Ostbörsen im Fokus (siehe auch www.eaststock.de)

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Interview- und Termin-Hinweise

Andreas Männicke wurde am 4. September 2017 von Börsen Radio Network über die neuen Chancen an den Börsen in Osteuropa befragt.

Andreas Männicke wurde am 19. Juli 2017 von Börsen Radio Networks über die neuen Outperformance-Chancen in Osteuropa, aber auch die Russsland-Connection von Trump befragt.

Andreas Männicke wurde am 7. Juni 2017 in Börsen Radio Networks über die mutmaßlichen russischen Hackerattacken in den USA und in Katar und die Auswikungen auf die russische Börse befragt.

Andreas Männicke wird anläßlich der OPEC-Konferenz am 24. Mai 2017 um 18.15 Uhr in N24 über Russland befragt.

Andreas Männicke wurde am 17. Mai 2017 zusammen mit Kemal Bagci von der BNP Paribas von Friedhelm Tilgen in NT/Telebörse über die Chancen von Rohstoffen und Rohstoffaktien in Russland befragt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Intreviews" abrufen.

Andreas Männicke wurde am 18. Mai 2017 von Antje Erhard im Aktionärs TV über die Outperformer in Osteuropa befragt. Sie können sich das Inteview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Interviews" runtreladen.

Andreas Männicke wurde am 19. April 2017 von Börsen Radio Networks über die Auswirkungen der geopolitshchen Risiken auf Osteuropa befragt.

Andreas Männicke wurde vom Businessinsider am 31. März 2017 über die Chancen in Russland und in Osteuropa befragt.

Ab Oktober 2013 können Sie unter Eingabe von "EastStockTV" bei www.youtube.de die aktuellen Kommentare von Andreas Männicke zu den Aussichten an den Welt- und Ostbörsen kostenlos abrufen. Abonnieren Sie einfach den Kanal bei www.youtube.de.

Ab Mai 2014 können mit Herrn Männicke über www.go.guidants.com auch interaktiv in Kontakt treten und Fragen zu den Ostbörsen stellen.

Verpassen Sie die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen Sie jetzt den monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Ein Probe-Abo (3 Ausgaben kosten nur 15 €). Die beiden Muster-Depots erzielten seit Februar 2009 eine Performance von über 320% im Muster-Depot 1 (konservativer Osteuropa-Basket) bzw. über 350% im Muster-Depot 2 (spekulativer Osteuropa-Basket, das sind über 40% p.a. seit 2009. In den neuen Muster-Depots ab 2015 wude eine Performance von über 130% bzw über 80% erzielt. Das neue "goldige" Muster-Depot erreichte immerhin ein Plus von 66% ab 2016.

Im neuen monatlich ercheinenden Börsenbrief THE BIG PICTURE werden die globalen Anlagestrategien für Aktien-Indices, Rohstoffe und Währungen besprochen. Auch hier kostet ein Probe-Abo (3 Ausgaben per E-mail) nur 15 €.

Zudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Wer rettet Amerika?

    Freitag, 26. September 2008 23:58:00

    Sodom und Gomorra im US-Finanzsektor: Just an dem Tag, wo das US-Rettungsprogramm über 700 Mrd. USD vom US-Senat verabschiedet werden sollte, ging die größte amerikanische Bausparkasse Washington Mutal in die Insolvenz. Dies hatte sich allerdings einige Tage schon zuvor angedeutet, da Washington Mutal händeringend nach Kapital bei US-Beteiligungsgesellschaften suchte; aber keiner wollte so richtig helfend anbeißen wie schon zuvor bei Lehman Brothers.

    Seit dem 15. September wurden aber über 16 Mrd. USD abgezogen und es entstanden lange Schlangen von Kunden, die ihr Geld abziehen wollten. Die drittgrößte Bank der USA mit über 2400 Filialen hat Einlagen in Höhe von 188 Mrd. USD und Vermögenswerte von rund 307 Mrd. USD. Da die Bank ihren kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte, schloss die Aufsichtsbehörde OTS die Bank über Nacht am 25. September. Teile des Instituts wurden für 1,9 Mrd. USD in einem Notverkauf an JP Morgan verkauft, die schon Bear Stearns zuvor für „Peanuts“ erwarb.

    Damit wurde nach AIG und Lehman Brothers nun schon die Dritte große Schieflage in den USA in wenigen Tagen in Folge gemeldet. Der nächste Pleitekandidat ist nun die viergrößte US-Bank Wachovia, die jetzt angeblich von der Citibank in einem Notverkauf aufgesaugt werden soll. Der Kurs der Bank Wachovia brach am Freitag schon um 40% ein. Das Bankensterben geht somit wie von mir erwartet und vorausgesagt weiter. Man kann dem deutschen Finanzminister Steinbrück nur zustimmen, dass es sich dabei um ein „Erdbeben in der internationalen Finanzarchitektur“ handelt und dass die „Wall Street nicht mehr das war, was sie einmal war“. Ob das Verbieten von Leerverkäufen das probate Mittel sind, der Krise Herr zu werden, wage ich zu bezweifeln. In China wird übrigens gerade jetzt neu der Leerverkauf erlaubt, um die Börse Shanghai attraktiver zu machen. Auch die leidige Diskussion um Managergehälter trifft nicht den Kern des Problems. Es war sicherlich ein Fehler von US-Finanzminister Paulson, Lehmann Brothers nicht zu retten, denn der Kollateralschaden für die US-Wirtschaft, vor allem für die US-Steuerzahler, und die ganze Welt ist zu groß.

    Auch Bush ist unglaubwürdig, wenn er einen Monat zuvor noch die „Effizienz der Märkte“ lobt und nun warnt, dass die USA unmittelbar vor einer Rezession und Massenarbeitslosigkeit, also vor einem Desaster, steht, wenn sein 700 Mrd. Rettungsplan nicht durchkommt. Das BSP-Wachstum in den USA wurde übrigens für das 2Q08 von 3,3 auf 2,8% nach unten korrigiert. Auf das BSP-Wachstum im 3Q08 – ohne Steuergeschenke und Notkonjunkturprogramm - darf man gespannt sein. Es wird Zeit, dass Bush abtritt, damit er nicht noch schnell einen Grund für einen Iran-Krieg sucht und findet, um von den internen Problemen abzulenken. Ob die Nachfolger den großen finanziellen und wirtschaftlichen Herausforderungen der USA gerecht werden können, wage ich auch zu bezweifeln, wobei Obama sicherlich die bessere Lösung für die USA und Welt wäre. Wirtschaftskompetenz und Krisenmanagement sind aber nicht gerade die Stärken von Obama.

    Möglicherweise steht den USA aber das Schlimmste so oder so noch bevor, nämlich dann, wenn die USA aufgrund von vermehrten Privat-Insolvenzen in eine Konsumenten-Krise in diesem Jahr zu Weinachten oder im nächsten Jahr kommen sollte. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bürger und Unternehmen in den USA keine neuen Kreditlinien mehr bekommen. Deswegen hat General Motors auch schnell „vor Toresschluss“ seine Kreditlinie mit 4,5 Mrd. USD voll ausgeschöpft. General Motors hat in den letzten beiden Jahre schon über 40 Mrd. USD versenkt, was eines der größten Verluste in der US-Unternehmensgeschichte ist. Was GM in 2 Jahren schaffte, gelang auch UBS in diesem Jahr. Wenn aber GM Pleite gehen würde, hat die USA ein Problem, vom dem sie sich nicht so schnell erholen könnte, denn das Anleihenvolumen beträgt über 300 Mrd. USD. Die Anleihen befinden sich bereits im Keller auf Fast-Pleite-Niveau wie übrigens es weltweit einen Unternehmensanleihen-Crash letzte Woche gegeben hat. Aber die ganze Welt wird wohl nicht Pleite gehen, oder?

    Es kann aber zu einer Kreditklemme in den USA kommen. Die chinesische Bankenregulierungsbehörde CRBC hat jetzt schon allen chinesischen Kreditinstituten untersagt, amerikanischen Banken Kredite zu geben bzw. Anleihen zu zeichnen. Sieben chinesische Banken sind bei Lehman Brothers mit 721 Mio. USD engagiert, was aber noch gut verkraftbar ist. Auch die Mrd-Kredite des deutschen Genossenschaftssektor und der Landesbanken sind verkraftbar. Auf der anderen Seite kaufen sich Chinesen jetzt günstig in den USA ein und sind auf einmal willkommen Investoren.

    Wenn es nun noch zu einem allgemeinen „Bankenrun“ in den USA kommen sollte wie zuletzt bei Washington Mutual oder der East Asia Bank in Asien, dann ist wahrlich nichts mehr in den USA zu retten. Schon jetzt darf man aber die Frage stellen: wer rettet die USA in Zukunft. In jedem Fall müssen China, Japan und Saudi-Arabien US-Anleihen weiterhin großvolumig aufkaufen, damit die USA nicht Pleite geht. Desweiteren darf ich die provokative Frage stellen? Brauchen wir überhaupt noch Banken? In der arabischen Welt werden in der Regel nur neue Investitionen aus zuvor verdienten Cash finanziert. Sicherlich brauchen Innovationen und Neugründungen Kapital, aber es gibt mittlerweile genug Unternehmen und Privatpersonen, die wie Banken fungieren und potente Geldgeber unter bestimmten Konditionen sind. Man mag sich nur einmal in den Trump Tower in New York begeben, wo der Quadratmeter immer noch 12.000 USD kostet (ebenso wie in zentralen Lagen in Moskau) und wo die Manager mit dem Hubschrauber zum Arbeitsplatz in Manhatten geflogen werden, dann weiß man, dass noch genug Geld auch in den USA vorhanden ist.

    Eines der Kernprobleme von Ländern, Unternehmen und Privatpersonen ist die Tatsache, dass sie über ihre Verhältnisse leben und schon das ausgeben, was sie in Zukunft gar nicht verdienen können. Hier muss es irgendwann zum Knall kommen und dies deutet sich in den USA in vielen Bereichen an. So macht der Börsen-Guru Mark Faber deutlich, dass 700 Mrd. USD nicht ausreichen werden, um die US-Finanzkrise zu verhindern. Er meint sogar, dass 5 Billionen USD notwendig sind, um die USA zu retten. Nach dem Subprime-Problem kommt jetzt das CDO-Problem, das zu bewältigen ist. Auf der anderen Seite gibt es in der Tat Licht am Ende des Tunnels und es nicht der entgegenkommende Zug.

    Die zweite Gewinnwarnung von General Electric um 2 Mrd. USD vor allem aufgrund von Schieflagen im Finanzsektor bestätigt zwar, dass es mit der US-Finanzwirtschaft abwärts geht: es bestätigt aber auch, in Teilbereichen immer noch viel Geld verdient wird - auch bei GE und zwar 20 Mrd. USD!. Zudem will GE ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 15 Mrd. USD demnächst starten, was ein gutes Zeichen ist. Ebenso wie Siemens ist GE einer der größten Banken der Welt schon durch die enorme Liquidität, die vorhanden ist und angelegt wird, demnächst in eigenen Aktien. Der Aktienkurs brach dennoch von 28 auf 24 USD ein, was zeigt wie nervös die Anleger sind. Die USA könnte zwar im nächsten Jahr aufgrund der hohen Verschuldung im Falle einer Rezession in eine noch nie dagewesen Schieflage kommen und die Weltmarktführung als Industrienation schneller verlieren, als ihnen lieb ist; dafür kommen aber immer mehr Emerging Market-Kapitalisten nach vorne, die die Gunst der Stunde nutzen und beherzt zugreifen. Der Dow Jones Industrial Index stieg im Vorgriff auf das US-Rettungsprogramm am Freitag um 121 bzw. 1,1% auf 11.143 Indexpunkte. Auch die Anleger in Russland scheinen im Moment wenig zu differenzieren und verkaufen auch die Aktien von den Unternehmen, die in diesem Jahr neue Rekordgewinne melden werden. Auf diese Weise wird es eine Reihe von Schnäppchenkursen geben. Auch russische Blue Chips kündigen jetzt reihenweise Aktienrückkaufprogramme an.

    Die Deutsche Bahn AG will trotz der Finanzkrise am 27. Oktober an die Börse gehen, was sicherlich sehr mutig ist. Die russische Bahn hat schon angedeutet, dass sie sich mit 5% an der Deutschen Bahn AG beteiligen will. Dabei wächst der Logistiksektor in Russland noch wesentlich dynamischer als in Deutschland wie schon das IPO in diesem Jahr von Globaltrans, dem größten privaten Bahnfrachtunternehmen Russlands mit einem Umsatzwachstum von 30-40% zeigte. Auch der deutsche Maschinenbauwert Gildemeister wird von einem russischen Großinvestor umworben, der angeblich 42 € pro Aktie zahlen will. Des einen Freud, des anderen Leid. Die Reichen aus China, Indien und Russland gehen jetzt auf Schnäppchenjagd. Tun sie es auch, aber bitte nur mit “Abstauberlimits“, denn Russland ist jetzt der preiswerteste Emerging Market der Welt mit einem KGV von 4-6. Aufgrund der hohen „Vola“ bestehen jetzt gute Trading-Chancen auch im Hinblick auf eine mögliche Rallye zum Jahresende. Welche Aktien Sie jetzt kaufen oder verkaufen wollen, können Sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.) entnehmen.

    Hinweis: Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East“ wird am 12. November 2008 um 17.30 Uhr in Frankfurt/M stattfinden. Referenten sind die beiden Ostbörsenexperten Stefan Laxhuber und Andreas Männicke. Melden Sie sich rechtzeitig an bei der ESI GmbH, Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Fax: 040/6570884, E-Mail: info@eaststock.de

  • Bad Bank = Good news?

    Sonntag, 21. September 2008 16:51:00

    Was war das für eine Woche! Das vom US-Finanzminister Poulsen angekündigte Rettungsprogamm mit einem geschätzten Volumen von 700 Mrd. USD führte am 19. September zu einer in diesen Ausmaß äußerst seltenen Kaufpanik an allen Weltbörsen, insbesondere aber an der Moskauer Börse. Dabei drohte ohne diese geradezu abenteuerlichen Maßnahmen ein Absturz mit dramatischen Folgen für die Finanzwirtschaft weltweit. Was in der letzten Woche passiert war, ist schon einzigartig und in seiner Tragweite nach wie vor bedeutungsvoll.

    Da musste zunächst die fünftgrößte Investmentbank der USA Lehman Brothers Chapter 11 anmelden, was überraschte, da zuvor Bear Stearns von JP Morgan durch flankierende Garantien der Notenbank übernommen wurde. Die off-shore-Verbindlichkeietn, waren mit über 80 Mrd. USD aber so groß und unüberschaubar, dass es die Bank of America und Barclays nicht wagten, Lehmann Brothers aufzukaufen. Jetzt könne sich Barclays und die Bank of America die Filetstücke von Lehman Brothers zu Spottpreisen unter den Nagel reißen. Diese Nachricht war dann die erste Schockwelle für die Weltbörsen, denn es wurde klar, dass auch Großbanken, in diesem Fall Investmentbanken, in die Insolvenz kommen, wenn Kreditlinien gekürzt werden bzw. die Anschlussfinanzierung nicht klappt. Auch englische Hypothekenfinanzierer und Bausparkassen gerieten in Not, zumal sich die Risikoprämien für die Versicherung von Anleihen enorm erhöhten. Fannie Mae und Freddie Mac wurden zuvor verstaatlicht, weil sie 5 Billionen USD an Anleihen in den Bücher haben – too big to fail!. Merrill Lynch wurde von der Bank of America für 50 Mrd. USD geschluckt, was sicherlich ein gutes Geschäft für die Bank of America wird.

    Dann wurde die größte Verscherung der USA AIG in einer Rettungsaktion von der Notenbank übernommen, wobei AIG zudem einen Kredit in Höhe von 85 Mrd. USD gewährt wurden. Auch dies ist in der Nachkriegsgeschichte ein einmaliger Vorgang, der die ganze Dramatik im Finanzsektor aufzeigt. Das wäre genauso als ob die EZB Allianz wegen Insolvenz übernehmen würde. Soddom und Gemorrha in der Finanzwelt! Wo waren zuvor die SEC, wo waren zuvor die Rating-Agenturen (mit katastrophalen Fehleinschätzunegn der Ratings von Kreditderiavten)? Wo waren die Aufsichtsräte von Lehman Brothers & Co? Wo waren die Risikomanager im Unternehmen? Der Ruf nach mehr Transparenz und Risikokontrolle im weltweiten Finanzsystem ist nicht neu, aber jetzt scheint auch die letzte, leichtgläubigen „Liberale“ wohl nicht mehr daran zu zweifeln, zumal das gesamte globale Finanzsystem einem Stresstest unterzogen wird, #der in dieser Form einzigartig in der Nachkriegszeit ist. Ich war wie Sie wissen einer der wenigen, die genau auf diese Gefahren in meinem Kolumnen und auch im Strategieteil des Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS immer wieder hingewiesen habe und ich hatte daher rechtzeitig schon zu Jahresbeginn und dann noch einmal im Juni eindringlich empfohlen in Cash zu gehen, um sich das ganze von der Seite anzuschauen.

    Schließlich gab es am 18. September Gerüchte, dass auch Morgan Stanley trotz guter Quartalsergebnisse mit über 1 Mrd. USD Gewinn in Schwierigkeiten sei. Der Aktienkurs brach angeblich durch Leeverkäufe um über 20% ein und überall auf der Welt machte sich am 18. September Verkaufspanik breit bis das Gerücht im Handelsverlauf auftauchte, dass Poulsen zu einem „Rundumschlag“ ansetzen wird, um den Finanzkollaps zu verhindern. Hier schien etwas schon vorher durchgesickert zu sein, denn am Folgetag kam Bush und der Finanzminister Poulsen tatsächlich mit einem vorher nie dagewesenen Rettungsplan heraus.

    Obwohl das Rettungsprogramm zunächst nicht im Detail bekannt gegbeen wurde, so war die Ausrichtung doch klar: Leerverkäufe (Short Selling) wurde untersagt und fast alle Kreditderivate (CDO etc) für die es im Moment keinen Markt gibt, sollen in einen US-Staatsfonds überführt werden, womit den amerikanischen Großbanken wohl eine mögliche Pleitewelle erspart bleibt. Damit haftet jetzt also der amerikanische Steuerzahler für die Fehler von Bankmanagern. Für die liberalen Marktwirtschaftler bedeutet das einen Dolchstoss in den Rücken: Marktwirschaft adé in den USA oder auch jetzt eher „USSR“ (United States of Socialistic Republic)!

    Schon vorher waren einige Systemfehler erkennbar: wer zu groß ist (wie Fannie Mae, Freddie Mac oder AIG), durfte nicht Pleite gehen, da es sonst sofort zu einem weltweiten Finanzkollaps kommen würde. So kann aber eine Marktbereinigung im marktwirtschaftlichen Sine nicht stattfinden. Da werden einfach kurzer Hand schlechte Kredite „sozialisiert“, um das Bankensystem weltweit zu retten. Flankierend pumpten die Notenbanken 180 Mrd. USD in einer Art konzertierten Aktion in den Markt, damit die Banken weltweit nach etwas mehr Luft schnappen können, was für die Banken von Bedeutung war, denen offensichtlich die Puste ausging. Das Hauptproblem war die Anschlussfinanzierung von Krediten und die Begleichung von kurzfristigen Krediten im Interbankenmarkt, da keine Bank mehr der andern trauen konnte. Zudem wurde einige selbst geschaffene Produkte (wie CDO) quasi wertlos, weil es dafür keinen Markt mehr gab. Auch für hochverschuldete Unternehmen ist die Situation sehr kritisch und sie kann noch kritischer werden wenn die jeweiligen Länder realiter in eine Rezession kommen.

    Auch der russische Finanzminister Kudrin veranlasste eine Liquiditätsspritze von 500 Mrd. Rubel (14 Mrd. €),, um eine Pleitewelle im russischen Bankenmarkt zu verhindern. Zuvor kam es zu Liquiditätsengpässen bei der KIT Finance, die immerhin die zweitgrößte Investmentbank und 30-igst größte Bank Russlands war und nun von Gazprom übernommen wurde. Zuvor wurden große Akteinpakete am 17. und 18. September unlimitiert auf den Markt geschmissen, was zu zu einem Crash an der Moskauer Börse führte. Die Kursverluste betrug bei einzelnen Blue Chip über 30% am Tag wie bei Rostelekom und Evraz Group ohne dass dies fundamentale Gründe hatte. Daher wurde der Handel am 18. September in Moskau ausgesetzt, wobei die ADR in London und an deutschen Börsen weitergehandelt wurden und am 18. September sogar in Plus drehten. Der Handel wurde auch ausgesetzt, damit die Rettungsmaßnahmen der Regierung erst greifen und auch bei den nervösen Börsianern ankommen. Zu den Rettungsmaßnahmen zählte auch drastische Verringerung der Ölexportabgaben, womit die Ölaktien 5,5 Mrd. USD bis Jahresende sparen können.

    Am 19. September wurde der Handel wieder ausgesetzt, diesmal aber wegen der entstandenen Kaufpanik an der Moskauer Börse, denn die Kurse stiegen schon in den ersten Handelstunden um über 20%. Nachdem aber auch die Wall Street eine bemerkenswerte Rallye von etwa 4% am Freitag hinlegte (=S&P-Index +48 Punkte auf 1255 Indexpunkte!) und der DAX sogar um 5,56% auf 6189 Indexpunkte stieg, dürfte sich die Rallye am Montag ein wenig fortsetzen. Dann aber wird sich der Analyst und Anleger fragen, wie nachhaltig diese Rettungsaktionen sind und ob sich dadurch auch das wirtschaftliche Umfeld bessert. Schließlich rechnet man sowohl in de USA als auch ín vielen europäische Ländern mit einem Wirtschaftsabschwung im nächsten Jahr und demzufolge mit einer schlechteren Gewinnentwicklung als in diesem Jahr.

    Zudem dürfte demnächst von Markt die Verschuldung in den USA hinterfragt werden, denn faktisch erhöht sich dieses Jahr das Haushaltbilanzdefizit auf 1 Billion USD, wenn tatsächlich 700 Mrd. an Bankschulden übernommen werden. Sicherlich wird dieser Posten nicht im US-Haushalt erscheinen, sondern als Staatsfonds ausgegliedert werden. Dann macht die US-Regierung aber auch nichts anderes als die kühnen Bankmanager, die Mrd. von Schulden über off-shore Tochtergesellschaften versteckten und in die ganze Welt als CDO weiter verkauften. Poulsen sollte also den amerikanischen Wählern und Steuerzahlen die Augen öffnen und die Wahrheit sagen, nämlich die Tatsache, dass sich der US-Bürger über Nacht mit weiteren 2300 USD verschuldet hat. Die Welt ist also nach dieser Hau-Ruck-Rettungsaktion keineswegs wieder in Ordnung. Die Probleme werden von den Banken auf den Staat verlagert und ich kann nur hoffen, dass die USA den Stresstest in der Zukunft aushält. In der Haut von Obama oder McCaine möchte ich jetzt wahrlich nicht sein, denn einer von beiden muss die US-Schulden der Vergangenheit ab dem 4. November ausbaden, genau wie der US-Staatsbürger selbst.

    Beachten Sie bitte auch, was in Pakistan (Bombenanschlag auf das von Ausländen bewohnen Hotels Marriot) und Jemen (Bombenanschlag# auf die USA-Botschaft) im Moment passiert. Ich kann nur hoffen, dass sich die extremen Dschihad-Islamisten nicht jetzt „warmschiessen“ und bei oder nach der Wahl auch in den USA (oder Deutschland) „vor Ort“ vorstellig werden. Wenn sich diese Szenarien noch einmal in den USA abspielen sollten, weiß ich nicht, ob das „Plunge Protection Team“ dann noch etwas retten kann. Demnächst soll das Kernkraftwerk im Iran eingeschaltet werden. Hoffentlich will Bush nicht durch einen Iran-Krieg von den internen Problemen ablenken, was auch Bestandteil des McCaine-Wahlkampfes werden könnte. Wie gesagt: nichts ist unmöglich!

    Die Frage der Zukunft wird sein, wie solide US-Staatsanleihen in Anbetracht einer solch dramatischen Schuldenanhäufung noch sind. Wenn nun noch die USA in eine Rezession kommen sollte, gibt für die Amerikaner nichts mehr zu verteilen und auch eine Steuerleichterung wird schwer umsetzbar sein, da Kommunen und Gemeinde in den USA reiheweise Pleite gehen könnten. Für mich sind „bad banks“ also keine „good news“ für die Zukunft, obwohl auch die Weltbörsen diese Nachricht zunächst mit großer Erleichterung und Panikkäufen honorierten. Sicherlich war das „schwedische Modell“ ein Erfolg, wo ach Bankschulden sozialisiert wurden. Keiner kann aber sagen, wie sich diese drastischen Verstaatlichungs-Zwangsmaßnahmen auf die USA auswirken, denn die Amerikaner werden durch Lobbyarbeit nicht zulassen, dass 80% der Einnahmen weggesteuert werden. Von effizienten Märkten kann jedenfalls in dem Musterland des Kapitalismus USA im Moment wahrlich keine Rede sein, eher von künstlich manipulieren Märkten - auch daran müssen sich die Anleger erst einmal gewöhnen. Jedenfalls kann man wie am 11. September 2001 nun am 19. September 2008 auch behaupten: Die Wall Street ist nicht mehr das, was sie einmal war: Die Bühne der Traumverwirklichung wird zur Bühne der Alptraumverwirklichung! Auch die KfW zeigte mit der 300 Mio. Überweisung an Lehman Brothers kurz vor Toreschluss, wozu Staatsbehörden bzw Staatsbeamte in der Lage sind, wenn sie nicht richtig kontrolliert werden. Das Gleiche trifft für die deutschen Landesbanken zu, die nun weitere Schieflagen in Mrd-Höhe durch die Lehman Brothers (fast) Pleite hinnehmen müssen.

    Auch erinnern mich die Maßnahmen ein wenig an Japan, wo auch schlechte Kredite von Bankpleitekandidaten vom Staat übernommen wurden. Die Konsequenzen war eine 20 jährige Baisse an den Aktienmärkte mit nur kurzen Aufwärtsbewegungen zwischendurch und Zinsen um 0 bis 0,5%%. Der Nikkei-Index fiel von 40.000 auf 7.000 Indexpunkte von 1990 bis 2003. Auch jetzt brach der Nikkei-Index seit Oktober 2007 bis jetzt von über 17.000 auf unter 12.000 Indexpunkte ein. Wir wollen alle hoffen, dass den USA nicht eine ähnliche Entwicklung bevorsteht. Das Augenmerk der Anleger sollte aber jetzt mehr denn je auf die Verschuldungssituation in den USA gelegt werden. Da die USA keine Exportmacht sind, wird es schwer werden, die Schulden wieder aus eigener Kraft zurückzubezahlen. Und es wird unmöglich werden, wenn die USA in eine schwere Rezession oder zumindest in eine Stagflation in 2009 kommen sollte. Dann wäre der letzte Schritt nur eine Währungsreform, die früher oder später auch kommen muss. Nichts ist jetzt mehr unmöglich.

    Schon was bis jetzt passiert war, sprengt wohl die Vorstellungskraft der leichtgläubigen „Neoliberalen“, aber sie ist jetzt Realität. Die Verschuldungssituation ist in Russland durch die hohen Öleinnahmen übrigens längst nicht so dramatisch wie in den USA, zumal sich dort die Konsumnet auch übermaßen verschuldet haben du nun allmählich entschulden müssen, was einen Sparvorgang voraussetzt.. Das Gespenst eines weltweiten „Credit Crunch“ (Kreditklemme) ist mit der Rettungsaktion am 19. September jedenfalls noch nicht aus der Welt, aber ohne diese Aktion hätte es wohl am 19. September an der Wall Street einen Crash gegeben, der sogar zu einem Systemkollaps hätte führen können. Zum Glück sind wir von einem Bankenrun noch weit entfernt, aber der deutsche Einlagensicherungsfonds muss nun dringend nach der Lehman-Fast-Pleite aufgefüllt werden. Auch Basel II (also verschärfte Eigenkapitalerfordernisse bei Banken) und verschärfte Risikokontrollen dürfte jetzt weltweit mehr denn je ein Thema werden, womit Eigenkapitalrenditen von 25% wie sie Josef Ackermann immer für die Deutsche Bank in Aussicht stellte, schwer zu erreichen sind. Dennoch rechne ich jetzt mit starken Rebounds vor allem bei Banktiteln.

    Der russische Staat ist so gut wie schuldenfrei und hat mit über 500 Mrd. USD Währungsreserven du hohen Haushaltsbilanzüberschüssen jetzt viel mehr Möglichkeiten als die USA, die mit dem Rücken zur Wand stehen. Der Ölpreis hat sich übrigens am 19. September schon wieder auf 100 USD/Barrel erholt, was die russische Finanzkraft insgesamt stärkt. Russland ist aber durch die unzureichenden Modernisierungsinvestitonen und geringen Innovationskraft sehr verwundbar, falls der Ölpreis drastisch (unter 70 USD/Barrel) fallen sollte. Sicherlich haben sich die russischen Banken mit über 100 Mrd. USD und auch einige Staatsbetrieb ein wenig zu hoch in Fremdwährung verschuldet, wobei es auch hier Probleme bei der Anschlussfinanzierung kommen könnte. Ich bin aber überzeugt davon, dass Russland den Stresstest mittelfristig besser überstehen wird als die USA, wo die Selbstheilungskräfte (und Selbstkontrollen) versagten und nun eine Art Zwangsverwaltungswirtschaft (vorübergehend) in den USA entsteht.

    Insofern ist auch wenig begreiflich, dass de Moskauer Börse um 60% eingebrochen ist, während es in den USA noch keinen Crash gab, weil das „Plunge Protection Team“ dies bisher erfolgreich (auch mit dieser drastischen Maßnahme der neuen „bad bank“) verhindern konnte. Es wird aber demnächst neue Bittsteller in den USA geben, zunächst einmal General Motors und Ford mit einem 50 Mrd.-USD-Scheck zur Insolvenzvermeidung. Die Kurse an der Wall Street dürften wohl noch ein wenig weiter haussieren, bis sich jeder die Frage stellt: „Wer soll das (alles) bezahlen, wer hat soviel Geld..?“ Dies hat nichts mit Schwarzmalen zu tun, sondern den Realitäten ins Auge sehen.

    Börse paradox: Dieses Jahr wird für viele russische Unternehmen im Öl/Gas-, Stahl/Kohle-, Konsum, Telekom-, Medien, Internet, Logistik-, Automobilsektor ein neues Rekorderergebnis hervorbringen. Die Bewertungen sind trotz des Kurssprungs am Freitag immer noch sehr günstig mit einem Durchschnitts-KGV von 6. Neben den Maßnahem zur Rettung zur Stabilisierung des russischen Finanz- und Bankensystems müssen nun aber auch Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation kommen, was nicht gut zusammenpasst. Ich bin gespannt, ob Putin diesen Spagat schafft. Durch Judo sind seine Beine aber sehr gelenkig während ich McCaine einen solchen Spagat (pardon, auch altersbedingt) nicht zutraue! Zudem müssen die Spannungen mit der EU und der NATO nach dem Abzug der Truppen aus Georgien abgebaut werden, damit die Kapitalflucht vermindert wird und auch das Ausland weiter Vertrauen in den russischen Kapitalmarkt bekommt. Schließlich sollte das Angebot der EU einer“ Modernisierungspartnerschaft“ mit Russland konstruktiv angegangen werden, weil es enorme Zukunftschancen für beide Länder bedeutet. Falls sich Russland aber auf den Weg der Isolation und Putin nur seine Muskeln spielen lässt begibt, dürfte sich die Kursrallye auch an der Moskauer Börse wiederum als Strohfeuer erweisen. In der Schweiz werden übrigens jetzt verstärkt Steuersünder von deutschen Grenzbeamten durch „Bargeld-Kontrollen“ gesucht. Die EU und die USA werden sich allmählich auf die Schweiz (auch Schweizer Großbanken wie UBS) „einschießen“, weil sie dringend Geld für Steuerausfälle benötigen, was auch das Titelthema der „Wirtschaftswoche“ ist. Wenn hier die einmal die russischen Geheimdienste suchen würden, werden sie über 200 Mrd. USD finden!

    Erst informieren, dann investieren

    Wer sich über die neuen Investmentchancen in Russland näher informieren möchte, kann dies bei dem nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance!“ am 12. November in Franfurt/M. Referent ist neben Andreas Männicke der Ostbörsenexperte Stefan Laxhuber, der bei geplanten neuen Osteuropafonds seine Investmentschwerpunkte in Südosteuropa und in den GUS-Republiken hat, was sicherlich eine interessante Mischung für das „smart money“ ist. Anmeldung und Infos bei der ESI East Stock Informationsdienste GmbH, Jüthornstr. 88, 22,043 Hamburg, Tel: 040/6570883, E-Mail Info@eaststock.de. Regelmäßige Informationen über die Ostmärkte sind auch kostenlos abrufbar unter www.anderas-maenicke de (kostenloser Newsletter) sowie kostenpflichtig bei dem monatlichen Newsletter EAST STOCK TRENDS (www.esi.andreas-maennicke.de). Aktuelle Markteinschätzungen bekommt der Anleger unter der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.). Ein aktuelles Interview über Russland mit Andreas Männicke im DAF ist jetzt bei der Rubrik Q&A Global abrufbar unter www.anleger-fernsehen.de und ein Interview über Russland/Balkan kann angesehen werden unter www.3sat.de/boerse unter Mediathek.

  • Crash in Moskau: Margin Call!

    Freitag, 19. September 2008 13:29:00

    Moskau vom Top-Performer zum Top-Loser
    An der Moskauer Börse wurde der Handel ausgesetzt, nachdem es in den Tagen zuvor zu dramatischen Kursverlusten bei den russischen Blue Chips gab. Nachdem schon zuvor die Kurse an der Moskauer Börse durch den Georgien-Krieg und auch dem fallenden Ölpreis sowie der Putin-Attacke gegen den Stahlkonzern Mechel unter der Druck kamen, brachen am 18. September auch die bis dahin stabile Aktie von Rostelecom um 35% ein. Normalerweise sind auch solche Kursverluste bei einem Titel kein Problem für die Börse und auch kein Grund, den Handel auszusetzen. Der letzte Stand des RTS-Index war vor Handelsaussetzung am 17. September 1058-Indexpunkte, was ein Minus von 53,8% seit Jahresbeginn bedeutet. Im Mai 2008 zählte die Moskauer Börse mit einem neuen Allzeithoch und einem Plus von 5% seit Jahresbeginn noch zu den Top-Performern unter den Weltbörsen, jetzt aber nach dem Crash aber zu den Schlusslichtern.

    Zweitgrößte russische Investmentbank KIT Finance in Schwierigkeiten
    Der Kurseinbruch von der T-Aktie Rostelecom war insofern aber von weitreichender Bedeutung, weil die zweitgrößte Investmentbank und 30. größte Bank Russlands KIT Finance große Aktienpakete von Rostelecom im Eigenbesitz als Sicherheit benutze, um Kredite zu bekommen. Nachdem Rostelecom nun um am 17. September um 35% fiel und damit die Sicherheit nicht mehr vorhanden war, gab es einen „Margin Call“ der Gläubiger, dass heißt, KIT Finance musste die Kredite zurückzahlen, da die Sicherheit nicht mehr vorhanden war. KIT Finance kam dadurch in ernsthafte Liquiditätsschwierigkeiten Dann wurden auch andere Aktienpakte fast unlimitiert auf dem Markt geschmissen, um eine Insolvenz zu verhindern. KIT Finance war einer der am schnellsten wachsenden Banken in Russland. Mich erinnert das ein wenig an die Inkombank, die 1996/97 auch die am schnellsten wachsende Privatbank war und hinter während der Rubelkrise Pleite ging. KIT Finance wurde aber schon von Gazprom übernommen. Auch andere russischen Broker und Banken verkauften Aktien, um sich Liquidität zu beschaffen, was den Kursdruck erhöhte. Zudem kam es schon zuvor zu einer Kapitalflucht von über 20 Mrd. USD durch einige russischen Oligarchen, die sich in Russland nicht mehr sicher fühlten. Dies schwächte auch den Rubel, so dass die russiche Notenbank 6 Mrd. USD für Stützungskäufe aufwenden musste. Die ist aber kein Problem für die Notenbank, da sie über 580 Mrd. USD Währungsreserven hat.

    Bankenkrise auch in Russland möglich
    Auch jetzt kann es eine Bankenkrise in Russland geben, da sich die russischen Banken mit über 100 Mrd. USD im Ausland Geld geliehen haben und nun enorme Probleme bei der Anschlussfinanzierung haben - wie alle Banken auf der Welt im Moment Probleme mit der Refinanzierung haben. Immerhin hat die EZB im Konzern mit andren Notenbanken jetzt 180 Mrd. Euro in den Markt gepumpt, um eine Pleitewelle im europäischen Bankenmarkt zu vermeiden. Vor allem britischen Hypothekenbanken sind jetzt unter Druck Wie Greenspan richtig sagte, handelt es sich um eine „Jahrhundert-Solvenz-Krise“, die nun in Europa und auch in Russland angekommen ist.

    Notenbank und Staat greifen ein
    Wie nicht anders zu erwarten war, wird die russische Notenbank nun erst einmal, 500 Mrd. Rubel in den Markt pumpen, davon wurden 350 Mrd. RUB (14 Mrd. USD) schon am Donnerstag vergeben, um einen Dominoeffekt im russische Bankensektor zu verhindern. Zudem sollen die Mindestreservensätze um 4% vermindert werden, damit die Banken größere Liquiditätsspielräume haben. Zuvor wurden die Mindestreservensätze aber zweimal hintereinander erhöht, um die Inflation von über 15% einzudämmen. Diese Maßnahmen sind aber nicht ganz ungefährlich, da dadurch auch die Inflation wieder von neuem angeheizt werden könnte.

    Rohstoffpreise steigen wieder
    Die Rohstoffpreise zogen am 17/18. September wieder kräftig an, wie Gold von 770 auf 870 USD/Unze und Öl von 92 auf 97 USD/Barrel. Die russische Regierung beschloss aber auch die Exportabgaben im Ölsektor von 485,8 USD/Tonne auf 373 USD/Tonne herabzusetzen was besonders die russische Öl/Gasindustrie unterstütz. Durch die Öl/Gasindustrie kommt aber auch mittel ab Liquidität wieder in den Bankensektor. Daher war das eine kluge Entscheidung. Weitere Maßnahmen der Regierung bleiben abzuwarten. Ich kann mir zwar vorstellen, dass einige russische Banken und Broker insolvent werden, dennoch handelt es sich hier eher um eine „gesunde“ Bereinigungskrise, da es immer noch über 1000 Banken in Russland gibt, wobei die meisten russischen Banken nach Basel II wegen zu geringen Eigenkapitals ohnehin keine Existenzberechtigung und Überlebenschance hätten.

    Die halbstaatliche Sberbank und VTB Bank sowie die Gazprombank werden aber gestärkt aus der Krise herauskommen, obwohl der Wertberichtigungsbedarf aufgrund von Abschreibungen im Wertpapipierhandel im zweiten Halbjahr 2008 recht groß sein sollten Ich rechne hier also mit schlechten Zahlen, aber nicht mit einer Pleite.

    Panikverkäufe bei Standardwerten
    Auch führten die Panikverkäufe jetzt zu sehr günstigen Bewertungen bei den russische Blue Chips (KGV3-4), die nun ein hohes Erholungspotential habe, sobald sich die Situation im Finanzmarkt entschärft. Da der amerikanische und britische Bankenmarkt lichterloh brennt, scheint jetzt der amerikanische Staat alle schlechten Kredite der US-Banken aufkaufen und in einen Staatsfonds zu bringen. Eine ähnliche Lösung gab es schon einmal bei einer Bankenkrise in Schweden du auch Japan hatte 1990 eine ganze Reihe von Banken bzw. deren Schulden übernommen. Dieses Gerücht brachte den Dow Jones Index am 18. September um über 400 Punkte nach oben, nachdem der Dow Jones Index er zuvor um 400 Punkte bzw. 4% einbrach. Damit werden schlechte Kredite quasi „verstaatlich“ und nicht die Banken selbst. Nur werden dadurch auch die US-Staatsschulden immer größer. Das Sentiment gegenüber Russland ist auch deswegen denkbar schlecht, weil die Berichterstattung in den westlichen Medien zum Teil sehr einseitig negativ ist.

    Die neue „USSR“ – Marktwirtschaft adé!
    Wenn zum Beispiel die größte Versicherung in Russland unter den „Schutz“ des Staates kommen würde, wären die Medien sofort wieder mit Schlagworten wie Russland auf dem Weg totalitären Staatskapitalismus“ oder der „Kreml schluckt die Privatwirtschaft“ präsent. Wenn aber die amerikanische Notenbank die größte amerikanische Versicherung AIG zu 80% schluckt und ihr zudem noch einen Kredit in Höhe von 85 Mrd. USD gibt, dann ist dann eine notwendige Maßnahme, um die Börsen und Finanzmärkte zu beruhigen. Ebenso kamen zuvor Fannie Mae du Freddie Mac mit einem Anleihenvolumen von 5 Billionen USD unter die Fittiche des Staates. Ich kann da nur sagen: „Welcome USSR (=United States Socialistic Republic)“! Ich gehe zudem davon, das das russische Finanzsystem die gegenwärtigen und zukünftigen Stresstests wesentlich besser und schneller überwinden wird als die USA, da sich der russische Staat durch die hohen Öleinnahmen fast total entschuldet hat, während die US-Verschuldunge gerade von 9,6 auf 14,5 Billion erhöht hat, da die Schulden von Fannie Mae und Freddie Mac nun in den Büchern des US-Staates sind. Und nun sollen noch die Schulden des US-Bankenmarktes hinzukommen. Wenn sich da mal nicht die USA überhebt. Russland hat nicht einmal 40 Mrd. USD Staatsschulden, wobei sich die Hauptschuldenlast jetzt aber auf Staatsbetriebe und Staatsbanken übertragen wurden. Russland braucht aber auch in den nächsten 10 Jahren 1 Billion US-Dollar an Kapital, um die Wirtschaft zu modernisieren und die geplanten Mega.-Infrastrukturinvestitionen vorzunehmen.

    Schon dramatische Kapitalflucht nach Georgien-Krieg in Russland
    In den USA sind zudem einige weitere Großbanken wie Washington Mutal (größte US-Sparkasse) auf der Kippe. Die Investmentbank Morgan Stanley soll angeblich von einem chinesischen Staatsfonds frisches Kapital bekommen, das trotz einem Quartalsgewinn von über 1 Mrd. USD angeblich dringend benötigt wird. Ich erwarte also ein weiteres Bankensterben in den USA und in Russland, nur dass für Russland das Bankensterben verkraftbar wäre und sogar zu besseren Strukturen herbeiführen wird. Zudem hat die russische Notenbank weit über 500 Mrd. USD, die nun gezielt eingesetzt werden kann. Zudem hat der Staat erhebliche Haushaltsbilanzüberschüsse und auch die Mittel von dem Stabilisierungsfonds im Volumen von 150 Mrd. USD, die jetzt auf zwei Staatsfonds vereilt wurden. Amerika dürfte aber mit den staatlichen Stützungsaktionen bald die Puste ausgehen, wenn sich die Finanzschieflagen weiter in dem Tempo wie zuvor summieren. Russland muss aber das verloren gegangene Vertrauen im Finanzmarkt wieder gewinnen damit die Börsenkurse wieder steigen können. Es wurde schon eine Reihe von Aktienrückkaufprogrammen angekündigt, die die Kurse stützen werden. Der Abzug von über 20 Mrd. USD in wenigen Tagen war heftig; jetzt stellt sich die Frage, wann und ob das Kapital zurückkehrt. Bei einem KGV von 6 ist der russische Akteinmarkt jetzt jedenfalls der preiswerteste Aktienmarkt der Welt.

    Kapitalabzug auch an den Börsen in Südosteuropa
    Unter dem Abzug von Kapital litten auch die kleinen Börsen in Südosteuropa, wobei die Märkte wesentlich kleiner und illiquider sind als in Russland mit einer Börsenkapitalisierung von 0,631 Mrd. USDD (im Hoch bei 1,4 Billionen USD!). So hat alleine Gazprom mit einer Börsenkapitalisierung von 150 Mrd. USD (im Hoch über 300 Mrd. USD) eine mindestens dreifach so große Börsenkapitalisierung wie alle Balkan-Börsen in Südosteuropa zusammen. In den Jahren 2006 du 2007 stiegen die Akteinkurse noch durch den erheblichen Kapitalzufluss, was die Börsekurse auch aufgebläht hatten. So war an den Börsen von Ljubljana und auch Belgrad Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) von über 25 keine Seltenheit. Die Bösre Ljubljana stieg den dem Beitritt in die Währungsunion im letzten Jahr um 71%. Slowenien war das erste osteuropäische Land, das den Euro schon in 2007 eingeführt hat. Die hochmoderne Börse Ljubljana – eine reiner Computerhandel ohne Parketthandel – ist eine Art Vorzeigebörse für alle Börsen Ex-Jugoslawiens geworden. Die Umsätze sind auch an der Bösre Ljubljana am höchsten mit 5-15 Mio. Euro am Tag.

    Börse Zagreb +300% bis Ende 2007
    Aber auch die Börse Zagreb aus Kroatien profitiert von dem hohen Wirtschaftwachstum und dem Nimbus als nächstes EU-Beitrittsland. Über die Hälfte der EU-Kapitel wurden in Kroatien schon „abgearbeitet“. Der EU-Beitritt soll in den Jahren 2010-12 erfolgen. In den letzten 3 Jahren stiegen die Kurse an der Börse Zagreb sogar um über 300% bis Ende 2007, womit die Börse Zagreb einer der Top-Performer unter den Weltbesen war. Die Börse Belgrad aus Serbien rückt erst jetzt allmählich in den Fokus von westlichen Portfolio-Investoren und Fondsmanagern, nachdem sich die EU-Ausrichtung mit Tadic an der Spitze durchgesetzt hat. Durch den Bürgerkrieg und dem Kosovo-Konflikt ist Serbien noch am weitesten zurück. So beträgt das BIP pro Kopf in Serbien nur etwa 3000 € während Slowenien schon auf ein BIP/Kopf von über 16.000 € kommt.

    Börse Belgrad mit Nachholpotential
    Die Umsätze an der Börse Belgrad sind mit 1 Mio. Euro am Tag noch recht dünn. Die dort vorherrschenden Banken meldeten aber sehr gute Halbjahreszahlen. Die größte serbische Bank AIK Bank meldete sogar ein Gewinnwachstum von 90% im 1. Halbjahr 2008. Insofern lohnt nach dem Kurseinbruch in 2008 um über 40% nun auch ein Blick auf diese noch relativ jungfräulichen Börsen aus Südosteuropa. Noch kleiner und illiquider sind die Börsen aus Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Mazedonien. Die Kursverluste an den Balkan-Börsen betrugen in diesem Jahr über 40% im Durchschnitt, bieten jetzt aber wieder recht attraktive Einstiegniveaus, zumal die die Wachstum- und auch die EU-Konvergenzstory für Kroatien und auch die andern Länder Ex-Jugoslawiens noch voll intakt ist.

    Vehikel für Südosteuropa (Balkan-Region)
    Da noch keine Aktie aus diesen Ländern an deutschen Börsen notieren, empfehle ich den Einstieg entweder über Südosteuropa- oder Balkan-Fonds oder über Indexzertifikate wie den SETX-Index mit Slowenien, Kroatien, Serbien und Rumänien im Boot. Wer einzelne Länder bevorzugt hat die Möglichkeit über endlos-Indexzertifikate der ABN AMRO Bank (demnächst RBS), der Erste Bank und der RCB den Einstieg zu wagen. Hohe Volatilität ist aufgrund der Marktenge aber auch in Zukunft zu erwarten.

    Vehikel für Südosteuropa (Ex-Jugoslawien) WKN Kurs in €
    Fonds
    Hypo South Eastern Opportunities Fonds
    (Slowenien, Kroatien, Bosnien. Serbien)
    A0JDQW 104
    Danske Trans Balkan (Rumänien, Bulgarien) A0LBUS 7,2
    Länder Indexzertifikate (ABN AMRO Bank)
    Slowenien Blue Chips (Slowenien) AA0DMM 132
    CROBEX (Kroatien) AA0F67 7,43
    Südosteuropa Indexzertifikate
    ETX (Slowenien, Kroatien, Rumänien, Serbien) ABN4S9 14,35
    S-Box Balkan (Griechenland, Bulgarien,
    Krotaien, Rumänien, Slowenien)
    DB3BLK 5,3
    Ostbasket Next Generation (Kroatien/Serbien) RCB7S5 7,68

    Erst informieren, dann investieren
    Wer sich über die neuen Investmentchancen in Russland und in Südsosturopa näher informieren möchte, kann dies bei dem nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance! Am 12. November in Franfurt/M. Referent ist neben Andreas Männicke der Ostbörsenexperte Stefan Laxhuber, der bei geplanten neuen Osteuropafonds seine Investmentschwerpunkte in Südosteuropa und in den GUS-Republiken hat, was sicherlich eine interessante Mischung für das „smart money“ ist. Anmeldung und Infos bei der ESI East Stock Informationsdienste GmbH, Jüthornstr. 88, 22,043 Hamburg, Tel: 040/6570883, E-Mail info@eaststock.de. Aktuelle Markteinschätzungen bekommt der Anleger unter der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.)

  • Krieg hinter den Kulissen

    Samstag, 13. September 2008 18:11:00

    Dieses Wochenende ist so spannend wie selten zuvor: zunächst hat der Hurrikan „Ike“ Texas erreicht, wo schon ein Schaden von 100 Mrd. USD befürchtet wurde. Deswegen brach die Versicherungsaktie AIG am Freitag auch um 30% an der Wall Street ein. 13 Raffinerien haben ihren Betrieb für 1-2 Tage eingestellt, nehmen ihn aber nun wieder bald auf. Damit fiel für einige Tage 15% der US-Kraftstoffproduktion bzw. 2,8 Mio. Barrel am Tag aus. Ike“ hätte in Houston aber auch eine Sturmflut auslösen, was aber nicht der Fall war. „Ike“ hatte einen Durchmesser von über 1000 km und brachte bei 170 Stundenkilometern sehr viel Wasser mit. Die Dämme haben aber gehalten. Über 4 Mio. Menschen sind jetzt in Houston ohne Strom und das wahrscheinlich über 1 Woche lang. Bisher wurden „nur“ 3 Tote gemeldet. Das Auge des Sturms ging östlich von Houston vorbei. Die gute Nachricht: es war kein Hurrikan der Stufe 4, sondern nur der Stufe 1-2. Wir werden sehen, welche Schäden „Ike“ tatsächlich angerichtet hat, aber es war wohl nicht so schlimm wie befürchtet (daher AIG kaufen). Ich rechne am Montag mit steigenden Kursen an der Wall Street.

    Erstaunlich und gleichzeitig bezeichnend ist, dass der Ölpreis am 12. September nur leicht auf 102 USD/Barrel gestiegen war. Vor einigen Monaten hätte eine solche „Horror-Meldung“ wie „Ike“ einen Kursanstieg um 10 USD/Barrel herbeigeführt. Dies deutet mehr darauf hin, dass der Ölpreis auf unter 100 USD/Barrel fallen wird, zumal, wenn „Ike“ nur das Format von „Gustav“ hatte, also weniger Schäden anrichtete als erwartet. Allerdings sinken schon wieder die US-Lagerbestände, so dass der Ölpreis mittelfristig wieder anziehen dürfte. Ich rechne mit einer Trading Rang von 80-120 USD/Barrel in den nächsten Monaten.

    Nach der staatlichen Zwangsverwaltung bei dem Hypothekenbank Fannie Mae und Freddie Mac steht an diesem Wochenende das Schicksal der US-Traditions-Investmentbank Lehman Brothers auf dem Spiel. Lehman Brothers (LB) meldete einen Quartalsverlust von 3,9 Mrd. USD, wobei die Bilanz-Zahlen absichtlich vorverlegt wurden, um eine vollständigen Verkauf zu ermöglichen. Eine koreanische Bank hat sich aber zurückgezogen. Dafür zeigen jetzt angeblich die Bank of America und Barclays Interesse an einer Übernahme, wobei kurioserweise das US-Finanzministerium als Vermittler agiert. Die Markte Cap von LB schrumpfte schon auf unter 2 Mrd. € zusammen. Dies wäre ein „Schnäppchen“ für chinesische Banken oder russische Oligarchen, aber die sind nicht willkommen (wie bei der IKB Bank oder Dresdner Bank zuvor). Der Kurs von LB brach am 11. September noch einmal um 40% auf 3 € ein und gab am 12. September auf das Allzeit-Tief von 2,67 € intraday nach. Im Mai befand sich der Kurs noch bei 30 € und im letzten Jahr bei 60 €. Wenn eine Aktie um über 90% fällt, ist das Unternehmen ein akuter Konkurskandidat, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass die amerikanische Notenbank im Fall von Bear Stearns Garantien im Volumen von 30 Mrd. USD zur Verfügung stellt, um damit den Einstieg von JP Morgen zum Schnäppchenpreis von 2 € zu ermöglichen, und LB leer ausgeht.

    Ich verstehe nicht, wieso sich die Deutsche Bank für 2,8 Mrd. € zu 29% an der Postbank beteiligt und nicht für 2 Mrd. € ein Übernahmenangebot bei Lehman Brothers macht, um seine Position auf dem US-Markt auszubauen. Lehman Brothers will seinerseits das Investmentbankinggeschäft und Immobilien verkaufen, um nicht in Konkurs zu gehen, aber was bleibt dann noch übrig? Der nächste Pleitekandidat nach Lehman Brothers ist die US-Investmentbank Merrill Lynch. Bisher sind in den USA 11 Banken Pleite gegangen, wer wird die nächste sein? Auch Wachovia Corporation, einer der größten Bank der USA, hängt am seidenen Faden. Der größte Versicherungskonzern der Welt AIG ist nicht mehr der größte Versicherungskonzern der Welt, denn er verlor am Freitag 30% an Wert, da die Anleger vermuteten, das „Ike“ einen Schaden von 100 Mrd. USD am Wochenende anrichten könnte! Zudem muss AIG wahrscheinlich weiter Mrd-Abschreibungen aufgrund von Kreditderivaten auf Anleihen von Fannie Mae und Freddie Mac melden. Auch hier werden neue Mega-Abschreibungen erwartet. Viele Versicherungen sind jetzt in den USA auch am Rande der Pleite. Hoffentlich gehen nicht Lehman Brothers und auch nicht Merrill Lynch Pleite, denn dann haben die USA und auch die Weltbörsen ein Problem, was sie nicht so schnell verkraften werden. Dann ist auch ein Crash an den Weltbörsen möglich.

    Schon jetzt stehen wir kurz vor einem Systemkollaps mit den Harakiri-Aktionen der Notenbanken und des US-Staates. Man muss sich einmal vorstellen, das die Notenbanken Fannie Mae und Freddie Mac 1,5 Billionen USD geliehen und damit zwei Unternehmen Geld anvertraut haben, die faktisch Pleite sind, aber nicht Pleite gehen dürfen, weil sie ein Anleihenvolumen von 5 Billionen USD haben. Der US-Staat war bisher „nur“ mit 9,6 Billionen USD verschuldet; nun kommen 5 Billionen USD hinzu, denn die Schulden von Fannie Mae du Freddie Mac wandern nun vollständig in die Bücher des Staates - angeblich nur für ein Jahr, was ich aber nicht glaube. Damit kommt die USA jetzt auf das Verschuldungsniveau von Italien und Japan, wie überhaupt die Parallelen Japan (erst Immobilien-Crash, dann Bärmarkt bei Aktien für fast 20 Jahre!) offensichtlich sind. Die BIZ und die FED arbeiten gerade fieberhaft an einem neuen Krisenprogramm, wie sich Notenbanken gegenseitig helfen können, um einen Systemkollaps oder eine Crash-Situation an den Weltbörsen wie 1929 zu vermeiden – hoffentlich nicht zu spät, denn für viele Banken heißt es schon jetzt: „Last Margin Call! Viele Anleger sind immer noch ahnungslos und begreifen nicht, was sich gegenwärtig vor und hinter den Kulissen im Finanzsektor abspielt. Für die Anleger heißt es jetzt „Last Wake up Call!“

    Auch glaube ich nicht daran, dass das Haushalsbilanzdefizit in den USA im nächsten Jahr „nur“ 483 Mrd. USD, sondern weit über 500 Mrd. USD betragen wird. Das BSP-Wachstum von 3,3% im 2Q08 ist ebenso geschönt wie die Arbeitslosenzahlen, was auch zum Wahlkampf gehört. Viele US-Hedgfonds sind jetzt am Rande der Pleite, was auch dazu führt, das Rohstoffpreise und Kurse an Emerging Markets durch unlimitierte Zwangsliquidierungen in den Keller fallen. Auch dies ist ein Grund für den dramatischen Kursverfall an der Moskauer Börse um über 40% in wenigen Wochen. Möglich ist sogar eine militärische Aktion (gegen Iran?) oder einem „selbst initiierten“ Terroranschlag von oder in den USA, um McCaine eine bessere Ausgangssituation als „Hardliner“ und „Kämpfernatur“ im Wahlkampf zu verschaffen. Auch ein Iran-Krieg ist nach dem Georgien-Krieg, der für McCaine „willkommen“ wäre, nicht ausgeschlossen.

    Die nächste Woche wird auch von der Markttechnik geprägt werden, was auch indirekter Wahlkampf ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der US-Markt vor der Präsidentschaftswahl am 4. November noch einmal einbrechen wird. So auch am Freitag war der US-Markt stabil: trotz der hohen Risiken und „Ike“ schloss der S&P sogar mit einem knappen Plus von 2 Punkten bei 1252 Indexpunkten und der Dow Jones schloss im Wochenverlauf auch mit einem leichten Plus von 2% ab. Das „Plunge Protection Team“ wird dann wieder massiv eingreifen, wenn der Dow Jones droht abzustürzen und das wäre bei der Marke von unter 11000 Indexpunkten. Dann würde auch der DAX unter 6000 Indexpunkte fallen mit Potential bis 5600 Indexpunkte. In diesem Fall lohnen sich kurzfristig Short-Positionen beim Dow Jones, S&P oder DAX, was auch über ETFs möglich ist. Ich rechne aber mit einer leichten Kurserholung, wenn Lehman Brothers gerettet wird und „Ike“ nicht die Wirkung hat wie man befürchtete.

    Zwischenzeitlich wird es einen „Krieg hinter den Kulissen“ zwischen den beiden Weltmächten USA und Russland geben. Die USA bemühen sich auf diplomatischer Ebene Druck auf Schweden auszuüben, damit Schweden nicht den Bau der nordischen Pipeline genehmigt. Russland bietet der OPEC eine Kooperation an, um die Ölpreise unter Kontrolle zu bekommen und möglicherweise auch als Waffe gegen die USA benutzen zu können. Zudem hat Russland einen heißen Draht nach Venezuela, wo der US-Botschafter schon ausgewiesen wurde. Russland wird seine Kontakte nach Syrien ausbaue, um die USA zu ärgern. Auch könnte es demnächst einen verschärften Iran-Konflikt geben, wo Russland als Lieferant der Technologie für das Atomkraftwerk, das im Herbst ans Netz gehen soll, eine strategisch bedeutsame Rolle spielt.

    Eines dürfte klar sein: Georgien und Ukraine werden mittelfristig in die NATO aufgenommen, vielleicht schon nächstes Jahr, was sicherlich wiederum eine erneute Provokation gegenüber Russland darstellt. Wie wird Russland darauf reagieren? Dann stehen sich im Konfliktfall à la Georgien auf einmal russische Kriegsschiffe und NATO-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer unmittelbar gegenüber. In Sevastopol sind immer noch die russischen Kriegsschiffe (oder sind es auch „Friedenstruppen“) aus alter Sowjetzeit stationiert, was den Ukrainern schon lange ein Dorn im Auge ist; sie sollen bis spätestens 2017 abziehen. Bis dahin kann aber noch viel passieren. Auch die Krim ist überwiegend von Russen beherrscht und viele haben dort auch einen russischen Pass und sprechen nur russisch. Mein Vorschlag an die NATO: nimmt auch Russland in die NATO auf und konstruiert keine falschen Feindbilder. Es wäre nicht auszudenken, wenn russische und amerikanische Kriegschiffe realtiter sich einmal feindlich gegenüberstehen. Dann ist es völlig unwesentlich, wer dann wen zuerst angegriffen hat, was jetzt ein EU-Untersuchungsausschuss beim Georgien-Krieg zu Tage bringen will. Dann wird es nur einen Verlierer geben: die Welt! Die Spionage und Geheimdienstaktivitäten haben sich deutlich beidseitig (USA/Russland) erhöht. Und beide suchen jetzt strategische Partner, die sich jeweils feindlich gegenüberstehen. Ich nenne das Krieg hinter den Kulissen. Es ist jetzt wichtiger denn je, über eine neue Sicherheitsarchitektur mit Russland „auf Augenhöhe“ zu reden, die nicht einseitig von den USA dominiert wird, und dafür klare Regeln aufzustellen, bevor es zu spät ist und die Dinge eskalieren.

    Es könnte auch im Hinblick auf den US-Wahlkampf also einen „heißen Herbst“ an den Weltbörsen geben. Möglicherweise schlägt sich Russland jetzt ganz provokativ auf die Seite des Irans bei der Frage, ob und wann das Atomkraftwerk ans Netz gehen soll. Dies könnte sogar einen zweiten „Stellvertreter-Krieg“ auslösen. Zudem droht ein Handelskrieg USA/Russland. Die USA haben angeblich erheblich Kapital von der Moskauer Börse abgezogen und damit einen Kurssturz ausgelöst, möglicherweise auch um Russland zu destabilisieren. Russland hat seinerseits schon ein Importverbot für Geflügel für die USA ausgesprochen, wie zuvor gegen Polen für angebliches Gammelfleisch. Medwedew/Putin werden aber auch dafür sorgen, dass das Kapital wieder nach Russland zurückkehrt notfalls durch Käufe von Pensionskassen und befreundeten Oligarchen. Dagegen steht angeblich der Oligarch Roman Abramovich auf der Abschussliste des Kremls. Die Notenbank stützte schon zuvor den Rubel, womit die Währungsreserven um 6 Mrd. USD abnahmen. Zudem rechne ich mit Aktienrückkaufprogrammen von Blue Chips. Nach dem Crash am 9. September an der Moskauer Börse mit einem Kursverlust von 7%, tendierten die Aktien am Freitag an der Moskauer Börse freundlich.

    Welche Richtung die Börse nimmt und wie Sie sich dann verhalten sollen, können Sie der täglich aktualisierten „Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Meine wöchentlichen Kolumnen und Analysen können Sie ab sofort unter www.andreas-maennicke.de kostenlos abrufen, wenn Sie sich dort registrieren.

    Hinweise: Am 12. November findet das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ um 18.00 Uhr in Frankfurt/M (gleich nach dem EK-Forum) statt. Dort werden neben den Chancen an den etablierten Ostbörsen auch die neuen Chancen an den Börsen in Südosteuropa, Zentralasien und den GUS-Republiken ausgelotet. Referent ist neben Andreas Männicke der Ostbörsenexperte Stefan Laxhuber. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an unter ESI GmbH; Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, Fax: 040/6570884, E-Mail. info@eaststock.de . Das nächste Live-TV-Interview über den Balkan mit Andreas Männicke findet am 19. September in der 3SAT/Börse um 21.30 Uhr (www.3Sat.de/boerse) statt.

  • Börsen bejubeln staatliche Zwangsverwaltung in den USA

    Montag, 08. September 2008 15:18:00

    Sind Sie ein Trader (geworden) oder ein Langfrist-Investor (geblieben)? In den nächsten Wochen werden wir erleben, wer mit den hohen Volatilitäten gut zurecht kam und wer dadurch in Schieflagen gekommen ist bzw. sogar kurz vor dem Konkurs steht. Aufgrund der starken Preisschwankungen auch bei Rohstoffen dürften auch einige Hedgefonds, die mit erheblichen Hebeln arbeiten, in Liquiditätsschwierigkeiten kommen. Ebenso dürften einige Private Equityfonds, die nur durch hohe Kredite zu Mega-Deals gekommen sind, in Schwierigkeiten kommen, wenn es keine Folge-Finanzierung mehr möglich ist. Ein weltweiter Credit-Crunch würde auch die Weltbörsen und viele börsennotierte Unternehmen durch die bekannten Dominoeffekte in (Konkurs)Gefahr bringen. Wer sich hoch verschuldet, hat jetzt auch höhere Finanzierungsrisiken und Finanzierungskosten hinzunehmen. Auch viele Kommunen und Gemeinden werden demnächst in den USA aufgrund des „Credit Crunch“ Bankrott gehen.

    Zunächst aber bejubelt die Börse die staatliche Zwangverwaltung der beiden angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae, wo es zu erheblichen Liquiditätsengpässen gekommen ist. Der Nikkei Index und DAX stiegen am Montag um über 3% an. Ein Befreiungsschlag oder gar eine nachhaltige Trendwende ist dies aber keineswegs, eher ein „Strohfeuer“ auch asl Reaktion auf die hohen Kursverluste in der Vorwoche. Ich bin gespannt, in welchen Büchern nun die 5 Billionen Schulden landen, die die beiden Hypothekenbanken über Anleihen aufgenommen haben. Angeblich soll die staatliche Zwangsverwaltung nur 1 Jahr andauern. Jeder zweite Amerikaner hat einen Kredit bei Fannie Mae und Freddie Mac.

    Dies ist aber ein herber Schlag gegen die Marktwirtschaft. Eine von vielen Experten propagierte Marktbereinigung würde hier aber nichts mehr nützen, da es hernach keinen Hypothekenmarkt in den USA mehr gebe. Dies erinnert sehr an die Situation der japanischen Banken in den 90-er Jahre, die auch zum großen Teil nach ihren faktischen Konkursen unter die Obhut des Staates kamen. Dies bedeutet aber auch, dass der Steuerzahler das ausbaden muss, was Bankmanager zuvor fahrlässig verursacht haben. In den USA muss der Steuerzahler wohl 100 Mrd. USD für die Schieflagen zahlen. Damit ist die Bankenkrise in den USA aber keinesfalls beigelegt. Schon die nächsten Quartalszahlen werden in einigen Wochen zeigen, wie hoch der zusätzliche Abschreibungsbedarf im Finanzsektor ist. Nach der Hypothenkreditkrise kann immer noch die Konsumentenkreditkrise kommen.

    Mittlerweile ist in diesem Jahr im August schon die 10. Bank in den USA Pleite gegangen und keiner hat es bisher so richtig wahrgenommen; ich erwarte weitere Bankenpleiten in den USA, wobei der Krug wohl an Lehman Brothers knapp vorbeigehen wird. Ich erwarte aber auch weitere Merger und Übernahmen nach dem Vorbild CoBa/DeBa, wobei der wirtschaftliche Erfolg abzuwarten bleibt.

    Auf der anderen Site gibt es immer noch Unternehmen mit Rekordgewinnen vor allen in Osteuropa. So haben viele osteuropäischen Unternehmen (auch Banken) Zuwächse bei Umsatz und Gewinn von über 50% zu verzeichnen, was im Moment aber nicht entsprechend honoriert wird. Es wird sich also die Spreu vom Weizen trennen.

    Beachten Sie bitte weiterhin, dass wir uns nach Greenspan in einer „Jahrhundert-Solvenz-Krise“ befinden und zudem einige europäische Länder wie Großbritannien, Belgien und Spanien jetzt in eine Rezession schlittern. In den USA werden wir ohnehin im Wahlkampf zumindest von Seiten der Republikaner nur geschönte Zahlen bekommen. Bedenken Sie aber bitte, dass die US-Konsumenten mit 170% des BSP so hoch verschuldet sind wie sonst nirgendwo auf der Welt. Der Konsum, die wichtigste Säule der USA, könnte drastisch einbrechen, wenn Immobilienpreise und Aktienkurse gleichermaßen fallen. Dies versucht aber im Moment sehr erfolgreich das „Plunge Protection Team“ in den USA zu verhindern, wozu ich auch die staatliche Rettungsaktion bei Freddie Mac und Fannie Mae zähle.

    General Motors versucht die Gunst der Stunde (=US-Wahlkmpf) seinerseits zu nutzen und einen 35-40 Mrd. USD Kredit vom Staat zu bekommen, wobei die Chancen im Wahlkampf besonders gut sind, denn die US-Regierung kann es einen Konkurs vom GM vor der Wahlentscheidung nicht erlauben.

    Neben dem Liquiditätsrisiko müssen die Anleger auch weiterhin auf die gerade begonnene „Hurrikan-Saison“ achten. „Gustav“ hat nicht die verheerende Wirkung wie „Kathrin“ im letzen Jahr, es können aber weiter Hurrikane bis November folgen, die den Ölpreis sofort wieder nach oben bringen können. Der Hurrikan „Ike“, der erbliche Schäden in Haiti verursachte, ist nun in Florida und Texas im Anmarsch. Aber schon „Gustav“ richtete einen Schaden von 10 Mrd. USD an. Wenn die Hurrikane keine weiteren großen Schäden anrichten, rechne ich mit einem stark fallenden Ölpreis auf unter 100 USD/Barrel. Der Dollar sollte weiter stärker werden, weil die EZB die Zinsen sinken könne und es zumindest auf dem Papier eher Rezessionstendenzen in Europa als in den USA gibt.

    Die EU hat zwar am 1. September wie von mir erwartet zwar keine wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland ausgesprochen, was im Übrigen auch ein Eigentor gewesen wäre. Es soll aber die gewollte „strategische Partnerschaft“ mit Russland auf Eis gelegt werden, wenn Russland nicht den 6 Stufen-Plan in Georgien (=vollständiger Truppenabzug) einhält. Politisch ist die Eiszeit mit Russland damit noch nicht beendet, zumal ein weiterer Konflikt mit Polen/Tschechien wegen des Raketenabwehrsystems der USA vorprogrammiert ist. Die Moskauer Börse brach nach einer kurzen Erholung wieder auf alte Tiefststände ein und hat damit den Bärmarkt noch nicht verlassen. Seit dem Hoch im Mai ist die Moskauer Börse um über 40% in wenigen Wochen eingebrochen und hat noch keinen Boden gefunden.

    Auch in der Ukraine ist die Koalition geplatzt und der Präsident sucht mal wieder nach Lösungsmöglichkeiten im politischen Chaos. Zudem ist die Inflation stark gestiegen. In beiden Ländern Russland und Ukraine, ja sogar in Georgien, ist das wirtschaftliche Umfeld jedoch wesentlich besser als das politische. Die Kurse an der Börse Kiew brachen in diesem Jahr um 54% ein, nachdem sie im letzten Jahr um 132% gestiegen sind. Wenn politische Kurse wirklich kurze Beine haben, dürften sich bis Jahresende an beiden Börsen noch hohe Reboundchancen ergeben. Dafür müssten dann aber auch die Weltbörsen „mitmachen“, die sich nach der volatilen Seitwärtsbewegung trotz der Kursavancen am Montag nun auf der Kippe befinden.

    Gehen Sie daher jetzt mehr nach der Markttechnik. Bearish wird das kurzfristige Szenario, wenn der Dow Jones unter 11000, der S&P unter 1220 und der DAX unter 6100 Indexpunkte geht. Bullish wird das Szenario erst, wenn der Dow Jones über 11800, der S&P über 1300 und der DAX über 6600 Indexpunkte geht. Kurzfristig ist jetzt eine leichte Kurserholung innerhalb der Trading-Range möglich. Die 200-Tageslinien sind bei allen großen Weltbörsen aber fallend, so dass es sich selbst im positiven Szenario wiederum nur um eine Bärmarktrallye handeln kann. Mit anderen Worten ist ein Crash durchaus in den Monaten September/Oktober noch möglich; ich glaube aber, dass dies das „Plunge Protection Team“ in den USA – auch aufgrund der kommenden Präsidentschaftswahl – einen Crash erfolgreich zu verhindern weiß, so dass der neue Präsident dann die Misere erst in 2009 ausbaden muss.

    Viele Aktien in Osteuropa sind jetzt fundamental aber so preiswert und die Unternehmensdaten so gut, dass alles andere als ein starker Rebound in den nächsten Monaten eine „irrationale Übertreibung“ nach unten wäre. Ich empfehle dennoch ein defensive Strategie, mit viel Cash, Ausnutzen von Trading-Möglichkeiten (auch auf der Shortseite!), dem Vermeiden von illiquiden Vehikeln und den Kauf von unterbewerten Blue Chips mit gestaffelten Abstauberlimits. Diese Strategie habe ich auch bei meinen Vorträgen auf der IAM von 5.-7. September 2008 in Düsseldorf kundgetan. Die IAM war aber so schlecht besucht wie schon lange nicht mehr, so dass nach dem „IAM-Indikator“ demnächst wieder gute Einstiegschancen zu sehen sind. Es will im Moment keiner etwas von Aktien wissen, was nur bedeutet, dass das Geld von den Händen der „Zittrigen“ in die Händen der „Hartgesottenen“ wandert.

    Welche Richtung die Börse nimmt und wie Sie sich dann verhalten sollen, können Sie der täglich aktualisierten „Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Meine wöchentlichen Kolumnen und Analysen können Sie ab sofort unter www.andreas-maennicke.de kostenlos abrufen, wenn Sie sich dort registrieren.

    Hinweise: Am 12. November findet das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ um 18.00 Uhr in Frankfurt/M (gleich nach dem EK-Forum) statt. Dort werden neben den Chancen an den etablierten Ostbörsen auch die neuen Chancen an den Börsen in Südosteuropa, Zentralasien und den GUS-Republiken ausgelotet. Referent ist neben Andreas Männicke der Ostbörsenexperte Stefan Laxhuber. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an unter ESI GmbH; Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, Fax: 040/6570884, E-Mail. info@eaststock.de . Andreas Männicke wird am Mittwoch, den 10. September um 18.30 Uhr in N24 (www.n24.de) über Russland befragt. Das nächste Live-TV-Interview über den Balkan mit Andreas Männicke findet am 19. September in der 3SAT/Börse um 21.30 Uhr (www.3sat.de/boerse) statt.

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