Ostbörsen im Fokus (siehe auch www.eaststock.de)

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Interview- und Termin-Hinweise

Achtung: das nächste Ostbörsen-Seminar "Go East - Hochprozentiges aus Osteuropa" wird am 17. Mai 2017 um 17.30 Uhr in FRM stattfinden. Melden sich jetzt direkt an unter http://www.eaststock.de/Dienstleistungen/Seminare

Dre nächsten TV-Interviews sind am 17. Mai 2017 in NTV/Telebörse und 18. Mai 2017 m Aktionärs TV.

Andreas Männicke wudre am 19. April 2017 von börsen radio Network über die Asuw irkungen der geopolitshchen Risiken auf Osteuropa befragt

Andreas Männicke wurde vom Businessinsider am 31. März 2017 über die Chancen in Russland und in Osteuropa befragt.

Andreas Männicke wurde am 6. März 2017 von Bören Radio Networks über die Chancen in Osteuropa befragt.

Andreas Männicke wurde am 20. Februar 2017 von der Deutschen Welle über den Rubel befragt.

Andreas Männicke wurde am 26. Januar 2017 im Aktionärs TV von Antje Erhard über die neuen Chancen in Osteuropa in 2017 befragt. Dort wurde der Favoritenwechsel in Osteuropa besprochen, was ein Volltrefer war.

Ab Oktober 2013 können Sie unter Eingabe von "EastStockTV" bei www.youtube.de die aktuellen Kommentare von Andreas Männicke zu den Aussichten an den Welt- und Ostbörsen kostenlos abrufen. Abonnieren Sie einfach den Kanal bei www.youtube.de.

Ab Mai 2014 können mit Herrn Männicke über www.go.guidants.com auch interaktiv in Kontakt treten und Fragen zu den Ostbörsen stellen.

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Zudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Droht ein kalter Krieg und droht Russland die Isolation (wie Iran)?

    Samstag, 16. August 2008 15:18:00

    +++Georgien-Krieg fordert auch an der Börse Opfer+++Weichenstellung steht bevor+++auch Weltbörsen am Scheideweg++markante Trendwechsel in Sicht+++Rohstoffkurse brechen ein+++

    Der russischen Präsident Medwedew hatte sich sicherlich einen anderen Start als neuer russischer Präsident erhofft. Der Georgien-Krieg hat bereits eine sehr schroffe Reaktion des US-Präsidenten Bush ausgelöst, die einen neuen „Kalten-Krieg“ zwischen den USA und Russland befürchten lassen. Bush mahnte an, dass sich Russland „isolieren“ werde, wenn Russland die Militäraktionen in Georgien fortsetzen oder gar einen Okkupationskrieg führen wird. Angela Merkel fand beim dem Staatsbesuch in Sotchi ebenfalls klare Worte – ganz im Sinne des US-Präsidenten. Der französische Präsident Sarkozy versucht zu schlichten und einen Friedensplan durchzusetzen. Nicht nur in Medwedews, sondern auch in Bushs Händen liegt es jetzt, ob sich das Investmentklima – auch an der Moskauer Börse - in Russland zunehmend verschlechtert oder sich wieder normalisiert. Falls es sich wieder normalisiert und ein Waffenstillstand eingehalten wird, bestehen aufgrund der Unterbewertung große Reboundchancen an der Moskauer Börse.

    Hinzukommen die „Fälle“ Mechel und TNK-BP, die in den letzten beiden Wochen unabhängig vom Georgien-Krieg die Moskauer Börse zum Einstürzen brachte. Der RTS-Index verlor seit Jahresbeginn 24% an wert - weit mehr als der Dow Jones Industrial Index mit „nur“ minus 12%! Im Fall von Mechel scheint es nun eine Entspannung zu geben; die Kohlepreise sollen bei Mechel im Inland nach dem Vorschlag der russischen Anti-Monopol-Behörde um 30% im Inland vermindert werden. Wenn dies auch zu Einbussen im Umsatz führen wird, wäre dies für die Moskauer Börse eine akzeptable Lösung. Wie der TNK-BP-Chef Dudley die Probleme mit den russischen Behörden und Oligarchen lösen wird, bleibt anzuwarten.

    Von besonderer Bedeutung für die russische Wirtschaft ist auch die Entwicklung der Rohstoffpreise, wo auch in der letzten Woche markante Trendwechsel und Kurseinbrüche zu verzeichnen waren. So setzt der Ölpreis die Talfahrt auf 114 USD/Barrel fort und Gold brach sogar auf unter 800 USD/Unze ein, was viele Rohstoff-Bullen überrascht hat, zumal die Verbraucherpreise in den USA mit 5,6% so hoch wie schon lange nicht mehr war. Allerdings sorgte die Dollarstärke für einen Trendwechsel bei den Rohstoffen. Der Dollar kann nach dem Chartasubruch bei 1,54 EUR/USD jetzt sogar Richtung 1,45 EUR/USD tendieren, was den Goldpreis weiter unter Druck bringen könnte. Bei 850 USD/Unze unterschritt der Goldpreis eine wichtige Unterstützungslinie, so dass der Kurseinbruch auch aus charttechnischer Sicht verständlich ist. Noch größer war der Kursverlust beim Silberpreis. Aber auch andere Metallpreise gaben in der vergangenen Woche erneut kräftig nach. Ganz offensichtlich wechseln Hedgefonds hier blitzschnell die Position, wenn sich Trendwechsel andeuten. Es ist allerdings noch zu früh von einem generellen, langfristen Trendwechsel im Rohstoffsektor zu sprechen. Ganz offensichtlich wird jetzt aber auch das Thema „Rezession“ gespielt, nachdem die BSP-Zahlen in vielen europäischen Ländern (sogar in Deutschland) im 2. Quartal 2008 im Minus landeten. Ich rechne auch in Japan mit einer Rezession.

    Durch den starken Einbruch beim Ölpreis konnten sich Automobilaktien und Luftfahrtgesellschaften zunächst wieder deutlich im Kurs erholen. Dabei ist die Liquiditätssituation der großen US-Autoproduzenten immer noch sehr angespannt, ebenso wie bei vielen Großbanken, was auch durch die hohen Spreads bei Unternehmensanleihen zum Ausdruck kommt. General Motors bemüht sich gerade um einen 35 Mrd. USD-Kredit beim Staat, vordergründig um Hybridautos herstellen zu können, in Wahrheit aber, um eine Insolvenz zu vermeiden. Es wird einige Zeit dauern, bis die US-Autohersteller ihre Produkte auf Benzinsparende Autos umgestellt haben. Wenn zwischenzeitlich die Banken „dicht“ machen, kann es schnell zum Mega-Gau im Automobilsektor kommen ebenso wie im Bankensektor, wo die Citibank und auch UBS um das Überleben kämpfen. Bei Lehman Brothers ist George Soros aber schon eingestiegen, so dass sich hier keinen Konkurs erwarte.

    Der Georgien/Russland-Konflikt könnte sich sehr schnell in einen USA-Russland-Konflikt verwandeln, wenn sich die Fronten verhärten sollten. Die USA haben in der letzten Woche mit Polen eine Einigung über das Raketenabwehrsystem auf polnischem Boden erzielt, was ein weiter „Dolchstoß“ in den russischen Rücken bedeutet. Schon zuvor kam es mit einer Einigung mit Tschechien, worauf wie aus dem Nichts auf einmal Öl- und Gaslieferungen aus Russland ausblieben. Russland kann seine Muskeln gegenüber Westeuropa spielen, was energiepolitisch zu einer Katastrophe in Europa führen könnte, denn Europa ist von Russland im Energiesektor abhängig. Russland wird weiterhin versuchen, Stärke zu beweisen, sowohl militärisch als auch durch Druck über die „Energieschiene“. Dass dies nicht ganz ungefährlich ist, müsste auch US-Präsident Bush und Bundeskanzlerin Merkel wissen. Der Georgien-Konflikt könnte sich also sehr schnell zu einem „Kalten Krieg“ und damit einer Verhärtung der Fronten verdichten, was weder für die Moskauer Börse noch für die Weltbörsen zur Stimmungsbesserung beitragen würde.

    Die gegenwärtige und zukünftige Situation in Georgien ist daher auch die die Weltbörsen von großer Bedeutung was anscheinend die meisten Börsianer im Moment ignorieren. Im Moment versuchen Merkel und Rice den Konflikt zu entschärften aber sie könnten schon mit der falschen Wortwahl einen nachhaltigen Konfrontationskurs mit Russland einleiten, was sicherlich jetzt die falschen Signale wären. Denn dann wäre es nicht mehr weit, bis Bush Russland auf die Ebene der „Schurkenstatten „ herabwürdigt, was sich Russland nicht gefallen lassen würde. Apropos. Bush sollte sich ohnehin mit seiner Wortwahl im Zaum halten bzw. besser beraten lassen, denn es wird in den nächsten Monaten auch die Rethorik gegenüber dem Iran verschärfen und möglicherweise schon jetzt militärische Aktionen als „ultima ratio“ dort planen. Bush spricht von der Gefahr einer Isolation Russlands und vergisst dabei, dass China zwar nicht einen Schmusekurs mit Russland fährt, aber China im Zweifel mit Russland eine Linie fährt, wenn es um die Iranfrage und auch die Georgienfrage gehen wird. Ich möchte es ganz klar formulieren: wenn Russland Georgien militärischen einnehmen und besetzen würde wie die USA den Irak, besteht die Gefahr eines dritten Weltkriegs zumindest dann, wenn dann US-Truppen Georgien „zur Hilfe“ eilen. Dann würden „US-Friedenstruppe“ und „Russland-Friedenstrupen“ aufeinandertreffen, was ein Fiasko für die Weltbörsen und den Weltfrieden gleichermaßen wären. Medwedew hat angekündigt, dass er sich mit dem angekündigten Truppenabzug Zeit lassen werde, was für uns bedeutet, dass wir die Situation im Kaukasus weiterhin mit Argusaugen beobachten müssen.

    Die USA befinden sich im Moment wirtschaftlich in einer Schwäche-Position, ebenso wie Großbritannien, die die USA immer militärisch 100-prozentig unterstützten; China und auch in Russland befinden sich seit einigen Jahren in einer Stärke-Position, was auch die Erhöhung der Währungsreserven anzeigen (China über 1 Billion USD, Russland über 500 Mrd. USD). Wirtschaftlich angeschlagen Nationen neigen eher zur Kriegsführung, um von den wahren Problemen im Inland abzulenken. Auch dies sollte der Anleger im Hinterkopf haben, zumal jetzt US-Wahlen bevorstehen.. Es gibt Gerüchte und Verschwörungstheorien, die besagen, dass der georgischen Präsident Michal Saakaschwili ein verlängerter Arm (und damit „Sprachrohr“) der US-Geheimdienste sei, die damals im Jahr 2003 auch den Sturz in der Rosen-Revolution des damaligen georgischen Schewardnadse eingeleitet haben sollen. Saakaschwili ist jetzt zumindest auffällig oft in CNN, um gegen Russland Stimmung zu machen. Die USA verlangen den vollständigen Truppenabzug der Russen aus der „Kernregion“, was aber nicht so schnell passieren wird. Russland versteht sich dort als legitimierte „Friedenstruppe“ (welch sarkastischen Wortungetüm!) und wird sich bestenfalls auf die Positionen zurückziehen, wo sie auch schon vorher waren. Es kann also jederzeit zu neuen Feuergefechten – und seien es nur Scharmützel in vereinzelten Dörfern - kommen. Umgekehrt kann Russland von den USA mit Fug und Recht den vollständigen Truppenabzug der Amerikaner aus dem Irak verlangen, wo sch immer noch US-„Friedenstruppen“ ohne völkerrechtliche Legitimation aufhalten.

    Man stelle sich vor: Wenn Georgien jetzt schon in der NATO wäre und dort UN-Truppen als Friedenstruppe hinbeordert wird oder. noch schlimmer amerikanische und britische Kriegschiffe als Hauptbestandteile der UN-Friedenstruppe auf Konfrontationskurs mit russischen Kriegschiffen gehen würde, hätten wir ein ähnliche Situation wie 1987 als russische und amerikanische Kriegsschiffe bedrohlich näherten, was übrigens zusammen mit steigenden Zinsen und steigenden US-Haushaltsbilanzdefiziten in einem Börsen-Crash im Oktober endete. Das US-Haushaltsbilanzdefizit erhöhte sich übrigens im Juli von 26 auf 100 Mrd. USD, was bisher kaum zu Notiz genommen wird. Einen weiteren Kriegsschauplatz kann sich die USA finanziell kaum erlauben, aber darauf wird Bush wohl keine Rücksicht nehmen. Säbelgerassel und Medien-Polemik reichen dann aus, um die Anleger zu Panikverkäufen zu veranlassen. Deswegen warnte Putin schon mit Nachdruck, dass die NATO nicht den Fehler machen sollte, Georgien in die NATO aufzunehmen, was der Wunsch von Saakaschwili nach wie vor ist. Ich bezeichne das Ganze als einen (möglicherweise ganz bewusst initiierten) „Tanz auf dem Vulkan“, der jederzeit ausbrechen kann. Alle beteiligten Politiker sollten jetzt genau wissen, was sie zu tun und zu sagen haben, sonst kann aus einem vordergründig unbedeutenden (Stellvertreter-) Krieg schnell eine Apokalypse werden. Das Beste, was auch den Aktienmärkten und beteiligten Ländern passieren kann, wäre n der Tat ein geordneter beidseitiger Truppenrückzug auch aus allen georgischen Dörfern und die Einhaltung des schriftlich abgeschlossenen Waffenstillstands. Umgekehrt droht eine auch für die Weltbörsen gefährliche Eskalation. Am Montag will Medwedew mit dem Truppenabzug aus der Kernregion beginnen. Hoffen wir, dass der französische „Friedensplan“ (6 Stufenplan) auch eingehalten wird. Stabilität in der Region ist so schnell jedenfalls nicht zu erwarten.

    Aus marktechnischer Sicht bestehen immer noch Chancen, dass sich kurzfristig die kleine Sommerrallye seit dem 14. Juli noch ein wenig fortsetzt, nämlich dann, wenn der Dow Jones über 11.800, der S&P über 1300 und der DAX über 6600 Indexpunkte schließen sollte. Umgekehrt wird die Situation an den Welt- und Ostbörsen sofort weder bearish, wenn der Dow Jones unter 11400, de S&P unter 1260 und der DAX unter 6300 Indexpunkte fällt. Am 16. August war Mondfinsternis und Vollmond, wo es an der Börse jetzt zu einer Beschleunigung des Trends oder zu Trendwechseln kommen kann. Bei einer Bärmarktrallye sind dann kurzfristig beide Richtungen möglich. Es wird in jedem Fall volatil bleiben. Die nächste Woche könnte auch aus markttechnischer Sicht wegweisend werden. Welche Richtung die Börse nimmt und wie Sie dann verhalten sollen, können Sie der täglich aktualisierten „Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

  • Kaufen, wenn die Kanonen donnern?

    Samstag, 09. August 2008 15:10:00

    +++Krieg mit Georgien verursacht weitere Panikverkäufe an der Moskauer Börse+++Börse Tiflis im Crash+++viele Ostbörsen starten zum Rebound+++

    „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ ist die viel zitierte Anlageempfehlung des verstorbenen Börsengurus André Kostolany. Das kommt auch dem Motto: „Buy on bad news“ gleich. Sowohl an der Moskauer Börse als auch an der Börse Tiflis (Georgien) brachen die Kurse an dem „Hoch-Zeitstag“ 08.08.08 ein, als Georgien die Provinzhauptstadt Zchinwali von Süd-Ossetien unter Beschuss nahmen, wo auch Bürger mit russischen Pass leben, und der Kreml mit einer Militäroffensive (Panzer und Flugzeuge) zur „Verteidigung“ der russischen Bürger reagierte. Diese Militäroffensive Russlands sieht Georgiens Präsident Michail Saakaschwili wiederum als völkerrechtlich illegale Gewaltaktion an. Südossetien gehört völkerrechtlich zu Georgien, will sich aber unabhängig machen, ebenso wie zuvor Kosovo, was von Russland als Retourkutsche zum Kosovo-Konflikt auch ganz bewusst unterstützt. Angeblich gab es schon über 1400 Tote bei den kriegerischen Auseinandersetzungen und zwei russische Flugzeuge sollen abgeschossen worden sein. Der georgische Präsident Georgiens Saakaschwili ruft zur Mobilmachung von Zivilisten auf und hofft dabei auch auf die Unterstützung des Westens. Medwedew schickt indessen Panzer in die Region zur Verteidigung der russischen Interessen. Ein zweiter Tschetschenienkrieg steht damit bevor.

    Die Provinz Südossetien hat sich seit 1992 für unabhängig erklärt und strebt den Anschluss an Russland an, während Georgien auf die Unterstützung der USA hofft und mit der NATO-Mitgliedschaft liebäugelt, was wiederum ein Affront gegenüber Russland ist. Daher ist der Konflikt, der jetzt ausgetragen wird, von großer geopolitischer Bedeutung. Georgien ist der östlichste Stützpunkte westlicher Machtinteressen und auch militärisch für die USA von Bedeutung. Angeblich sollten von Georgien auch militärische Aktionen gegen den Iran als Militärstützpunkt geplant sein, ebenso wie Aktionen gegen die Taliban (Afghanistan/Pakistan) und Bin Laden. Damit haben wir nun möglicherweise einen neuen „Nebenkriegsschauplatz“ des „kalten Kriegs“ USA-Russland unmittelbar bevorstehen. Zudem könnte sich der Konflikt zu einem Flächenbrand im Kaukasus entwickeln, mit unüberschaubaren Folgen für die Region. Er sollte daher von allen Anlegern sorgsam beobachtet werden.

    In diesem Zusammenhang kann es in den nächsten Wochen auch zu verschärften Sanktionen gegen den Iran kommen, wobei Russland und China wiederum auf der Seite vom Iran sein werden und sich gegen einen Krieg gegen den Iran aussprechen werden. Der UN-Sicherheitsrat dürfte in den nächsten Wochen einige Nachtschichten einlegen. All dies ist nicht unbedeutsam für die Weltbörsen. Vielleicht werden nicht nur die vielen Hochzeitspaare, sondern auch die Anleger den 08.08.08-ten als einen denkwürdigen Tag in Erinnerung behalten, nicht nur weil an diesem Tag der Beginn der hoffentlich möglichst lange friedlichen olympischen Spiele war, obwohl es dort jederzeit zu Terroranschlägen kommen kann, die schon per Videobotschaften angedroht wurden. Für Mondzyklen-Anhänger: Am 16. August ist Mondfinsternis und hoffentlich wird es dann auch nicht finster an den Weltbörsen. Der Konflikt zwischen Südossetien und Georgien schwelt schon lange und kam erst jetzt, wie immer „zur Unzeit“ für die Anleger.

    Mich hat die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Georgien und Südossetien (=Russland) nicht überrascht; im Gegenteil: ich hatte sie schon früher erwartet. Zur Unzeit für die Anleger kommt sie aber deswegen, weil sich die Aktien an beiden Börsen schon vorher in freien Fall befanden und der Bärmarkttrend durch den Krieg nur verschärft wurde. So brach die Moskauer Börse am 8. August um etwa 5% und die Börse Tiflis sogar um weit über 10% ein. Der marktschwerste Titel Bank of Georgia, der auch an den Westbörsen London und Frankfurt/M gehandelt wird, gab sogar am 8. August um 21% auf 8 € nach. Dabei hatte sich der Kurs schon im Vorfeld der Militäraktion wegen der Auswirkungen der Subprimekrise mehr als halbiert. Im Hoch befand sich die Aktie bei über 30 €,

    Aber auch die Aktien an der Moskauer Börse fanden kein Halten mehr. Blue Chips wie Gazprom, Lukoil und Evraz Group gaben um 4-8% nach. Die Moskauer Börse fiel seit Jahresbeginn um über 20% und damit weit mehr als der Dow Jones, der am gleichen Tag zu einer Kursrallye um über 300 Punkte (+2,65%) aufgrund fallender Ölpreise ansetzte. Die Moskauer Börse wurde schon in den letzten beiden Wochen durch eine Aneinanderreihung von Negativnachrichten unter Druck gebracht. So leitetete Putin zuvor eine Untersuchung beim Stahl/Kohlekonzern Mechel wegen unerlaubter Preisbildung und Steuerhinterziehung ein; fast zeitgleich floh der TNK-BP-Chef Robert Dudley ins Ausland und einige Tage später gab der vorherige „Shootingstar“ Uralkali (zuvor von 15 auf über 50 €) bekannt, dass er die Preise im Inland einfrieren werde, was die Aktie von 45 auf 30 € zum Einbruch brachte. Hinzu kamen die im Juli überraschend stark fallende Rohstoffpreise, die alle Rohstoffunternehmen arg beutelten. Sogar die „Krisenwährung“ Gold brach um über 10% in wenigen Tagen von 975 auf 855 USD/Unze ein, wobei einige Experten meines Erachtens etwas verfrüht von einer Trendwende im Rohstoffsektor sprechen. Aber es gibt jetzt in der Tag eine Reihe von markanten Trendbrüchen auch im Aktienbereich, dessen sich der Anleger bewusst sein muss. Der Dollar stieg sogar an einem Tag um 450 Pics, was nach der langen Seitwärtsbewegung aber neben dem Kommentar vom EZB-Chef Trichet bezüglich möglicher Rezessionsgefahren in Europa (Spanien), auch charttechnisch Gründe hatte, denn unter 1,54 EUR/USD gingen alle Devisenhändler beim Dollar long bzw Euro short. Das war absehbar; dennoch war der Kurssturz beim Euro der Höhe nach überraschend. Jetzt ist aber Platz bis 1,48 EUR/USD. Kaum wahrgenommen wurden aber die Forint, Zloty und CZK-Stärke sogar gegenüber dem Euro schon seit vielen Monaten. So konnte der Anleger mit den von mir im EAST STOCK TRENDS empfohlenen Tschechischen Kronen- und Zloty-Zins-Zertifikaten der ABN AMRO Bank in diesem Jahr schon eine Performance von 28% bzw. 14% auf Euro-Basis erzielen.

    Ich hatte Ihnen unabhängig davon schon lange geraten, mehr in Cash zu gehen, weil die Risiken an den Weltbörsen zu groß sind, was auch an der kleinen Sommerrallye an den Westbörsen nichts ändert. Falls es in Peking wie angedroht tatsächlich zu Terroranschlägen kommt oder das Säbergerassel gegen den Iran bezüglich Verschärfung der Sanktionen wieder größer wird, könnte der seit dem 14. Juli an den Westbörsen etablierte kleine Aufwärtstrend wieder im Keim erstickt werden. Wenn aber nichts in der Hinsicht passiert, rechne ich zunächst beim Überschreiten des Dow Jones bei über 11.800 Indexpunkten (und beim DAX bei über 6000 Indexpunkten) mit einer Fortsetzung der Mini-Rallye an den Westbörsen und eine sehr unterschiedliche Entwicklung an den Ostbörsen. Ebenso wie in der Türkei, wo die Kurse im Juli um 30% (!) anzogen, könnte einige Börsen in Südosteuropa zu einem starken Rebound ansetzen, wenn die Westbörsen auch weiter wie letzte Woche haussieren. Hier brachen die Kurse aber auch schon um 30-45% ein, ebenso wie in Kiew um 45%. Der Handel an den Börsen kam hier fast zum Erliegen. Auch die Chancen in Budapest, Warschau und Prag sind für einen Rebound und eine kleine Rallye vorhanden. Die Budapester Börse konnte schon im Juli um 10% zulegen und die Prager Börse bleibt eine „Oase der Stabilität“, obwohl sich auch hier bereits eine Konjunkturabkühlung andeutet und die tschechische Notenbank deswegen vor kurzem die Zinsen um 0,25 Basispunkte gesenkt hat.

    Ob man nun schon an der Moskauer Börse oder gar der Mini-Exotenbörse Tiflis (über die Bank of Georgia) den Einstieg wagt, ist Geschmacksache. Es kann gut sein, dass der noch regionale Konflikt eskaliert und der ganze Kaukasus entflammt, was auch die Börsen weiter in Mitleidenschaft ziehen würde. Fundamental sind die Aktien schon auf diesem Niveau auch in Russland ein Kauf, aber Kriegsszenarien sind wenig kalkulierbar. Die mutigen, risikogeneigten Anleger sollten, wenn überhaupt, nur mit gestaffelten Abstauberlimits in einige Blue Chips wie LUKoil, Gazprom, Evraz Group gehen, aber noch Pulver trocken halten, um sprichwörtlich „nachschießen“ zu können, falls der Georgien/Südossetien-Krieg länger dauert als erwartet oder in einen generellen Kaukasuskonflikt oder gar USA/Russland-Konflikt mündet. Mein bewährtes Motto: „In der Krise liegt die Chance“ bleibt ebenso richtig wie „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“: Es ist nur die Frage, ob die Krise bald beendet ist oder jetzt gerade erst beginnt. Timing ist alles! Daher cool bleiben und eine „Wait and see-Strategie“ verfolgen. Es wird in jedem Fall weiter volatil bleiben, was auch kurzfristige Trading-Chancen eröffnet. Welche Aktien jetzt ge- oder verkauft werden sollen, können Sie täglich der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

  • Putin verunsichert Anleger: SSV-Preise in Moskau

    Sonntag, 03. August 2008 15:00:00

    +++Mechel-Untersuchung sorgt für Aufregung+++Kaufgelegenheiten bei russischen Rohstoffwerten+++angeschlagene Markttechnik beachten+++

    Man darf wohl nicht mehr in Urlaub fahren. Just zu der Zeit als sich die vermögenden Russen am Strand in der Türkei, Spanien und Frankreich in der Sonne aalten, leitete Putin Ende Juli überraschend eine Untersuchung bei den Stahl/Kohle-Konzern Mechel wegen unerlaubter Preisbildung bei Export- und Binnenmarktpreisen und Steuerhintererziehung ein, was zu Panikverkäufen an der Moskauer Börse führte. Der Kurs von Mechel brach von 30 auf 13 € im Juli brutal ein. Dabei wollt Mechel gerade die Kohlesparte, die jetzt so viel Sorgen bereitet, im Herbst separat an die Börse bringen, was zuvor den Kurs nach oben trieb. Mechel zählte bis Mai noch zu der Top-Performern der Moskauer Börse. Im letzte Jahr verdreifachte die der Kurs von 8 auf 24 € und in dies Jahr stieg der Kurs bis Mai nochmals um über 50% von 24 auf 37 € an, um nun auf 13 € zusammenzubrechen.

    Aber auch andere russische Werte wurden in Mitleidenschaft gezogen, so dass der RTS-Index markant unter die magische 2000-er Marke rutschte, was ein Minus von 14 Prozent seit Jahresbeginn bedeutete. Sogar die Blue Chips Gazprom und Lukoil mussten herbe Kursverluste von 20% im Juli hinnehmen, obwohl sich bei diesen Aktien fundamental nichts geändert hat. Noch stärker war der Kursverlust beim Düngemittelhersteller Uralkali, wobei auch der Kursverlust in dieser Höhe fundamental unbegründet ist. Vor dem Mechel-Fall war die Moskauer Börse noch eine der wenigen Börse, die sich in einem negativen Weltbörsenumfeld relativ gut behaupten konnte. Die ohnehin nervösen Anleger wurden sofort an den Yukos-Fall erinnert, der damals im Totalverlust für die Aktionäre endete. Auch die fortgesetzten Querelen der russischen Oligarchen Michael Fridman und Viktor Wechselberg mit dem TNK-Chef Robert Dudley trübten das Stimmungsbild zusätzlich ein.

    Der Fortgang beider für das Sentiment sehr bedeutsamen Fälle ist nun genau zu beobachten. Wenn sich die Wogen wieder glätten sollten, wären das jetzt gute Einstiegschancen vor allem bei den Werten, die aufgrund der Panikverkäufe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Allerdings muss der Anleger unabhängig davon auch noch einiges Ungemach an den Weltbörsen ins Kalkül ziehen, was auch die Kurse an den Emerging Markest nach unten ziehen könnte. So wurden in den USA die Insolvenz von zwei kleineren Banken gemeldet, die US-Arbeitslosenzahlen waren am Freitag wieder sehr schlecht, General Motors meldete einen neuen Rekordverlust von 15 Mrd. USD und kündigte weitere Arbeitsstreichungen an. Mittlerweile gibt es einige Ökonomen, die nicht nur eine Rezession in den USA vorhersagen, sondern auch in einigen Ländern in Europa große Probleme sehen wie in Großbritannien, Spanien, Belgien, Irland und Italien. Auch in Deutschland dürfte sich das Wachstum weiter verlangsamen. Davon wäre nun auch wieder der Export osteuropäischer Länder negativ beeinflusst. Von daher ist wie zuletzt bei der Münchener Rück, BMW und einigen anderen (ehemals) soliden Standardwerten mit Gewinnwarnungen zu rechnen. Geradezu fatal für die Weltbörsen wäre es, wenn sich die USA in den nächsten Monaten einen Iran-Krieg leisten würden, was den zuletzt auf 122 USD/Barrel gefallenen Ölpreis sofort wieder nach oben katapultieren würde. Ansonsten rechne ich eher mit fallenden Ölpreisnotierungen Richtung 100 USD/Barrel, was wiederum den Weltbörsen Auftrieb verleihen könnte. Der Goldpreis korrigierte zuletzt stark aufgrund der außergewöhnlichen starken Goldverkäufe der EZB im Volumen von 570 Mio. €. Wenn der Dollar über 1,54 EUR/USD steigen sollte, dürfte der Dollar nachhaltig steigen und damit der Goldpreis weiter fallen. Mittel- bis langfristig sind aber steigende Goldpreise wegen der starken Geldmengenausweitung und negativen Realzinsen wahrscheinlich.

    Der fragwürdige 6 Mrd-USD-Waffen-Deal der USA mit dem Irak macht deutlich, dass die USA anscheinend nur noch mit Waffengeschäften Geld in die leeren Kassen bekommt. Die US-Rüstungsindustrie wäre auch der einzige Profiteur im Falle eines Iran-Kriegs. Ein Schelm, wer böses bei der Bush-Regierung denkt…! Aber auch Obama will offensichtlich mehr militärische Präsenz von Deutschen in Afghanistan. Hat er etwa vor dem Deutschland-Besuch mit der US-Rüstungs-Lobby „Strategie-Gespräche“ geführt?

    Zu beachten ist in den nächsten Wochen auch die angeschlagen Markttechnik. Bei einen Dow Jones-Index von nachhaltig unter 11.000, einem S&P –Index von unter 1200 und einen DAX unter 6000 Indexpunkten seiht es sehr düster an den Weltbörsen aus. Unter diesen wichtigen Chartmarken könnten fortgesetzte Panikverkäufe sogar einen Crash auslösen. Die Monate August und September sind ohnehin recht volatil. Umgekehrt wird es kurzfristig zu einem Short-Squeeze und damit steigenden Kurse kommen, wenn der Dow Jones über 11600 der S&P über 1300 und der DAX über 6500 Indexpunkte gehen sollte. Dazwischen findet die Entscheidungschlacht zwischen den Bären und den letzten Bullen. Dabei befinden wir uns seit Jahresbeginn in intakten Bärmärkten, so dass es sich im Falle der Überschreiten der Indexmarken wiederum wie schon im März bis Mai um eine Bärmarktrallye bzw einem markttechnischen Pull back, aber keine Trendwende handeln wird. Von daher ist eine defensive Anlagestrategie (mit viel Cash) weiterhin angebracht, wobei sich gute Trading-Möglichkeiten vor allem beim unterbewerteten russischen Aktienmarkt ergeben. Welche Aktien jetzt ge- oder verkauft werden sollen, können Sie der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

  • Notenbank-Harakiri: wer kontrolliert die Notenbanken?

    Samstag, 19. Juli 2008 00:25:00

    +++Notenbanken zocken bei Fannie Mae und Freddie Mac+++Milliarden-Verlust bei Citibank wird an der Börse als Erfolg gefeiert+++Kurserholung möglich+++Trendwende noch nicht erkennbar+++Moskauer Börse bricht ein+++Ostbörsen mit guten Reboundchancen+++

    In der vergangen Handelswoche standen die Banken wieder einmal im Mittelpunkt der Börsengeschehens. Die Halbierung des Gewinns bei JP Morgan und die 2,5 Mrd. Verlust bei der Citibank wurden bereits als Erfolg gefeiert. Der Verlust von 4,5 Mrd. USD bei Merrill Lynch war erwartet worden. Daher schloss sowohl der DAX im mit einem beachtlichen Plus von 1,78% bei 6382 Indexpunkten und der Dow Jones mit einem Plus von 0,44% bei 11.496 Indexpunkten, während die NASDAQ aufgrund schlechter Zahlen von Google und Microsoft im Minus landete. Auch in der nächsten Woche dürften die Quartalsergbnisse der US-Banken nachhaltig wie Weltbörsen beeinflussen. In der nächsten Woche werden die Zahlen der Bank of America und American Express die Weltbörsen in Atem halten, wobei bei besseren Ergebnisses als erwartet eine Fortsetzung des Short Covering wahrscheinlich ist.

    Während die Schieflage der Banken auch in den nächsten Wochen im Mittelpunkt des Anlegerinteresse stehen, wird die fragwürdige Anlagepolitik der Notenbanken bisher wenig hinterfragt. Dabei haben sich auch die Notebanken bei US-Hypothekenbanken verzockt. So legte die russische Notebank über 100 Mrd. USD ei US-Hypothekenbanken an, dabei 43 Mrd. USD bei Fannie Mae und Freddie Mac. Andere Notenbanken wie vor allem die Notenbank aus China und Japan habe sich sogar Anleihen von Freddie Mac und Fannie Mai im Volumen von 1 Billionen USD ins Depot genommen. Dabei stellt sich die Frage, wer eigentlich die Anlagepolitik der Notenbanken kontrolliert und was passiert, wenn Notenbanken Pleite gehen. Schon die recht fragwürdige Garantieübernahme der FED bei der Übernahme von Bear Stearns durch JP Morgan wirft viele fragen auf. So wird es auch verständlich, dass de US-Notenbank Fannie Mae und Freddie Mac eine um 300 Mrd. USD erweiterte Kreditlinie gewähren, während andere Hypothekenbanken wie die zahlungsunfähige IndyMac unter US-Zwangsverwaltung kommen.

    Nachdem die russischen Notenbank zur Inflationsbekämpfung den Refinanzierungszins auf 11% erhöhte, brachen die Kurse an der Moskauer Börse am Freitag ein. So verlor der Düngemittelhersteller Uralkali durch Gewinnmitnahmen sogar um 12% auf 38 € an Wert. Zuvor verdreifachte sich der Kurs aber seit dem IPO ende 2007.m Aber auch russische Ölwerte wie Lukoil und Rosenft gaben im Kurs um über 4% erheblich nach, nachdem sich der Ölpreis wieder auf 129 USD/Barrel verringert. Des einen Freud ist des anderen Leid: Fallende Ölpreise sind zwar schlecht für russische Ölwerte, beflügeln aber die Weltbörsen. Ich halte nach wie vor eine defensive Anlagestrategie für sinnvoll.

    Falls der DAX aber über 6400 und der S&P über 1300 Indexpunkte geht, könnten sich die Short-Eindeckungen fortsetzen und die Indices nach oben treiben. Bei einem DAX unter 6000 und ein S&P unter 1200 wird sich aber der Salami-Crash fortsetzen und spätestens dann sollte Sie mehr in Liquidität gehen, um die guten Trading-Chancen in der Zukunft nutzen zu können. Welche Aktien jetzt ge- oder verkauft werden sollen, können Sie der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

  • Es ist was im Bush: Crash-Gefahr!?

    Freitag, 11. Juli 2008 23:29:00

    +++Bilanzmanipulationen denkbar+++Konkursgefahr bei Fannie Mae und Freddie Mac+++Iran-Krieg möglich+++Ölpreis im Steigflug+++ US-Dollar bricht ein+++Gewinnwarnungen wahrscheinlich+++brisante Markttechnik+++Ostbörsen im Sog der Westbörsen+++

    Freitag, der 11. Juli 2008, war ein denkwürdiger und vielleicht (rückblickend) „historischer Tag“: der Öl-Preis steigt um 10 USD auf 145 USD/Barrel (im Tageshoch auf 147 USD/Barrel!) vor dem Hintergrund eines drohenden Irankriegs. Die Krisenwährung Gold steigt auffällig stark auf 963 USD/Unze. Das Säbelgerassel zwischen USA/Israel und Iran ist (hinter den Kulissen) lauter geworden. Iran testet demonstrativ schon seine Mittelstreckenraketen, die bis nach Israel reichen können, als Abschreckung und Warnung. Daraufhin bricht auch der US-Dollar auf 1,60 EUR/USD ein. Der DAX unterschreitet die charttechnisch bedeutsame 6200-er Marke und der S&P erreicht auch ein neues Jahrestief mit 1239 Indexpunkten. Der Dow Jones kämpfte schon mit der 11.000-er Marke und befindet sich weiterhin im Sinkflug.

    In den letzten beiden Handelsstunden kam es in den USA aber auch zu einer kräftigen Gegenbewegung, was Hoffnung macht. Dies ist dennoch eine charttechnisch sehr brisante Situation, da weitere Kursverluste in der nächsten Woche durch vorprogrammierte Stop-Loss-Order unter den neuen Tiefstkursen einen Mini-Crash oder die Fortsetzung des Salami-Crashs auslösen können. Der DAX befindet sich bereits 24 Prozent im Minus, was eindeutig ein Bärmarkt ist. Auch die „Vola“ nahm deutlich zu.

    Ich hatte Sie schon vor einigen Wochen rechtzeitig auf die Möglichkeit eines erneuten Salami-Crashs hingewiesen, so dass Sie die gegenwärtige Kursentwicklung nicht überraschen dürfte. Ich hatte auch zur Vorsicht gegenüber den Börsenexperten gemahnt, die behaupteten, dass wir die Tiefstkurse im März schon gesehen hatten. Die lagen allesamt gründlich daneben. Die Banken wagen sich jetzt schon wieder mit Kursprognosen von 7500-8200 (HSH Nordbank) für den DAX bis Jahresende heraus, was ich für sehr gewagt halte. Im Gegenteil: einige Banken werden bis Jahresende nicht überleben können, wenn nicht der Staat oder ein Staatsfonds zur Hilfe kommt. Selbst spanische Anleihen lassen sich im Moment nicht platzieren. Auch Großbritannien steckt ebenso wie die USA mitten in einer Rezession. Weitere Gewinnwarnungen drohen im Banken- und Automobilsektor. Alles andere ist geschönt, wie so manche Bankbilanz. Goldman Sachs ist schon aus dem Internationalen Bankenverband IIF ausgetreten, der eine Lockerung der Bilanzierungsvorschriften fordert.

    Der erneute Kurseinbruch bei vielen Banken in den USA wirft die Frage auf, wann die erste Großbank Pleite gehen wird, denn jetzt entstehen auch erhebliche Verluste im Eigenhandel. Ich persönlich rechne gerade jetzt mit Bilanzmanipulationen und grenzwertige Bilanzierungstricks, um einen sonst zwangläufigen Konkurs wegen Überschuldung zu vermeiden. Dabei sind die beiden Hypothekenbanken Fannie Mai und Freddie Mac, ebenso wie Lehman Brothers sowie einige englische Hypothekenbanken besonders gefährdet. Da die Bilanzen im Moment geschönt sind und sich der faire Werte des Anlagevermögens und der Forderungen weit vom Marktwert entfernt, rechne ich auch mit Klagen von Gläubigern und Aktionären. Bedenken Sie bitte, dass diese beiden halbstaatlichen, aber nicht staatlich gestützten Hypothekenbanken schon 85 bzw. 90% von ihrem Hoch verloren haben. Dahinter stecken aber über 4 Billionen(!) Hyoptheken-Schulden, also die Hälfte des US-Staatschulden. Eine Pleite einer der beiden Hypothekenbanken würde eine Kurslawine auslösen. Dies weiß auch FED-Chef Bernanke, der daher beiden Banken am Freitag anbot, dass sie sich beliebig viel Geld bei der Notenbank zum Diskontsatz leihen können. Ich rechne daher über das Wochenende mit der zweiten großen Rettungsaktion seitens der Notenbank nach Bear Stearns, da die Banken wohl sonst unter die staatliche Zwangsverwaltung kämen und damit so gut wie wertlos werden. Beide Banken waren am Freitag erst 40% im Minus, holten dann intraday wieder kräftig auf, so dass nur noch ein Minus von 3 bzw. 23% verblieb. Eine positive Nachricht bezüglich Fannie Mae und Freddie Mac könnten den Markt am Montag wieder nach oben bringen, wenn dies mit fallenden Ölpreisen einhergeht.

    Ich rechne so oder so in Zukunft mit weiteren Not-Kapitalerhöhungen im Bankensektor. Zumindest werden die Banken weltweit einem weiteren Stresstest unterzogen, den einige kapitalschwache Banken vielleicht nicht überleben werden. Sogar die altehrwürdige UBS ist gefährdet. Laut Goldman Sachs fehlen allein europäischen Banken 60-90 Milliarden Euro an Kapital. Der Abschreibungsbedarf im Banken- und Versicherungssektor wird mittlerweile weltweit auf 1,6 Billionen USD geschätzt, vor kurzem waren es „nur“ 1 Billion USD als Schätzgröße für den Wertberichtigungsbedarf. 400 Mrd. USD wurden bisher erst abgeschrieben. Die CDOs werden mittlerweile neu verpackt, um einen Käufer dafür zu finden. Die Liquidität im Interbankenmarkt ist immer noch sehr eingeschränkt. FED-Chef Bernanke versucht zu beschwichtigen und mach mit weitern Liquiditätsspritzen Hoffnung. Bernanke fordert aber auch eine stärker Kontrolle der Banken durch die Notenbank. Auch der Deutsche Bank–Chef Josef Ackermann versucht immer wieder den Markt zu beruhigen, was aber im Moment nicht viel nützt. Die Citbank Deutschland wurde für 5 Mrd. USD an die Credit Mutel nach Frankreich verkauft, womit die Deutsche Bank wieder einmal das Nachsehen hat. Dieses Geld braucht die Citibank aber auch dringend, um die immer größer werdenden Finanzlöcher stopfen zu können. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige US-Banken demnächst unter staatliche Kontrolle kommen werden so wie die japanischen Banken zu den Krisen-Zeiten in den 90-er Jahren.

    Fazit: Gehen Sie als Anleger in der nächsten Wochen in Cash (oder short), falls es zu neuen Tiefstkursen an der Wall Street kommen sollte, denn dann droht ein nochmaliger Kursrutsch. Cash bleibt King, insbesondere dann, wenn der Öl-Preis aufgrund der Kriegsgefahr im Iran weiter spekulativ steigen sollte. Auch Ostbörsen werden weiterhin durch die Wall Street-Schwäche und Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen werden. Wer schon gemäß meiner Empfehlung in Cash ist, kann demnächst in Ruhe auf „Schnäppchenjagd“ in Osteuropa gehen, denn die Bewertungen werden immer attraktiver, je mehr die Kurse fallen. Besonders russische Rohstoffwerte sind jetzt sehr aussichtsreich und niedrig bewertet. Eine „Oase der Stabilität“ ist im Moment nur Tschechien mit steigenden Kursen beim Versorger CEZ und dem Pharmawert Zentiva. Welche Aktien konkret ge- und welche verkauft werden sollten, können sie der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-861400-1 (1,86 € /Min.) entnehmen. Crashtage sind Kauftage!

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