Mrd. Rettungsprogamm ist sehr fraglich und kann Deutschland (und dem Euro) das Genick brechen, wenn nicht die Haushalte nicht konsolidiert werden und wieder Vertrauen in den Euro kommt. Früher war der Francs immer eine Weichwährung, der zur DM abgewertet wurde. Auch das Pfund wurde ständig zur DM (und jetzt dem Euro) abgewertet und wird wohl auch jetzt zum € abwerten müssen, obwohl die „PIGSI“ (inklusive Italien) ähnliche Probleme haben wie Großbritannien auf der Verschuldungsseite. Starke Währungen sind jetzt der Rubel und der Yuan – aus gutem Grund.

    Ich werde diese brisante Verschuldungs-Thematik auch im nächsten EAST STOCK TRENDS mit Zahlen belegen. Sie ist auch bedeutsam für Ihre nächsten Aktien-Positionierungen. Nach den Kurseinbrüchen, die noch weitergehen können. wird es insbesondere in Osteuropa wieder Outperformance-Chancen für geübte Trader ergeben. Viele osteuropäische Länder haben eine relativ geringe Staatsverschuldung in Relation zum BSP. Daher darf Estland auch am 1. Januar nächsten Jahres in den Euro aufgenommen werden.

    Verpassen Sie daher die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (EST) unter www.eaststock.de. Die beiden Osteuropa-Muster-Basket des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 171% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 284% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 700% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen, die auch bei den letzten Ostbörsen-Seminaren im Mai vorgestellt wurden.

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

    TV-Hinweise: In einem TV-Interview wurde Andreas Männicke am 21. Mai im DAF (www.anleger-fernsehen.de) im Dr. Jünemann-Talk über die Auswirkungen der „G-Krise“ auf osteuropäische Aktien befragt. Sie können das zusammen mit Frau Marianna Gurmann (MM Warburg Invest) geführte Interview auch am Montag unter www.anleger-fernsehen.de oder www.eaststock.de abrufen.

  • Keine Panik, aber bitte gebt (nicht nur) Griechenland ein Almosen!

    Sonntag, 23. Mai 2010 00:44:00

    Das 750 Mrd € Rettungsprogramm verängstigte die Anleger mehr als sie zu beruhigen. Zusätzlich beunruhigten der deutsche Alleingang beim Verbot von nackten Leergeschäften für 10 deutsche Finanztitel (inkl. Allianz und Münchener Rück), für europäischen Staatsanleihen und für CDS die Anleger. Dieses erste Fazit kann man schon vorwegnehmen. Die „G-Krise“ (=Griechenland-Krise) und die Folgewirkungen beschäftigte auch in der vergangenen Woche die verunsicherten Anleger, die auch aufgrund unnötiger Statements von Politkern (wie von Angela Merkel) und Bankern (wie von Josef Ackermann) massenweise Aktien am Donnerstag verkauften und damit für eine starken Kursdruck sorgten. Besonders stark wurden die Aktienmärkte in Osteuropa in Mitleidenschaft gezogen.

    Auch viele Osteuropafondsmanager sind vorsichtshalber mehr in Cash gegangen und warten nun ab, was die EZB und auch die Politiker genau machen werden. Einige Osteuropafondsmanager haben schon wieder Cashquoten von über 20%, was sehr hoch ist. Dies verstärkte auch den Abgabedruck an den Ostbörsen. Private Anleger sollte es ähnlich machen und ihre Cash-Position schon seit Mitte April langsam erhöht haben.

    So gerieten die Welt- und noch mehr die Ostbörsen stark unter Druck. Viele Welt- und Ostbörsen gerieten damit ins Minus und näherten sich wieder den Tiefständen im Februar. In der Ukraine verloren die Aktien sogar zweimal hintereinander mit Limit down 10% an Wert, wobei die Aktien bis April aber auch um 80% angestiegen waren. Dabei waren die Unternehmensdaten und deren Ausblick in den USA von vielen Unternehmen sogar besser als erwartet. Wie Sie wissen, verfolge ich die Dominanzfaktoren-Theorie. Die dominanten News im News Trading sind im Moment aber nicht die Konjunktur- und Unternehmensdaten, sondern was machen Politiker und die EZB aus der „G-Krise“ und das war in der letzten Woche nicht nur aus Anlegersicht wenig erbaulich und auch wenig förderlich, die „G-Krise“ und deren Folgewirkungen zu beherrschen.

    Sicherlich werden aber nächste Woche, nachdem nun das 750 Mrd. € Rettungsprogramm formell durch ist, wieder die Immobiliendaten aus den USA die Welt- und Ostbörsen beherrschen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dabei wieder auch einige „bad news“ für „bad banks“ dabei sind.

    Es ist doch ganz klar, dass so ein riesiger Rettungsschirm von 750 Mrd €, wobei Deutschland eine Bürgschaftslast von 126 Mrd. € (=1600 € pro Bürger) zu tragen hat, mehr Sorgen und Ängste in der Bevölkerung verursacht als „Vertrauen“ in die Märkte und in den Euro bringt. Wenn dann noch Angela Merkel in der Regierungserklärung formuliert, der „Euro ist in Gefahr“ und Josef Ackermann den Mut zur Wahrheit aufbringt und sagt, dass Griechenland in den nächsten Jahren nicht in der Lage sein wird, die Kredite zurückzahlen zu können, ist das Chaos bei den Anlegern und in der Bevölkerung perfekt. Josef Ackermann muss mit solchen „richtigen“ Formulierungen aber vorsichtig sein, da er sonst später verklagt wird, dass er für die Zahlungsunfähigkeit und die hohen Zinsen von Griechenland verantwortlich ist.

    Ich persönlich sehe sehr gerne sachliche Diskussionen zu brisanten Themen und gerade in den öffentlich-rechtlichen Medien, soweit sie von intelligenten Personen auf hohem Niveau ausgetragen werden. Insbesondere höre ich mir gerne Argumente an, die ich nicht selbst vertrete, denn die Börse ist immer wieder ein Lernprozess von neuen dominanten Faktoren und Kausalketten, die nicht immer mit einer „Vermutung“ auf den Nenner gebracht werden können. Solche Diskussionen sind also sinnvoll und auch oft erhellend und aufklärend. Aber was da in den letzten Wochen zum Thema “G-Krise“ von Politikern und auch von Medienvertretern zu hören war, diente weder der Sache noch war es sachlich richtig. Auch Medienvertreter machen es sich da zu einfach, indem Sie aufgebrachte Parolen und Vermutungen einfach ungeprüft übernehmen und durch Aussagen, Vorwürfen oder rhetorischen Fragen recht einseitige und zu allem Überfluss auch populistische Standpunkte vertreten, die der Sache oft nicht gerecht werden.

    Da wird jetzt reihenweise von Politikern und Medienvertretern wieder einmal auf die „bösen Spekulanten“ geprügelt, die nur um Gewinne zu erzielen, auf einen fallenden Euro spekulieren. Ein elitärer Kreis von Hedgefondsmanagern soll sich angeblich in Manhattan zusammengesetzt haben, um zu beschließen, auf einen fallenden Euro zu spekulieren. Dass es solche interne Absprachen unter verschlossenen Türen bei einigen Hedgefondsmanagern tatsächlich gegeben hat, will ich gar nicht negieren. Aber wenn so eine These aufgebacht wird, sollte jeder Journalist Ross und Reiter benennen und auch das zugrundeliegende Volumen. Ich kann mir wenig vorstellen, dass durch diesen Herren Spekulanten – wer war es denn genau? – die Euro-Krise und schon gar nicht die „G-Krise“ verursacht wurde.

    Wenn überhaupt war es das fahrlässige Verhalten von Politikern, die eine ungebremste Verschuldung zugelassen haben. Wie wir alle wissen, gab es vor einem Jahr schon Weltuntergangsszenarien. Gerade deshalb wurden Mega-Konjunkturprogramme, also auch eine Mega-Verschuldung, nicht nur als notwendig zur Rettung des Finanzsystems angesehen, sondern mit vielen sachlichen Argumenten auch begründet. Dadurch verstärkte sich die schon lange in Gang gesetzte Verschuldungsspirale nicht nur in Griechenland, sondern auch in vielen Ländern der Welt, insbesondere in Großbritannien, den USA, aber auch in Deutschland mit allseits für notwendig erachteten Rettungsschirmen für die Banken und Mega-Konjunkturprogrammen für die Wirtschaft.

    Ich sage und schreibe es in aller Deutlichkeit: die größten Spekulanten der Welt sind im Moment die Politiker, die darauf hoffen, dass sie durch einen Mix von Sparkurs und Wachstum einerseits die Verschuldung abbauen und anderseits zu einer Wohlstandssteigerung beitragen können. Dieser Spagat kann aber nicht gelingen! Auch dass viele Politiker immer wieder nur auf Wachstum als einziges Allheilmittel setzen, um die Marktwirtschaft und auch das Finanzsystem zu retten ist eine gefährliche „Spekulation“, die möglicherweise nicht aufgehen wird, was dann ganze Volksvermögen in kurzer Zeit vernichten könnte. Meine These ist: es wird früher oder später zu Quasi-Zwangsenteignungen kommen über Steuer- und Abgaben-Erhöhungen. Und dann werden auch hier einige auf die Barrikaden gehen. Zu allererst werden dies gewaltbereiten Studenten sein, bei denen das Bafög gekürzt wird. Auch könnte es zu sozialen Unruhen kommen wie jetzt in Griechenland, denn Griechenland ist nur ein Symbol für viele überschuldete Länder der Welt.

    Schauen wir uns doch die Verschuldungsgrade genau an, wobei auch hier immer wieder auch die demographischen Zukunftsbelastungen einbezogen werden müssen, um die Ausweglosigkeit der Schuldenfalle aufzuzeigen. So belaufen sich die Schulden Großbritannien 400%, der USA 500% und Griechenlands 800% des BSP. Japan muss dieses Jahr 45% des BSP durch neue Anleihen „weiterrollen“. Wenn Japan die Zinsen von Griechenland hätte, wäre Japan pleite und da könnte kein IWF mehr helfen. Das gleiche gilt für Großbritannien mit 1,4 Billionen Schulden und einem Defizit in der Größenordnung von Griechenland.

    Warum sagen Politiker nicht die gleich die Wahrheit und das heißt, dass wir uns alle in Zukunft auch mit viel weniger materiellen Wohlstand begnügen müssen, da der „point of no return“ bei der Verschuldungsspirale schon überschritten wurde. Angela Merkel sagte freimütig, dass wir über unsere Verhältnisse gelebt hätten. Das trifft aber noch mehr für die USA zu. Vielleicht wird dann Deutschland auch im „Happy Planet Index“ aufsteigen, wo Deutschland und die USA nur im unteren Mittelfeld liegen. Der Happy Planet Index wird nicht nach BSP pro Kopf bemessen, sondern nach einem glücklichen und langen Leben mit natürlichen Ressourcen. Da scheint die Zukunft zu sein.

    Die Konsequenzen und Lösungen sind mehr Solidarität – zumindest die Etablierung des islamischen „Almosenprinzips“ (=10% freiwillige Abgabe an bedürftige), mehr Ethik und mehr Sozialverantwortung in der Wirtschaft, aber auch mehr Leistungsanreize für mehr Innovationen. Leider gibt es im Moment keine ausreichenden Kontrollmechanismen mehr. Die Medien spielen nicht die Rolle, die sie spielen können als das wahre demokratische Regulativ. Wir lassen das alles zu, das mehrheitlich gewählte Politiker, die oft nur an ihren nächsten Wahlerfolg und nicht das Allgemeinwohl denken, also „spekulativ“ eingestellt sind, ein 750 Mrd € Programm beschließen und damit einen Etat zur Verfügung stellen, der gar nicht da ist, nur um Spekulanten – welchen eigentlich genau? - das Handwerk zu legen.

    Ich habe immer geschrieben, dass die „G-Krise“ nur Symbolcharakter hat. Nun gibt sicherlich einige Spekulanten und Anleger, die gesehen haben, dass der Euro aufgrund der „PIGS-Problematik", aber auch aufgrund des US-Aufschwungs zur Schwäche neigen wird. Ausschlaggebend für die relative Dollarstärke – übrigens nicht nur gegenüber den Euro, sondern auch gegenüber vielen Währungen der Welt – war dem Umstand zuzuschreiben, dass die USA im Februar 47 Mrd. USD und im März 147 Mrd. USD in den US-Wertpapiermarkt (Aktie +Anleihen) geflossen sind, so dass schon dadurch sich die Dollarnachfrage erhöht hat In Russland gab es immerhin einen Kapitalzufluss von 2 Mrd. USD, was auch den Rubel stärkte.

    Nun hat dies aber wenig damit zu tun, dass „böse Hedgefondsmanager“ gegen ein Land spekulieren. Der Devisenmarkt und hier insbesondere das Währungsverhältnis Euro/USD ist vom Volumen her der größte Markt der Welt, wo täglich aus welche Gründen auch immer Billionen Euro oder USD elektronisch die Seite wechseln, was auch nicht immer konform zum jeweiligen Güteraustausch, sondern in der Tat auch, aber nicht nur spekulativer Natur ist. Um einen Billionenmarkt zu beeinflussen oder gar zu manipulieren, bedarf es schon sehr viel Geld und eines machtvolles Netzwerkes von Politikern und Medien, die „mitziehen“. Ich kann mir das in diesem Fall nicht vorstellen, obwohl es sicherlich auch Kursmanipulationen und Spekulationen im großen Stil gibt. Der neue Wall Street-Film lässt grüßen.

    Sicherlich kann man die These vertreten, dass die „bösen Hedgefondsmanager“ als reine Spekulanten den Stein des Anstoßes in der Tat gefunden haben, nämlich dass sich Länder wie Griechenland und Portugal nicht durch Abwertungen „wehren“ können, da sie im Euro-Korsett sind.

    Die Ursache ist aber auch hier wiederum bei den Politikern selbst gemacht - auch durch die EZB und der jeweiligen Regierung, dass sie ein derartig hohes Defizit entweder selbst verursacht oder selbst durch Nicht-Sanktionierung gefördert haben. Hedgefondsmanager können dies ausnutzen, was sicherlich keinen volkswirtschaftlich Nutzen bringt. Man sollte nur auch hier Ursache und Wirkung nicht verwechseln.

    Etwas ganz anderes ist die Boni-Diskussion, die jetzt auch wieder aufkeimt. Obama wird nun auch eine Finanzmarktreform machen und ich kann mir gut vorstellen, dass die Wall Street hernach „not amused“ ist. Auch hier habe ich eine eigene Meinung, die nicht richtig sein muss. Diese Boni-Diskussion ist m.E. wichtig und richtig, auch wenn dies wenig mit der Ursache-Wirkungs-Diskussion zu tun hat. Es ist mehr der moralische Aspekt. Hier vertrete ich die Meinung, das in der Tat eine Banken- oder auch gern Hedgefonds-Aktivitätssteuer oder auch Transaktionsteuer eingeführt wird. Man soll diese Boni, die alleine bei Goldman Sachs mit seinen U-Bootabteilungen 17 Mrd. USD im Krisenjahr ausgemacht hat, durch eine Steuer oder Boni-Abgabe global abschöpfen. London ist da schon fast Vorbild, nur muss Obama nun mitziehen. Dann sollte es aber auch Vorkehrungen geben, dass durch Ausweichen auf Steueroasen diese Boni vereinnahmt werden können.

    Hier wäre jetzt insbesondere Obama aber auch der neue englische Primier Cameron gefordert so eine Boni-Steuer einzuführen. Man könnte diese Boni-Steuer auf Investmentbanker und Bankvorstände begrenzen. Mit diesem Geld, was global wohl schnell einen „Solidaritäts- Fonds“ von über 50 Mrd. USD füllen konnte, sollten dann auch Ländern wie Griechenland unter starken Auflagen geholfen werden, aus der Krise herauszukommen. Das wäre dann so etwas wie „Almosen“ für Griechenland, wobei Griechenland wie erwähnt nur ein Symbol für viele Länder ist. Die Hälfte des „Solidaritätsfonds“ könnte auch zur Entwicklungshilfe verwendet werden, wo Hilfe zur Selbsthilfe weiterhin mehr denn je notwendig ist.

    Mein Vorschlag ganz nach dem „Islamic Banking“, wo übrigens Zinsen verboten sind, ist ein Appell an alle Investmentbanker und Hedgefondsmanager: gebt freiwillig 10% Eurer Milliarden Gewinne in einen Solidaritäts-Topf, der dann in Not geratene Länder in der Not helfen kann, die Krise zu beherrschen. Das tut Euch nicht weh. Im Islam wird dies tatsächlich gemacht, ganz ohne Druck.

    Auch wenn Kunst etwas Schönes und Erbauendes ist, so ist es doch wenig einsichtig und nachvollziehbar, dass ausgerechnet ein Hedgefondsmanager 106 Mio. USD für das Gemälde “Nu au plateau de sculpteur” (”Nackte, grüne Blätter und Büste”) aus dem Jahr 1932 von dem spanischen Künstler Pablo Picasso auf einer Auktion ausgibt. Damit stellte er den Weltrekord für eine Skulptur des Bildhauers Alberto Giacometti ein. “L’homme qui marche” war im Februar in London für 104,3 Millionen Dollar versteigert worden. Schon im Jahr 2004 erbrachte das Picassos Bild "Garcon a la pipe" 104,1 Millionen Dollar.

    Auch vor der Finanzkrise heizten Hedgefondsmanager mit ihren Attitüden „koste es, was es wolle“ die Preise nach oben, so dass die drei größten Auktionshäuser der Welt Sotheby’s, Christie’s und Philips de Pury, bei ihren New Yorker Versteigerungen mit 1,7 Milliarden $ einen neuen Umsatzrekord erzielten. Sotheby’s hat heute einen jährlichen Umsatz von ca. 2 Milliarden US-$. Mit 5,9 Prozent ist seit 2009 der amerikanische Hedgefonds-Manager Steven A. Cohen am Unternehmen beteiligt. Jetzt sind aber auch viele Russen und Japaner als Aufkäufer in London und New York zu finden, aber auch Chinesen, Inder und Araber bieten mit. Es könnte – auch ohne Hedgefondsmanager - ein Bubble bei hochpreisiger Kunst geben, wobei die Preise durch die Auktionshäuser zum Teil durch Kreditvergaben und interne Absprachen manipuliert sein sollen.

    Ein Gemälde von Jackson Pollock ist sogar 140 Mio. USD wert und damit durch den Kauf des mexikanischen Finanziers David Martinez im Jahr 2006 (hinter verschlossenen Türen) das teuerste Gemälde der Welt. Auch ein Gustav Klimt brachte es auf 135 Mio. USD durch den Kauf eines amerikanischen Milliardärs, während zuvor schon einige Gemälde von Pablo Picasso bei etwa 100 Mio. USD gehandelt werden. Ist das ein fairer Preis? Das sieht ganz nach einem Kunst-Bubble aus. 10% „Almosen“ für notbedürftige Länder wäre schon ein guter Anfang bei einem solchen Kunst-Deal. Auch eine 10%ige Kunststeuer bei Kunstpreisen von über 1 Mio. Euro wäre eine Überlegung wert, denn dort trifft es in der Regel nicht die Ärmsten, wobei die Beträge mehr symbolischen Charakter hätten.

    Griechenland muss im Moment einen hilfreichen Lernprozess durchmachen. Zum ersten Mal werden Rechnungen für Handwerksleistungen oder im Restaurant gegeben, was sonst nicht üblich war. Die reichen Griechen zahlten zuvor keine Steuern, was jetzt durch die Satellitenfotos von Schwimmbädern zum Teil aufgedeckt wurde. Apropos: Gab es in den letzten Jahrennicht auch schon solche Satellitenfotos? Der Korruptionssumpf kann wohl nicht so schnell aufgedeckt werden, weil viele Politiker der Regierung da wohl auch mittendrin stecken, aber auch hier wird ein Anfang gemacht. Die Beamtengehälter waren zuvor wie die Löhne überhaupt zu stark gestiegen und werden nun zurückgeführt, weil die Lohnsteigerungen nicht mit den Produktivitätssteigerungen konform gingen. Griechenland ist ein schönes Reiseland und muss die Touristen wieder für sich gewinnen. Lang andauernde Generalstreiks und gewaltsames Chaos auf den Straßen von Athen führen in die Sackgasse. Griechenland wird in eine schwere Rezession kommen und damit die Verschuldungsprobleme erhöhen. Auch das gehört zu dem Lernprozess, in dem die „freigiebigen“ westlichen Industrieländer noch kommen könnten.

    Das nächste gefährdete Land ist aber Spanien mit einer Jugendarbeistlosigkeit in Großstäften bei 40%. Ich befüchte demnächts dort einige Bankpleiten wegen der anhaltenden Immobilienkrise. Die spanische Sparkasse CajaSur ist schon pliete und wudre nun von der spanischen Zentralbank aufgefangen, um eine Kettenreaktion zu vermeiden. Das hätte Poulson damls im Fall von Lehman Brothers auch einfallen können.

    In die gleiche Richtung ginge eine Bankenaktivitätsteuer im Bereich des Investmentbanking, wie zum Beispiel bei M&A-Aktivitäten, die oft mehr volkswirtschaftlichen Unheil anrichten und vor allem zu Entlassungen führen, aber fürstlich belohnt werden. Die Deutsche Bank AG verdiente den größten Teil des 2,8 Mrd. € Vorsteuergewinns im 1. Quartal dieses Jahres durch das Investmentbanking vor allem in den USA, wo sie zum drittgrößten Erlösbringer bei M&A-Aktivitäten der Welt wurde. Dort in den USA wurde das Geld verdient und nicht in Deutschand mit Krediten, Herr Ackermann! Bekanntermaßen berät die Deutsche Bank AG auch die deutsche Bundesregieung, so dass es zu einem Schulterschluss Ackermann/Merkel auch in dem Rettungspaket gekommen ist. Es ist aber immer nicht ganz klar, mit welchem Betrag sich wirklich die Banken an der sicherlich nicht selbstlosen Griechenland-Kredithilfe beteiligen werden. Auch hier mein Apell an Herrn Ackermann: Gebt Griechenland zumindest ein „Almosen“ von 10% Eurer Gewinne im Investmentbanking, ganz ohne Druck und auf freiwilliger Basis. Wäre so etwas überhaupt denkbar? Warum eigentlich nicht? Sonst müssten Gesetze her, die so etwas unter gesetzlichen Druck herbeiführen, nur wie gesagt, dann müssen schon Obama und Cameron jetzt mitziehen.

    Die von Ackermann angestrebte Eigenkaptalrendite von 25%, die jetzt sogar überschritten wurde, würde möglichwese sinken, was aber nicht so tragisch wäre, denn das Kreditvolumen bräuchte nicht darunter leiden. Ein weiterer Vorschlag von mir ist die Einführung einer Derivate-Steuer bzw. Transaktionssteuer nur für Derivate, hier insbesondere bei unnötigen, rein spekulativen Derivaten wie nackten Leergeschäften Also nicht Leerverkäufe verbieten, aber hier Gewinne für den Abbau der Verschuldung abschöpfen. Man könnte auch die Gewinne aus nackten Leergeschäften mit einer hohen Steuer von 50% belegen, dann hätte auch der Staat was davon.

    Ich bin allerdings gegen eine Finanzmarkttransaktionsteuer, die die Banken dies auf alle Bankkunden und Anleger umwälzen werden. Geradezu unsinnig ist das Verbot von ungedeckten Leerverkäufen nur für Banken und Staatsanleihen. Ich bin bedingt für das Verbot von ungedeckten Leerverkäufen, aber wenn schon, dann für alle Produkte und Aktien und nicht selektiv für Banken, CDS und Staatsanleihen. Mit einer Finanzmarkttransaktionssteuer verdrängt oder gar vermeidet man nicht die „Spekulanten“, sondern macht die Transaktion nur teurer und vertreibt möglicherweise damit viele Anleger. Die deutschen Anleger sind schon genug durch die Abgeltungssteuer gefrustet und kehren dem Aktienmarkt immer mehr den Rücken, was volkswirtschaftlich schädlich ist und sicherlich nicht zur Eigenkapitalförderung beitragen wird.

    Die Bundesregierung muss sehr aufpassen, dass dadurch nicht auch Märkte verengt und ausgedünnt werden. Noch schlimmer ist es, wenn Märkte dann gar nicht mehr existieren, wie nach dem Lehman Brothers–Schock bei Genussscheinen und Pfandbriefen. “Spekulanten“ sorgen nun mal auch für die Liquidität die Märkte. Ohne Spekulanten gäbe es auch keine Absicherungsmöglichkeiten, weil dann der Gegenpart fehlt, der anderer Meinung ist. Es besteht nun auch die Gefahr, dass auch die Aktienmärkte ausdünnen und damit noch volatiler werden.

    Wenn ganze Märkte von heute auf morgen nicht mehr existieren, entsteht ein Finanz-Chaos à la Lehman Brother. Auch der US-Finanzminister Paulsen hat sicher in 2008 eine große Fehlentscheidung getroffen, indem er Lehman Brothers nicht geholfen hat. Auch Lehman Brothers hat im Krisenjahr enorme Boni noch auszahlen können, die damals leider nicht zur Sanierung von Lehman Selbst abgeschöpft wurden. Die Folge wurde ein black swan für die gesamte Finanzwelt. Von einem Tag auf den nächsten gab es keinen Interbankenmarkt mehr. Keiner vertraute mehr dem anderen, was fatal ist in der Wirtschaft, denn die Wirtschaft lebt von nur von Vertrauen. Ohne Vertrauen brechen nicht nur Finanzmärkte, sondern auch reale Märkte ein, wie wir alle letztes Jahr erleben und durchleiden mussten. Mir war das alles schon damals klar und es ist mir heute klarer, denn je. Aber verstehen das jetzt auch die Politiker? Die Märkte sprachen in der vergangenen Woche bereits eine klare Sprache. Der Alleingang der Bundesregierung führte zu einem Vertrauensschaden und schädigte auch den Finanzplatz Deutschland Folge: Die Aktienkurse brachen weltweit ein.

    Was wir jetzt leider wieder erleben sind wie damals nach der Lehman Brothers-Pleite psychologische Rettungsschirme, die zunächst nur das Gegenteil bewirken was sie bewirken sollten, nämlich statt Vertrauen nur Massenhysterie (Flucht in Gold und in den Dund-Future), Fotos von einem brennenden € auf Titelseite von namhaften Wirtschaftsmagazinen und jeden Tag eine oft wenig sachdienliche Krisendiskussion in den Medien. Damit wird in kurzer Zeit wieder das vernichtet, was sich gerade wieder aufbauen wollte, nämlich Vertrauen in der Wirtschaft. Dies ist in der Tat nicht ganz ungefährlich, was jetzt passiert. Die Politiker kommen von einer Krisensitzung in die nächste und (re)agieren dort mit wenig Sachverstand und wenig Gefühl für marktwirtschaftliche bzw. finanzwirtschaftliche Prozesse.

    Der Alleingang der Bundesregierung war sicherlich auch ein Grund für die Verwirrung der Anleger insbesondere aus dem Ausland. Wenn man schon diesen Schritt macht, muss man auch die möglichen Folgewirkungen berücksichtigen. Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass für die gegenwärtigen Panikentscheidungen der Titel zutrifft: „Denn Sie wissen nicht, was sie tun (und anrichten)“. Ich bleibe dabei: was jetzt beschlossen wurde, ist die falsche Maßnahme und wir werden schon bald erleben welches Unheil es angerichtet hat. Vielleicht bewirkt es auch gar nichts und das wäre schon viel.

    Ebenso sind Schäubles neue Beschlüsse für Immobilienfonds mit der Sperrfrist von 2 Jahren einzuordnen. Die Folge auch dort ist Kapitalabzug mit der Folge von Schließungen von Immobilienfonds. Auch hier werden Anleger durch unsinnige politische Entscheidungen von Schäuble verunsichert und geschädigt, obwohl die Maßnahmen zur Stabilisierung beitragen sollten, geschieht genau das Gegenteil: Ausdünnung von Märkten – bis es sie nicht mehr gibt.

    De Kardinalfrage bleibt aber, wie sich die Verschuldungspyramiden in Zukunft auflösen werden und was dies für Folgewirkungen hat. Werden wir auch bald 25% MWST wie die Griechen einführen müssen, müssen Beamtengehälter und Renten auch bei uns gekürzt werden? Wann startet der nun von Angela Merkel angekündigte Sparkurs, wer ist davon betroffen und wo endet er? Man kann nicht durch Sparen den Haushalt sanieren und gleichzeitig die Konjunktur ankurbeln, also sparen und gleichzeitig wachsen, wobei ein Großteil des Wachstums zuletzt durch staatliche Stimulation und in China durch Kreditprogramme ermöglicht wurde. Wenn Steuereinahmen nicht mehr ausreichen, um Zinsen +Tilgung zu leisten, ist der point of no return überschritten. Hier sollte Herr Schäuble und Frau Merkel Klartext reden. Wie sieht es hier finanzpolitisch im das eigenen Land und wie sieht es in Großbritannien und den USA realistisch aus?

    Es wird nolens volens zu Quasi-Enteignungsprozessen durch höhere Abgaben und Steuern früher oder später kommen müssen. Der geplante Schuldenabbau durch Wachstumskonzept führt bei Wachstumsraten von nur 1-2% ins Leere, weil der Verschuldungszuwächse höher sind als die zusätzlichen Steuereinnahmen. In Griechenland funktionierte das „Roll over“ von Krediten nicht mehr. Wann aber wird der „Roll over“ von Krediten in GB, USA und Deutschland nicht mehr funktionieren? Hier fehlen die sachdienlichen Diskussionen in den öffentlich-rechtlichen Medien, von den privaten Sendern will ich schon gar nicht mehr reden.

    Die Panik bei vielen Anlegern ist jetzt groß. Krügerand ist bis 7. Juni bei Banken ausverkauft. Das sagt eigentlich alles. Auch Gold oder Silber sind aber eine Illusion, die uns als Rettungsanker eingetrichtert wird. Sicherlich war Gold/Silber einer der besten Geldanlagen seit 2000, vor allem in 2008/2009 und auch bisher in diesem Jahr. So hat sich der Goldpreis in USD seit 2000 von 250 auf 1240 USD/Unze fast verfünffacht. Selbst in € ist er um 169% gestiegen. In diesem Jahr stieg Gold in € um über 20%. Freilich konnte man in diesem langen 10 Jahres-Zeitraum mit russischen Aktien wesentlich mehr Geld verdienen: Der russische Aktienmarkt stieg seit 1999 bis heute um über 3000%! Seit 1982 sieht die Bilanz für Gold schon nicht mehr so rosig aus. Es kommt bei diesen Charts immer auf den Zeitraum an, um sich reich zu rechnen oder auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

    Aber auch hier entsteht jetzt Hysterie und Massenpanik. Es gibt im Moment keinen Goldpessimisten mehr. Gold macht nur einen Bruchteil aller Geldanlagen aus. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn jetzt Krügerand, wieder einmal ausverkauft ist und Gold ein neues Allzeit-Hoch erreicht hat. Gold schmückt die Frauen (und zuweilen der Männer), weil wir uns einbilden, dass Gold die Frauen (und Männer??) schmückt. Das mag stimmen oder auch nicht.

    Aber ich bin kein Befürworter eines neuen Goldstandards. Im worst case könnte Gold eine sehr wertvolle Geldanlage werden wenn es eine hohe Übereinstimmung in der Bevölkerung gibt, dass Gold einen hohen Wert hat. Aber auch das ist nur in den Köpfen so, also ein psychisches Dogma. Wofür aber brauchen wir Gold wirklich und wozu soll Gold tatsächlich einen höheren Wert haben als Silber oder ein anderer Rohstoff? Ich halte den Gold- und Silbermarkt ohnehin für manipuliert und daher wenig kalkulierbar. In jedem Fall stiegen jetzt Gold- und Silber so stark, weil viele eine Währungsreform oder eine Hyperinflation befürchten. Aber auch das ist nur eine Spekulation, die nicht unbedingt aufgehen muss.

    Auch hier könnte man eine ethische Wertediskussion entfachen. Auch könnte man einige Verschwörungstheorien vertreten oder auch untersuchen. Eine neue Wertediskussion in der Wirtschaft und auch in der Wirtschaftsethik würde ich sehr begrüßen. Aber auch Gold ist nur eine Fantasie und damit einem von wem auch immer am Anfang erdachter Wert, der glaubhaft über Generationen weiter transportiert wurde. Auch Gold ist eine spekulative Vertrauensfrage. Wenn viele daran glauben, dass Gold einen hohen Wert hat, dann hat Gold einen hohen Tauschwert für andere schöne Dinge des Lebens.

    Man könnte genauso gut auch Diamanten nehmen, die aber an Wert verloren, man könnte theoretisch aber auch jeden anderen Rohstoff nehmen. Deutsche könnten mit Kartoffeln zahlen, die sie selbst anpflanzen; Chinesen könnten mit Knoblauch zahlen, der in jeder Speise sein muss und sich übrigens im letzten Jahr im Wert in China vervierzigfacht hat, also ein weit bessere „Wertanlage“ war als Gold. Chinesen horten jetzt übrigens nicht nur Gold, sondern auch Kupfer im Garten, weil dies auch noch für die Bauwirtschaft benötigt wird.

    Gold ist sicherlich ein Knappheitsgut, da Gold bekanntlich immer weniger gefördert wird. Der gesamte Goldmarkt hat in der Jahresproduktion aber nur einen Wert von 75 Mrd USD, jetzt sind es wohl etwas mehr geworden. Das ist wahrlich nicht weltbewegend. Papiergeld kann wertlos werden. Was auf Geldscheinen drauf steht, ist ein reine Glaubens-. und Vertrauenssache. Dass der Geldschein auch in 2 Jahren in etwa noch den Wert von heute hat, ist ebenfalls eine gewagte Spekulation. Sie sehen schon, wie viele Spekulanten es auf der Welt gibt ohne es zu wissen. Bei jedem Markt gibt es Spekulanten, die ohne Marktteilnehmer mit gegensätzlichen Meinungen zum Marktpreis gibt es keinen Markt. Demnächst könnten viele Märkte ausdünnen oder illiquide werden, was eine Gefahr ist.

    Wenn wir den Konsens fassen, dem Geldschein nicht mehr zu trauen, dass das was drauf steht, seinen Wert hat, – und Medien können so etwas schnell herbeiführen - entsteht das Potential für eine Hyperinflation, was nichts anderes ist als ein massiver Vertrauensverlust in eine Währung in kurzer Zeit. Davor haben jetzt viele Angst und kaufen stattdessen Gold, wobei wohl auch hier wieder die „bösen Spekulanten“, also Hedgefondsmanager und ETFs den Markt dominieren. Auch hier könnte man auf die gute Idee kommen, 10% der spekulativen Gewinne abzuschöpfen und als „Almosen“ den PIGSI oder sonstigen bedürftigen Entwicklungsländern zu geben. Vor allem sollte man hier die großen Shortpositionen im Terminmarkt von JP Morgan und Goldman Sachs bei Gold/Silber versteuern, und würden die Gold-Short-Positionen vielleicht in dem Ausmaß nicht mehr bestehen. Da würden schon einige weitere Mrd. für Griechenland zustande kommen. Das wären zwar nur „Peanuts“, aber immerhin besser als die unsinnige Finanzmarkttransaktionsteuer.

    Nun ist aber das 750 Mrd € Rettungspaket in Kombination mit der ungewollten Finanzmarkttransaktionsteuer zumindest im Bundestag durch und die Aktienmärkte reagierten global sehr verschnupft. Der Grippe-Virus der „G-Krise“ zieht damit immer weitere Kreise. Nun stellt sich wiederum die Frage der Auswirkungen auf die Realwirtschaft, nachdem wir in der ersten Hälfte global, vor allem aber in den Emerging Markets ein Wirtschaftsaufschwung erlebten. Ich muss mit Nachdruck betonen, dass es jetzt keinen Wirtschaftabschwung in den Köpfen mehr geben darf, denn dann fallen nicht nur die Aktienkurse, weil einige Hedgefondsmanager mal wieder short sind, sondern weil es der Realwirtschaft schlechter geht. Der ZEW-Indikator fiel zuletzt schon wieder und auch der IFO-Geschäftsklimaindex, was kein gutes Zeichen ist. Eine zweite Rezession in Folge, also ein Double Dip, kann sich keine Volkswirtschaft aufgrund der zu starken Verschuldung erlauben, denn dann ist die Währungsreform nicht mehr weit. Es wird ohnehin bei der Zusatzverschuldung und den großen Rettungsschirmen nur auf Zeit gespielt.

    Im Falle einer zweiten globalen Rezession in 2011 bei den Industrieländern, wohl kaum bei einigen Emerging Markets, muss noch mehr gespart und abgeschöpft werden als uns allen lieb ist, da dann noch mehr Steuereinnahmen wegfallen. Es handelt sich jetzt also um eine sehr gefährliche Situation. Wirtschaft ist auch Massenpsychologie, die man in die einer oder auch Richtung durch Aussagen von Politikern und Medienvertretern lenken kann. Liebe Politiker und liebe Berater, sagt uns bitte jetzt genau, was im worst case auf uns zukommen kann und was ihr dann vorhabt, damit wir uns mental darauf einrichten können. Nichts ist unmöglich, auch nicht ein weiter black swan, der keiner ist, weil er unter Umständen vorhersehbar war.

    Ich erwarte in den nächsten Monaten keinen Crash, aber eine volatile Seitwärtsbewegung, die die „Spekulanten“, also auch Sie, durch Traden nutzen können. Sie können es aber auch sein lassen und dafür dem Happy Wealth Index mehr Beachtung schenken. Bereisen Sie ganz einfach die Länder, die im Happy Wealth Index ganz oben stehen(wie Costa Rica, Dominikanische Republik und Jamaika. Erkunden Sie selbst „vor Ort“, wie man mit natürlichen Ressourcen ein langes, glückliches Leben führen kann. Wer spekulieren will und damit sein Glück machen will, setzt weiter auf jetzt stark korrigierte osteuropäische Aktien, aber nur mit gestaffelten Abstauberlimits, denn der sehr treffsichere ESI-Seminar-Indikator steht auf Buy.

    Der DAX gab am Freitag um 0,66% auf 5829 Indexpunkte nach; der Dow Jones stieg aber am Freitag um 1,25% auf 10.193 Indexpunkte. Die Indices befinden sich damit jetzt nahe der noch steigenden 200-Tageslinie. Erst wenn diese nachhaltig unterschritten werden, wird es bearish. Die nächste Woche wird also aus charttechnischer Sicht sehr bedeutsam. Die Flucht in den Bund-Future hielt an. Er stieg auf ein neues Allzeit-Hoch auf 128,27. Der Euro konnte sich nach dem Ausverkauf am Donnerstag wieder von 1,22 auf 1,2570 erholen. Der Goldpreis verminderte sich auf 1175 USD/Unze und der Ölpreis stabilisierte sich bei 70,35 USD/Barrel. Der Ölpreis fiel zuletzt um 20% ebenso wie der Palladiumpreis. Ein starker Dollar führt fast zwangsläufig zu stark fallenden Rohstoffpreisen, was wiederum schlecht für russische Rohstoffwerte ist.

    Der russische Aktienindex RTS, der wie alle osteuropäischen Märkte am Donnerstag besonders stark nachgab, verlor am Freitag um 0,41% auf 1297 Indexpunkte. Der RTS-Index verlor damit letzte Woche um 10% und er ist damit auch mit 10% im Minus, nachdem er bis Ende April noch 19% im Plus war. Die Markttechnik ist damit angeschlagen, da der Haussetrend verlassen wurde; in der nächsten Woche könnte es eine Erholung geben. Dies aber auch nur, wenn die US-Immobiliendaten positiv ausfallen werden.

    Aber alle Weltbörsen knickten in der letzten Horrorwoche ein, so dass diesmal die Börsenweisheit „Sell on May and go away“ bis jetzt stimmte. Die Börsen in China gaben letzte Woche um 4,7%, in Indonesien um 8,3%, in Brasilien um 10,2% und in Argentinien um 8,4% nach. Besonders stark waren aber die Kursverluste in Osteuropa mit einem Minus von 8,6% in Ungarn, 5,2% in Tschechien, 7,6% in Polen, 11,3% in Kasachstan und sogar 22,2% in der Ukraine, was man schon einen Mini-Crash bezeichnen kann.

    Am Montag wird die Börse nach der guten Wall Street-Vorgabe wohl erst einmal freundlich starten, aber die US-Verbrauchervertrauens– und Immobilienpreis-Daten könnten im Verlauf zu einer fortgesetzten Korrektur Anlass geben. Ich empfehle dennoch in den nächsten Tagen insbesondere bei osteuropäischen Red Chips mit gestaffelten Abstauberlimits zu kaufen.

    Verpassen Sie daher die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (EST) unter www.eaststock.de. Die beiden Osteuropa-Muster-Basket des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 171% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 284% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 700% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen, die auch bei den nächsten Seminaren vorgestellt werden.

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

    TV-Hinweise: In einem TV-Interview wurde Andreas Männicke am 21. Mai im DAF (www.anleger-fernsehen.de) im Dr. Jünemann-Talk über die Auswirkungen der „G-Krise“ auf osteuropäische Aktien befragt. Sie können das zusammen mit Frau Marianna Gurmann (MM Warburg Invest) geführte Interview auch am Montag unter www.anleger-fernsehen.de oder www.eaststock.de abrufen.

  • Kommt jetzt eine Währungsreform?

    Samstag, 15. Mai 2010 22:09:00

    Wer von Ihnen glaubt an eine Währungsreform als ultima ratio? Ich hatte in der letzten Woche noch nie so viele Anrufer in meinem Büro, die nur diese eine Frage hatten. Der amerikanische Star-Ökonom Roubini machte einige Andeutungen, die den Bestand des Euros in Frage stellt. In der Tat wird es spannend, ob der Euro lange diese Spannungen und Ungleichgewichte und das Nord/Südgefälle aushalten kann.

    Der Euro fiel am Freitag wie ein Stein auf das neue Jahrestief von 1,2350 EUR/USD. Aber keine Panik. Das hatten wir letztem Jahr (bis 1,25) auch, nur damals waren das Geschrei und die Medienaufmerksamkeit nicht so groß wie jetzt. Meine Prognose ist, dass der Euro noch etwas schwächer gehen könnte, sich dann aber auch wieder schnell auf 1,35 EUR/USD im Jahresverlauf erholt, denn auch die Amerikaner haben strukturelle Verschuldungsprobleme. Zudem sollte sich jetzt die deutsche Exportwirtschaft über die schönen Währungsgewinne freuen. Setzen sie also jetzt auf Aktien mit holen Dollareinnahmen wie die Lufthansa. Auch für Russlandanleger, die im dollarbasierten RTS-Handel aktiv sind, sorgte der starke Dollar für Währungsgewinne.

    Der Euro ist ein Kunstprodukt von Politkern, der politisch, nicht aber (immer) ökonomisch sinnvoll ist. Die schwachen Länder sind damit in einem Korsett und die starken Länder müssen ständig drauf zahlen. Ich persönlich glaube nicht so schnell an eine Währungsreform. Ich mache mir aber große Sorgen wie wir alle aus der Sackgasse Schuldenfalle herauskommen wollen. Die Vermögen von Millionen Sparern stehen auf dem Spiel. Es kann nicht nur zu einem Staatsbankrott, sondern gleichzeitig zu vielen Staatsbankrotts und zu einer Inflation kommen. Durch die Anleihenkäufe der FED, britische Notenbank und nun sogar auch der EZB wird aber Zeit gewonnen, so dass ich in diesem Jahr (noch) nicht mit einer Währungsreform rechne. Kaufen Sie langfristig aber keine Staatsanleihen mehr, dann schon eher Aktien.

    Das Wachstumsgebet der Politiker wird nicht zum Schuldenabbau führen, bestenfalls zu einer Verminderung der Neuverschuldung, was auch wiederum nur eine Zeitverschiebung ist. Auch in Deutschland brennt es nun in den Städten und Kommunen lichterloh. Es fehlen 15 Mrd € und Angela Merkel wird nun auch dem Sparkurs in Deutschland forcieren. Damit könnte aber auch schnell der Konjunkturaufschwung abgewürgt werden. Ich halte auch den vom IWF aufgelegten Sparkurs in Griechenland methodisch für falsch, da dadurch die Rezession nur verschärft wird. Und wie soll Griechenland die Kredite zurückbezahlen, wenn Griechenland nicht schnell auf einen Wachstumskurs kommt? Ein Teufelskreis.

    Nun soll/muss aber nicht nur Griechenland sparen, sondern die ganze Welt, vor allem aber auch die USA und Großbritannien, sonst droht auch dort ein Downgrade bei den Anleihen. Die Prämien für Credit Default Swaps sind am Freitag schon wieder in die Höhe geschnellt, was dann zu einem Kurseinbruch beim DAX um 3,12% auf 6065 Indexpunkte und beim Dow Jones Industrial Index um 1,51 auf 10.620 Indexpunkte führte. Auch die Ostbörsen brachen am Freitag ein. Der RTS-Index verlor am Freitag um 2,33% auf 1441 Indexpunkte. Auch der WTI-Ölpreis gab - wie fast alle Rohstoffe- deutlich auf 75 USD/Barrel nach. Die Lagerbestände in den USA sind sehr hoch. Dafür gab und gibt es einen Run auf Gold bzw. auf Goldmünzen, die angeblich bei Banken „ausverkauft“ sind. Gold hielt sich trotz des starken Dollars am Freitag nahe des Allzeit-Hochs bei 1232 USD/Unze. Auch in € dürfte schon bald das neu Allzeit-Hoch von 1000 e erreicht werden.

    Es wird wohl auch in der nächsten Woche sehr volatil werden. Gerade in so volatilen Zeiten ergeben sich aber sehr gute Trading-Chancen. Wie Sie sich jetzt strategisch verhalten sollen, wollen wir beim nächsten ESI-Ostbörsen- „Go east – Red Chips schlagen Blue Chips!“ am 20. Mai um 17. Uhr in Frankfurt/m im Hotel Monopol (nähe Hbf.) besprechen Dort werden dann auch Anlagealternativen /wie Gold und Wohnmobilen (in Prag) diskutiert. Sie können sich noch anmelden unter www.eaststock.de oder Tel 040/6570883.

    Verpassen Sie daher die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (EST) unter www.eaststock.de. Die beiden Osteuropa-Muster-Basket des EST konnten seit März 2009 in einem Jahr im konservativen Red-Chip-Portfolio eine Performance von 171% und im spekulativen Muster-Basket sogar von 284% erzielen. Aktien wie die Holding AFK Sistema konnten sogar um über 700% zulegen und haben noch Potential. Ausgehend von den Tiefstkursen bestehen realistische 1000%-Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Werten in Russland mit neuen historischen Höchstkursen, die auch bei den nächsten Seminaren im Mai vorgestellt werden.

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Wenn Sie Interesse an Ostbörsen- oder Emerging Market-Seminaren in anderen Städten haben, dann melden Sie sich bitte bei der ESI GmbH (info@eaststock.de; Tel: 040/6570883).

    TV-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 8. April 2010 um 15.45 Uhr in NTV/Telebörse über die Chancen der Moskauer Börse befragt. Sie können es sich jetzt bei dem Link unter www.eaststock.de in der Rubrik „Interviews“ runterladen. Hier können Sie sich informieren, warum gerade die Börsen aus Osteuropa besonders chancenreich sind. Das nächste TV-Interview wird am 21. Mai im DAF (www.anleger-fernsehen.de) im Dr. Jünemann-Talk sein.

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22.05.2012, 17:00
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23.05.2012
Männicke im DAF im Interview mit Dr. Bernhard Jünemann

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