Ostbörsen im Fokus (siehe auch www.eaststock.de)

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Interview- und Termin-Hinweise

Andreas Männicke wurde am 19. Juli 2017 von Börsen Radio Networks über die neuen Outperformance-Chancen in Osteuropa, aber auch die Russsland-Connection von Trump befragt.

Andreas Männicke wurde am 7. Juni 2017 in Börsen Radio Networks über die mutmaßlichen russischen Hackerattacken in den USA und in Katar und die Auswikungen auf die russische Börse befragt.

Andreas Männicke wird anläßlich der OPEC-Konferenz am 24. Mai 2017 um 18.15 Uhr in N24 über Russland befragt.

Andreas Männicke wurde am 17. Mai 2017 zusammen mit Kemal Bagci von der BNP Paribas von Friedhelm Tilgen in NT/Telebörse über die Chancen von Rohstoffen und Rohstoffaktien in Russland befragt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Intreviews" abrufen.

Andreas Männicke wurde am 18. Mai 2017 von Antje Erhard im Aktionärs TV über die Outperformer in Osteuropa befragt. Sie können sich das Inteview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Interviews" runtreladen.

Andreas Männicke wurde am 19. April 2017 von Börsen Radio Networks über die Auswirkungen der geopolitshchen Risiken auf Osteuropa befragt.

Andreas Männicke wurde vom Businessinsider am 31. März 2017 über die Chancen in Russland und in Osteuropa befragt.

Ab Oktober 2013 können Sie unter Eingabe von "EastStockTV" bei www.youtube.de die aktuellen Kommentare von Andreas Männicke zu den Aussichten an den Welt- und Ostbörsen kostenlos abrufen. Abonnieren Sie einfach den Kanal bei www.youtube.de.

Ab Mai 2014 können mit Herrn Männicke über www.go.guidants.com auch interaktiv in Kontakt treten und Fragen zu den Ostbörsen stellen.

Verpassen Sie die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen Sie jetzt den monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Ein Probe-Abo (3 Ausgaben kosten nur 15 €). Die beiden Muster-Depots erzielten seit Februar 2009 eine Performance von über 320% im Muster-Depot 1 (konservativer Osteuropa-Basket) bzw. über 350% im Muster-Depot 2 (spekulativer Osteuropa-Basket, das sind über 40% p.a. seit 2009. In den neuen Muster-Depots ab 2015 wude eine Performance von über 130% bzw über 80% erzielt. Das neue "goldige" Muster-Depot erreichte immerhin ein Plus von 66% ab 2016.

Im neuen monatlich ercheinenden Börsenbrief THE BIG PICTURE werden die globalen Anlagestrategien für Aktien-Indices, Rohstoffe und Währungen besprochen. Auch hier kostet ein Probe-Abo (3 Ausgaben per E-mail) nur 15 €.

Zudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Crash in Moskau: Margin Call!

    Freitag, 19. September 2008 13:29:00

    Moskau vom Top-Performer zum Top-Loser
    An der Moskauer Börse wurde der Handel ausgesetzt, nachdem es in den Tagen zuvor zu dramatischen Kursverlusten bei den russischen Blue Chips gab. Nachdem schon zuvor die Kurse an der Moskauer Börse durch den Georgien-Krieg und auch dem fallenden Ölpreis sowie der Putin-Attacke gegen den Stahlkonzern Mechel unter der Druck kamen, brachen am 18. September auch die bis dahin stabile Aktie von Rostelecom um 35% ein. Normalerweise sind auch solche Kursverluste bei einem Titel kein Problem für die Börse und auch kein Grund, den Handel auszusetzen. Der letzte Stand des RTS-Index war vor Handelsaussetzung am 17. September 1058-Indexpunkte, was ein Minus von 53,8% seit Jahresbeginn bedeutet. Im Mai 2008 zählte die Moskauer Börse mit einem neuen Allzeithoch und einem Plus von 5% seit Jahresbeginn noch zu den Top-Performern unter den Weltbörsen, jetzt aber nach dem Crash aber zu den Schlusslichtern.

    Zweitgrößte russische Investmentbank KIT Finance in Schwierigkeiten
    Der Kurseinbruch von der T-Aktie Rostelecom war insofern aber von weitreichender Bedeutung, weil die zweitgrößte Investmentbank und 30. größte Bank Russlands KIT Finance große Aktienpakete von Rostelecom im Eigenbesitz als Sicherheit benutze, um Kredite zu bekommen. Nachdem Rostelecom nun um am 17. September um 35% fiel und damit die Sicherheit nicht mehr vorhanden war, gab es einen „Margin Call“ der Gläubiger, dass heißt, KIT Finance musste die Kredite zurückzahlen, da die Sicherheit nicht mehr vorhanden war. KIT Finance kam dadurch in ernsthafte Liquiditätsschwierigkeiten Dann wurden auch andere Aktienpakte fast unlimitiert auf dem Markt geschmissen, um eine Insolvenz zu verhindern. KIT Finance war einer der am schnellsten wachsenden Banken in Russland. Mich erinnert das ein wenig an die Inkombank, die 1996/97 auch die am schnellsten wachsende Privatbank war und hinter während der Rubelkrise Pleite ging. KIT Finance wurde aber schon von Gazprom übernommen. Auch andere russischen Broker und Banken verkauften Aktien, um sich Liquidität zu beschaffen, was den Kursdruck erhöhte. Zudem kam es schon zuvor zu einer Kapitalflucht von über 20 Mrd. USD durch einige russischen Oligarchen, die sich in Russland nicht mehr sicher fühlten. Dies schwächte auch den Rubel, so dass die russiche Notenbank 6 Mrd. USD für Stützungskäufe aufwenden musste. Die ist aber kein Problem für die Notenbank, da sie über 580 Mrd. USD Währungsreserven hat.

    Bankenkrise auch in Russland möglich
    Auch jetzt kann es eine Bankenkrise in Russland geben, da sich die russischen Banken mit über 100 Mrd. USD im Ausland Geld geliehen haben und nun enorme Probleme bei der Anschlussfinanzierung haben - wie alle Banken auf der Welt im Moment Probleme mit der Refinanzierung haben. Immerhin hat die EZB im Konzern mit andren Notenbanken jetzt 180 Mrd. Euro in den Markt gepumpt, um eine Pleitewelle im europäischen Bankenmarkt zu vermeiden. Vor allem britischen Hypothekenbanken sind jetzt unter Druck Wie Greenspan richtig sagte, handelt es sich um eine „Jahrhundert-Solvenz-Krise“, die nun in Europa und auch in Russland angekommen ist.

    Notenbank und Staat greifen ein
    Wie nicht anders zu erwarten war, wird die russische Notenbank nun erst einmal, 500 Mrd. Rubel in den Markt pumpen, davon wurden 350 Mrd. RUB (14 Mrd. USD) schon am Donnerstag vergeben, um einen Dominoeffekt im russische Bankensektor zu verhindern. Zudem sollen die Mindestreservensätze um 4% vermindert werden, damit die Banken größere Liquiditätsspielräume haben. Zuvor wurden die Mindestreservensätze aber zweimal hintereinander erhöht, um die Inflation von über 15% einzudämmen. Diese Maßnahmen sind aber nicht ganz ungefährlich, da dadurch auch die Inflation wieder von neuem angeheizt werden könnte.

    Rohstoffpreise steigen wieder
    Die Rohstoffpreise zogen am 17/18. September wieder kräftig an, wie Gold von 770 auf 870 USD/Unze und Öl von 92 auf 97 USD/Barrel. Die russische Regierung beschloss aber auch die Exportabgaben im Ölsektor von 485,8 USD/Tonne auf 373 USD/Tonne herabzusetzen was besonders die russische Öl/Gasindustrie unterstütz. Durch die Öl/Gasindustrie kommt aber auch mittel ab Liquidität wieder in den Bankensektor. Daher war das eine kluge Entscheidung. Weitere Maßnahmen der Regierung bleiben abzuwarten. Ich kann mir zwar vorstellen, dass einige russische Banken und Broker insolvent werden, dennoch handelt es sich hier eher um eine „gesunde“ Bereinigungskrise, da es immer noch über 1000 Banken in Russland gibt, wobei die meisten russischen Banken nach Basel II wegen zu geringen Eigenkapitals ohnehin keine Existenzberechtigung und Überlebenschance hätten.

    Die halbstaatliche Sberbank und VTB Bank sowie die Gazprombank werden aber gestärkt aus der Krise herauskommen, obwohl der Wertberichtigungsbedarf aufgrund von Abschreibungen im Wertpapipierhandel im zweiten Halbjahr 2008 recht groß sein sollten Ich rechne hier also mit schlechten Zahlen, aber nicht mit einer Pleite.

    Panikverkäufe bei Standardwerten
    Auch führten die Panikverkäufe jetzt zu sehr günstigen Bewertungen bei den russische Blue Chips (KGV3-4), die nun ein hohes Erholungspotential habe, sobald sich die Situation im Finanzmarkt entschärft. Da der amerikanische und britische Bankenmarkt lichterloh brennt, scheint jetzt der amerikanische Staat alle schlechten Kredite der US-Banken aufkaufen und in einen Staatsfonds zu bringen. Eine ähnliche Lösung gab es schon einmal bei einer Bankenkrise in Schweden du auch Japan hatte 1990 eine ganze Reihe von Banken bzw. deren Schulden übernommen. Dieses Gerücht brachte den Dow Jones Index am 18. September um über 400 Punkte nach oben, nachdem der Dow Jones Index er zuvor um 400 Punkte bzw. 4% einbrach. Damit werden schlechte Kredite quasi „verstaatlich“ und nicht die Banken selbst. Nur werden dadurch auch die US-Staatsschulden immer größer. Das Sentiment gegenüber Russland ist auch deswegen denkbar schlecht, weil die Berichterstattung in den westlichen Medien zum Teil sehr einseitig negativ ist.

    Die neue „USSR“ – Marktwirtschaft adé!
    Wenn zum Beispiel die größte Versicherung in Russland unter den „Schutz“ des Staates kommen würde, wären die Medien sofort wieder mit Schlagworten wie Russland auf dem Weg totalitären Staatskapitalismus“ oder der „Kreml schluckt die Privatwirtschaft“ präsent. Wenn aber die amerikanische Notenbank die größte amerikanische Versicherung AIG zu 80% schluckt und ihr zudem noch einen Kredit in Höhe von 85 Mrd. USD gibt, dann ist dann eine notwendige Maßnahme, um die Börsen und Finanzmärkte zu beruhigen. Ebenso kamen zuvor Fannie Mae du Freddie Mac mit einem Anleihenvolumen von 5 Billionen USD unter die Fittiche des Staates. Ich kann da nur sagen: „Welcome USSR (=United States Socialistic Republic)“! Ich gehe zudem davon, das das russische Finanzsystem die gegenwärtigen und zukünftigen Stresstests wesentlich besser und schneller überwinden wird als die USA, da sich der russische Staat durch die hohen Öleinnahmen fast total entschuldet hat, während die US-Verschuldunge gerade von 9,6 auf 14,5 Billion erhöht hat, da die Schulden von Fannie Mae und Freddie Mac nun in den Büchern des US-Staates sind. Und nun sollen noch die Schulden des US-Bankenmarktes hinzukommen. Wenn sich da mal nicht die USA überhebt. Russland hat nicht einmal 40 Mrd. USD Staatsschulden, wobei sich die Hauptschuldenlast jetzt aber auf Staatsbetriebe und Staatsbanken übertragen wurden. Russland braucht aber auch in den nächsten 10 Jahren 1 Billion US-Dollar an Kapital, um die Wirtschaft zu modernisieren und die geplanten Mega.-Infrastrukturinvestitionen vorzunehmen.

    Schon dramatische Kapitalflucht nach Georgien-Krieg in Russland
    In den USA sind zudem einige weitere Großbanken wie Washington Mutal (größte US-Sparkasse) auf der Kippe. Die Investmentbank Morgan Stanley soll angeblich von einem chinesischen Staatsfonds frisches Kapital bekommen, das trotz einem Quartalsgewinn von über 1 Mrd. USD angeblich dringend benötigt wird. Ich erwarte also ein weiteres Bankensterben in den USA und in Russland, nur dass für Russland das Bankensterben verkraftbar wäre und sogar zu besseren Strukturen herbeiführen wird. Zudem hat die russische Notenbank weit über 500 Mrd. USD, die nun gezielt eingesetzt werden kann. Zudem hat der Staat erhebliche Haushaltsbilanzüberschüsse und auch die Mittel von dem Stabilisierungsfonds im Volumen von 150 Mrd. USD, die jetzt auf zwei Staatsfonds vereilt wurden. Amerika dürfte aber mit den staatlichen Stützungsaktionen bald die Puste ausgehen, wenn sich die Finanzschieflagen weiter in dem Tempo wie zuvor summieren. Russland muss aber das verloren gegangene Vertrauen im Finanzmarkt wieder gewinnen damit die Börsenkurse wieder steigen können. Es wurde schon eine Reihe von Aktienrückkaufprogrammen angekündigt, die die Kurse stützen werden. Der Abzug von über 20 Mrd. USD in wenigen Tagen war heftig; jetzt stellt sich die Frage, wann und ob das Kapital zurückkehrt. Bei einem KGV von 6 ist der russische Akteinmarkt jetzt jedenfalls der preiswerteste Aktienmarkt der Welt.

    Kapitalabzug auch an den Börsen in Südosteuropa
    Unter dem Abzug von Kapital litten auch die kleinen Börsen in Südosteuropa, wobei die Märkte wesentlich kleiner und illiquider sind als in Russland mit einer Börsenkapitalisierung von 0,631 Mrd. USDD (im Hoch bei 1,4 Billionen USD!). So hat alleine Gazprom mit einer Börsenkapitalisierung von 150 Mrd. USD (im Hoch über 300 Mrd. USD) eine mindestens dreifach so große Börsenkapitalisierung wie alle Balkan-Börsen in Südosteuropa zusammen. In den Jahren 2006 du 2007 stiegen die Akteinkurse noch durch den erheblichen Kapitalzufluss, was die Börsekurse auch aufgebläht hatten. So war an den Börsen von Ljubljana und auch Belgrad Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) von über 25 keine Seltenheit. Die Bösre Ljubljana stieg den dem Beitritt in die Währungsunion im letzten Jahr um 71%. Slowenien war das erste osteuropäische Land, das den Euro schon in 2007 eingeführt hat. Die hochmoderne Börse Ljubljana – eine reiner Computerhandel ohne Parketthandel – ist eine Art Vorzeigebörse für alle Börsen Ex-Jugoslawiens geworden. Die Umsätze sind auch an der Bösre Ljubljana am höchsten mit 5-15 Mio. Euro am Tag.

    Börse Zagreb +300% bis Ende 2007
    Aber auch die Börse Zagreb aus Kroatien profitiert von dem hohen Wirtschaftwachstum und dem Nimbus als nächstes EU-Beitrittsland. Über die Hälfte der EU-Kapitel wurden in Kroatien schon „abgearbeitet“. Der EU-Beitritt soll in den Jahren 2010-12 erfolgen. In den letzten 3 Jahren stiegen die Kurse an der Börse Zagreb sogar um über 300% bis Ende 2007, womit die Börse Zagreb einer der Top-Performer unter den Weltbesen war. Die Börse Belgrad aus Serbien rückt erst jetzt allmählich in den Fokus von westlichen Portfolio-Investoren und Fondsmanagern, nachdem sich die EU-Ausrichtung mit Tadic an der Spitze durchgesetzt hat. Durch den Bürgerkrieg und dem Kosovo-Konflikt ist Serbien noch am weitesten zurück. So beträgt das BIP pro Kopf in Serbien nur etwa 3000 € während Slowenien schon auf ein BIP/Kopf von über 16.000 € kommt.

    Börse Belgrad mit Nachholpotential
    Die Umsätze an der Börse Belgrad sind mit 1 Mio. Euro am Tag noch recht dünn. Die dort vorherrschenden Banken meldeten aber sehr gute Halbjahreszahlen. Die größte serbische Bank AIK Bank meldete sogar ein Gewinnwachstum von 90% im 1. Halbjahr 2008. Insofern lohnt nach dem Kurseinbruch in 2008 um über 40% nun auch ein Blick auf diese noch relativ jungfräulichen Börsen aus Südosteuropa. Noch kleiner und illiquider sind die Börsen aus Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Mazedonien. Die Kursverluste an den Balkan-Börsen betrugen in diesem Jahr über 40% im Durchschnitt, bieten jetzt aber wieder recht attraktive Einstiegniveaus, zumal die die Wachstum- und auch die EU-Konvergenzstory für Kroatien und auch die andern Länder Ex-Jugoslawiens noch voll intakt ist.

    Vehikel für Südosteuropa (Balkan-Region)
    Da noch keine Aktie aus diesen Ländern an deutschen Börsen notieren, empfehle ich den Einstieg entweder über Südosteuropa- oder Balkan-Fonds oder über Indexzertifikate wie den SETX-Index mit Slowenien, Kroatien, Serbien und Rumänien im Boot. Wer einzelne Länder bevorzugt hat die Möglichkeit über endlos-Indexzertifikate der ABN AMRO Bank (demnächst RBS), der Erste Bank und der RCB den Einstieg zu wagen. Hohe Volatilität ist aufgrund der Marktenge aber auch in Zukunft zu erwarten.

    Vehikel für Südosteuropa (Ex-Jugoslawien) WKN Kurs in €
    Fonds
    Hypo South Eastern Opportunities Fonds
    (Slowenien, Kroatien, Bosnien. Serbien)
    A0JDQW 104
    Danske Trans Balkan (Rumänien, Bulgarien) A0LBUS 7,2
    Länder Indexzertifikate (ABN AMRO Bank)
    Slowenien Blue Chips (Slowenien) AA0DMM 132
    CROBEX (Kroatien) AA0F67 7,43
    Südosteuropa Indexzertifikate
    ETX (Slowenien, Kroatien, Rumänien, Serbien) ABN4S9 14,35
    S-Box Balkan (Griechenland, Bulgarien,
    Krotaien, Rumänien, Slowenien)
    DB3BLK 5,3
    Ostbasket Next Generation (Kroatien/Serbien) RCB7S5 7,68

    Erst informieren, dann investieren
    Wer sich über die neuen Investmentchancen in Russland und in Südsosturopa näher informieren möchte, kann dies bei dem nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance! Am 12. November in Franfurt/M. Referent ist neben Andreas Männicke der Ostbörsenexperte Stefan Laxhuber, der bei geplanten neuen Osteuropafonds seine Investmentschwerpunkte in Südosteuropa und in den GUS-Republiken hat, was sicherlich eine interessante Mischung für das „smart money“ ist. Anmeldung und Infos bei der ESI East Stock Informationsdienste GmbH, Jüthornstr. 88, 22,043 Hamburg, Tel: 040/6570883, E-Mail info@eaststock.de. Aktuelle Markteinschätzungen bekommt der Anleger unter der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min.)

  • Krieg hinter den Kulissen

    Samstag, 13. September 2008 18:11:00

    Dieses Wochenende ist so spannend wie selten zuvor: zunächst hat der Hurrikan „Ike“ Texas erreicht, wo schon ein Schaden von 100 Mrd. USD befürchtet wurde. Deswegen brach die Versicherungsaktie AIG am Freitag auch um 30% an der Wall Street ein. 13 Raffinerien haben ihren Betrieb für 1-2 Tage eingestellt, nehmen ihn aber nun wieder bald auf. Damit fiel für einige Tage 15% der US-Kraftstoffproduktion bzw. 2,8 Mio. Barrel am Tag aus. Ike“ hätte in Houston aber auch eine Sturmflut auslösen, was aber nicht der Fall war. „Ike“ hatte einen Durchmesser von über 1000 km und brachte bei 170 Stundenkilometern sehr viel Wasser mit. Die Dämme haben aber gehalten. Über 4 Mio. Menschen sind jetzt in Houston ohne Strom und das wahrscheinlich über 1 Woche lang. Bisher wurden „nur“ 3 Tote gemeldet. Das Auge des Sturms ging östlich von Houston vorbei. Die gute Nachricht: es war kein Hurrikan der Stufe 4, sondern nur der Stufe 1-2. Wir werden sehen, welche Schäden „Ike“ tatsächlich angerichtet hat, aber es war wohl nicht so schlimm wie befürchtet (daher AIG kaufen). Ich rechne am Montag mit steigenden Kursen an der Wall Street.

    Erstaunlich und gleichzeitig bezeichnend ist, dass der Ölpreis am 12. September nur leicht auf 102 USD/Barrel gestiegen war. Vor einigen Monaten hätte eine solche „Horror-Meldung“ wie „Ike“ einen Kursanstieg um 10 USD/Barrel herbeigeführt. Dies deutet mehr darauf hin, dass der Ölpreis auf unter 100 USD/Barrel fallen wird, zumal, wenn „Ike“ nur das Format von „Gustav“ hatte, also weniger Schäden anrichtete als erwartet. Allerdings sinken schon wieder die US-Lagerbestände, so dass der Ölpreis mittelfristig wieder anziehen dürfte. Ich rechne mit einer Trading Rang von 80-120 USD/Barrel in den nächsten Monaten.

    Nach der staatlichen Zwangsverwaltung bei dem Hypothekenbank Fannie Mae und Freddie Mac steht an diesem Wochenende das Schicksal der US-Traditions-Investmentbank Lehman Brothers auf dem Spiel. Lehman Brothers (LB) meldete einen Quartalsverlust von 3,9 Mrd. USD, wobei die Bilanz-Zahlen absichtlich vorverlegt wurden, um eine vollständigen Verkauf zu ermöglichen. Eine koreanische Bank hat sich aber zurückgezogen. Dafür zeigen jetzt angeblich die Bank of America und Barclays Interesse an einer Übernahme, wobei kurioserweise das US-Finanzministerium als Vermittler agiert. Die Markte Cap von LB schrumpfte schon auf unter 2 Mrd. € zusammen. Dies wäre ein „Schnäppchen“ für chinesische Banken oder russische Oligarchen, aber die sind nicht willkommen (wie bei der IKB Bank oder Dresdner Bank zuvor). Der Kurs von LB brach am 11. September noch einmal um 40% auf 3 € ein und gab am 12. September auf das Allzeit-Tief von 2,67 € intraday nach. Im Mai befand sich der Kurs noch bei 30 € und im letzten Jahr bei 60 €. Wenn eine Aktie um über 90% fällt, ist das Unternehmen ein akuter Konkurskandidat, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass die amerikanische Notenbank im Fall von Bear Stearns Garantien im Volumen von 30 Mrd. USD zur Verfügung stellt, um damit den Einstieg von JP Morgen zum Schnäppchenpreis von 2 € zu ermöglichen, und LB leer ausgeht.

    Ich verstehe nicht, wieso sich die Deutsche Bank für 2,8 Mrd. € zu 29% an der Postbank beteiligt und nicht für 2 Mrd. € ein Übernahmenangebot bei Lehman Brothers macht, um seine Position auf dem US-Markt auszubauen. Lehman Brothers will seinerseits das Investmentbankinggeschäft und Immobilien verkaufen, um nicht in Konkurs zu gehen, aber was bleibt dann noch übrig? Der nächste Pleitekandidat nach Lehman Brothers ist die US-Investmentbank Merrill Lynch. Bisher sind in den USA 11 Banken Pleite gegangen, wer wird die nächste sein? Auch Wachovia Corporation, einer der größten Bank der USA, hängt am seidenen Faden. Der größte Versicherungskonzern der Welt AIG ist nicht mehr der größte Versicherungskonzern der Welt, denn er verlor am Freitag 30% an Wert, da die Anleger vermuteten, das „Ike“ einen Schaden von 100 Mrd. USD am Wochenende anrichten könnte! Zudem muss AIG wahrscheinlich weiter Mrd-Abschreibungen aufgrund von Kreditderivaten auf Anleihen von Fannie Mae und Freddie Mac melden. Auch hier werden neue Mega-Abschreibungen erwartet. Viele Versicherungen sind jetzt in den USA auch am Rande der Pleite. Hoffentlich gehen nicht Lehman Brothers und auch nicht Merrill Lynch Pleite, denn dann haben die USA und auch die Weltbörsen ein Problem, was sie nicht so schnell verkraften werden. Dann ist auch ein Crash an den Weltbörsen möglich.

    Schon jetzt stehen wir kurz vor einem Systemkollaps mit den Harakiri-Aktionen der Notenbanken und des US-Staates. Man muss sich einmal vorstellen, das die Notenbanken Fannie Mae und Freddie Mac 1,5 Billionen USD geliehen und damit zwei Unternehmen Geld anvertraut haben, die faktisch Pleite sind, aber nicht Pleite gehen dürfen, weil sie ein Anleihenvolumen von 5 Billionen USD haben. Der US-Staat war bisher „nur“ mit 9,6 Billionen USD verschuldet; nun kommen 5 Billionen USD hinzu, denn die Schulden von Fannie Mae du Freddie Mac wandern nun vollständig in die Bücher des Staates - angeblich nur für ein Jahr, was ich aber nicht glaube. Damit kommt die USA jetzt auf das Verschuldungsniveau von Italien und Japan, wie überhaupt die Parallelen Japan (erst Immobilien-Crash, dann Bärmarkt bei Aktien für fast 20 Jahre!) offensichtlich sind. Die BIZ und die FED arbeiten gerade fieberhaft an einem neuen Krisenprogramm, wie sich Notenbanken gegenseitig helfen können, um einen Systemkollaps oder eine Crash-Situation an den Weltbörsen wie 1929 zu vermeiden – hoffentlich nicht zu spät, denn für viele Banken heißt es schon jetzt: „Last Margin Call! Viele Anleger sind immer noch ahnungslos und begreifen nicht, was sich gegenwärtig vor und hinter den Kulissen im Finanzsektor abspielt. Für die Anleger heißt es jetzt „Last Wake up Call!“

    Auch glaube ich nicht daran, dass das Haushalsbilanzdefizit in den USA im nächsten Jahr „nur“ 483 Mrd. USD, sondern weit über 500 Mrd. USD betragen wird. Das BSP-Wachstum von 3,3% im 2Q08 ist ebenso geschönt wie die Arbeitslosenzahlen, was auch zum Wahlkampf gehört. Viele US-Hedgfonds sind jetzt am Rande der Pleite, was auch dazu führt, das Rohstoffpreise und Kurse an Emerging Markets durch unlimitierte Zwangsliquidierungen in den Keller fallen. Auch dies ist ein Grund für den dramatischen Kursverfall an der Moskauer Börse um über 40% in wenigen Wochen. Möglich ist sogar eine militärische Aktion (gegen Iran?) oder einem „selbst initiierten“ Terroranschlag von oder in den USA, um McCaine eine bessere Ausgangssituation als „Hardliner“ und „Kämpfernatur“ im Wahlkampf zu verschaffen. Auch ein Iran-Krieg ist nach dem Georgien-Krieg, der für McCaine „willkommen“ wäre, nicht ausgeschlossen.

    Die nächste Woche wird auch von der Markttechnik geprägt werden, was auch indirekter Wahlkampf ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der US-Markt vor der Präsidentschaftswahl am 4. November noch einmal einbrechen wird. So auch am Freitag war der US-Markt stabil: trotz der hohen Risiken und „Ike“ schloss der S&P sogar mit einem knappen Plus von 2 Punkten bei 1252 Indexpunkten und der Dow Jones schloss im Wochenverlauf auch mit einem leichten Plus von 2% ab. Das „Plunge Protection Team“ wird dann wieder massiv eingreifen, wenn der Dow Jones droht abzustürzen und das wäre bei der Marke von unter 11000 Indexpunkten. Dann würde auch der DAX unter 6000 Indexpunkte fallen mit Potential bis 5600 Indexpunkte. In diesem Fall lohnen sich kurzfristig Short-Positionen beim Dow Jones, S&P oder DAX, was auch über ETFs möglich ist. Ich rechne aber mit einer leichten Kurserholung, wenn Lehman Brothers gerettet wird und „Ike“ nicht die Wirkung hat wie man befürchtete.

    Zwischenzeitlich wird es einen „Krieg hinter den Kulissen“ zwischen den beiden Weltmächten USA und Russland geben. Die USA bemühen sich auf diplomatischer Ebene Druck auf Schweden auszuüben, damit Schweden nicht den Bau der nordischen Pipeline genehmigt. Russland bietet der OPEC eine Kooperation an, um die Ölpreise unter Kontrolle zu bekommen und möglicherweise auch als Waffe gegen die USA benutzen zu können. Zudem hat Russland einen heißen Draht nach Venezuela, wo der US-Botschafter schon ausgewiesen wurde. Russland wird seine Kontakte nach Syrien ausbaue, um die USA zu ärgern. Auch könnte es demnächst einen verschärften Iran-Konflikt geben, wo Russland als Lieferant der Technologie für das Atomkraftwerk, das im Herbst ans Netz gehen soll, eine strategisch bedeutsame Rolle spielt.

    Eines dürfte klar sein: Georgien und Ukraine werden mittelfristig in die NATO aufgenommen, vielleicht schon nächstes Jahr, was sicherlich wiederum eine erneute Provokation gegenüber Russland darstellt. Wie wird Russland darauf reagieren? Dann stehen sich im Konfliktfall à la Georgien auf einmal russische Kriegsschiffe und NATO-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer unmittelbar gegenüber. In Sevastopol sind immer noch die russischen Kriegsschiffe (oder sind es auch „Friedenstruppen“) aus alter Sowjetzeit stationiert, was den Ukrainern schon lange ein Dorn im Auge ist; sie sollen bis spätestens 2017 abziehen. Bis dahin kann aber noch viel passieren. Auch die Krim ist überwiegend von Russen beherrscht und viele haben dort auch einen russischen Pass und sprechen nur russisch. Mein Vorschlag an die NATO: nimmt auch Russland in die NATO auf und konstruiert keine falschen Feindbilder. Es wäre nicht auszudenken, wenn russische und amerikanische Kriegschiffe realtiter sich einmal feindlich gegenüberstehen. Dann ist es völlig unwesentlich, wer dann wen zuerst angegriffen hat, was jetzt ein EU-Untersuchungsausschuss beim Georgien-Krieg zu Tage bringen will. Dann wird es nur einen Verlierer geben: die Welt! Die Spionage und Geheimdienstaktivitäten haben sich deutlich beidseitig (USA/Russland) erhöht. Und beide suchen jetzt strategische Partner, die sich jeweils feindlich gegenüberstehen. Ich nenne das Krieg hinter den Kulissen. Es ist jetzt wichtiger denn je, über eine neue Sicherheitsarchitektur mit Russland „auf Augenhöhe“ zu reden, die nicht einseitig von den USA dominiert wird, und dafür klare Regeln aufzustellen, bevor es zu spät ist und die Dinge eskalieren.

    Es könnte auch im Hinblick auf den US-Wahlkampf also einen „heißen Herbst“ an den Weltbörsen geben. Möglicherweise schlägt sich Russland jetzt ganz provokativ auf die Seite des Irans bei der Frage, ob und wann das Atomkraftwerk ans Netz gehen soll. Dies könnte sogar einen zweiten „Stellvertreter-Krieg“ auslösen. Zudem droht ein Handelskrieg USA/Russland. Die USA haben angeblich erheblich Kapital von der Moskauer Börse abgezogen und damit einen Kurssturz ausgelöst, möglicherweise auch um Russland zu destabilisieren. Russland hat seinerseits schon ein Importverbot für Geflügel für die USA ausgesprochen, wie zuvor gegen Polen für angebliches Gammelfleisch. Medwedew/Putin werden aber auch dafür sorgen, dass das Kapital wieder nach Russland zurückkehrt notfalls durch Käufe von Pensionskassen und befreundeten Oligarchen. Dagegen steht angeblich der Oligarch Roman Abramovich auf der Abschussliste des Kremls. Die Notenbank stützte schon zuvor den Rubel, womit die Währungsreserven um 6 Mrd. USD abnahmen. Zudem rechne ich mit Aktienrückkaufprogrammen von Blue Chips. Nach dem Crash am 9. September an der Moskauer Börse mit einem Kursverlust von 7%, tendierten die Aktien am Freitag an der Moskauer Börse freundlich.

    Welche Richtung die Börse nimmt und wie Sie sich dann verhalten sollen, können Sie der täglich aktualisierten „Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Meine wöchentlichen Kolumnen und Analysen können Sie ab sofort unter www.andreas-maennicke.de kostenlos abrufen, wenn Sie sich dort registrieren.

    Hinweise: Am 12. November findet das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ um 18.00 Uhr in Frankfurt/M (gleich nach dem EK-Forum) statt. Dort werden neben den Chancen an den etablierten Ostbörsen auch die neuen Chancen an den Börsen in Südosteuropa, Zentralasien und den GUS-Republiken ausgelotet. Referent ist neben Andreas Männicke der Ostbörsenexperte Stefan Laxhuber. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an unter ESI GmbH; Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, Fax: 040/6570884, E-Mail. info@eaststock.de . Das nächste Live-TV-Interview über den Balkan mit Andreas Männicke findet am 19. September in der 3SAT/Börse um 21.30 Uhr (www.3Sat.de/boerse) statt.

  • Börsen bejubeln staatliche Zwangsverwaltung in den USA

    Montag, 08. September 2008 15:18:00

    Sind Sie ein Trader (geworden) oder ein Langfrist-Investor (geblieben)? In den nächsten Wochen werden wir erleben, wer mit den hohen Volatilitäten gut zurecht kam und wer dadurch in Schieflagen gekommen ist bzw. sogar kurz vor dem Konkurs steht. Aufgrund der starken Preisschwankungen auch bei Rohstoffen dürften auch einige Hedgefonds, die mit erheblichen Hebeln arbeiten, in Liquiditätsschwierigkeiten kommen. Ebenso dürften einige Private Equityfonds, die nur durch hohe Kredite zu Mega-Deals gekommen sind, in Schwierigkeiten kommen, wenn es keine Folge-Finanzierung mehr möglich ist. Ein weltweiter Credit-Crunch würde auch die Weltbörsen und viele börsennotierte Unternehmen durch die bekannten Dominoeffekte in (Konkurs)Gefahr bringen. Wer sich hoch verschuldet, hat jetzt auch höhere Finanzierungsrisiken und Finanzierungskosten hinzunehmen. Auch viele Kommunen und Gemeinden werden demnächst in den USA aufgrund des „Credit Crunch“ Bankrott gehen.

    Zunächst aber bejubelt die Börse die staatliche Zwangverwaltung der beiden angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae, wo es zu erheblichen Liquiditätsengpässen gekommen ist. Der Nikkei Index und DAX stiegen am Montag um über 3% an. Ein Befreiungsschlag oder gar eine nachhaltige Trendwende ist dies aber keineswegs, eher ein „Strohfeuer“ auch asl Reaktion auf die hohen Kursverluste in der Vorwoche. Ich bin gespannt, in welchen Büchern nun die 5 Billionen Schulden landen, die die beiden Hypothekenbanken über Anleihen aufgenommen haben. Angeblich soll die staatliche Zwangsverwaltung nur 1 Jahr andauern. Jeder zweite Amerikaner hat einen Kredit bei Fannie Mae und Freddie Mac.

    Dies ist aber ein herber Schlag gegen die Marktwirtschaft. Eine von vielen Experten propagierte Marktbereinigung würde hier aber nichts mehr nützen, da es hernach keinen Hypothekenmarkt in den USA mehr gebe. Dies erinnert sehr an die Situation der japanischen Banken in den 90-er Jahre, die auch zum großen Teil nach ihren faktischen Konkursen unter die Obhut des Staates kamen. Dies bedeutet aber auch, dass der Steuerzahler das ausbaden muss, was Bankmanager zuvor fahrlässig verursacht haben. In den USA muss der Steuerzahler wohl 100 Mrd. USD für die Schieflagen zahlen. Damit ist die Bankenkrise in den USA aber keinesfalls beigelegt. Schon die nächsten Quartalszahlen werden in einigen Wochen zeigen, wie hoch der zusätzliche Abschreibungsbedarf im Finanzsektor ist. Nach der Hypothenkreditkrise kann immer noch die Konsumentenkreditkrise kommen.

    Mittlerweile ist in diesem Jahr im August schon die 10. Bank in den USA Pleite gegangen und keiner hat es bisher so richtig wahrgenommen; ich erwarte weitere Bankenpleiten in den USA, wobei der Krug wohl an Lehman Brothers knapp vorbeigehen wird. Ich erwarte aber auch weitere Merger und Übernahmen nach dem Vorbild CoBa/DeBa, wobei der wirtschaftliche Erfolg abzuwarten bleibt.

    Auf der anderen Site gibt es immer noch Unternehmen mit Rekordgewinnen vor allen in Osteuropa. So haben viele osteuropäischen Unternehmen (auch Banken) Zuwächse bei Umsatz und Gewinn von über 50% zu verzeichnen, was im Moment aber nicht entsprechend honoriert wird. Es wird sich also die Spreu vom Weizen trennen.

    Beachten Sie bitte weiterhin, dass wir uns nach Greenspan in einer „Jahrhundert-Solvenz-Krise“ befinden und zudem einige europäische Länder wie Großbritannien, Belgien und Spanien jetzt in eine Rezession schlittern. In den USA werden wir ohnehin im Wahlkampf zumindest von Seiten der Republikaner nur geschönte Zahlen bekommen. Bedenken Sie aber bitte, dass die US-Konsumenten mit 170% des BSP so hoch verschuldet sind wie sonst nirgendwo auf der Welt. Der Konsum, die wichtigste Säule der USA, könnte drastisch einbrechen, wenn Immobilienpreise und Aktienkurse gleichermaßen fallen. Dies versucht aber im Moment sehr erfolgreich das „Plunge Protection Team“ in den USA zu verhindern, wozu ich auch die staatliche Rettungsaktion bei Freddie Mac und Fannie Mae zähle.

    General Motors versucht die Gunst der Stunde (=US-Wahlkmpf) seinerseits zu nutzen und einen 35-40 Mrd. USD Kredit vom Staat zu bekommen, wobei die Chancen im Wahlkampf besonders gut sind, denn die US-Regierung kann es einen Konkurs vom GM vor der Wahlentscheidung nicht erlauben.

    Neben dem Liquiditätsrisiko müssen die Anleger auch weiterhin auf die gerade begonnene „Hurrikan-Saison“ achten. „Gustav“ hat nicht die verheerende Wirkung wie „Kathrin“ im letzen Jahr, es können aber weiter Hurrikane bis November folgen, die den Ölpreis sofort wieder nach oben bringen können. Der Hurrikan „Ike“, der erbliche Schäden in Haiti verursachte, ist nun in Florida und Texas im Anmarsch. Aber schon „Gustav“ richtete einen Schaden von 10 Mrd. USD an. Wenn die Hurrikane keine weiteren großen Schäden anrichten, rechne ich mit einem stark fallenden Ölpreis auf unter 100 USD/Barrel. Der Dollar sollte weiter stärker werden, weil die EZB die Zinsen sinken könne und es zumindest auf dem Papier eher Rezessionstendenzen in Europa als in den USA gibt.

    Die EU hat zwar am 1. September wie von mir erwartet zwar keine wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland ausgesprochen, was im Übrigen auch ein Eigentor gewesen wäre. Es soll aber die gewollte „strategische Partnerschaft“ mit Russland auf Eis gelegt werden, wenn Russland nicht den 6 Stufen-Plan in Georgien (=vollständiger Truppenabzug) einhält. Politisch ist die Eiszeit mit Russland damit noch nicht beendet, zumal ein weiterer Konflikt mit Polen/Tschechien wegen des Raketenabwehrsystems der USA vorprogrammiert ist. Die Moskauer Börse brach nach einer kurzen Erholung wieder auf alte Tiefststände ein und hat damit den Bärmarkt noch nicht verlassen. Seit dem Hoch im Mai ist die Moskauer Börse um über 40% in wenigen Wochen eingebrochen und hat noch keinen Boden gefunden.

    Auch in der Ukraine ist die Koalition geplatzt und der Präsident sucht mal wieder nach Lösungsmöglichkeiten im politischen Chaos. Zudem ist die Inflation stark gestiegen. In beiden Ländern Russland und Ukraine, ja sogar in Georgien, ist das wirtschaftliche Umfeld jedoch wesentlich besser als das politische. Die Kurse an der Börse Kiew brachen in diesem Jahr um 54% ein, nachdem sie im letzten Jahr um 132% gestiegen sind. Wenn politische Kurse wirklich kurze Beine haben, dürften sich bis Jahresende an beiden Börsen noch hohe Reboundchancen ergeben. Dafür müssten dann aber auch die Weltbörsen „mitmachen“, die sich nach der volatilen Seitwärtsbewegung trotz der Kursavancen am Montag nun auf der Kippe befinden.

    Gehen Sie daher jetzt mehr nach der Markttechnik. Bearish wird das kurzfristige Szenario, wenn der Dow Jones unter 11000, der S&P unter 1220 und der DAX unter 6100 Indexpunkte geht. Bullish wird das Szenario erst, wenn der Dow Jones über 11800, der S&P über 1300 und der DAX über 6600 Indexpunkte geht. Kurzfristig ist jetzt eine leichte Kurserholung innerhalb der Trading-Range möglich. Die 200-Tageslinien sind bei allen großen Weltbörsen aber fallend, so dass es sich selbst im positiven Szenario wiederum nur um eine Bärmarktrallye handeln kann. Mit anderen Worten ist ein Crash durchaus in den Monaten September/Oktober noch möglich; ich glaube aber, dass dies das „Plunge Protection Team“ in den USA – auch aufgrund der kommenden Präsidentschaftswahl – einen Crash erfolgreich zu verhindern weiß, so dass der neue Präsident dann die Misere erst in 2009 ausbaden muss.

    Viele Aktien in Osteuropa sind jetzt fundamental aber so preiswert und die Unternehmensdaten so gut, dass alles andere als ein starker Rebound in den nächsten Monaten eine „irrationale Übertreibung“ nach unten wäre. Ich empfehle dennoch ein defensive Strategie, mit viel Cash, Ausnutzen von Trading-Möglichkeiten (auch auf der Shortseite!), dem Vermeiden von illiquiden Vehikeln und den Kauf von unterbewerten Blue Chips mit gestaffelten Abstauberlimits. Diese Strategie habe ich auch bei meinen Vorträgen auf der IAM von 5.-7. September 2008 in Düsseldorf kundgetan. Die IAM war aber so schlecht besucht wie schon lange nicht mehr, so dass nach dem „IAM-Indikator“ demnächst wieder gute Einstiegschancen zu sehen sind. Es will im Moment keiner etwas von Aktien wissen, was nur bedeutet, dass das Geld von den Händen der „Zittrigen“ in die Händen der „Hartgesottenen“ wandert.

    Welche Richtung die Börse nimmt und wie Sie sich dann verhalten sollen, können Sie der täglich aktualisierten „Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Meine wöchentlichen Kolumnen und Analysen können Sie ab sofort unter www.andreas-maennicke.de kostenlos abrufen, wenn Sie sich dort registrieren.

    Hinweise: Am 12. November findet das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ um 18.00 Uhr in Frankfurt/M (gleich nach dem EK-Forum) statt. Dort werden neben den Chancen an den etablierten Ostbörsen auch die neuen Chancen an den Börsen in Südosteuropa, Zentralasien und den GUS-Republiken ausgelotet. Referent ist neben Andreas Männicke der Ostbörsenexperte Stefan Laxhuber. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an unter ESI GmbH; Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, Fax: 040/6570884, E-Mail. info@eaststock.de . Andreas Männicke wird am Mittwoch, den 10. September um 18.30 Uhr in N24 (www.n24.de) über Russland befragt. Das nächste Live-TV-Interview über den Balkan mit Andreas Männicke findet am 19. September in der 3SAT/Börse um 21.30 Uhr (www.3sat.de/boerse) statt.

  • Russland vor Konfrontation, Isolation oder Kooperation?

    Sonntag, 31. August 2008 11:05:00

    +++EU-Kaukasusgipfel versus SCO-Gipfel+++Reagiert Russland mit der Ölwaffe auf EU-Sanktionen?+++Sprengstoff für die Börsen+++In der Krise liegt die Chance!+++

    Der in der Geschäftswelt für Joint-Venture gebräuchliche Merksatz „If you cant beat him join him“ könnte sich umdrehen in „if you can´t join him beat him!“, was für die Weltbörsen gefährlich wäre. Europa und Russland streben schon seit einigen Jahren eine strategische Partnerschaft, insbesondere eine strategische Energiepartnerschaft an, die auch in der EU-Energie-Charta zum Ausdruck kommen soll. Russland strebt seinerseits auch schon lange die Mitgliedschaft in der WTO an, die aber von den USA offensichtlich nicht gewollt ist. Was wir in den letzten Wochen seit dem Goergien-Krieg aber erleben, ist eine Zunahme der politischen Spannungen, der gegenseitigen Provokationen und Drohungen, die sogar in einen „kalten Krieg“ in einer neuen Eskalationsstufe münden können.

    So droht die EU, allen voran Frankreich/Polen, mit EU-Sanktionen, falls Russland nicht den beschlossen 6 Punkte Plan mit dem vollständigen Truppenabzug und vor allem die territoriale Integrität Georgiens einhalte. Georgien fordert von der EU nun auch ausdrücklich wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Mit der völkerrechtlichen Annerkennung von Südossetien und Abchasien schafft Russland in der Tat „unbequeme“ Fakten, die sogar zu einem Sprengstoff in den Beziehungen zur EU, USA und NATO werden könnten. Die geplanten gemeinsamen Manöver mit der NATO mit russsicherer Beteiligung wurden bereits abgesagt und das politische Klima ist sehr frostig. Russland könnte als Retourkutsche mit einem Energiestopp bzw. Ölblockade antworten, falls die EU tatsächlich wirtschaftliche Sanktionen aussprechen sollte. Dann wäre in der Tat eine Eskalationsstufe erreicht, die die Moskauer Börse – und möglicherweise auch andere Weltbörsen – zum Einbrechen (bzw. Fortsetzung des Bärmarktes) bringen könnte Die baltischen Staaten sehen sich von Russland bedroht und fordern von Angela Merkel einen noch schärferen Umgang mit Russland. Ebenso fordert Polen eine deutlichere Sprache im Umgang mit Russland, was auch immer das heißen soll.

    Dass in diesem Umfeld auch keine Aktienkurse gedeihen können, versteht sich von selbst. Am 1. September wird der schon mit Spannung erwartete EU-Kaukasus-Gipfel stattfinden, wo es zu einem EU-Beschluss gegen Russland kommen könnte, wobei die humanitäre für Georgien im Vordergrund stehen sollte. Medwedew kündigt seinerseits Gesprächsbereitschaft mit Brüssel an. Die Investoren sehen dem ganzen Treiben recht hilflos mit großer Betroffenheit zu.. Anhänger von Verschwörungstheorien sind sogar der Auffassung, dass der Konflikt von amerikanischen Geheimdiensten ganz bewusst geschürt wird, um dem Jagdbombenflieger und Vietnamveteran McCaine eine bessere Ausgangsituation im bevorstehenden US-Wahlkampf mit Obama zu verschaffen. Sollte etwa erst Russland und dann Iran noch (auch Veranlassung von Bush) zum US-Wahlkampfthema werden? Wir werden sehen. McCaine wird in der Wortwahl und Strategie nicht anders verfahren als Bush und der sagte sinngemäß einmal nach dem 11. September 2001 und vor dem Irakkrieg: „Wer nicht mein Freund ist, ist mein Feind!“

    In den letzten Wochen wurden erhebliche Gelder aus Russland abgezogen, was auch die Währung schwächte und die immer noch stattlich vorhanden Währungsreserven von weit über 500 Mrd. USD nur unmerklich verminderten. Der russische Aktienmarkt verlor seit dem Mai-Hoch über 40% an Wert, was schon einem Mini-Crash gleichkommt und den starken Vertrauensverlust dokumentiert. Das Kapital wird aber genauso schnell wieder zurückfließen, wenn sich die Situation entspannen sollte, was ich aber erst gegen Jahresende erwarte. Im Moment ist Russland einmal wieder in der Weltbörsenöffentlichkeit der „böse Bube“ und der Agressor. Dabei fällt die einseitige Sichtweise in den westlichen Medien auf. Russische Journalisten kommen kaum zu Wort (auch nicht in den TV-Medien wie BBC und CNN). Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder wird bei seiner Anmerkung, dass der erste Aggressor wohl Georgien und nicht Russland gewesen sei, gleich in die Korruptionsecke Russlands gesteckt und politisch auch aus eigenen Kreisen angefeindet. Angela Merkel geht auf Schmusekurs mit Bush - auch in der Iran-Frage. Wann wird Angela Merkel deutliche Worte finden, dass die USA aus dem Irak verschwinden und dort seit Jahren das Völkerrecht verletzten, denn mit welcher Berechtigung hält die USA den Irak „besetzt“. Auch dort gibt es ebenso wie in Georgien immer noch „Friedenstruppen!“, die angeblich den demokratischen Aufbau des Landes sichern. Immerhin produziert der Irak wieder fast soviel Öl wie zuvor, nur wer verdient daran und wem kommt es zugute? Und warum schlägt Angela Mrekel nicht ein Referendum unter UN- oder OSZE-Aufsicht in Südossetien und Abchasien vor, um hernach über die völkerrechtliche Anerkennung ähnlich wie bei Kosovo zu entscheiden? Aber das wäre wohl ein zu großer Affront gegen Bush und das wäre wiederum „unakzeptabel“. Gefragt ist jetzt Politik mit Augenmaß und Verstand, zumal die Weltbörsen auch charttechnisch auf der Kippe stehen.

    Für Anleger erhöhen sich in jedem Fall im Moment die politischen Risiken, wobei der Schritt zu einem „Kalten Krieg“ nicht mehr weit ist. Dies wäre dann auch ein erheblicher Rückschlag für die zunehmend besseren werdenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen EU und Russland. Bei der gerade laufenden (für meinen Geschmack etwas zu protzig-pompösen) Moskauer Automobilshow berichtete auch der VDA-Chef Mathias Wissmann voller Begeisterung von den großen Absatzchancen der deutschen Automobilindustrie in Russland (mit Umsatzsteigerungen von 50% in jedem Jahr). Auch das geplante nordeuropäische Pipeline-Projekt ist nicht ganz bedeutungslos. Ohnedies sollte man nicht vergessen, dass Deutschland schon längst in einer Rezession wäre, wenn es nicht den osteuropäischen Exportmarkt mit den höchsten Zuwächsen in den letzten Jahren hätte. Auch der Außenhandelsumsatz mit Russland stieg jedes Jahr im Durchschnitt um 20-30%. Russland ist für die deutsche Export-Wirtschaft weit wichtiger als die USA. Umgekehrt könnte Russland in Zukunft mehr denn je „genötigt“ sein, seine Beziehungen nach Asien (China/Indien) zu intensivieren und Europa zu vernachlässigen. Auch das sollte (und wird) Angela Merkel bei dem nächsten EU-Kaukasusgipfel am 1. September mitberücksichtigen.

    Die jetzt in den „kontroversen, aber hoffentlich konstruktiv geführten Dialog“ kommenden Politiker sollten sich dem Gewicht der wirtschaftlichen Auswirkungen ihrer Worte und Beschlüsse bewusst sein. Zudem hat Russland schon Unterstützung von China bzw. der Shangahai Cooperation Organisation (SCO) bekommen. Die SCO wurde von China und Russland im Jahr 2001 gegründet und ihr gehören nun die Volksrepublik China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan an. Es wird nach dem 7. SCO-Gipfel in Bischkek (Kirgisistan) am 16. August 2007 mit der Aufnahme weiterer asiatischer Staaten in die Organisation gerechnet. Derzeit vertritt die SCO bzw. SOZ schon jetzt rund ein Viertel der Weltbevölkerung (!) und stellt damit die größte Regionalorganisation der Welt dar. Die SCO hat nun am 28. August offiziell das Vorgehen der russischen Friedentruppen als legitim und das Vorgehen des georgischen Präsidenten Saakashwili als „unakzeptabel“ bezeichnet, während die USA und die EU-Länder das Vorgehen der Russen in Georgien als „unakzeptabel“ bezeichnet haben. Vielleicht wird dieses Jahr das Wort „unakzeptabel“ das Unwort des Jahres, da es mehr Unfrieden als Frieden schafft. In jedem Fall verlagert sich damit der Georgien-Konflikt auf eine andere Ebene und es könnte nun auch ein USA/China-Konflikt daraus werden. Durch die Unterstützung der SCO wird es der EU noch schwerer fallen, Russland einseitig für das Verhalten in Georgien zu betrafen. In jedem Fall ist Russland auch im Falle von EU-Wirtschaftssanktionen nicht isoliert, sondern mit der SCO im Bunde. Zudem agiert Russland aus der Position der wirtschaftlichen und faianziellen Stärke und die EU/USA aus der Position der wirtschaftlichen und finanziellen Schwäche.

    Der Fall Kosovo ist zwar etwas anders gelagert, aber aus russischer Sicht in der Konsequenz mit der völkerrechtlichen Anerkennung der Unabhängigkeit ähnlich. Wir wollen gar nicht davon sprechen, ob in den letzten Jahren seit dem „unakzeptablen“ Krieg der USA gegen den Irak jemals die territoriale Integrität des Landes Irak beachtet oder gar von der EU angemahnt wurde. Ich persönlich verabscheue jede Art von Krieg aus welcher Legitimation auch immer heraus. Aus der Sicht der USA ist die de facto mehrjährige Besatzung des Iraks ein Verteidigungskrieg mit dauerhaften „Friedenstruppen“ im Irak.

    Übrigens destabilisiert sich die Situation in Pakistan zunehmend, was dort auch wieder die Börse zum Einbruch brachte. Wann werden wohl endlich UN-Friedenstruppen unter der Leitung der USA und Großbritannien dort „Frieden“ schaffen. Die Zahl der durch Bombenanschläge getöteten Zivilisten ist übrigens im Irak jetzt schon höher als während des Irak-Krieges durch das Militär und die Kosten wachsen (im US-Haushalt) ständig. Wie gut, dass das ein Non-event für die Börse ist. Irak produziert jetzt wieder 2,3 Mio. Barrel Öl am Tag, was mittelfristig zu fallenden Ölpreisen sorgen wird, wenn zwischenzeitlich nicht Russland der EU oder erst einmal Ukraine/Polen/Tschechien) den Öl- oder Gashahn abdreht. Zumindest muss die Ukraine im nächsten Jahr eine starke Gaspreiserhöhung durch Gazprom erst einmal verkraften. Die Kurse an der Börse Kiew haben sich bereits aus ganz anderen Gründen seit Jahresbeginn halbiert.

    EU-Sanktionen gegen Russland könnten aufgrund der Energieabhängigkeit schnell zum Eigentor bzw. Bumerang werden. Die Anleger sollten sich auf weitere Hiobsbotschaften im politischen Dialog bzw. auch einen vorübergehenden Konfrontationskurs einstellen und sich auch bewusst sein, dass die US-Finanzkrise keineswegs abgehakt ist, sondern noch zunehmen kann. Am Freitag ging mit der Intergrtiy Bank of Alpharetta die 10. US-Bank in Folge in diesem Jahr Pleite; der Verlust von 350 Mio. USD kann die USA wohl verkraften, wenn bei Fannie Mae und Freddie Mac 5 Billionen USD an Anleihenvolumen auf die Spiel stehen. Der Hurrican „Gustav“ ließ den Ölpreis wieder auf 120 USD/Barrel ansteigen – ohne bisher in den USA angekommen zu sein. New Orleans befindet sich aber kurz vor der Evakuierung. Die Folgen bleiben am Montag abzuwarten.

    Da ich die hohen Volatilitäten in Osteuropa seit nunmehr fast 20 Jahren gewohnt bin und zudem seit Jahresbeginn eine defensive Anlagestrategie (mit viel Cash) propagiere, sehe ich auch den kommenden Russland/EU-Konflikt recht gelassen entgegen. Im Gegenteil: auf der IAM 1998 habe ich es gewagt, Russland auf dem Höhepunkt der Rubel- und Finanzkrise als „Jahrhundertchance“ zu bezeichnen. Und ich habe damals schon gesagt, dass die G-Aktie“ (Gazprom) die T-Aktie (Deutsche Telekom) langfristig um Längen schlagen wird. Seitdem hat sie Börsenkapitalisierung der Moskauer Börse in der Tat verhundertfacht und der Kurs der G-Aktie mehr als verzehnfacht. Was aus der T-Aktie geworden ist, brauche ich Ihnen nicht zu beschreiben.

    Die durchweg guten Halbjahreszahlen am Freitag bei dem russischen Stahlwert Evraz Goup, dem Konsumwert X5 Retail Group und dem Ölwert LUKoil mit neuen Rekordergebnissen beim Umsatz und Nettogewinn belegen bereits, dass es in Russland im Moment wirtschaftlich so gut läuft wie noch nie. Die Umsatzsteigerungen betragen hier im Durchschnitt 50%! Auf der anderen Seite sind Rohstoffpreise im Juli uni sono eingebrochen und so mancher fragt sich, ob dies bereits ein Ende des Rohstoffbooms bedeutet, was russische Aktien stark in Mitleidenschaft ziehen würde. So brachen die Umsätze und Gewinne beim Rohstoffwerte Norilsk Nickel im ersten Halbjahr brutal ein, was nicht verwundert, zumal auch die Nickelpreise von 50.000 auf 18.000 USD/Tonne seit dem Hoch nachgab.

    Dennoch werde ich auf der nächsten IAM vom 5.-7. September 2008 mehrere Vorträge beim Stand des Derivate Magazin (Stand E 24, jeweils um 11.30 und 15.00 Uhr) halten mit dem Thema „Kaufen, wenn die Kanonen donnern – Neue Chancen an den osteuropäischen Börsen“. Ob nach dem Vortrag wieder in den nächsten 10 Jahren eine Verhundertfachung an der der Moskauer Börse möglich ist, kann ich Ihnen nicht versprechen. Mein Motto bleibt aber: „In der Krise liegt die Chance!“ und mein unmaßgeblicher Rat an die EU im Hinblick auf die SCO und Russland ist: „If you can,t beat him join him!“

    Welche Richtung die Börse nimmt und wie Sie dann verhalten sollen, können Sie der täglich aktualisierten „Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Meine wöchentlichen Kolumnen und Analysen können Sie ab sofort unter www.andreas-maennicke.de kostenlos abrufen, wenn Sie sich dort registrieren.

    Hinweise: Am 12. November findet das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ um 18.00 Uhr in Frankfurt/M (gleich nach dem EK-Forum) statt. Dort werden neben den Chancen an den etablierten Ostbörsen auch die neuen Chancen an den Börsen in Südosteuropa, Zentralasien und den GUS-Republiken ausgelotet. Referent ist neben Andreas Männicke der Ostbörsenexperte Stefan Laxhuber. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an unter ESI GmbH; Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, Fax: 040/6570884, E-Mail. info@eaststock.de . Der Vorstand der KREMLIN AG Axel Potthorn wird am 6. September beim Hamburger Börsentag einen Vortrag über die Chancen der unterbewerteten russischen Nebenwerte halten. Das nächste Live-TV-Interview über den Balkan mit Andreas Männicke findet am 19. September in der 3SAT/Börse um 21.30 Uhr statt. In der nächsten Woche wird auch ein aufgezeichnetes TV-Interview mit Andreas Männicke über Russland bei Bloomberg TV ausgestrahlt.

  • Stunde der Wahrheit naht (hoffentlich bald)!

    Samstag, 23. August 2008 19:30:00

    +++Globale Unsicherheiten verängstigen Anleger+++Finanzkrise noch nicht überwunden+++geopolitische Konflikte könnten eskalieren+++große Reboundchancen bei Banken in Osteuropa und Asien+++

    Sind Sie auch in Cash? Die meisten Vermögensverwalter haben im Moment Cash-Positionen in Höhe von 30-50% in der Erwartung, dass es noch zu einem Sell off kommt, um dann wieder einzusteigen. Auch die Fonds sind im Moment nicht voll investiert. Zudem gibt es immer noch sehr hohe Short-Positionen (Leerverkäufe) von Hedgefonds bei US-Aktien und die Märkte sind „überverkauft“. Dies deutet darauf hin, dass es irgendwann zu einer Kursexplosion kommen wird, wenn der Markt der Meinung ist, dass die meisten Mega-Risiken eingepreist sind. Noch aber befinden wir uns in dem gefährlichen Schwebezustand, wo es anderseits in der Tat auch jederzeit noch zu einem Kurseinbruch kommen kann.

    Der US-Finanzsektor wird uns weiter in Atem halten ebenso wie der US-Immobiliensektor. Der halbstaatliche US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae braucht nun angeblich eine Liquiditätsspritze von 225 Mrd. USD, um zu überleben und General Motors von 35 Mrd. USD. Wenn Fannie Mae die Liquiditätsprobleme nicht lösen kann, kommt die Bank unter staatliche Zwangsverwaltung. Aber es gibt schließlich die US-Notenbank, die mit „Helikopter-Ben“ an der Spitze beliebig Geld in Umlauf bringen und auch Großbanken vor dem Konkurs retten kann. Letztendlich muss dann der Steuerzahler die Zeche zahlen wie bei deutschen Landesbanken, von denen heute schon kaum einer mehr spricht. Die IKB wird zu Niedrigstpreisen an einen US-Investor fast verschenkt, womit der Staat die Bürde los ist. Auch der US-Broker Lehman Brothers hängt am seidenen Faden. Nun soll es angeblich eine Bank aus Süd-Korea geben, die an einer Übernahme von Lehman Brothers Interesse zeigt. Dies führte am Freitag zu einer Kursrallye beim Dow Jones von fast 200 Indexpunkten (+1,73%) auf 11.628 Indexpunkte.

    Damit sind die mannigfaltigen Probleme im US-Finanzsektor aber noch nicht gelöst. Am Freitag ging bereits die neunte Bank in diesem Jahr Konkurs, diesmal die Colubian Bank and Trust Company aus Kansas. Ich frage mich, wer die Citibank oder UBS aufkaufen wird, die beide ebenfalls am berühmten seidenen Faden hängen. Wenn nach der Immobilienkrise nun eine Konsumentenkreditkrise hinzukommen sollte, sind viele Banken in den USA akut insolvenzgefährdet. Auch in Deutschland wird sich der Konzentrationsprozess fortsetzen, Wer mergt mit wem und wer schluckt wen in Zukunft? Irgendwann wird es auch Aufkäufer für die Postbank und Dresdner Bank geben, was kurzfristig für Kursfantasien sorgen wird. Ich rechne damit, dass die Commerzbank schon bald ein Übernahme- oder Merger-Angebot der Dresdner Bank unterbreiten wird. Auch die Postbank wird schon bald einen Käufer finden, allerdings zu wesentliche höheren Preisen als der jetzige Kurs. Möglicherweise wird in einigen Jahren sogar ein russischer Staatsfonds als Käufer in Betracht kommen. Noch legt der russische Staatsfonds aber nur in Anleihen an. Mittel sind weltweit genug vorhanden. Das Kapital von notleidenden westlichen Banken wird aber zunehmend von Emerging Market-Banken oder Emerging-Markets-Staatsfonds kommen. Auch hier wird es irgendwann wie bei der IKB-Fast-Pleite heißen: das Geld bzw. die Aktien sind nicht weg; es hat nur ein anderer!

    Der FED-Chef Ben Bernanke sprach am Freitag von einer Verlangsamung der Konjunktur (=Rezession?) in den USA, was aber auch dazu führen wird, dass die Inflation nicht weiter steigen dürfte. So kann man die US-Misere auch schön reden. Damit signalisiert er, dass nun durchaus Zinssenkungsspielraum wieder vorhanden ist, was den Markt zusätzlich stimulierte. Auch der Ölpreis gab am Freitag auf 113 USD/Barrel nach. Die Gemengelage ist aber keinesfalls so, dass der Anleger deswegen schon wieder mit voller Kraft einsteigen könnte. Der IFO Weltwirtschaftsklima-Index ist das vierte Mal in Folge im negativen Bereich, was auf eine Weltkonjunkturverlangsamung hindeutet. Zudem steigt die Welt-Inflationsrate an. Bei einem nachlassenden Konsum in den USA dürfte China als Exportland besonders leiden. Osteuropäischen Exportländer würde durch eine Rezession in Europa in Mitleidenschaft gezogen werden so wie sich im Baltikum schon rezessive Tendenzen andeuten.. Es lauern zudem noch einige Risiken, die die Anleger jederzeit wieder versunsichern können und dazu zählen auch geopolitische Risiken. Der Dollar dürfte als Fluchtwährung dann wieder an Stärke gewinnen. Unabhängig davon deutet sich eine Trendwende beim Dollar an.

    Auch wenn sich die russischen Truppen wie angekündigt am Freitag aus der Kernregion in Georgien zum Großteil zurückgezogen haben, hat sich das Verhältnis Russland/USA und Russland/NATO noch nicht entspannt. Im Gegenteil: es ist zu befürchten, dass beide Supermächte irgendwann frontal aufeinanderstoßen mit ihren nächsten Drohgebärden. So will Russland jetzt Raketen an der polnischen Grenze in Kaliningrad stationieren, wenn die USA den schon mit Polen unterschriebenen Vertrag zur Installation eines Raketenabwehrschirms auf polnischen Boden umsetzen. Russland droht sogar damit, Raketen in Syrien und Kuba zu stationieren, wenn der von den USA eingeleite Konfrontationskurs, so die russische Sicht, fortgesetzt wird. Der ehemalige Präsident Georgiens Schewardnadse hält einen verschärften Konflikt Russland mit Polen für wahrscheinlich, wobei er sogar militärische Aktionen nicht ausschließt.

    Alles dies deutet darauf hin, dass es einen „Kalten Krieg“ zwischen USA und seinen Verbündeten (vor allem Großbritannien) und Russland geben könnte (auch am Schwarzen Meer). Dies wäre insbesondere für Deutschland von großer wirtschaftlicher Bedeutung, weshalb Deutschland mehr eine vermittelnde, konsensschaffende Mittlerrolle einnehmen will und den Dialog mit Russland (auch im Nato-Rat) aufrecht erhalten will. Falls sich die Situation zwischen den USA und Russland verschärfen sollte, hätte dies unmittelbare negative Folgen für die Welt- und Ostbörsen. Es werden schon eine Reihe von Verschwörungstheorien unter der Hand herumgereicht, die besagen, dass die USA ganz bewusst jetzt auf Konfrontationskurs mit Russland (und Iran) gehen, um dem Republikaner John McCaine eine bessere Ausgangsituation im Wahlkampf mit Barack Obama zu geben. Nach dem letzten Wahlumfragen, auf die man sich nicht verlassen sollte, führt jetzt neuerdings der Vietnamkämpfer McCaine vor Obama, weil er angeblich mit Konflikten besser umgehen kann und eine deutlicher Sprache spricht als Obama, der mehr den Konsens statt die Konfrontation (=militärische Auseinandersetzung) sucht.

    Für mich ist es müßig, zu untersuchen wer auch beim Georgien-Konflikt Recht hat und welche (Schein)gefechte hier vor und hinter den Kulissen getätigt werden. Auch ist es müßig, auf Uraschenforschung zu gehen, um zu bestimmen, wer der Schuldige bei dem Georgien-Krieg ist (im Moment ist Russland in der Weltöffentlichkeit der „böse Bube“ und Georgien der Gute bzw. das Opfer; ob das wohl stimmt?). Der Ex-Yukos-Chef Michail Chordokowski kann darüber jetzt ein Buch im Gefängnis schreiben, denn er hat Zeit genug dafür, da sein Begnadigungsgesuch nach 4 Jahren Haft am Freitag abgelehnt wurde, weil er sich angeblich dem „Erziehungsprogramm“ entzogen hat. Wesentlich für den Anleger ist nicht die Ursache, sondern die Wirkung von Kriegen und die die kann im Ernstfall verheerend sein. Für mich ist es nur immer wieder erstaunlich festzustellen, dass wir nirgendwo auf der Welt gefestigte Demokratien haben, weder in den USA geschweige denn in Russland. Die Machtpolitik, die oft in Kriege mündet, wird von einigen wenigen Machtmenschen und Politikern entschieden und das Volk muss darunter leiden. Zu den Machtzentralen zählen sicherlich neben dem Militär auch die jeweilige Öl- und Rüstungslobby. Es verwundert mich auch sehr, dass einerseits Grenzen in Europa mehr oder weniger verschwinden bzw. an Bedeutung verlieren und in anderen Regionen Unabhängigkeitsbestrebungen zunehmen, wobei diese Unabhängigkeitsbestrebungen auch nicht immer Wunsch des Volkes, sondern einiger Machtmenschen mit seinen „Verbündeten“ ist.

    Auch Pakistan könnte sich zu einem geopolitisch bedeutsamen Pulverfass entwickeln, wenn es dort zu einem Bürgerkrieg kommen sollte. In Pakistan sind die Taliban und El-Kaida (=Bin Laden) sowie der US-Geheimdienst so aktiv wie noch nie. Es ist für den Weltfrieden nicht unerheblich, dass der militante Einfluss des Islams in vielen Regionen der Welt an Bedeutung gewinnt. Der Einfluss der USA könnte durch Aufgabe des ehemaligen Präsidenten und „US-Freundes“ Musharraf schwinden. Korrumpierte Richter, die zuvor entlassen wurden, sollen jetzt wieder eingesetzt werden, damit es überhaupt ein Gerichtswesen gibt. Der Präsident, der jetzt neu gewählt wird, hat auch das Militär unter sich. Pakistan ist eine Atommacht und hat immer wieder Grenzprobleme mit Indien. Auch hier wäre ein Krieg und sei es „nur“ ein Bürgerkrieg wohl kaum in Sinne des Volkes. Die Börse in Pakistan reagierte zunächst mit einem Freudensprung von 5% nach dem Abtritt von Musharraf. Es bleibt aber abzuwarten, ob der nächste Präsident mehr Unfrieden oder Frieden im Lande schaffen kann.

    Ebenso verhält es sich mit dem angeblichen „Schurkenstaat“ Iran, der von einer eigentlich vom Volk nicht gewollten Minderheit, den Mullahs, geführt und gelenkt wird. Nach wie vor besteht die Gefahr, dass der Iran nicht nur verbal, sondern als werdende Atommacht militärisch angegriffen wird, wenn bestimmte Sanktionen, die Folgen werden, nicht die erwünschte Wirkungen erreichen. Auch China wird sich nach den olympischen Spielen wieder weltpolitisch einmischen und möglicherweise gegen die USA eine harte Gangart einschlagen. Damit haben wir drei Krisenherde identifiziert, die die Anleger noch eine ganze Weile beschäftigen werden und die jederzeit eskalieren können. Sowohl der Iran-Konflikt als auch der Russland-Konflikt müssen diplomatisch gelöst werden, damit zu einem der Weltfrieden gesichert ist und sich auch die Weltbösen abgesehen von den wirtschaftlichen Problemen wieder spannungsfrei entfalten können. Nostradamus hat für die Monate August/September angeblich einiges Ungemach angekündigt. Hoffentlich hat er damit „nur“ den Georgien-Konflikt gemeint…

    Zu allem Überfluss kommen einige Länder jetzt aber in eine Rezession wie die USA. Großbritannien, Belgien, Spanien und sogar auch einige Osteuropa-Tiger wie Lettland und Estland, die zuvor weit überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweisen. Auch dürfte sich die Immobilienkrise in den USA, Großbritannien und Spanien noch verschärfen. Auch rechne ich noch mit einer Pleitewelle im Bankensektor in den USA bei kleineren, kapitalschwachen Banken. Es stehen also noch eine Reihe von Bereinigungsprozessen bevor, übrigens auch in Russland, wo eine Reihe von kleineren Banken aufgrund der erhöhten Eigenkapitalerfordernisse (jetzt 5 Mio. €) nicht überleben werden, was auch gut ist. Dieser Bereinigungsprozess kann die jeweiligen Börsen wiederum stark in Mitleidenschaft ziehen. Ich rechne mit dem Beginn des Bereinigungsprozesses schon in den nächsten Wochen. Zudem geht das Inflationsgespenst weltweit immer noch um, was die Chancen für reale, inflationsbereinigte Gewinne auch im Anleihensektor vermindert.

    Daher naht die „Stunde der Wahrheit“ bei Banken, Unternehmen und Volkswirtschaften. Die Börse wird dementsprechend reagieren. Solange aber die Unsicherheiten noch im Markt sind und der sicherlich schmerzliche Bereinigungsprozess nicht stattfindet, sondern künstlich vor sich hergeschoben wird, kann ich mir keine nachhaltige Rallye, bestenfalls eine erneute Bärmarktrallye, vorstellen. Im Gegenteil: bei neuen Tiefskursen besteht die Gefahr eines Mini-Crashs, wenn der Dow Jones unter 11.400 Indexpunkte geht und sogar die Gefahr eines Crashs, wenn der Dow Jones unter 11.000 Indexpunkte gehen sollte. Dementsprechend wird es beim DAX bearish wenn er unter 6200 gehen sollte und es entsteht die Gefahr eines Crashs, wenn er unter 5900 Indexpunkte gehen sollte. Bisher hatten wir erst einen Salami-Crash mit Kursverlusten von 1-2% am Tag. Ein Mini-Crash wäre für mich ein Kursverlust von 3-5% an einem Tag und ein Crash ein Kursverlust von 5-15% an einem Tag bzw. 10-20% in einer Woche an einer bedeutenden Weltbörse (wie die Wall Street). Das wäre dann der Fall, wenn eine Großbank oder ein großer Automobilkonzern wie General Motors oder Chrysler oder eine Großbank wie die Citibank Chapter 11 anmelden muss.

    Wenn es zu einem Crash kommt, empfehle ich hernach vor allem Banktitel in Osteuropa und in Asien zu kaufen, die schon jetzt Rekordzahlen beim Kreditwachstum und zum Teil sogar beim Gewinn aufweisen und trotzdem fallen. So hat die chinesische ICBC, die mittlerweile die größte Bank der Welt ist, im ersten Halbjahr 2008 den Nettogewinn um 52% auf 6,4 Mrd. € gesteigert. Sie ist mit einer Eigenkapitalrendite von 22,8% im Moment weltweit die profitabelste Großbank. Die von Josef Ackerman in Aussicht gestellte Eigenkapitalrendite von 25% für die Deutsche Bank AG dürfte wohl in diesem Jahr eine gut gemeinte Vision bleiben. Auch die Sberbank wird in diesem Jahr einen weit höheren Gewinn als die Deutsche Bank AG ausweisen. Die beschlossene Kooperation der Sberbank mit der Deutsche Bank AG dürfte sich mittelfristig für beide Banken vorteilhaft erweisen. Auch die anderen osteuropäischen Banken wachsen im Kreditgeschäft weiter dynamisch und haben es nicht nötig, sich auf die Suche nach vordergründig renditestarken Kreditderivaten oder gar Subprimkrediten zu begeben. Dies wird oft vergessen, wenn auch die Kurse von osteuropäischen Banken jetzt abgestraft werden. Es wird also wieder Chancen in Osteuropa geben, aber der Anleger sollte auch hier abwarten, bis die „Stunde der Wahrheit“ da ist. Ich rechne also auch an den Ostbörsen weiter mit hoher Volatilität. Welche Richtung die Börse nimmt und wie Sie dann verhalten sollen, können Sie der täglich aktualisierten „Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen. Meine wöchentlichen Kolumnen und Analysen können Sie ab sofort unter www.andreas-maennicke.de kostenlos abrufen, wenn Sie sich dort registrieren.

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