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Interview-Hinweise:

Andreas Männicke hat ein Interview am 23. Dezember 2011 über die dt-russichen Wirtschaftsbeziehungen und am 28. Dezember über die Aussichten der Moskauer Börse für die Deutsche Welle (Russland) gegeben. Die Interviews sind auf russisch. Sie können sich die Interviews jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Interviews" runterladen,

Andreas Männicke wurde am 21. Dezember 2011 um 13.15 in NTV/Telebörse(www.teleboerse.de) von Annette Eimermacher über die Investmentchancen in Russland im nächsten Jahr befragt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter "Interview" abrufen.

Andreas Männicke wurde am 23. November 2011 im DAF von Dr. Bernhard Jünemann gefragt, ob die Euro-Verschuldungs-Krise auch auf Osteuropa überschwappen könnte. Männicke machte dabei einen überraschenden Lösungsvorschlag: Der Euro sollte mit dem Rubel mergen!

Andreas Männicke wurde am 1. November 2011 vom Börsen Radio Network über den Einfluss der Europa-Politik auf die osteuropäischen Aktienmärkte befragt. Im Teil 2 des Interviews analysiert er die osteuropäishcen Märkte differenziert vor den Hintergrund der aktuellen EU-Entscheidungen.

Andreas Männicke wurde am 29. September 2011 von Brigitte Bauer im DAF (www.anleger-fernsehen.de) über die Chancen des russischen Aktienmarktes nach den Panikverkäufen im August/September befragt. Dabei wurden auch einige chancenreiche russische Aktien besprochen.

Andreas Männicke wurde am 27. September 2011 von der Deutschen Welle über die Auswirkungen der neuen Kandidatur von Putin als Präsidenten für die Börse und Wirtschaft befragt (auf russisch).

Andreas Männicke wurde am 26. September 2011 auch von der Deutsche Welle über die Hintergründe der starken Rubelabwertung im September 2011 befragt und auch wie es mit dem Rubel weitergehen wird (auf russisch).

Andreas Männicke wurde in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) am 26. September über die Rochade Putin/Medwedew befragt.

Andreas Männicke wurde am 26. September 2011 in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) über die russische Rochade Putin/Medwedew und die Aussichten der Moskauer Börse nach den Panikverkäufen befragt.

Die neuen Interviews sind jetzt abrufbar unter www.eaststock.de, dort unter Interviews.

Sie können sich die TV- und Radio-Interview, falls Sie sie verpasst haben sollten, jetzt unter www.eaststock.de bei der Rubrik "Interviews" runterladen.

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IZudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Börsen im Panik-Modus: wann sind wir alle Pleite?

    Samstag, 20. August 2011 17:00:00

    „Wollt ihr den totalen Crash?“ Wann sind wir alle Pleite? Während es beim Lehman-Crash um eine globale Bankenrettung durch den Staat ging, geht es jetzt um die Rettung vieler Staaten durch die Banken, womit bei „Banken“ auch die Notenbanken als letzter Rettungsanker eingeschlossen sind. Wenn Banken nicht großvolumig Staatsanleihen aufkaufen, klappt die Refinanzierung von Staatsanleihen weltweit nicht mehr und Staaten gehen Bankrott. Das ist eine teuflische Symbiose mit eingebauter Dominodynamik, denn wenn Staaten Pleite gehen, werden auch Banken Pleite gehen – ein Teufelskreis.

    Es bedarf einer grundlegenden Bankenstrukturreform durch die G20, wo alle an einem Strang ziehen. Banken können immer noch zwischen Bankenbuch und Handelsbuch unterscheiden, was zu erheblichen Bewertungsspielräumen, aber auch zur Intransparenz führt. Es muss also neben staatlich auferlegten Mindestkapitalerfordernissen auch mehr Transparenz und faire Bewertungen im „Handelsbuch“ geben, sonst können solche systemimmanenten Systemrisiken immer wieder passieren. Wenn Banken wie bei der Bank of America einen Marktwert von 75 Mrd. USD bei einer Bilanzsumme von 2,2 Billionen USD haben, dann stimmt was nicht im „System“. Die Bank of America ist damit immer noch die fünftgrößte Bank der Welt und sehr bedeutsam für Amerika, ebenso wie die Citibank, die allerdings schon einen Großteil der Schadensersatzklagen hinter sich hat.

    Die Bank of America hat ganz bewusst während der Schuldenkrise die Schulden schön geredet, also Bilanzmanipulation betrieben, was eigentlich strafrechtliche Konsequenzen haben müsste. Wer sagt denn, dass sie das heute nicht auch macht? Jetzt hat die Bank of America Klagen im Volumen von 8,5 Mrd. USD noch durch die Hypothekenkrise am Hals. Sie hat nun die Hälfte des Aktienpakets an der chinesischen Großbank CCP für 17 Mrd. USD verkauft, aber wohl auch wieder Schieflagen im eigenen Kreditportfolio zu befürchten. Die Staatsanleihenkrise wird im nächsten Jahr nach Basel III zu erheblichen Wertberichtigungen und damit zwangsläufig zu großen Kapitalerhöhungen führen. Die meisten Bankbilanzen sind geschönt, um nicht zu sagen manipuliert. Das Schlimme ist: Die größten Banken im Land sind auch die größten Käufer von Staatsanleihen, neben Versicherungen und Pensionskassen.

    Wenn die Commerzbank mit nur 45 Mrd € Eigenmittel eine Bilanzsumme von 754 Mrd € hat, dann ist das zwar auch typisch für das Bankensystem, es wird dort aber zu viel mit Fremdkapital gehebelt und das Kapital wird in unsichere Forderungen steckt wie auch in griechische Staatsanleihen. Meine Forderung: alle Banken müssen viel höher kapitalisiert werden, wenn sie höhere Risiken ins Buch nehmen, da sie sonst gefährlich für das ganze Land und durch die Globalisierung sowie das „counterpart risk“ damit für alle Volkswirtschaften der Welt werden. Zudem brauchen die Banken einen eigenen Feuerwehrfonds, um systemische Banken im Notfall zu retten. Auch dafür ist viel mehr Kapital notwendig.

    Hinzu kommt die unübersichtlich nach oben gehebelte Welt der Derivate. Auch hier fordere ich schon lange mehr Transparenz und Aufklärung und sei es nur durch eine staatliche Institution, die den Durchblick hat. Hier müssen aber Experten aus der Wertpapierpraxis und ran und keine Bürokraten, schon gar nicht Politiker, die nicht vom Fach sind und die Märkte gar nicht verstehen.

    Vielen Banken sind trotz Stresstest unterkapitalisiert. Da hilft dann auch die Kapitalerhöhung der Commerzbank von 11 Mrd € im Juniwenig – mit erheblichen Verlusten für die Zeichner! Der Kurs die Co-Bank fiel jetzt sogar wieder unter 2 €. Jetzt hat die Commerzbank nur noch eine Börsenkapitalsierung von unter 10 Mrd € und das als zweitgrößte Bank Deutschlands. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, dass Chinesen sich diese Bank einverleiben. Mit 5 Mrd € könnte man schon mehr als die Hälfte erwerben. Das könnte auch attraktiv für russische Oligarchen sein. Es ist schon wieder wie nach Lehmann. Die Großbanken untereinander trauen sich nicht mehr! Alles läuft über die Notenbanken (EZB und FED), die die Liquidität bereitstellen müssen, damit das System nicht vorzeitig zusammenbricht. Dann hätten wir ein 1929 schneller als uns lieb ist, trotz Supergewinne bei den Unternehmen und angeblichem Aufschwung XXL.

    Es gibt aber einen zweiten Brennpunkt, der jetzt mehr denn je im Mittelpunkt steht: Politiker müssen sich nun endlich Gedanken machen, wie sie die selbst verschuldeten eigenen Verschuldungspyramiden auflösen. Dies wird noch ein schmerzlicher Prozess werden, denn bei einem Schuldenschnitt und einer Währungsreform gibt es nur Verlierer. Um es ganz klar zu sagen. Wir befinden uns im Ausnahmenzustand und keiner, außer der Börse, bemerkt das so richtig. Die Börsen wissen ganz genau, dass ein „Double Dip“ – vor allem in den USA - zu erheblichen Verwerfungen an den internationalen Kapital- und Finanzmärkte führen würde, da dem Staat die Hände (noch mehr) gebunden sind und die Notenbanken bei einem weiteren Aufkauf von Schrottanleihen zu erheblichen Kapitalerhöhungen gezwungen werden. Schon jetzt sind die Bilanzen der FED und der EZB sehr problembeladen und unmittelbarer Ausdruck des geld- und finanzpolitischen Ausnahmenzustandes.

    Es liegt aber auch ein Fehler im System. Während durch die Propagierung des keynesianischen Ansatzes Schuldenmachen im Fall von Konjunkturabschwächungen legitimiert wurden, gab es keine eingebauten Schuldenrückführungsverpflichtungen für die Politiker in „guten Zeiten“. Daher werden Schulden immer wieder nur mit höheren Schulden beglichen, was nichts anderes als ein finanzpolitisches Schneeballsystem ist. Auch die gesetzlich eingebaute Schuldengrenze in den USA nützt wenig, wenn die Schuldengrenze nach einigen Jahren nur immer weiter nach oben projiziert wird, wie Anfang August in letzter Minute.

    Diesmal scheint die Börse aber den Glauben daran zu verlieren, dass die Schuldenprobleme schnell durch weitere geld- und fiskalpolitische Maßnahmen jemals lösbar sind. Der Ruf nach Signalen und „Befreiungsschlägen“ von den Politikern wird dann immer lauter und verzweifelter. Dabei ist es doch seit Jahren das Gleiche. Nach einem Konjunkturrettungsprogramm kam zwar oft eine Wachstumswelle und eine niedrigere Neuverschuldung, aber keine Schuldenrückführung. Auch das 70 Mrd € Neuverschuldung in Deutschland sind bei einem angeblichen XXL-Aufschwung wenig verständlich. Bei einem XXL Aufschwung müss(t)en Schulden zurückbezahlt werden und nicht neue Schulden gemacht werden. Auch Deutschland lebt damit über seine Verhältnisse und bemerkt das gar nicht. Die (Ab)Rechnung folgt später, muss aber bezahlt werden. Und da fabulieren einige FDP-Politiker von Steuerentlastungen. Sie haben den Ernst der Lage wohl nicht begriffen.

    US-Präsident Clinton schaffte es immerhin, den Haushalt ausgeglichen zu halten, aber er war auch eine rühmliche Ausnahme. Im Grund lebten damit viele Länder durch Verschuldung über ihre Verhältnisse. Die nachfolgenden Politiker machten dann wohlmöglich weniger neue Schulden, aber sie führten die Schulden auch nicht zurück. Hinzu kamen die öffentlichen Sozialprogramme, die zwar optisch zu einer Wohlstandsmehrung führten, die aber in Zukunft nicht mehr bezahlbar sind, insbesondere dann nicht, wenn es wie in Deutschland und Japan große demographische Probleme gibt. Die Schuldenrückführung oder gar Streichung wird ein schmerzlicher, aber notwendiger Prozess werden. Davor scheuen sich Politiker, weil sie dann die unangenehme Botschaft ans Volk nicht nur verkünden, sondern auch umsetzen müssen. Die logische Folge wird sein, dass sie nicht wieder gewählt werden. Davor hat aber jeder Politiker angst. Auch das ist ein Fehler im System.

    Wir stehen damit vor einem gewaltigem „Zukunftsproblem“, das meines Erachtens nur so zu lösen ist, dass es zu einer gerechteren Vermögensverteilung – sei es freiwillig oder aufgezwungen - weltweit kommt und zum anderen auch ohne Zeigefinger mehr soziale Verantwortung, also (vor)gelebte Solidarität, sonst bricht das System früher oder später in sich zusammen – und Börsen werden das rechtzeitig signalisieren. Im Grunde ist der „point of no return“ bei vielen Ländern schon überschritten. Wenn die USA tatsächlich 4 Billionen USD sparen wollen, kann es brennende Städte auch in den USA geben, so wie zuletzt in London und jetzt in Berlin, wobei man in Berlin noch nicht weiß, ob die Autobrände politisch motiviert sind. Wenn dann noch beim Bildungsetat gespart werden soll, werden Studenten auf die Straße gehen und – wie in Chile – gewaltsam demonstrieren. Wer sich dauerhaft eine Jugendarbeitslosigkeit (=Jugendperspektivlosigkeit) von über 20% erlaubt, darf sich nicht wundern, wenn sich die soziale Probleme insbesondere bei sozialen Randgruppen verschärfen, die sich dann irgendwie Luft verschaffen. Auch das sind dann aber nur erkennbare Fehler im System.

    Wir müssen alle in Zukunft den Gürtel enger schnallen, uns mehr anstrengen, aber auch mehr zusammenhalten, auch in Europa. Die Verschuldungsexzesse wurden zuvor von Banken und Politikeren nicht nur geduldet, sondern auch gefördert. Da gibt es also, auch namentlich, verantwortliche Personen, die aber „systemimmanent und systemkonkludent“ handeln. Jetzt gibt aber es eine Reihe von systemischen Risiken, die ein jeder erkennen sollte. Es bedarf jetzt der schonungslosen Aufklärung der Politiker über den aktuellen Schuldenstand und wie er abgebaut werden soll. Hier sind auch Wissenschaftler und Medien gefragt, nicht um anzuklagen, sondern um Vorschläge zu machen, wie man die Kuh vom Eis bekommt und nicht von einem Eis auf das nächste schiebt. Vorsicht: durch den Klimawandel werden die Eisschollen jetzt brüchiger! Vielleicht ist die gerade entlaufene Kuh Yvonne in Bayern auch symbolträchtig. Wer will schon so früh auf den Schlachthof? Es lebe die Freiheit der Kühe! Politiker brauchen jetzt gute Berater, sonst kommen sie auch sprichwörtlich auf den Schlachthof.

    Eine Schuldenrückführung müsste aber in der Verfassung festgelegt werden. Obama hat sich klar nicht an die Schuldengrenze gehalten, aber er hat auch eine erhebliche Erblast von Bush übernommen. So wird es aber auch den nächsten Politikergenartionen gehen, denn sie erben immer mehr Staatsschulden, die zudem exponentiell steigen. In den USA wird nach dem QE2 ein QE3 bei Niedrigzinspolitik folgen und die EZB wird wohl neben griechischen, italienischen und spanischen Anleihen demnächst auch französische Anleihen in der Not aufkaufen müssen, wenn es zu keiner Beruhigung an den Finanzmärkten kommt. Alles das belegt doch nur, dass wir uns im Ausnahmezustand befinden und die Börse registriert dies allmählich, indem sie fast aus dem „Nichts“ in den Panik-Modus wechselte.

    Die Börsen setzen jetzt also ein deutliches Ausrufungszeichen, was man auch als Warnzeichen für die Zukunft verstehen kann. Es sind jetzt in der Tat, Politiker gefragt, vernünftige Lösungen vorzuschlagen, wie man die Schulden abbaut und dennoch Wachstum generiert. Gibt es sowas überhaupt? Die Vorschläge von Sarkozy und Merkel, eine europäische Wirtschaftregierung zu ermöglichen und eine Finanzmarkttransaktionssteuer „irgendwann“ (wann?) einzuführen, sind Alibilösungen, die die Kuh nicht von Eis bringen. Vielleicht wird dann hernach durch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik Europas ein Eurobond möglich, aber das heißt doch nur, den Teufel mit dem Beelzebub zu bekämpfen.

    Europa ist schon lange durch die EU-Strukturhilfen eine Transferunion, wovon jetzt auch viele osteuropäische Länder profitieren. Deutschland ist also schon lange der Zahlmeister, aber bei den jetzigen und zukünftigen Schuldenproblemen wird auch das exportstarke Deutschland überfordert werden oder zumindest an die Grenzen der Belastbarkeit geführt. Diese virtuellen Rettungsschirme können also ins Verderben führen. Auch Polen bekommt erheblich Strukturhilfen von der EU und hat dennoch ein Haushaltsbilanzdefizit von über 5%.

    Polen könnte ein zweites Griechenland werden, wenn es nicht aufpasst und die Schulden eindämmt. Auch Griechenland wuchs am Anfang prächtig, lebte aber lange Jahre fast unbemerkt über seine Verhältnisse und bekam die Staatsfinanzen nicht in den Griff. Das sollte Polen eine Lehre sein, denn auch dort zahlen die Reichen kaum Steuern und es ist die Korruption sehr verbreitet. Länder mit (zu) hoher Korruption sollten weniger Strukturhilfen von der EU als Sanktionsmittel erhalten.

    Ich habe schon immer gesagt, dass vor es der Euroeinführung eine gemeinsame Wirtschaftspolitik Europa geben muss, das sonst das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Es bedarf demnächst radikaler Lösungen. Man darf gespannt sein, wie Obama die Kuh vom Eis bekommen will. Es ist ganz klar, dass das Ansehen von Politkern in Krisensituation schwindet, es sei denn es sind Nuturkatastrophen oder „aufgezwungene Kriege“, wo ein Politiker dann kurzfristig als rettender Held auftritt. Wir sind kurz davor, das System zugrunde zu richten, wobei die Ursachen in der Vergangenheit liegen.

    Mit den vergangenen Krisengipfeln der G20 und der EU lassen sich keine Verschuldungsprobleme lösen und schon gar nicht „Vertrauensprobleme“. Börse und Wirtschaft haben eines gemeinsam: Sie sind zum großen Teil auch von der Massenpsychologie abhängig. Durch Massenpsychologie können Märkte nach oben und unten gebracht werden. Vertrauen zu schaffen in die positive Gestaltbarkeit der Zukunft ist jetzt die wichtigste Aufgabe für Politiker und Wirtschaftskapitäne. Die Politiker eilen nun recht ratlos von Krisensitzung zu Krisensitzung. Sie begreifen nicht, dass diesmal nicht die „bösen Spekulanten“ am Crash Schuld sind, die durch das Verbot von (nur regional wirksamen) Leeverkäufen gezügelt werden können, sondern sie selbst. Auch nach dem Verbot von Leerverkäufen von Bankaktien crashen die Börsen weiter. Die Börsen crashen auch deswegen weiter, weil es keine Käufer mehr gibt, die „gegenhalten“. Zu viele haben das Vertrauen in die Gestaltbarkeit der Zukunft verloren.

    Die Politiker brauchen jetzt gute, besonnene Berater mit Augenmaß, Mut und Durchblick, was den meisten Politiker im Finanzbereich fehlt. Nach dem Aufschwung XXL in Deutschland, den vor 2 Jahren nach dem Lehman-Crash noch keiner für möglich hielt, darf jetzt nicht der Abschwung XXL folgen, sonst ist das gemeinsame Boot, in dem wir alle sitzen, nicht mehr lenkbar. Förderlich wäre schon das Boot zunächst in ruhigere Fahrwasser zu geleiten.

    Wir müssen aber eine bessere Zukunft gestaltbar machen. Die Politiker befinden sich in ein Sackgasse von bürokratischen Vorgaben und sie sind vom Wähler abhängig. Zudem geht es dabei oft nur um Machterhalt. Jetzt ist ein jeder aber gefragt, sich Gedanken über die Zukunft zu machen, damit auch die Nachfolgegeneration friedvoll leben kann und Gestaltungschancen hat. Eines muss jedem klar sein. Schulden schafft Zwänge, nämlich den Rückzahlungszwänge. Wer einen Kredit aufnimmt, hat auch Verantwortung übernommen, den Kredit zurückzuzahlen. Der Staat sind wir alle und nicht die von (zum großen Teil nicht) gewählten Politiker.

    Man kann aber auch Almosen geben, die auch einem gewissen Sozialausgleich dienen. Almosen und Spenden müssen nicht zurückzahlt werden. Fassen wir die Kredite an Griechenland & Co also als Almosen auf und verzichten auf die Rückzahlung. Die Politiker müssen das dann dem Volk nur klar machen, dass es sinnvoll ist, Almosen zu den Bedürftigen zu gegeben. Denn dann steigt auch wieder der Europa-Konsum und alle werden hernach glücklich. Ähnlich ist es mit der Entwicklungshilfe. Durch Kredite werden Länder stranguliert. Liebe Politiker der Welt, gebt freiwillig Almosen und sorgt lieber dafür, dass die Gelder auch dort landen, wo sie landen sollen, durch effektive „vor Ort“ Kontrollen, dann braucht ihr hernach nicht künstlich ein Schuldenverzicht erklären. Bei dem, was gegenwärtig in Somalia/Kenia passiert, darf die Welt nicht zuschauen, sondern sie muss helfen.

    Die Anleger waren in den letzten Wochen auch nicht gerade happy, die meisten schauten fassungslos dem Treiben an der Börse zu. Ein Kurseinbruch um über 20% aus dem „Nichts“ hatte keiner erwartet. Ich habe versucht, dass das „Nichts“ nicht ganz stimmt, sondern dass es gewichtige Gründe für den Kurseinbruch gab und gibt. Nur das Timing war für so manchen etwas unglücklich, zumal viele Anleger im Urlaub waren, was die Short-Seller und Trendfolgeprogramme dann auch ausnutzten. Zudem war am 13. August Vollmond, was den Kurseinbruch „begünstigte“. Die „Rettung“ naht erst am 29. August, denn dann ist wieder Neumond. Beim DAX fiel zuletzt auch die (vor)letzte Bastion, nämlich die 5500-er-Marke, was nun von der Markttechnik her einen Kurssturz bis 5000 ermöglicht. Gold bleibt der Krisengewinner, in das jetzt alle Welt flüchtet. Goldanleger freuen sich über einen fast vorprogrammierten neuen Höchststand von 1852 USD/Unze. Je unentschlossener jetzt die Politiker agieren, desto mehr wird Gold steigen und die Börsen fallen.

    Hoffnungen machen jetzt die weniger verschuldeten Emerging Markets, wobei hier zunehmend Inflationsprobleme wie in Vietnam mit 22%, aber auch in Brasilien mit einem Zinssatz von über 12% belasten. Vorbildlich macht uns Estland vor, wie man ehrgeizige Haushalts- und Wachstumsziele durch Disziplin und Engagement erreichen kann. Small is beautiful, was auch ein Thema der Beteiligungen im Baltikum AG (www.baltikum.de) bei ihrer Hauptversammlung am 23. August in Rostock-Warnemünde sein wird. Aber auch die Aktien im Baltikum kamen im August unter Druck. Schauen Sie sich ruhig einmal die neue ZDF-Serie “Die schönen aus Ostens“ am nächsten Donnerstag an, diesmal über Odessa (letzten Donnerstag über Tallinn und davor über St. Petersburg) an. Das ergibt einen anderen Blickwinkel und der tut gut, bei so einer negativen Stimmung an der Börse.

    Die Moskauer Börse leidet derweilen ebenso weiter unter dem globalen Börsen-Crash. Russland ist aber kaum verschuldet und dennoch gab der RTS um über 20% seit dem Jahreshoch nach, was auch einem Crash gleichkommt. Hier ergeben sich jetzt aber wieder günstige Einstiegsmöglichkeiten. Wo Sie jetzt – mit gestaffelten Abstauberlimits - investieren sollten und wie Sie sich jetzt in dieser brisanten Situation verhalten sollen, können Sie nachlesen im Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (Probe-Abo für 3 Ausgaben für nur 15 weiche Euro, siehe www.eaststock.de).

    Wenn Sie sich aktuell informieren wollen, wie Sie sich jetzt verhalten sollen, dann hören Sie jetzt mal in die Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) rein.

  • Sind die Märkte manipuliert?

    Samstag, 13. August 2011 14:55:00

    Die Schockwellen an den Weltbörsen rund um den Globus in den ersten beiden Augustwochen werfen viele Fragen auf. Obwohl es mit dem systemischen Verschuldungsrisiken einige gewichtige Argumente für den Kursverfall gibt, waren die meisten Marktteilnehmer auf den August-Crash mental nicht vorbereitet. Viele Marktteilnehmer und Politiker befinden sich Anfang August auch noch im Urlaub und stehen nun, falls sie ihre Long-Positionen nicht abgesichert haben, wie schon im Jahre 2008 vor einem Scherbenhaufen.

    Der Ruf nach entschlossenem Handeln der Politiker wird zwar immer lauter, die Politiker werden aber immer ratloser. Politiker verstehen die Dynamik der Finanzmärkte nicht und sind ihnen hilflos ausgeliefert. Da helfen auch alle künstlichen Rettungsschirme nicht, sondern bewirken eher das Gegenteil. Sicherlich haben die Politiker durch ihre Ratlosigkeit und Unentschlossenheit in den USA und in Europa mit zu dem Finanzdebakel und dem Vertrauensverlust der letzten beiden Wochen beigetragen. Aber möglicherweise – und nun begeben wir uns auf den unsteten Pfad der Verschwörungstheorien – gibt es in London und New York auch machtvolle und gewichtige Finanzzirkel, die diese Politik-Schwäche in Kombination mit der Kenntnis der Verschuldungsfakten brutal ausnutzen und ganz gezielt einen Crash herbeiführen, um zum einen davon zu profitieren oder zum anderen auch ganz bewusst etwas zerstören wollen (wie den Euro bzw. alles was damit zusammenhängt).

    Hinzukam – und auch das wissen diese Finanzzirkel ganz genau -, dass die Aktienmärkte sich kurz vor marktechnisch brisanten Marken aufhielten und diese brisanten Chartmarken hatte ich auch vorher im EAST STOCK TRENDS kommuniziert. Mit dem „Teufelszeug von Derivaten“ und Computerprogrammen mit klar erkennbaren Stopp-loss-Marken bei Trendfolgeprogrammen – und das sind die meisten Computerprogramme - lassen sich sehr schnell starke Kursbewegungen nach unten herbeiführen. Wenn man dann noch Rezessionsängste schürt und ein paar Gerüchte in die Welt setzt, die in dem Panik-Umfeld plausibel klingen – wie das Frankreich auch eine Herabstufung droht oder die französische Großbank Société General kurz vor der Pleite steht, lassen sich Kursbewegungen nach unten schnell und „lautlos“ beschleunigen.

    Die unmittelbare Reaktion der betroffenen Länder wie Frankreich, Italien und Belgien, Leerverkäufe auf Bankaktien zu verbieten, kommt zum einen zu spät, zum anderen gibt es immer Möglichkeiten, diese Verbote zu umgehen, indem man andere Börsenplätze auswählt , die diese Verbote nicht haben und die diese „Geheimgeschäfte“ abwickeln. Auch hier erkennt man wieder einmal das unkoordinierte Vorgehen der Länder und das Versagen der Politiker, die wiederum auch in den Folgewochen von bestimmen Finanzzirkeln in London und New York brutal ausgenutzt werden können.

    Kurz und schlecht: es droht ein zweite Verkaufswelle nach den noch sehr zögerlichen Erholungstendenzen am Wochenende, wenn neue Hiobsbotschaften entweder gestreut oder tatsächlich in den Markt kommen und wenn die Politik nicht nachhaltige Lösungskonzepte vorlegt. Es wundert mich, dass nur Frankreich und nicht Großbritannien bei der Herabstufung von Anleihen ins Gerede gekommen ist. Auch Großbritannien ist hochverschuldet, hat ein Haushaltsbilanzdefizit von über 10% (wie die USA), hat eine hohe Jugendarbeitslosigkeit von über 20%, befindet sich fast in einer Rezession – hier sind Rezessionsängste begründet !- und hat eine zu hohe Inflation, wo eigentlich die Notenbank mehr gegensteuern müsste.

    Aber nein, nicht Großbritannien sondern Frankreich ist ins Gerede gekommen, was auch gute Gründe hat, aber die Attacken waren zu „einseitig“. Dabei geht es den britischen halbstaatlichen Banken nicht besser als den französischen. Meines Erachtens ist auch das „AAA“ von britischen Anleihen schon lange nicht mehr gerechtfertigt. Ich bin gespannt, wann endlich auch diese „heilige Kuh“ geschlachtet wird. Auch das ist neben dem Crash aus dem Nichts schon merkwürdig und sollte vom EU-Finanz-Untersuchungsausschuss untersucht werden.

    Neben Indizien könnte man dann vielleicht sogar handfeste Beweise ans Tageslicht bringen und vor allem Ross und Reiter der bewusst gesteuerten Marktmanipulation benennen. Eine funktionierende Demokratie müsste dazu in der Lage sein, aber sind wir es? Bei den Untersuchungsausschüssen bei Goldman Sachs kam im Nachhinein auch so einiges zu Tage, was man vorher nicht für möglich hielt. Da gab (und gibt?) es U-Boot-Abteilungen, die im Geheimen genau das Gegenteil machen, was an der Front im Verkauf propagiert wird. Auf das Handelsergebnis von Goldman Sachs, JP Morgan und der Bank of America im August bin ich jetzt schon gespannt.

    Wenn dem aber so sein sollte, dass bestimmte Finanzkreise aus London und New York – ganz bewusst – ganze Volkswirtschaften ruinieren können, dann sollte jede Regierung jetzt ganz schnell einen Untersuchungsausschuss mit grenzüberschreitenden Befugnissen für bewusst herbeigeführte Marktmanipulation – einberufen. Noch besser wäre es, wenn sich die G20 oder zumindest die G8 auf einen „Untersuchungsausschuss für globale Marktmanipulation“ einrichten und Regeln entwickeln, die diesen Spekulanten derartige Attacken nicht mehr ermöglichen. Zudem sollten „Ross und Reiter“ benannt werden, das heißt, es sollte transparent werden, welche großen Adressen jetzt Short sind oder Leerverkäufe tätigen. Zudem sollte das Teufelszeug „Derivate“ transparenter werden und auf das reduziert werden, wozu es gedacht war, nämlich der Absicherung von Positionen. Sicherlich braucht man dafür auch „Spekulanten“, das sonst die Liquidität fehlt. Ohne Liquidität gibt es aber keine Märkte. Es sollte aber im Interesse aller sein, das Märkte nach dem Mechanismus „Angebot und Nachfrage“ funktionieren, ansonsten befinden sich alle Finanzanalysten in einer black box“. Wir brauchen also, so paradox das klingen mag, mehr Kontrolle und (auch Medien-) Transparenz bei Börsentransaktionen.

    Dies trifft insbesondere für enge und daher leicht manipulierbare Märkte zu, wie es der (manipulierte?) Gold- und Silbermarkt ist. Wir sollten wissen, wer diese Märke dominant beherrscht und beeinflussen kann. Wir sollten wissen, wer über wen aus welchen Gründen welche Gerüchte streut, um eine Marktrichtung zu beeinflussen Wir brauchen auch mehr Finanzethik – auch als Prüfungsfach an der Uni.

    Auch das Internet kann jetzt eine gute Hilfe sein, nur sollte das dort vorhandene globale Wissen durch wahre Marktexperten, die den Durchblick und eine langjährige Erfahrung haben, moderiert und/oder auch ausgewertet werden. Das könnte jetzt sehr hilfreich sein und passt in den Zeitgeist. Das Internet bietet Kontrollmöglichkeiten; nur sollte das anonyme Streuen von Gerüchten und Unwahrheiten auch dort verboten und in irgendeiner Form bestraft werden. Das wird allerdings im Zeitalter der Globalisierung und Anonymisierungnur schwer möglich sein. In demokratischen Systemen sollten auch hier „Ross und Reiter“ benannt werden. Es ist hinlänglich bekannt, dass das Medium Internet und auch Spam-E-Mail-Aktionen zur Marktmanipulation immer wieder genutzt wird.

    Sicherlich wird es auch dann immer wieder Märkte geben, die zu Über- und Untertreibungen neigen, aber die bewusst herbeigeführte Marktmanipulation sollte verboten werden und es sollte auch Möglichkeiten geben, diesen aufzudecken. Indirekte Methoden der Marktmanipulation beherrschen aber auch schon lange die Amerikaner. Das beginnt bei dem Schönen von börsenrelevanten Statistiken und endet bei ungewöhnlichen Maßnahmen der FED und der amerikanischen Banken, was auch eine Art Marktmanipulation darstellt.

    Auf den gleichen Holzweg begibt sich jetzt die EZB, indem sie nach griechischen auch spanische und italienische Anleihen zur Marktberuhigung (??) aufkauft. Auch das ist schon eine gewisse Form der Marktmanipulation. Achtung aufgepasst: wir befinden uns schon lange seit dem Lehman-Crash in einem Ausnahmezustand (auch der Demokratien) und das ist sehr gefährlich. Banken trauen sich jetzt auch wieder nicht mehr untereinander und es könnte wieder zu einer dramatischen Liquiditätsverengung kommen. Hier könnten schon bald alle Dämme brechen. Warum sprechen wir immer von Marktwirtschaft, wenn es heißen müsste „manipulierte und korrumpierte“ Marktwirtschaft. Da wird in Russland – zu Recht – immer wegen der zu hohen Korruption an den Pranger gestellt, aber ist es hier wirklich viel besser?

    Alte Markt-Regeln werden schon jetzt über den Haufen geworfen. Wer wird eigentlich später der EZB den südeuropäischen „Anleihenschrott“ abnehmen und wie hoch muss jetzt die EZB das Kapital erhöhen, um noch handlungsfähig und glaubwürdig zu sein?? Die USA bleiben aber auch hier das schlechte Vorbild der Marktmanipulation: seien es nun Arbeitsmarktdaten oder Inflationsstatistiken; jeder Volkswirt kann klar darlegen, dass diese Statistiken in den USA geschönt sind. Es liegt nun aber an den Medien und dazu zähle ich vor allem auch die „freien“ (??) amerikanischen und britischen Medien, die belegen, dass die Statistiken geschönt sind. Wenn aber ein Murdoch als Mediengigant seine Informationen erkauft und bei US-Kriegen sehr einseitig und wissentlich falsch berichtet, kann so eine demokratische Kontrolle über die Medien nicht funktionieren, da das ganze (hier britische) System korrumpiert ist. Auf der anderen Seite wird von bestimmten Kreisen auf den Euro herumgehackt ohne sich in den Spiegel zu schauen. Das ist schon merkwürdig.

    Da beklagt sich ein George Soros über die Unentschlossenheit von Angela Merkel bei der Lösung des Griechenland-Problems, der selbst wesentlich zum Sturz des Pfunds beigetragen hat. Sicherlich muss man Ursache und Wirkung unterscheiden. Die As-Geier fressen nur das Fleisch von toten Lebewesen. Dennoch sollten Marktmanipulationen strengstens überwacht und auch verboten werden. Auch sind wiederum die Medien (und das Internet als globale Untersuchungsinstanz) gefragt, der Frage der Marktmanipulation nachzugehen und darüber Artikel zu verfassen. Pressefreiheit ist in Demokratien ein hohes Gut, da sie zur Selbstregulierung und dem Aufzeigen von Fehlentwicklungen beitragen. Aber auch die Presse ist zuweilen käuflich und berichtet zu selektiv, wie der Fall Murdoch zeigt

    Das in den kapitalistischen Systemen so einiges schief läuft, ist jedem offensichtlich. Aber es müssen wohl erst Städte wie London brennen, um die wahren Ursache-Wirkungsmechanismen auf den Grund zu gehen. Welche „demokratisches (??) Land kann sich eine Jugendarbeitslosigkeit =(Jugendperspektivlosigkeit!) von 40% wie in Spanien oder 27% wie in Italien oder in Großbritannien mit über 20% auf Dauer erlauben? Wenn dann irgendwann Großstädte brennen darf man sich nicht wundern.

    In den USA leben 40 Millionen Menschen, das sind immerhin 13% der Bevölkerung, von staatlichen Lebensmittelmarken und sind damit unter Armutsgrenze. In den letzten 2 Jahren ist die Zahl der Bedürftigen und Mittellosen in den USA um 17% gestiegen. Wie soll da der Konsum stabil bleiben: nur durch noch mehr Konsum der Reichen? Immer mehr Städte verelenden in den USA, also nicht nur Detroit. Immer mehr Kommunen und Länder sind dort am Rande der Pleite, nicht nur Kalifornien. Wenn aber Obama Ernst macht und sein Sparprogramm von 4 Billionen USD umsetzten will, können auch amerikanischen Städte brennen. Die Republikaner fordern einen Abbau beim Sozialetat, was zum Teil auch berechtigt ist. Aber es wird Öl ins Feuer gießen und es kann Großstädte sprichwörtlich zum Brennen bringen. Auf das Sparprogramm im Volumen von 1 Billion USD müssen sich nun erst einmal Republikaner und Demokraten einigen und es kann gut sein, dass dort keine Einigung zustande kommt, was zu weiteren Herabstufungen der US-Staatsanleihen führen kann. Übrigens erklärten Moodys und Fitsch US-Staatsanleihen immer noch als sakrosankt. Wie lange noch? Hier könnte eine längst fällige Herabstufung von Fitch und Moodys eine weitere Schockwelle an den Weltbörsen auslösen. Wie gesagt: wir befinden uns immer noch im Ausnahmenzustand bei den globalen Finanzmärkten. Also anschnallen!

    Erstaunlicherweise gab es in den letzten Wochen nicht nur eine Flucht in Bundesanleihen mit einer Rendite von 2,3%- der Bund-Future stieg auf über 134-, sondern auch eine eigenartige Flucht in amerikanische Anleihen, trotz Herabstufung von S&P auf „AA+“. Zweijährige Anleihen in den USA erbringen eine Rendite von 0,3%, also stark negative Realzinsen! Auch dies ist ungewöhnlich. In einem letzten Rettungsversuch will die FED die Zinsen 2 Jahre niedrig halten, also in den Japan-Modus überwechseln. Japan konnte auch nur durch eine dauerhafte niedrig Zinspolitik den Finanzkollaps vermeiden – bei 200% Staatsverschuldung zum BSP: in den USA ist es bisher „nur“ die Hälfte.

    Da werden amerikanische Anleihen herabgestuft und die Zinsen sinken anstelle zu steigen. Da haben sich dann wohl temporär die PIMCO-Chef Bill Gross und Mohamed El-Erian geirrt, indem sie amerikanische Staatsanleihen verkauft haben. Dabei ließen sich sogar mit amerikanischen Anleihen zumindest im Börsen-Crash in den ersten beiden Augustwochen gutes Geld verdienen. Handelt es sich hier auch um manipulierte Märkte? Ich befürchte das dicke Ende bei US-Staatsanleihen kommt noch, nur später.

    Das Fatale ist, dass alle Länder in den nächsten Jahren brutal sparen müssen, damit das System nicht kippt. Die Folge wird ganz klar sein, dass es mehr gewaltsame Demonstrationen wie jetzt in Chile geben wird. Selbstverständlich sind auch brennende Städte in anderen Ländern vorstellbar. Das Sparen an Polizeistellen wird dann schnell zurückgenommen, aber wollen wir wirklich alle einen Polizeistaat? Die Möglichkeit für Politiker, die Zukunft zu positiv zu gestalten, wird immer schwieriger, weil sie auch immer weniger Macht haben. Die Möglichkeit, die Märkte fundamental richtig einzuschätzen wird aber auch immer schwieriger, wenn es sich um manipulierte Märkte handeln sollte. So haben fundamental denkende Analysten eine „black box“ vor sich, wo jeder einmal Recht hat, wenn er auf schwarz oder rot setzt. Ich würde mich freuen, wenn wir dieser Frage auch in den nächsten Wochen durch eine breit angelegte Diskussion nachgehen.

    Derweil flüchten sich die Anleger in Gold, Silber, Bundesanleihen und den Schweizer Franken, die alle – bis zum 10. August - von einem Hoch zum nächsten eilten. Der Euro stieg allerdings in den letzten beiden Tagen von 1,05 auf 1,10 zum Schweizer Franken: es ist immer so, wenn hier alle die Parität „herbeisehnen“, kommt es genau anders herum. Auch hier würde ich mich wundern, wenn sich der Markt dort bald dreht und sei es nur durch eine „kleine Marktmanipulation“ der Schweizer Notenbank. Jetzt warten wir zunächst alle auf das „Plunge Protection Team“ der USA, die in den S&P-Future-Markt – durch eine kleine Marktmanipulation - eingreifen und künstlich ein Short-Covering herbeiführen. Dann hätten die Finanzzirkel aus London und New York gleich zweimal verdient. Erst auf der Short- und dann auf der Long-Seite.

    Die Krisengewinner wird es aber solange geben, solange die Krise anhält. Beim DAX und Dow Jones gab es immerhin eine Gegenreaktion am Donnerstag und Freitag, was aber noch nicht viel besagt. Der DAX stieg am Freitag um 3,45% auf fast 6000 Indexpunkte, und der Dow Jones um 1,13% auf 11.269 Indexpunkte. Bei einem DAX von unter 5500 wird wieder geschüttet. Auf das nächste Gerücht bin ich gespannt und was sich Merkel und Sarkozy jetzt am Dienstag einfallen lassen (wahrscheinlich nichts Gescheites). Der Euro blieb zum Dollar stabil bei 1,42. Der Bund-Future gab leicht auf 133,0 nach und Gold auf 1745 USD /Unze nach einem Hoch von 1790 USD/Unze. Öl der Marke WTI konnte sich auf 85 USD/Barrel und der Marke Brent auf 107 USD/Barrel leicht erholen.

    Am Dienstag werden sich nach dem Urlaub Merkel und Sarkozy treffen. Ich rate ihnen jetzt endlich einen EU-Untersuchungsausschuss für das Aufdecken von Marktmanipulation einzurichten, aber auch entschlossen ein Schuldenabbauprogramm vorzulegen, sonst werden sich Märkte nicht dauerhaft und nachhaltig beruhigen können. Immer höhere künstliche Rettungsschirme werden eher dem Vertrauen in die Märkte, falls es sowas noch gibt, schaden.

    Russland ist kaum verschuldet und dennoch gab der RTS um 22% seit dem Jahreshoch nach, was auch einem Crash gleichkommt. Hier ergeben sich jetzt aber wieder günstige Einstiegsmöglichkeiten. Wo Sie jetzt – mit gestaffelten Abstauberlimits - investieren sollten und wie Sie sich jetzt in dieser brisanten Situation verhalten sollen, können Sie nachlesen im Börsenbrief EAST STOCK TRENDS (Probe-Abo für 3 Ausgabe für nur 15 weiche Euro, siehe www.eaststock.de).

    Wenn Sie sich aktuell informieren wollen, wie Sie sich jetzt verhalten sollen, dann hören Sie jetzt mal in die Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) rein.

  • Salami-Crash and den Weltbörsen – fast wie auf Knopfdruck!

    Freitag, 05. August 2011 11:47:00

    Die Telefondrähte in Europa aber auch nach Übersee werden heiß. Politiker halten Telefonkonferenzen, sind aber ratlos bei dem, was sich jetzt an der Börse abspielt. Dabei haben sie es mittelbar verursacht. Der Dow Jones rutschte am 4. August um über 500 Indexpunkte ab und schloss mit 4,31% im Minus bei 11.383 indexpunkten. Dem DAX erging es nicht viel besser nach dem Kurseinbruch gestern setzt sich heute die Panikstimmung fort. Nachdem auch die asiatischen Börsen um 3-4% nachgaben – der Nikkei-Index verlor 359 Indexpunkte und schloss bei 9299 Indexpunkte 372% im Minus- , brach auch der DAX noch einmal gleich zu Handelsbeginn um über 3% ein und fiel auf das neu Jahrestief von 6150 Indexpunkten im Tief. Der TecDax brach heute (bis mittags) sogar um 7% auf 673 Indexpunkte ein.

    Beim S-DAX und TEC-Dax sind wegen der geringen Liquidität die Kursauschläge besonders hoch. Viele Kurse werden jetzt auch ungerechtfertigt nach unten geprügelt. Die Kettenreaktionen und Dominoeffekte kennen wir schon aus dem Lehmann-Crash zur Genüge, wobei es diesmal nicht ganz so schlimm wird.

    Auch der WTI-Ölpreis brach von über 90 auf 84 USD und der Brentölpreis von 113 auf 106 USS/Barrel ein, was wiederum auch russische Ölaktien und damit den russischen Markt unter Druck brachte. Der RTS gab heute Morgen am 5. August um 2,8% auf 1800 Indexpunkten nach, nachdem er gestern schon um über 3% einbrach. Auch die anderen Ostbörsen gaben um etwa 3%. Als „sicherer Hafen“ gilt weiter Gold (1666 USD/Unze), der Bund-Future (über 133) und der Schweizer Franken, die alle kräftig im Kurs auf neue Rekordstände ansteigen. Silber brach dagegen gestern auch um 6% fast auf 39 USD/Unze ein. Der Euro sank zum Dollar auf 1,41 EUR/USD.

    Die letzten 3 Tage hatten es in sich. Die Kursverluste summierten sich an den Weltbösen auf über 10%, was man schon einen Salami-Crash nennen kann. Damit preisen jetzt auch die Aktienmärkte die systemischen Risiken ein, die Politiker mit ihren Verschuldungsorgien verursacht hatten. Das Fass droht jetzt überzulaufen. Italien ist mit einer Verschuldung von 1,9 Billionen € am Rande der Pleite, die USA retten sich nur noch durch eine höhere Schuldengrenze von 2,1 Billionen USD vor der Zahlungsunfähigkeit und die Rating-Agenturen drohen zu recht mit weiteren Herabstufungen. Dadurch erhöhen sich dann wieder Spreads bei den Anleihen.

    Auf der anderen Seite gibt bei einem Salami-Crash eine Flucht in Bundespapiere und sogar in US-Staatsanleihen mit niedrigeren Zinsen, was wenig verständlich ist. EZB-Chef Trichet gießt dann noch Öl ins Feuer, indem er zu Unzeit von außergewöhnlichen Konjunktursorgen und Inflationsgefahren fachsimpelt. Schon machen sich wieder Rezessionsängste breit.

    Dabei geht es der deutschen Konjunktur so gut wie schon lange nicht mehr und viele Unternehmen wie BMW meldeten Rekordergebnisse. In der Berichtssaison meldeten bisher 80% der US-Unternehmen Ergebnisse über den Erwartungen, in Deutschland hielt sich das mit 50% die Waage, was etwas enttäuschte. Konjunktursorgen sind aber in den USA berechtigt. Heute kommen die US-Arbeitsmarktdaten nachmittags und die könnten wiederum schlecht ausfallen. Die Arbeitslosenquote ist mit 9% viel zu hoch und könnte den Konsum in den USA abwürgen, zumal neue geld- und fiskalpolitische Maßnahmen die Inflation anheizen könnten. Und dann wären wir wieder beim Trichet-Fachgesimpel. Ich befürchte – notgedrungen - ? ein QE3 der FED und dann werden die Börsen wieder ansteigen.

    Vieles, was jetzt geschieht ist aber reine Markttechnik und Psychologie in Kombination mit dem Teufelszeug von Derivaten, was wenig mit der Real-Wirtschaft oder Fundamentaldaten zu tun hat. Ich hatte ihnen im EAST STOK TRENDS punktgenau die gefährlichen Chartmarken angekündigt, so dass sie bei diesem Salami-Crash nicht überrascht sein sollten. So ein Salami-Crash bietet aber auch neue Einstiegschancen, wenn man geschickt vorgeht und nicht zu viel Pulver zu früh verschießt. Wie Sie sich jetzt in dieser brisanten Situation verhalten sollen, können Sie nachlesen im Börsenbrief EAST STOCK TRENDs, der schon morgen erscheint (Probe-Abo für 3 Ausgabe für nur 15 weiche Euro

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  • Die Zeitbombe tickt: It ´s tea party time!

    Sonntag, 31. Juli 2011 13:55:00

    „Ich muss nur noch kurz die Welt retten und 147.000 E-Mails checken“, könnte Obama heute Morgen zu seiner Frau vor dem verspäteten Frühstück gesagt haben. Obama wird jetzt telefonisch, postalisch, über Medien und auch über E-Mails von allem möglichen „VIPs“ der Welt bombardiert, wobei die kritischen Stimmen immer lauter werden. Der chinesische Primier kritisiert sehr scharf die Hängepartie bei der Entscheidung, ob und wie hoch die US-Verschuldungsgrenze nach oben beschlossen wird. Die Deadline ist der 2. August. Die Verschuldungsgrenze von 14,3 Billionen USD wird dann überschritten. Wenn es bis dahin nicht zu der Entscheidung der Erhöhung der Verschuldungsgrenze durch den Kongress oder Senat kommt, kommt es automatisch zu einer Art Haushaltsperre.

    Dies bedeutet keinesfalls, dass die USA zahlungsunfähig sind. Es ist werden dann nur staatliche Auszahlungen per Gesetz nicht mehr gemacht werden wie für Staatsbedienstete die Löhne und Pensionen. Dieses Gepoker um die Erhöhung der Verschuldungsgrenze ist nicht neu. Im Gegenteil: es wiederholt sich regelmäßig, da regelmäßig irgendwann die Verschuldungsgrenze überschritten wird. Kaum ein US-Präsident schaffte es bisher, einen ausgeglichenen Haushalt oder gar einen Haushaltsbilanzüberschuss abzuliefern. Obama wird dieses Jahr ein Defizit von 1,7 Billionen zu rechtfertigen haben, was zweifelsfrei viel zu hoch ist. Alle vorherigen US-Präsidenten und Finanzminister versündigten sich aber auch an der Nachfolgegeneration durch das Auftürmen von Schulden. Besonders stark stiegen die Schulden bei Reagan noch mehr aber unter Bush. Clinton war eine rühmliche Ausnahme. Dies liegt aber auch an der Steuerpolitik in den USA.

    Nun soll von den Republikanern und hier insbesondere von den Hardlinern, der sogenannten Tea Party, Obama zum alleinigen Schulden-Präsidenten, der sprichwörtlich Schuld hat, gemacht werden. Dabei geht es auch um die nächsten Präsidentschaftswahlen. So will die Tea Party nicht mit sich verhandeln lassen und die Republikaner wollen auch die Schuldengrenzen nur so weit erhöhen, dass Obama vor der Präsidentschaftswahl noch einmal mit diesem leidigen Thema und nach Möglichkeit zu Fall gebracht wird. Im Kongress haben die Republikaner die Mehrheit, im Senat aber die Demokraten. Obama will mittelfristig 4 Billionen USD sparen, wobei der Sozialetat weitestgehend unangetastet bleiben soll. Dagegen soll ein Art Reichensteuer eingeführt und mehr umverteilt werden. Die Republikaner wollen dagegen vor allem beim Sozialetat streichen. Hier ist man nach wie vor ziemlich weit auseinander. Dennoch muss es bis zum 2. August zu einem Kompromiss kommen.

    Die eigentliche Gefahr droht hier weniger von der temporären Haushaltssperre, sondern von den Ratingagenturen. Denn falls es zu keiner Einigung kommen sollte werden die Rating-Agenturen sich genötigt fühlen, „heilige Kühe“ zu schlachten, indem sie das ohnehin nicht gerechtfertigte politische „AAA“ bei US-Staatsanleihen herunterstufen. Dies könnte zur Folge haben, dass sich Banken erheblich mehr Eigenkapital beschaffen müssen. Zudem wird dann die Platzierung von US-Staatsanleihen zu niedrigen Zinsen schwieriger und teurer.

    Es könnten sich an den internationalen Kapitalmärkten unüberschaubare Kettenreaktionen ergeben und genau vor diesen Kettenreaktionen à la Lehman Brothers haben jetzt alle – zu Recht - Angst, vor allem auch die Chinesen, die weiterhin die US-Staatsanleihen abkaufen sollen. China braucht weiterhin die USA und auch Europa als Absatzmarkt, sonst läuft es Gefahr, dass sich das Wachstum erheblich abschwächt. Dies wieder wäre eine Gefahr für die globale Weltkonjunktur und auch für China selbst, das Angst hat vor Jasmin Revolutionen im eigenen Lande.

    Von den USA ging schon in 2008 durch die Falscheinschätzung der Immobilienkrise die größte Gefahr für die Weltbörsen aus. Ich hatte Sie damals in 2008 rechtzeitig vor diesen Gefahren gewarnt. Es kam dann leider so wie ich es befürchtet hatte. Damals hatte der US-Finanzminister Paulson die Situation der Folgewirkungen eines Zusammenbruchs von Lehman Brothers falsch eingeschätzt. Auch jetzt kann es unkalkulierbare Kettenreaktionen geben, falls es bis zum 2.August zu keiner Einigung kommt. Noch einmal: Die noch größere Gefahr kommt dann allerdings nicht durch den technischen Default, sondern durch die Herabstufung der US-Staatsanleihen durch die US-Ratingagenturen. Auch wird es spannend zu welchen Konditionen dann US-Staatsanleihen platziert werden können. Die Folgewirkungen werden wir ohnehin erst nach dem 2. August erleben.

    Bis heute Abend wird im Kongress und Senat noch heiß diskutiert und man darf gespannt sein, welcher Deal dann vereinbart wird. Gebetet wurde auch schon im Kongress. Es gab schon gestern einige positive Signale, die von Mitch McConnel, den Fraktionschef der Republikaner im Senat und John Boehner, dem Führer der Republikaner ausgingen. Wie der Deal im Detail aussehen soll, drang aber noch nicht nach außen. Der Gesetzesentwurf der Republikaner wurde vom Senat jedenfalls abgelehnt.

    Republikaner und Demokraten sind sich einig, das radikal gespart werden muss. Nur wo genau der Rotstift angesetzt werden soll und ob dabei auch Steuern erhöht werden sollen, streiten sich die US-Geister. Ähnliches Schmierentheater werden wir 2013 auch bei den Bundestagswahlen erleben. Obama will auf jeden Fall vermeiden, dass die Verschuldungsgrenze im Wahljahr 2012 erneut heraufgesetzt werden muss und damit zum Präsidentschafts-Wahlkampthema wird. Die rechtskonservative Tea Party sieht hier genau die Chance, Obama zu Fall zu bringen und zeigt sich im Kongress nicht verhandlungsbereit.

    Es ist dann auch die Frage, ob der Kongress die Entscheidung dem Senat überlässt oder ob die extrem konservative Tea Party das Zünglein an der Waage spielt. Ich glaube an eine Einigung, wobei auch dann die strukturellen Verschuldungsprobleme nicht vom Tisch sind, sondern nur amtlich bestätigt wurde, dass sie noch größer werden. Es wird auch hier- ähnlich wie beim Griechenland-Fall - nur auf Zeit gespielt.

    Die US-Gesamtschulden einschließlich der zukünftigen Auszahlungsverpflichtungen des Staates an Sozialleistungen (Gesundheit), Rentner und Pensionäre betragen schon 114 Billionen USD. Es ist ganz klar, dass dies die USA auch bei modertaten Wachstum nicht schaffen können, Es wird also irgendwann zu einem Schuldenschnitt (oder einer Hyperinflation) kommen, ähnlich wie bei Griechenland. Solange der US-Dollar aber die Weltreservenwährung ist, kann die FED das Problem durch Gelddrucken temporär „lösen“, was sie auch machen wird. Insofern rechne ich mit einem QE3 der FED.

    Die Aktienmärkte reagierten in der letzten Woche schon sehr nervös mit fallenden Kursen - der DAX auf 7158 und der Dow Jones auf 12143 Indexpunkte -, nur Gold ging wieder einmal als Sieger aller Assetklassen hervor. Gold erreichte ein neues Allzeit-Hoch mit 1626 USD/Unze. Der Dollar blieb relativ stabil zum Euro bei 1,44 EUR/USD. Es gab auch eine Flucht in den Bund-Future, der mit 130,66 ein neues Jahres-Hoch erreichte.

    Der Countdown läuft und die Zeitbombe tickt. Uns steht eine spannende und sprichwörtlich weltbewegende Woche bevor. Falls es in letzter Minute zu einer Eignung kommt, wird es weltweit zu einer Erleichterungsrallye an den Aktienmärkten geben, falls nicht, rechne ich mit herben Kursverlusten und einer Reihe von Notfallplänen auch bei systemischen Banken, wobei die Indices nahe wichtiger Chartmarken sind. Auch die Charttechnik ist jetzt als sehr brisant.

    Russland hat aufgrund der hohen Ölpreise (WTI zuletzt bei 96 USD/Barrel) im Gegensatz zu dem USA nicht mit zu hohen Haushaltsbilanzdefiziten zu kämpfen und Russland hat auch eine sehr geringe Auslandsverschuldung. Setzen Sie daher mehr auf Länder mit geringen Verschuldungsquoten und niedrigen Bewertungen wie Russland. Der RTS-Index gab am Freitag aber auch um 1% auf 1965 nach. Auch hier müssen jetzt wichtige Chartmarken beachtet werden, denn auch russische Aktien hängen kurzfristig vom Verlauf der Wall Street ab.

    Welche Chartmarken dies genau sind, können Sie im neuen EAST STOCK TRENDS 07/11 (www.eaststock.de, 3 Ausgaben für nur 15 Euro). Dort können Sie in einem Special auch nachlesen welche Ostwährungen auch für Anleger attraktiv sein können, nachdem der Schweizer Franken in diesem Jahr einer der besten „Geldanlagen“ als weltweite Fluchtwährung war.

    TV-Hinweis: Andreas Männicke wurde am 23. Juni 2001 über das Thema „Ostwährungen als sicherer Hafen“ in NTV/Telebörse befragt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

  • Last minute-Träume können zu Alpträumen werden

    Sonntag, 24. Juli 2011 14:33:00

    Es ist eigentlich schon lange „ 5 nach Zwölf“, aber Politiker schaffen es immer wieder, eine neue Zeiteinheit einzuführen und bei der ausufernden Verschuldungsproblematik auf Zeit zu spielen. Dies bedeutet aber nichts anderes, dass sich die Verschuldungsprobleme so lange anhäufen, bis es zum großen Knall kommt. Griechenland erhielt „in letzter Minute“ nun weitere 100 Mrd € und Banken/Versicherungen sind mit einem überschaubaren Betrag erstmals – und wie Sarkozy betonte letztmals (??) – mit im Boot. Damit wurde der Euro „gerettet“ (?) – für eine gewisse Zeit. Immerhin versucht man nun Griechenland nicht nur mit Notkrediten, sondern auch einem Marshall-Plan zu helfen, was der richtige Ansatz ist.

    Die EU hätte schon von Anbeginn einen Art „Stabilisierungsfonds“ gründen müssen, in dem alle je nach Gewicht einzahlen, denn es war von Vornherein klar, dass die EWU im Krisenfall auseinanderbrechen könnte, da die Unterschiede der Länder innerhalb des EWU zu groß sind. Die größten Gefahren werden auch in Zukunft von den systemrelevanten Banken ausgehen. Ohne den Lehman-Schock wäre die Verschuldungssituation nicht so schnell eskaliert und nicht nur Griechenland leidet jetzt darunter. Aber auch Griechenland hat diese Situation selbst verschuldet, in dem es nicht für Steuerzahlungen und Haushaltsdisziplin gesorgt hat. Zudem hat Griechenland die Haushaltstatistiken gefälscht bzw. falsch angegeben. Aber Vorsicht: Dies waren nur einige wenige korrupte Politiker; was aber viele in Griechenland gemacht haben, ist Steuerhinterziehung au breiter Front. Es gab aber vorher keine effektiven Kontrollmechanismen. Es wäre aber falsch, alle Griechen über einen Kamm zu scheren. Viele Länder in Südeuropa befinden sich zudem jetzt in einer ähnlichen Situation. Jeder sollet sich jetzt in seinen eigen Spiegel schauen, bevor er mit dem Zeigefinger den Lehrer spielen will.

    Es ist aber ganz klar, dass nach diesem Agreement früher oder später auch Irland und Portugal oder andere Länder auch auf das Recht pochen, einen Notkredit, niedrigere Zinsen und oder eine Schuldenstreckung/Schuldenerlass zu bekommen. Auch das ist nur eine Frage der Zeit, nämlich bis die nächsten Staatsanleihen großvolumig refinanziert werden müssen. Man muss allen diesen Ländern jetzt auch Zinskompromisse machen, was aber nur das Problem zeitlich nach hinten verschiebt. Es gibt bei vielen Ländern jetzt strukturelle Verschuldungsprobleme, die nach radikalen Last Minute-Lösungen schreien. Auch Italien, Belgien und Frankreich müssen sich jetzt etwas einfallen lassen, um einen Staatsbankrott zu vermeiden. Für Italien gibt es keinen Rettungssschirm, der groß genug wäre: Too big, to fail! Der Euro hängt damit weiterhin am seidenen Faden, der jederzeit reißen kann. Aus Last Minute-Rettungsträumen können also schnell Alpträume werden. Das Fass ist voll und es beginnt überzulaufen. Dann könnten auch die Dämme an den Aktienmärkte brechen, aber noch ist es nicht so weit. Noch werden Beruhigungspillen verabreicht und es wird auf Zeit gespielt. Der Patient ist im Koma, aber nicht geheilt. Immerhin „stabilisierte“ sich der Euro im Koma wieder auf 1,43, EUR/USD:

    Auch der EU-Bankenstresstest, wo nur 8 Banken durchfielen, ist so etwas wie eine Beruhigungspille, die aber nicht lange anhalten wird. In dem Bankenstresstest wurden keine Staatsbankrotts und Panikreaktionen (wie die extreme Ausweitung von Spreads in Krisensituationen ) an den Börsen eingepreist bzw. simuliert. Das worst case Szenario ist also kein wahres worst case Szenario. Damit ist auch dieser Stresstest kein Stresstest, aber eine Beruhigungspille, wo auf hohen Niveau weiter gezockt werden kann.

    Dies trifft gleichermaßen für die USA zu. Auch hier nehme ich an, dass es in letzten Minute bis zum 2. August eine Kompromisslösung gefunden und die Verschuldungsgrenze , die jetzt bei 14,3 Billionen USD liegt, auf über 15 Billionen USD hochgestuft wird. Ist dies nicht der Fall, wird es zunächst nur einen technischen Default geb. Es wird dann eine – vorübergehende - Haushaltssperre geben. Ich nehme an, dass man sich dann nochmals an den Verhandlungstisch setzen wird und dann eine Kompromisslösung in „allerletzter Minute“ herbeiführen wird. Damit wäre dann aber keinesfalls das strukturelle Verschuldungsproblem vom Tisch. Im Gegenteil: auch in den USA bedarf es radikaler Spar- und Umverteilungsmaßnahmen, was auch faktische „schleichende“ Enteignungsmaßnahmen mit einschließt.

    Falls es aber zu keiner Lösung kommt, werden die Rating-Agenturen die US-Staatanleihen herunterstufen müssen. Das heißt die Rating-Agenturen hängen auch von politischen Entscheidungen ab. Nun soll Moodys sogar einen Notfallplan für die USA erarbeiten. Ein Downgrade von US-Staatsanleihen, das längst notwendig und ein „Politikum“ ist, könnte schlimmere Folgen auf den internationalen Finanzmärkten haben als das Herunterstufen der griechischen und irischen Anleihen auf Ramschniveau, denn dann müssten sehr viele Banken hohe Kapitalerhöhungen machen, was wiederum die Aktienmärkte stark belasten würde. Vor dieser wichtigen Last minute-Entscheidung stehen die USA in den nächsten Wochen.

    Zudem kommt jetzt die Berichtssaison, wo ich aber – mit Ausnahmen des Bankensektors - mit überwiegend guten Ergebnissen rechne. Apple zweigte schon mit einem Quartals-Rekordgewinn von 7 Mrd USD (!) eindrucksvoll, wie erfolgreich ein Spitzen-Unternehmen in relativen Krisenzeiten sein kann. Die ganze Welt begehrt Apple-Produkte. Die USA haben, anders als Griechenland oder Portugal, eine Riehe von hochwertigen Spitzenleistungen aufzuweisen, nur müssen sie in Zukunft eine andere Steuerpolitik machen, um so große Verschuldungsprobleme gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die FED wird, wenn in letzter Minute hart hat hart kommt, wieder ein QE3 anschließen, was aber auch keine Lösungsansätze auf Dauer sind, sondern nur auf Zeit gespielt wird.

    Falls es bis zum 2. August beim US-Politik-Poker zu einer positiven last minute-Einigung kommt, werden die Aktienmärkte uni sono eine kleine „Erleichterungsrallye“ starten. Falls nicht, rechne ich mit starken Kursverlusten. Krisengewinner sind weiterhin Gold mit neuem Rekordhoch von über 1600 USD, Silber, einige Währungen wie der Australische Dollar, der Schweizer Franken sowie Bundesanleihen, die als „sicherer Hafen“ eingestuft werden. Die Aktienmärkte tendieren hingegen – nervös – seitwärts.

    Da der WTI-Ölpreis wieder auf 100 USD/Barrel anstieg, bekamen auch russische Aktien ein wenig Rückenwind. Der RTS-Index stieg am Freitag um 0.22% auf 1976 Indexpunkte und ist damit schon wieder fast 10% seit Jahresbeginn im Plus. Aber auch hier müssen wichtige Chartmarken jetzt beachtet werden.

    Welche Chartmarken dies genau sind, können Sie im neuen EAST STOCK TRENDS 07/11 (www.eaststock.de, 3 Ausgaben für nur 15 Euro). Dort können Sie in einem Special auch nachlesen welche Ostwährungen auch für Anleger attraktiv sein können, nachdem der Schweizer Franken in diesem Jahr einer der besten „Geldanlagen“ als weltweite Fluchtwährung war

    TV-Hinweise: Andreas Männicke wurde am 23. Juni 2001 über das Thema „Ostwährungen als sicherer Hafen“ in NTV/Telebörse befragt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

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