Ostbörsen im Fokus (siehe auch www.eaststock.de)

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Interview- und Termin-Hinweise

Das nächste Ostbörsen-Seminar "Go east - Hochprozentiges aus Osteuropa" wird am 29. November 2017 um 17.00 Uhr gelich nach dem Eigenkaltal-Forum in Frankfurt/M stattfinden.

Andreas Männicke wurde am 17. Oktober 2017 von Börsen Radio Networks über die neuen Chancen in Osteuropa und Russland befragt.

Ab Oktober 2013 können Sie unter Eingabe von "EastStockTV" bei www.youtube.de die aktuellen Kommentare von Andreas Männicke zu den Aussichten an den Welt- und Ostbörsen kostenlos abrufen. Abonnieren Sie einfach den Kanal bei www.youtube.de.

Ab Mai 2014 können mit Herrn Männicke über www.go.guidants.com auch interaktiv in Kontakt treten und Fragen zu den Ostbörsen stellen.

Verpassen Sie die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen Sie jetzt den monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Ein Probe-Abo (3 Ausgaben kosten nur 15 €). Die beiden Muster-Depots erzielten seit Februar 2009 eine Performance von über 320% im Muster-Depot 1 (konservativer Osteuropa-Basket) bzw. über 350% im Muster-Depot 2 (spekulativer Osteuropa-Basket, das sind über 40% p.a. seit 2009. In den neuen Muster-Depots ab 2015 wude eine Performance von über 130% bzw über 80% erzielt. Das neue "goldige" Muster-Depot erreichte immerhin ein Plus von 66% ab 2016.

Im neuen monatlich ercheinenden Börsenbrief THE BIG PICTURE werden die globalen Anlagestrategien für Aktien-Indices, Rohstoffe und Währungen besprochen. Auch hier kostet ein Probe-Abo (3 Ausgaben per E-mail) nur 15 €.

Zudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Kaufen, wenn die Kanonen donnern?

    Samstag, 09. August 2008 15:10:00

    +++Krieg mit Georgien verursacht weitere Panikverkäufe an der Moskauer Börse+++Börse Tiflis im Crash+++viele Ostbörsen starten zum Rebound+++

    „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ ist die viel zitierte Anlageempfehlung des verstorbenen Börsengurus André Kostolany. Das kommt auch dem Motto: „Buy on bad news“ gleich. Sowohl an der Moskauer Börse als auch an der Börse Tiflis (Georgien) brachen die Kurse an dem „Hoch-Zeitstag“ 08.08.08 ein, als Georgien die Provinzhauptstadt Zchinwali von Süd-Ossetien unter Beschuss nahmen, wo auch Bürger mit russischen Pass leben, und der Kreml mit einer Militäroffensive (Panzer und Flugzeuge) zur „Verteidigung“ der russischen Bürger reagierte. Diese Militäroffensive Russlands sieht Georgiens Präsident Michail Saakaschwili wiederum als völkerrechtlich illegale Gewaltaktion an. Südossetien gehört völkerrechtlich zu Georgien, will sich aber unabhängig machen, ebenso wie zuvor Kosovo, was von Russland als Retourkutsche zum Kosovo-Konflikt auch ganz bewusst unterstützt. Angeblich gab es schon über 1400 Tote bei den kriegerischen Auseinandersetzungen und zwei russische Flugzeuge sollen abgeschossen worden sein. Der georgische Präsident Georgiens Saakaschwili ruft zur Mobilmachung von Zivilisten auf und hofft dabei auch auf die Unterstützung des Westens. Medwedew schickt indessen Panzer in die Region zur Verteidigung der russischen Interessen. Ein zweiter Tschetschenienkrieg steht damit bevor.

    Die Provinz Südossetien hat sich seit 1992 für unabhängig erklärt und strebt den Anschluss an Russland an, während Georgien auf die Unterstützung der USA hofft und mit der NATO-Mitgliedschaft liebäugelt, was wiederum ein Affront gegenüber Russland ist. Daher ist der Konflikt, der jetzt ausgetragen wird, von großer geopolitischer Bedeutung. Georgien ist der östlichste Stützpunkte westlicher Machtinteressen und auch militärisch für die USA von Bedeutung. Angeblich sollten von Georgien auch militärische Aktionen gegen den Iran als Militärstützpunkt geplant sein, ebenso wie Aktionen gegen die Taliban (Afghanistan/Pakistan) und Bin Laden. Damit haben wir nun möglicherweise einen neuen „Nebenkriegsschauplatz“ des „kalten Kriegs“ USA-Russland unmittelbar bevorstehen. Zudem könnte sich der Konflikt zu einem Flächenbrand im Kaukasus entwickeln, mit unüberschaubaren Folgen für die Region. Er sollte daher von allen Anlegern sorgsam beobachtet werden.

    In diesem Zusammenhang kann es in den nächsten Wochen auch zu verschärften Sanktionen gegen den Iran kommen, wobei Russland und China wiederum auf der Seite vom Iran sein werden und sich gegen einen Krieg gegen den Iran aussprechen werden. Der UN-Sicherheitsrat dürfte in den nächsten Wochen einige Nachtschichten einlegen. All dies ist nicht unbedeutsam für die Weltbörsen. Vielleicht werden nicht nur die vielen Hochzeitspaare, sondern auch die Anleger den 08.08.08-ten als einen denkwürdigen Tag in Erinnerung behalten, nicht nur weil an diesem Tag der Beginn der hoffentlich möglichst lange friedlichen olympischen Spiele war, obwohl es dort jederzeit zu Terroranschlägen kommen kann, die schon per Videobotschaften angedroht wurden. Für Mondzyklen-Anhänger: Am 16. August ist Mondfinsternis und hoffentlich wird es dann auch nicht finster an den Weltbörsen. Der Konflikt zwischen Südossetien und Georgien schwelt schon lange und kam erst jetzt, wie immer „zur Unzeit“ für die Anleger.

    Mich hat die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Georgien und Südossetien (=Russland) nicht überrascht; im Gegenteil: ich hatte sie schon früher erwartet. Zur Unzeit für die Anleger kommt sie aber deswegen, weil sich die Aktien an beiden Börsen schon vorher in freien Fall befanden und der Bärmarkttrend durch den Krieg nur verschärft wurde. So brach die Moskauer Börse am 8. August um etwa 5% und die Börse Tiflis sogar um weit über 10% ein. Der marktschwerste Titel Bank of Georgia, der auch an den Westbörsen London und Frankfurt/M gehandelt wird, gab sogar am 8. August um 21% auf 8 € nach. Dabei hatte sich der Kurs schon im Vorfeld der Militäraktion wegen der Auswirkungen der Subprimekrise mehr als halbiert. Im Hoch befand sich die Aktie bei über 30 €,

    Aber auch die Aktien an der Moskauer Börse fanden kein Halten mehr. Blue Chips wie Gazprom, Lukoil und Evraz Group gaben um 4-8% nach. Die Moskauer Börse fiel seit Jahresbeginn um über 20% und damit weit mehr als der Dow Jones, der am gleichen Tag zu einer Kursrallye um über 300 Punkte (+2,65%) aufgrund fallender Ölpreise ansetzte. Die Moskauer Börse wurde schon in den letzten beiden Wochen durch eine Aneinanderreihung von Negativnachrichten unter Druck gebracht. So leitetete Putin zuvor eine Untersuchung beim Stahl/Kohlekonzern Mechel wegen unerlaubter Preisbildung und Steuerhinterziehung ein; fast zeitgleich floh der TNK-BP-Chef Robert Dudley ins Ausland und einige Tage später gab der vorherige „Shootingstar“ Uralkali (zuvor von 15 auf über 50 €) bekannt, dass er die Preise im Inland einfrieren werde, was die Aktie von 45 auf 30 € zum Einbruch brachte. Hinzu kamen die im Juli überraschend stark fallende Rohstoffpreise, die alle Rohstoffunternehmen arg beutelten. Sogar die „Krisenwährung“ Gold brach um über 10% in wenigen Tagen von 975 auf 855 USD/Unze ein, wobei einige Experten meines Erachtens etwas verfrüht von einer Trendwende im Rohstoffsektor sprechen. Aber es gibt jetzt in der Tag eine Reihe von markanten Trendbrüchen auch im Aktienbereich, dessen sich der Anleger bewusst sein muss. Der Dollar stieg sogar an einem Tag um 450 Pics, was nach der langen Seitwärtsbewegung aber neben dem Kommentar vom EZB-Chef Trichet bezüglich möglicher Rezessionsgefahren in Europa (Spanien), auch charttechnisch Gründe hatte, denn unter 1,54 EUR/USD gingen alle Devisenhändler beim Dollar long bzw Euro short. Das war absehbar; dennoch war der Kurssturz beim Euro der Höhe nach überraschend. Jetzt ist aber Platz bis 1,48 EUR/USD. Kaum wahrgenommen wurden aber die Forint, Zloty und CZK-Stärke sogar gegenüber dem Euro schon seit vielen Monaten. So konnte der Anleger mit den von mir im EAST STOCK TRENDS empfohlenen Tschechischen Kronen- und Zloty-Zins-Zertifikaten der ABN AMRO Bank in diesem Jahr schon eine Performance von 28% bzw. 14% auf Euro-Basis erzielen.

    Ich hatte Ihnen unabhängig davon schon lange geraten, mehr in Cash zu gehen, weil die Risiken an den Weltbörsen zu groß sind, was auch an der kleinen Sommerrallye an den Westbörsen nichts ändert. Falls es in Peking wie angedroht tatsächlich zu Terroranschlägen kommt oder das Säbergerassel gegen den Iran bezüglich Verschärfung der Sanktionen wieder größer wird, könnte der seit dem 14. Juli an den Westbörsen etablierte kleine Aufwärtstrend wieder im Keim erstickt werden. Wenn aber nichts in der Hinsicht passiert, rechne ich zunächst beim Überschreiten des Dow Jones bei über 11.800 Indexpunkten (und beim DAX bei über 6000 Indexpunkten) mit einer Fortsetzung der Mini-Rallye an den Westbörsen und eine sehr unterschiedliche Entwicklung an den Ostbörsen. Ebenso wie in der Türkei, wo die Kurse im Juli um 30% (!) anzogen, könnte einige Börsen in Südosteuropa zu einem starken Rebound ansetzen, wenn die Westbörsen auch weiter wie letzte Woche haussieren. Hier brachen die Kurse aber auch schon um 30-45% ein, ebenso wie in Kiew um 45%. Der Handel an den Börsen kam hier fast zum Erliegen. Auch die Chancen in Budapest, Warschau und Prag sind für einen Rebound und eine kleine Rallye vorhanden. Die Budapester Börse konnte schon im Juli um 10% zulegen und die Prager Börse bleibt eine „Oase der Stabilität“, obwohl sich auch hier bereits eine Konjunkturabkühlung andeutet und die tschechische Notenbank deswegen vor kurzem die Zinsen um 0,25 Basispunkte gesenkt hat.

    Ob man nun schon an der Moskauer Börse oder gar der Mini-Exotenbörse Tiflis (über die Bank of Georgia) den Einstieg wagt, ist Geschmacksache. Es kann gut sein, dass der noch regionale Konflikt eskaliert und der ganze Kaukasus entflammt, was auch die Börsen weiter in Mitleidenschaft ziehen würde. Fundamental sind die Aktien schon auf diesem Niveau auch in Russland ein Kauf, aber Kriegsszenarien sind wenig kalkulierbar. Die mutigen, risikogeneigten Anleger sollten, wenn überhaupt, nur mit gestaffelten Abstauberlimits in einige Blue Chips wie LUKoil, Gazprom, Evraz Group gehen, aber noch Pulver trocken halten, um sprichwörtlich „nachschießen“ zu können, falls der Georgien/Südossetien-Krieg länger dauert als erwartet oder in einen generellen Kaukasuskonflikt oder gar USA/Russland-Konflikt mündet. Mein bewährtes Motto: „In der Krise liegt die Chance“ bleibt ebenso richtig wie „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“: Es ist nur die Frage, ob die Krise bald beendet ist oder jetzt gerade erst beginnt. Timing ist alles! Daher cool bleiben und eine „Wait and see-Strategie“ verfolgen. Es wird in jedem Fall weiter volatil bleiben, was auch kurzfristige Trading-Chancen eröffnet. Welche Aktien jetzt ge- oder verkauft werden sollen, können Sie täglich der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

  • Putin verunsichert Anleger: SSV-Preise in Moskau

    Sonntag, 03. August 2008 15:00:00

    +++Mechel-Untersuchung sorgt für Aufregung+++Kaufgelegenheiten bei russischen Rohstoffwerten+++angeschlagene Markttechnik beachten+++

    Man darf wohl nicht mehr in Urlaub fahren. Just zu der Zeit als sich die vermögenden Russen am Strand in der Türkei, Spanien und Frankreich in der Sonne aalten, leitete Putin Ende Juli überraschend eine Untersuchung bei den Stahl/Kohle-Konzern Mechel wegen unerlaubter Preisbildung bei Export- und Binnenmarktpreisen und Steuerhintererziehung ein, was zu Panikverkäufen an der Moskauer Börse führte. Der Kurs von Mechel brach von 30 auf 13 € im Juli brutal ein. Dabei wollt Mechel gerade die Kohlesparte, die jetzt so viel Sorgen bereitet, im Herbst separat an die Börse bringen, was zuvor den Kurs nach oben trieb. Mechel zählte bis Mai noch zu der Top-Performern der Moskauer Börse. Im letzte Jahr verdreifachte die der Kurs von 8 auf 24 € und in dies Jahr stieg der Kurs bis Mai nochmals um über 50% von 24 auf 37 € an, um nun auf 13 € zusammenzubrechen.

    Aber auch andere russische Werte wurden in Mitleidenschaft gezogen, so dass der RTS-Index markant unter die magische 2000-er Marke rutschte, was ein Minus von 14 Prozent seit Jahresbeginn bedeutete. Sogar die Blue Chips Gazprom und Lukoil mussten herbe Kursverluste von 20% im Juli hinnehmen, obwohl sich bei diesen Aktien fundamental nichts geändert hat. Noch stärker war der Kursverlust beim Düngemittelhersteller Uralkali, wobei auch der Kursverlust in dieser Höhe fundamental unbegründet ist. Vor dem Mechel-Fall war die Moskauer Börse noch eine der wenigen Börse, die sich in einem negativen Weltbörsenumfeld relativ gut behaupten konnte. Die ohnehin nervösen Anleger wurden sofort an den Yukos-Fall erinnert, der damals im Totalverlust für die Aktionäre endete. Auch die fortgesetzten Querelen der russischen Oligarchen Michael Fridman und Viktor Wechselberg mit dem TNK-Chef Robert Dudley trübten das Stimmungsbild zusätzlich ein.

    Der Fortgang beider für das Sentiment sehr bedeutsamen Fälle ist nun genau zu beobachten. Wenn sich die Wogen wieder glätten sollten, wären das jetzt gute Einstiegschancen vor allem bei den Werten, die aufgrund der Panikverkäufe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Allerdings muss der Anleger unabhängig davon auch noch einiges Ungemach an den Weltbörsen ins Kalkül ziehen, was auch die Kurse an den Emerging Markest nach unten ziehen könnte. So wurden in den USA die Insolvenz von zwei kleineren Banken gemeldet, die US-Arbeitslosenzahlen waren am Freitag wieder sehr schlecht, General Motors meldete einen neuen Rekordverlust von 15 Mrd. USD und kündigte weitere Arbeitsstreichungen an. Mittlerweile gibt es einige Ökonomen, die nicht nur eine Rezession in den USA vorhersagen, sondern auch in einigen Ländern in Europa große Probleme sehen wie in Großbritannien, Spanien, Belgien, Irland und Italien. Auch in Deutschland dürfte sich das Wachstum weiter verlangsamen. Davon wäre nun auch wieder der Export osteuropäischer Länder negativ beeinflusst. Von daher ist wie zuletzt bei der Münchener Rück, BMW und einigen anderen (ehemals) soliden Standardwerten mit Gewinnwarnungen zu rechnen. Geradezu fatal für die Weltbörsen wäre es, wenn sich die USA in den nächsten Monaten einen Iran-Krieg leisten würden, was den zuletzt auf 122 USD/Barrel gefallenen Ölpreis sofort wieder nach oben katapultieren würde. Ansonsten rechne ich eher mit fallenden Ölpreisnotierungen Richtung 100 USD/Barrel, was wiederum den Weltbörsen Auftrieb verleihen könnte. Der Goldpreis korrigierte zuletzt stark aufgrund der außergewöhnlichen starken Goldverkäufe der EZB im Volumen von 570 Mio. €. Wenn der Dollar über 1,54 EUR/USD steigen sollte, dürfte der Dollar nachhaltig steigen und damit der Goldpreis weiter fallen. Mittel- bis langfristig sind aber steigende Goldpreise wegen der starken Geldmengenausweitung und negativen Realzinsen wahrscheinlich.

    Der fragwürdige 6 Mrd-USD-Waffen-Deal der USA mit dem Irak macht deutlich, dass die USA anscheinend nur noch mit Waffengeschäften Geld in die leeren Kassen bekommt. Die US-Rüstungsindustrie wäre auch der einzige Profiteur im Falle eines Iran-Kriegs. Ein Schelm, wer böses bei der Bush-Regierung denkt…! Aber auch Obama will offensichtlich mehr militärische Präsenz von Deutschen in Afghanistan. Hat er etwa vor dem Deutschland-Besuch mit der US-Rüstungs-Lobby „Strategie-Gespräche“ geführt?

    Zu beachten ist in den nächsten Wochen auch die angeschlagen Markttechnik. Bei einen Dow Jones-Index von nachhaltig unter 11.000, einem S&P –Index von unter 1200 und einen DAX unter 6000 Indexpunkten seiht es sehr düster an den Weltbörsen aus. Unter diesen wichtigen Chartmarken könnten fortgesetzte Panikverkäufe sogar einen Crash auslösen. Die Monate August und September sind ohnehin recht volatil. Umgekehrt wird es kurzfristig zu einem Short-Squeeze und damit steigenden Kurse kommen, wenn der Dow Jones über 11600 der S&P über 1300 und der DAX über 6500 Indexpunkte gehen sollte. Dazwischen findet die Entscheidungschlacht zwischen den Bären und den letzten Bullen. Dabei befinden wir uns seit Jahresbeginn in intakten Bärmärkten, so dass es sich im Falle der Überschreiten der Indexmarken wiederum wie schon im März bis Mai um eine Bärmarktrallye bzw einem markttechnischen Pull back, aber keine Trendwende handeln wird. Von daher ist eine defensive Anlagestrategie (mit viel Cash) weiterhin angebracht, wobei sich gute Trading-Möglichkeiten vor allem beim unterbewerteten russischen Aktienmarkt ergeben. Welche Aktien jetzt ge- oder verkauft werden sollen, können Sie der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

  • Notenbank-Harakiri: wer kontrolliert die Notenbanken?

    Samstag, 19. Juli 2008 00:25:00

    +++Notenbanken zocken bei Fannie Mae und Freddie Mac+++Milliarden-Verlust bei Citibank wird an der Börse als Erfolg gefeiert+++Kurserholung möglich+++Trendwende noch nicht erkennbar+++Moskauer Börse bricht ein+++Ostbörsen mit guten Reboundchancen+++

    In der vergangen Handelswoche standen die Banken wieder einmal im Mittelpunkt der Börsengeschehens. Die Halbierung des Gewinns bei JP Morgan und die 2,5 Mrd. Verlust bei der Citibank wurden bereits als Erfolg gefeiert. Der Verlust von 4,5 Mrd. USD bei Merrill Lynch war erwartet worden. Daher schloss sowohl der DAX im mit einem beachtlichen Plus von 1,78% bei 6382 Indexpunkten und der Dow Jones mit einem Plus von 0,44% bei 11.496 Indexpunkten, während die NASDAQ aufgrund schlechter Zahlen von Google und Microsoft im Minus landete. Auch in der nächsten Woche dürften die Quartalsergbnisse der US-Banken nachhaltig wie Weltbörsen beeinflussen. In der nächsten Woche werden die Zahlen der Bank of America und American Express die Weltbörsen in Atem halten, wobei bei besseren Ergebnisses als erwartet eine Fortsetzung des Short Covering wahrscheinlich ist.

    Während die Schieflage der Banken auch in den nächsten Wochen im Mittelpunkt des Anlegerinteresse stehen, wird die fragwürdige Anlagepolitik der Notenbanken bisher wenig hinterfragt. Dabei haben sich auch die Notebanken bei US-Hypothekenbanken verzockt. So legte die russische Notebank über 100 Mrd. USD ei US-Hypothekenbanken an, dabei 43 Mrd. USD bei Fannie Mae und Freddie Mac. Andere Notenbanken wie vor allem die Notenbank aus China und Japan habe sich sogar Anleihen von Freddie Mac und Fannie Mai im Volumen von 1 Billionen USD ins Depot genommen. Dabei stellt sich die Frage, wer eigentlich die Anlagepolitik der Notenbanken kontrolliert und was passiert, wenn Notenbanken Pleite gehen. Schon die recht fragwürdige Garantieübernahme der FED bei der Übernahme von Bear Stearns durch JP Morgan wirft viele fragen auf. So wird es auch verständlich, dass de US-Notenbank Fannie Mae und Freddie Mac eine um 300 Mrd. USD erweiterte Kreditlinie gewähren, während andere Hypothekenbanken wie die zahlungsunfähige IndyMac unter US-Zwangsverwaltung kommen.

    Nachdem die russischen Notenbank zur Inflationsbekämpfung den Refinanzierungszins auf 11% erhöhte, brachen die Kurse an der Moskauer Börse am Freitag ein. So verlor der Düngemittelhersteller Uralkali durch Gewinnmitnahmen sogar um 12% auf 38 € an Wert. Zuvor verdreifachte sich der Kurs aber seit dem IPO ende 2007.m Aber auch russische Ölwerte wie Lukoil und Rosenft gaben im Kurs um über 4% erheblich nach, nachdem sich der Ölpreis wieder auf 129 USD/Barrel verringert. Des einen Freud ist des anderen Leid: Fallende Ölpreise sind zwar schlecht für russische Ölwerte, beflügeln aber die Weltbörsen. Ich halte nach wie vor eine defensive Anlagestrategie für sinnvoll.

    Falls der DAX aber über 6400 und der S&P über 1300 Indexpunkte geht, könnten sich die Short-Eindeckungen fortsetzen und die Indices nach oben treiben. Bei einem DAX unter 6000 und ein S&P unter 1200 wird sich aber der Salami-Crash fortsetzen und spätestens dann sollte Sie mehr in Liquidität gehen, um die guten Trading-Chancen in der Zukunft nutzen zu können. Welche Aktien jetzt ge- oder verkauft werden sollen, können Sie der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

  • Es ist was im Bush: Crash-Gefahr!?

    Freitag, 11. Juli 2008 23:29:00

    +++Bilanzmanipulationen denkbar+++Konkursgefahr bei Fannie Mae und Freddie Mac+++Iran-Krieg möglich+++Ölpreis im Steigflug+++ US-Dollar bricht ein+++Gewinnwarnungen wahrscheinlich+++brisante Markttechnik+++Ostbörsen im Sog der Westbörsen+++

    Freitag, der 11. Juli 2008, war ein denkwürdiger und vielleicht (rückblickend) „historischer Tag“: der Öl-Preis steigt um 10 USD auf 145 USD/Barrel (im Tageshoch auf 147 USD/Barrel!) vor dem Hintergrund eines drohenden Irankriegs. Die Krisenwährung Gold steigt auffällig stark auf 963 USD/Unze. Das Säbelgerassel zwischen USA/Israel und Iran ist (hinter den Kulissen) lauter geworden. Iran testet demonstrativ schon seine Mittelstreckenraketen, die bis nach Israel reichen können, als Abschreckung und Warnung. Daraufhin bricht auch der US-Dollar auf 1,60 EUR/USD ein. Der DAX unterschreitet die charttechnisch bedeutsame 6200-er Marke und der S&P erreicht auch ein neues Jahrestief mit 1239 Indexpunkten. Der Dow Jones kämpfte schon mit der 11.000-er Marke und befindet sich weiterhin im Sinkflug.

    In den letzten beiden Handelsstunden kam es in den USA aber auch zu einer kräftigen Gegenbewegung, was Hoffnung macht. Dies ist dennoch eine charttechnisch sehr brisante Situation, da weitere Kursverluste in der nächsten Woche durch vorprogrammierte Stop-Loss-Order unter den neuen Tiefstkursen einen Mini-Crash oder die Fortsetzung des Salami-Crashs auslösen können. Der DAX befindet sich bereits 24 Prozent im Minus, was eindeutig ein Bärmarkt ist. Auch die „Vola“ nahm deutlich zu.

    Ich hatte Sie schon vor einigen Wochen rechtzeitig auf die Möglichkeit eines erneuten Salami-Crashs hingewiesen, so dass Sie die gegenwärtige Kursentwicklung nicht überraschen dürfte. Ich hatte auch zur Vorsicht gegenüber den Börsenexperten gemahnt, die behaupteten, dass wir die Tiefstkurse im März schon gesehen hatten. Die lagen allesamt gründlich daneben. Die Banken wagen sich jetzt schon wieder mit Kursprognosen von 7500-8200 (HSH Nordbank) für den DAX bis Jahresende heraus, was ich für sehr gewagt halte. Im Gegenteil: einige Banken werden bis Jahresende nicht überleben können, wenn nicht der Staat oder ein Staatsfonds zur Hilfe kommt. Selbst spanische Anleihen lassen sich im Moment nicht platzieren. Auch Großbritannien steckt ebenso wie die USA mitten in einer Rezession. Weitere Gewinnwarnungen drohen im Banken- und Automobilsektor. Alles andere ist geschönt, wie so manche Bankbilanz. Goldman Sachs ist schon aus dem Internationalen Bankenverband IIF ausgetreten, der eine Lockerung der Bilanzierungsvorschriften fordert.

    Der erneute Kurseinbruch bei vielen Banken in den USA wirft die Frage auf, wann die erste Großbank Pleite gehen wird, denn jetzt entstehen auch erhebliche Verluste im Eigenhandel. Ich persönlich rechne gerade jetzt mit Bilanzmanipulationen und grenzwertige Bilanzierungstricks, um einen sonst zwangläufigen Konkurs wegen Überschuldung zu vermeiden. Dabei sind die beiden Hypothekenbanken Fannie Mai und Freddie Mac, ebenso wie Lehman Brothers sowie einige englische Hypothekenbanken besonders gefährdet. Da die Bilanzen im Moment geschönt sind und sich der faire Werte des Anlagevermögens und der Forderungen weit vom Marktwert entfernt, rechne ich auch mit Klagen von Gläubigern und Aktionären. Bedenken Sie bitte, dass diese beiden halbstaatlichen, aber nicht staatlich gestützten Hypothekenbanken schon 85 bzw. 90% von ihrem Hoch verloren haben. Dahinter stecken aber über 4 Billionen(!) Hyoptheken-Schulden, also die Hälfte des US-Staatschulden. Eine Pleite einer der beiden Hypothekenbanken würde eine Kurslawine auslösen. Dies weiß auch FED-Chef Bernanke, der daher beiden Banken am Freitag anbot, dass sie sich beliebig viel Geld bei der Notenbank zum Diskontsatz leihen können. Ich rechne daher über das Wochenende mit der zweiten großen Rettungsaktion seitens der Notenbank nach Bear Stearns, da die Banken wohl sonst unter die staatliche Zwangsverwaltung kämen und damit so gut wie wertlos werden. Beide Banken waren am Freitag erst 40% im Minus, holten dann intraday wieder kräftig auf, so dass nur noch ein Minus von 3 bzw. 23% verblieb. Eine positive Nachricht bezüglich Fannie Mae und Freddie Mac könnten den Markt am Montag wieder nach oben bringen, wenn dies mit fallenden Ölpreisen einhergeht.

    Ich rechne so oder so in Zukunft mit weiteren Not-Kapitalerhöhungen im Bankensektor. Zumindest werden die Banken weltweit einem weiteren Stresstest unterzogen, den einige kapitalschwache Banken vielleicht nicht überleben werden. Sogar die altehrwürdige UBS ist gefährdet. Laut Goldman Sachs fehlen allein europäischen Banken 60-90 Milliarden Euro an Kapital. Der Abschreibungsbedarf im Banken- und Versicherungssektor wird mittlerweile weltweit auf 1,6 Billionen USD geschätzt, vor kurzem waren es „nur“ 1 Billion USD als Schätzgröße für den Wertberichtigungsbedarf. 400 Mrd. USD wurden bisher erst abgeschrieben. Die CDOs werden mittlerweile neu verpackt, um einen Käufer dafür zu finden. Die Liquidität im Interbankenmarkt ist immer noch sehr eingeschränkt. FED-Chef Bernanke versucht zu beschwichtigen und mach mit weitern Liquiditätsspritzen Hoffnung. Bernanke fordert aber auch eine stärker Kontrolle der Banken durch die Notenbank. Auch der Deutsche Bank–Chef Josef Ackermann versucht immer wieder den Markt zu beruhigen, was aber im Moment nicht viel nützt. Die Citbank Deutschland wurde für 5 Mrd. USD an die Credit Mutel nach Frankreich verkauft, womit die Deutsche Bank wieder einmal das Nachsehen hat. Dieses Geld braucht die Citibank aber auch dringend, um die immer größer werdenden Finanzlöcher stopfen zu können. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige US-Banken demnächst unter staatliche Kontrolle kommen werden so wie die japanischen Banken zu den Krisen-Zeiten in den 90-er Jahren.

    Fazit: Gehen Sie als Anleger in der nächsten Wochen in Cash (oder short), falls es zu neuen Tiefstkursen an der Wall Street kommen sollte, denn dann droht ein nochmaliger Kursrutsch. Cash bleibt King, insbesondere dann, wenn der Öl-Preis aufgrund der Kriegsgefahr im Iran weiter spekulativ steigen sollte. Auch Ostbörsen werden weiterhin durch die Wall Street-Schwäche und Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen werden. Wer schon gemäß meiner Empfehlung in Cash ist, kann demnächst in Ruhe auf „Schnäppchenjagd“ in Osteuropa gehen, denn die Bewertungen werden immer attraktiver, je mehr die Kurse fallen. Besonders russische Rohstoffwerte sind jetzt sehr aussichtsreich und niedrig bewertet. Eine „Oase der Stabilität“ ist im Moment nur Tschechien mit steigenden Kursen beim Versorger CEZ und dem Pharmawert Zentiva. Welche Aktien konkret ge- und welche verkauft werden sollten, können sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-861400-1 (1,86 € /Min.) entnehmen. Crashtage sind Kauftage!

  • Vorsicht: Pleitegeier unterwegs!

    Samstag, 05. Juli 2008 13:30:00

    +++Pleitegefahren im Banken- und Automobilsektor nehmen zu+++Brisante Markttechnik erhöht Absturzgefahr und Panikverkäufe+++Bush-Rehtorik als Früwarnindikator an den Börsen+++Moskauer Börse als „Fels in der Brandung“+++Große Reboundchancen an den Ostbörsen+++

    In den letzten Wochen mehren sich die Gerüchte, dass einige Unternehmen von Welt-Bedeutung in Liquiditätsschwierigkeiten kommen oder gar Pleite gehen könnten. So umkreisen die Pleitegeier Firmen wie Lehman Brothers im Bankensektor und General Motors sowie Chrysler im Automobilssektor. Auch einige Hypothekenfinanzierer in den USA und in Großbritannien sind am Rande der Pleite und können sich nur durch Not-Kapitalerhöhungen, die den Kurs verwässern, retten. Damit unterliegen einige Banken immer noch einem ungewöhnlichen Stresstest, wo selbst die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) jetzt vor einer Pleitewelle warnt. Der Private-Euity-Gegner und Restrukturierungsberater Alix Partners warnt zudem vor einer Pleitewelle von Private Equity-Firmen, die sich zum Teil zu stark fremdfinanziert hatten, um Firmenübernahmen heben zu können. Da es nun aufgrund der Kreditklemme aber Probleme gibt, sich günstig und problemlos Kredite beschaffen zu können, werden einige Private Equity Fonds in Zukunft in die Insolvenz getrieben.

    Falls aber ein Großunternehmen von Bedeutung wie Lehman Brothers oder General Motors keine Kredite mehr bekommt bzw. wenn Kreditlinien gestrichen werden, könnte sich ein Dominoeffekt ergeben, da dann die Kreditgeber selbst in Schwierigkeiten kommen könnten bzw. erhebliche Abschreibungen auf Forderungen hinzunehmen haben. General Motors ist mit 300 Mrd. USD ohnehin viel zu hoch verschuldet. Es lohnt sich jetzt auch ein Blick, wer hier hauptsächlich Kredite gegeben hat und nun still halten muss. Hinzukommen die Pensionsfondsverpflichtungen, wobei sich die Pensionskassen in den letzten Monaten selbst verspekuliert haben könnten. Bis es General Motors gelingt, die Produktpalette auf benzinsparende Kleinautos umzustellen, die im Moment in den USA wie der Smart der Renner sind, wird es Jahre vergehen. Auch will VW mit dem 1-Liter-Auto kommen und damit wen Weltmarkt erobern. Diese kostenaufwendige Produktumstellung können bei den Benzinfressern in den USA nur durch zwischenzeitliche Kapitalerhöhungen finanziert werden, da die Cash Flows im Inland im Moment immer geringer werden. Merrill Lynch hält daher eine Kapitalerhöhung im Volumen von 15 Mrd. US-Dollar bei GM für unumgänglich. Das Kursziel wurde auf 6 USD reduziert. Dies führte in der letzten Woche zu einem Kurseinbruch auf ein Allzeit-Tief von unter 10 USD. Merrill Lynch hält sogar eine Insolvenz bei GM nicht für ausgeschlossen.

    Dies brachte in der vergangenen Wochen auch den S&P-Index unter Druck. Der S&P fiel am Mittwoch auf 1260 Indexpunkte. Wenn diese Marke in der nächsten Woche unterschritten wird, könnten Stopp-loss-Order eine Kurslawine an den Weltbörsen auslösen, da dann neue Jahrestiefstkurse erreicht werden. Beim DAX ist die kritische Marke 6200, die gerade erneut getestet wird. Was bleibt ist die stille Hoffnung auf einen doppelten Boden (beim DAX bei 6200 und beim S&P bei 1260 Indexpunkten). Wenn die 6200-Marke nicht hält, droht ein Absturz auf 5500 Indexpunkte, was dann sicherlich wieder in der Bild-Zeitung auf Seite 1 für Schlagzeilen sorgen dürfte. Das Thema wird dann sein: „Ölpreis-Schock führt zum Crash an den Aktienmärkten!“ Es kann also sprichwörtlich ein heißer Sommer werden. Der Dow Jones und der NASDAQ haben schon neue Tiefstkurse erreicht und damit einen Bärenmarkt bestätigt. Der S&P hängt im Moment noch am „seidenen Faden“ und könnte beim nachhaltigen Unterschreiten von 1250 Indexpunkten sogar einen Mini-Crash an den Weltbörsen auslösen. Einen Mini-Crash bezeichne ich einen Kurseinbruch von 4-7% an einem Tag. Dieser könnte dann auch zu Panikverkäufen an den Emerging Markets und auch beim DAX führen, der wesentlich volatiler reagiert als der S&P, zumal der DAX zu über 50% von ausländischen Investoren beeinflusst ist. Dieser Mini-Crash könnte aber auch in einigen Monaten erst erfolgen, falls sich der S&P jetzt erholen sollte (Pull Back). Allerdings ist die 200-Tageslinie und die Advanced-Decline-Linie fallend, was ein bearishes Zeichen ist. Der Bärmarkt könnte also länger anhalten und größere Ausmaße annehmen als man zuvor befürchtet hat.

    Die Risiken, die zu einem Kurseinbruch führen könnten, sind nicht neu: 1. Ein Öl-Preis von über 150 USD könnte die Weltwirtschaft ins Wanken bringen, die US-Rezessionsgefahr erhöhen, die Inflationsgefahr erhöhen und die Zinsen nach oben treiben (die EZB-Zinserhöhung auf 4,25% bei einem FED-Zinssatz von nur 2% sind ein ersten Warnsignal) 2. Ein Iran-Krieg würde den Öl-Preis zum Explodieren bringen (auch Ölpreise von 200 USD/Barrel wären dann schnell möglich) 3. Die Pleite einer Großbank (wie Lehman Brothers oder großen Hypothekenbanken wie Fannie Mae oder Freddie Mac sowie Anleihenversicherern wie Ambac) oder im Automobilsektor (wie General Motors) konnten gefährliche Dominoeffekte im Finanzsektor zu Folge haben. Die Rating-Agenturen kommen mit Ihren Analysen in der Regel zu spät und sind wenig hilfreich, sich ein Bild über die reale Gefahrensituation zu machen. Da die Auswirkungen beim Schlagendwerden nur eines der oben genannten Risikofaktoren in dieser brisanten Marktsituation verheerend wären und die großen Investmentbanken nicht weitere Abschreibungen gebrauchen können, rechne ich mit einem Einschreiten des „Plunge Protection Teams“ in den USA in den nächsten Wochen, so dass durch Liquiditätszuführung der Notenbanken und geheimen Absprachen von Investmentbanken und ausländischen Investoren der „“Super-Gau“ vermieden wird. Man kann auch nur hoffen, dass die oben genanten Risiken nicht schlagend werden, da ansonsten ein Kurseinbruch sehr wahrscheinlich ist. Auf der anderen Seite sind diese Ängste zum Teil schon eingepreist, so dass, falls sie nicht schlagend werden, es zu Kurserholungen durch ein Short-Squeeze kommen dürfte. Der Korrelation der Aktienkurse zum Ölpreis ist im Moment besonders hoch: Das heißt aber auch eine durchaus mögliche Korrektur beim Ölpreis würde sofort zu steigende Aktienkursen führen. Der Ölpreis ist als ein „Dominanz-Faktor“, der das Börsengeschehen im Moment wesentlich beeinflusst.

    Es handelt sich dabei – und das sollte jeder Anleger wissen - um einen Drahtseilakt oder auch um einen Tanz auf dem Vulkan, der sogar das kapitalistische System, das schon im Januar/März „auf der Kippe“ stand, zum Wanken bringen könnte. Ein Interesse an einen Super-Gau im westlichen Finanzsystem hätten übrigens einige fundamentalistisch dominierte arabische Länder. So könnte ein (auch künstlich provozierter) Iran-Krieg sogar ganz im Sinne der islamischen „Fundis“ sein, da dann der Ölpreis nach oben gepusht wird und Amerika aufgrund der großen Verschuldung an die Grenze der Belastbarkeit kommen könnte. Die im Inland keinesfalls gefestigte Position der Mullah würde durch einen Krieg der Israelis oder Amerikaner nur gestärkt werden. Wenn, dann wird es meiner Meinung nach nur einen Luftangriff geben, also keine Okkupation wie im Irak. Das reicht aber aus, um die oben aufgezeigten Effekte Ölpreisexplosion, Crash) herbeiführen zu können, zumal der Iran dann weltweit mit Terroraktionen drohen würde, was übrigens auch für Deutschland nicht ganz ungefährlich wäre. Angela Merkel sollte sich jetzt genau überlegen, zu welchen EU-Sanktionen gegen den Iran sie sich bereit erklärt und wo die Grenzen der Sanktionen liegen. Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass von der OPEC so oft als Hauptschuldiger für den rasanten Ölpreisanstieg genannten Finanzspekulanten zum großen Teil (auch) aus den Kreisen der Mullah selbst kommen, die auch selbst Finanzspezialisten in ihren Reihen haben, die Milliarden auf den Finanzmärkten bewegen können. So sollen schon vor der Schließung der islamischen Banken wie die Melli-Bank als verschärfte EU-Sanktion über 70 Mrd. USD abgezogen worden sein und auf asiatische/arabische Banken gebucht worden sein. Ich rechne durchaus mit einem – möglicherweise sogar absichtlich von Mullahs und/oder Bush initiierten – Kriegs-Szenario -, allerdings nicht in den nächsten Wochen, aber in den nächsten Monaten, also im Herbst. Auch könnte dies ein Wahlkampfthema in den USA werden, wobei Chaine als Vietnam-Kämpfer Pluspunkte sammeln soll. Der umstritte Atomreaktor soll übrigens im Herbst im Iran offiziell an Netz gehen und dies könnte der Startschuss möglicher Militäraktionen gegen den Iran sein, wobei die Israelis als angeblich Hauptbetroffene des Atom-Programms wohl vorgeschoben werden. Ich halte die Situation jedenfalls für äußerst bedrohlich, zumal die Angst vor einem Iran-Krieg eine größere Negativ-Wirkung hat als die Krieg selbst. Der wichtigste Frühwarn-Indikator für mich ist die Rethorik von Bush in den nächsten Wochen, der schon jetzt mit einer „Verschärfung der Sanktionen“ droht und damit in Wahrheit wohl Krieg als ultima ratio meint. Selbst Obama schwenkt jetzt schon in der Irak-Politik um und will nun einen geordneten und nicht sofortigen Abzug im Irak unter Beachtung der Ratschläge der US-Generäle. Obama und Chaine (=Abgesandter von Bush bzw seinem US-Öl-Clan) gehen jetzt schon auf Stimmenfang. Dies wird auch Auswirkungen auf die Börsen in der zweiten Hälfte dieses Jahres haben.

    Schon jetzt war dies das schlechteste erste Halbjahr an den Weltbörsen mit einer Wertverminderung bei Aktien von über 7 Billionen US-Dollar weltweit. Jetzt hofft man auf die Hilfe der Staatsfonds und von den Milliardären im Ausland, die die notwendige Liquidität bei Kapitalerhöhungen bereitstellen können. Auch russische Oligarchen beteiligen sich im Moment an den Kapitalerhöhungen wie der russischen Oligarch Suleiman Kerimov, der sich schon nennenswert an der Kapitalerhöhung bei Fortis beteiligte und sich auch bei der Deutsche Bank, Credit Suisse und Morgan Stanley einkaufen will. Es ist gut, solche Oligarchen im Boot zu haben, denn damit vermindert sich das Insolvenzrisiko.

    Die Ostbörsen kamen im Juni auch erheblich unter Kursdruck; vor allem die relativ illiquiden Börsen aus Südosteuropa und auch in der Ukraine mussten Kursverluste von 5-10% hinnehmen, so dass sich die Verluste seit Jahresbeginn auf 30-40% summierten. Schlusslicht an den Weltbörsen bleiben die Börsen aus Vietnam und China mit Kursverlusten von jeweils über 50%. Damit sind die Börsenstars der letzen beiden Jahren sehr schnell und sehr brutal entzaubert worden. Hier gab es also schon einen Börsen-Crash, der für mich nicht überraschend kommt, da sich zuvor eine Blasenbildung andeutete.

    Die Moskauer Börse wurde zwar auch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, der RTS-Index befindet sich aber immer noch leicht im Plus, da das Land sehr von den steigenden Ölpreisen profitierte. Auch die Börsen der OPEC-Länder wie Libanon, Katar, Oman, Jordanien, Kuwait befinden sich alle im Plus. Mein Rat lautet weiterhin auf die Länder zu setzen, die von den steigenden Ölpreisen fast ohne eigenes Dazutun profitieren. Ich rechne zwar mit starken Korrekturen beim Ölpreis, aber selbst bei Ölpreisen von über 100 USD/Barrel verdienen diesen Länder so viel, dass sie in der Lage sind sowohl das eigene Land voranzubringen als auch als Kapitalgeber in der Not zur Seite zu stehen.

    Fazit: Gehen Sie beim Unterschreiten von 1250 Indexpunkten beim S&P.Index weiterhin auch an den Ostbörsen vermehrt in Liquidität, um hernach auch die guten Reboundchancen nutzen zu können. Oder gehen Sie selektiv short, am, besten mit DAX-Short-Zertifikaten oder ETFs auf den S&P ohne Hebel, denn Hebel führen schnell bei ungeübten Anlegern zu hohen Verlusten durch die Pull backs (Rebounds), die kommen werden. Vermeiden Sie jetzt illiquide Vehikel und Aktien, da hier die Exitmöglichkeiten nur beschränkt sind. In so unsicheren und volatilen Zeiten bleibt Cash King und hier bekommt der Anleger schon 4-5% bei Tagesgeld. Gut gefallen mir die Länder Russland, Kasachstan, Tschechien und Slowakei, die schon jetzt relativ outperformen konnten. Osteuropäische Länder, die unter den hohen Öl-/Gaspreisen durch Erhöhung der Leistungsbilanzdefizite besonders leiden (wie Ukraine, Südosteuropäische Länder und Länder des Baltikums sollten im Moment – auch aufgrund de Inflationsgefahr – gemieden werden. In der zweiten Jahreshälfte dürften aber auch Rumänien und Serbien gute Reboundchancen haben. Welche Aktien konkret kurzfristig ge- oder verkauft werden sollten, können Sie der Ostbörsen-Hotline 09001-861400-1 (1,86 €/Min) entnehmen.

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