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Interview-Hinweise:

Andreas Männicke hat ein Interview am 23. Dezember 2011 über die dt-russichen Wirtschaftsbeziehungen und am 28. Dezember über die Aussichten der Moskauer Börse für die Deutsche Welle (Russland) gegeben. Die Interviews sind auf russisch. Sie können sich die Interviews jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Interviews" runterladen,

Andreas Männicke wurde am 21. Dezember 2011 um 13.15 in NTV/Telebörse(www.teleboerse.de) von Annette Eimermacher über die Investmentchancen in Russland im nächsten Jahr befragt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter "Interview" abrufen.

Andreas Männicke wurde am 23. November 2011 im DAF von Dr. Bernhard Jünemann gefragt, ob die Euro-Verschuldungs-Krise auch auf Osteuropa überschwappen könnte. Männicke machte dabei einen überraschenden Lösungsvorschlag: Der Euro sollte mit dem Rubel mergen!

Andreas Männicke wurde am 1. November 2011 vom Börsen Radio Network über den Einfluss der Europa-Politik auf die osteuropäischen Aktienmärkte befragt. Im Teil 2 des Interviews analysiert er die osteuropäishcen Märkte differenziert vor den Hintergrund der aktuellen EU-Entscheidungen.

Andreas Männicke wurde am 29. September 2011 von Brigitte Bauer im DAF (www.anleger-fernsehen.de) über die Chancen des russischen Aktienmarktes nach den Panikverkäufen im August/September befragt. Dabei wurden auch einige chancenreiche russische Aktien besprochen.

Andreas Männicke wurde am 27. September 2011 von der Deutschen Welle über die Auswirkungen der neuen Kandidatur von Putin als Präsidenten für die Börse und Wirtschaft befragt (auf russisch).

Andreas Männicke wurde am 26. September 2011 auch von der Deutsche Welle über die Hintergründe der starken Rubelabwertung im September 2011 befragt und auch wie es mit dem Rubel weitergehen wird (auf russisch).

Andreas Männicke wurde in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) am 26. September über die Rochade Putin/Medwedew befragt.

Andreas Männicke wurde am 26. September 2011 in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) über die russische Rochade Putin/Medwedew und die Aussichten der Moskauer Börse nach den Panikverkäufen befragt.

Die neuen Interviews sind jetzt abrufbar unter www.eaststock.de, dort unter Interviews.

Sie können sich die TV- und Radio-Interview, falls Sie sie verpasst haben sollten, jetzt unter www.eaststock.de bei der Rubrik "Interviews" runterladen.

Verpassen Sie die Outperformancechancen in Osteuropa nicht und bestellen Sie jetzt den Börsenbrief EAST STOCK TRENDS unter www.eaststock.de. Ein Probe-Abo (3 Ausgaben kosten nur 15 €). Die beiden Muster-Depots erzielten seit Februar 2009 eine Performance von über 200% (konservativer Osteuropa-Basket) bzw über 300% (spekulativer Osteuropa-Basket).

IZudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • … denn sie wissen nicht, was sie tun (sollen)!

    Samstag, 22. Oktober 2011 12:33:00

    Blicken Sie noch durch? Die Frage stelle ich nicht an Sie als Leser, sondern ist an die Politiker gerichtet, die nun gewichtige Entscheidungen für die nächsten Generationen zu fällen haben. Sie entscheiden jetzt auch über unsere Altersversorgung und die Altersversorgung der Enkelkinder. In jedem Fall scheinen Politiker sehr schnell von Investmentbankern und sonstigen Zockerbuden zu lernen. Durch kreditfinanzierte Hebel versucht man nun die Rettungssumme des EFSF von 440 Mrd € auf über 1 Billion € oder sogar 2 Billionen € zu hebeln. Die Haftungssumme für Deutschland soll dabei aber bei 210 Mrd. € bleiben.

    So mancher Politiker ist völlig überfordert und versteht jetzt gar nichts mehr, der Normalbürger wird zum „Wutbürger“. Soll die Erweiterung des EFSF nun eine Art Versicherungsleistung (mit Garanatien) oder eine Banklösung mit Krediten als Hebel werden? Frankreich will, dass der EFSF eine Banklizenz bekommt. Klar dann kann die Einlage (welche?) fast beliebig gehebelt werden wie bei Investmentbanken um das 40 bis 50-fache. Schäuble denkt an seine Enkelkinder und ist strikt dagegen.

    Am Freitag wurde die schon angekündigte Regierungserklärung abgesagt, da es nichts zu erklären gibt. Die Abgeordneten wissen wieder mal gar nicht, worüber sie zu entschieden haben. Der Zeitdruck ist jetzt enorm, den bis Mittwoch soll einen Entscheidung der EU vorliegen. So etwas hat es lange nicht gegeben, dass eine Regierungserklärung kurzfristig abgesagt wird. Auch ist nicht klar, ob der erweiterte Rettungssschirm vom Bundestag neu verabschiedet werden muss, was die Opposition fordert, oder nur in den Haushaltsausschuss übergeleitet wird. Am Wochenende gibt es einen EU-Gipfel nach dem anderen, wobei das dann auch nur Beratungen und noch keine Entscheidungen werden sollen.

    Zum Zankapfel werden nun die Durchführungsrichtlinien, die erst einmal in 27 verschiedene europäische Sprachen übersetzt werden müssen – Achtung: der Dolmetscher/Übersetzer ist immer der Lügner! – und dann müssen die Durchführungsrichtlinien des EFSF auch von allen Ländern richtig verstanden werden, was wohl noch zu Unstimmigkeiten führt. Bis Mittwoch soll nun das Maßnahmenbündel der EU fertig sein, was wohl noch einige Debatten auslösen wird. Da bis Freitag noch nicht alle auf dem erforderlichen Wissenstand waren und gar nicht wussten, worüber sie bei den EU-Gipfeln entscheiden sollen, was für sich betrachtet schon ein politischer Skandal ist, gilt wohl als Entschuldigung der Bibelspruch „.. denn sie wissen nicht, was sie tun (sollen)“.

    Diesen Eindruck gewinnen auch die Aktienmärkte, die nervös hin und her schwanken, zuletzt endlich einmal nach oben. Dass Europa mit einer Stimme spricht und auch dem Finanzmarkt gesagt wird, wo es lang gehen soll, ist wohl zu viel erwartet. Klar ist wohl, dass es einen Schuldenschnitt in Griechenland um etwa 50% geben wird und dieser auch schon vorbereitet wird. Die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands steht also trotz der neuen Tranche der Troika an Griechenland im Volumen von 8 Mrd € vor der Tür und ist kaum mehr abzuwenden.

    Die EU will nach dem Beschluss der Finanzminister am Freitag in Brüssel dennoch 5,8 Mrd € zahlen, den Rest der IWF, der sich aber anders als die Finanzminister der EU noch nicht zu einer positiven Entscheidung durchringen konnte. Die 8 Mrd € Tranche soll erst im November überwiesen werden. Die einhellige Meinung ist, dass die 8 Mrd € nicht ausreichen werden und das Problem der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands schon bald wieder diskutiert werden muss. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Griechenland ein Fass ohne Boden ist und mithin nicht mehr zu retten ist. Was passiert, wenn Griechenland aber doch gerettet werden kann? Die jetzt neu eingeleiteten Sparbeschlüsse sind schon sehr weitreichend, was die Bevölkerung aber auch wieder auf die Straße treibt. Der Generalstreik legt die gesamte Wirtschaft lahm, was die wirtschaftliche Situation nur verschlechtert. Der Staatsbankrott Griechenlands scheint mittelfristig also unabwendbar zu sein, wenn die Steuereinnahmen nicht wie erhofft fließen und auch die Privatisierungen nicht voran kommen.

    Damit dadurch nicht zu viele europäische Banken Pleite gehen, soll nun der erweiterte EFSF herhalten, wobei vor allem die Amerikaner auf einen Garantiebetrag von 2 Billionen € drängen. Die Amerikaner leben aber schon lange über ihre Verhältnisse und sind beim Schuldenmachen wohl der schlechteste Ratgeber. So nimmt der Wahnsinn kein Ende, sondern fängt erst so richtig an. Nach dem erhofften Befreiungsschlag sieht es bis jetzt nicht aus, was die Börse in der nächsten Woche wohl mit fallenden Kursen quittieren wird. Der Streitpunkt ist der Hebel des EFSF.

    Meine Meinung dazu ist ganz klar: alle Hebel erhöhen auch die Haftung für alle Mitgliedstaaten in Ernstfall. Die Politiker sollten sich auch das worst case-Szenario vorher genau überlegen, bevor sie zu schnell von Investmentbankern etwas aufsaugen, was sie gar nicht verstehen. Sie machen jetzt die gleichen Fehler wie die Vorstände und Aufsichtsräte deutschen Landesbanken, die auch nicht wussten, was in den gebündelten Kredite alles an faulen Eiern drin ist. Die Folge war eine faktische Insolvenz der Landesbanken, die wiederum nur durch den Steuerzahler aufgefangen wurde. So könnte es auch bei gehebelten EFSF enden. Bei den Landesbanken saßen auch viele Politiker im Aufsichtsrat. Das Ergebnis der Aufsicht war niederschmetternd.

    In Betracht kommt später die Diskussion über eine Währungsreform, einen neuen Zwei-Klassen-Euro, einen neue Eurozonen-Diktatur durch eine europäische Wirtschaftsregierung, aber auch ein Streit zwischen vielen Euroländern über den richtigen Weg in der Krise, wobei die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland (= mehr sparen) und Frankreich (= mehr ausgeben) schon symptomatisch sind.

    Ich muss auch sagen, dass das alles sehr dilettantisch von den EU-Bürokraten vorbereitet ist. Wieso bringt man erst jetzt den Hebel ins Spiel, der möglichwieweise auf Beratungen der Amerikaner oder des IWF zustande kam. Wer ist überhaupt verantwortlich für den Hebel und warum wurde dieser nicht zuvor als Druckvorlage ins Parlament eingebracht? Auch das könnte ein kleiner Vorgeschmack einer von vielen jetzt so vehement geforderten europäischen Wirtschaftsregierung sein.

    Wenn man sich das alles anschaut, dann graut es mir schon vor einer europäischen Wirtschaftsregierung, die möglicherweise auch einmal beschlossen wird. Ich bin sehr für eine Vereinheitlichung der Steuergesetzgebung in Europa, damit es kein Steuer-Dumping gibt. Auch kann man über gemeinsame Rettungs- oder Solidaritätsfonds sprechen. Aber das Diktat von Europa-Bürokraten über nationale Haushalte wird so manchen zu weit gehen.

    Da kann man gut verstehen, dass jetzt auch Abgeordnete zu „Wutbürgern“ werden. Bei dem EFSF geht es vordergründig um die Bankenrettung und damit die Rettung des Finanzsystems, das kurz vor dem Abgrund steht. Irgendwann wird Schäuble oder sein Nachfolger voller Stolz sagen: „Gestern standen wir noch vor dem Abgrund, aber jetzt sind wir schon einen Schritt weiter!“ Das war es dann mit der Altersversorgung, die in die Altersarmut und zur Rente mit 70 führt.

    Trotz der diffusen Entscheidungslage bei dem EU-Gipfel könnten sich die Aktienkurse in den nächsten Wochen im Rahmen einer Herbstrallye nach oben bewegen. Die EU und IWF werden wohl nun doch im November eine weitere Tranche in Höhe von 8 Mrd € auszahlen, davon die EU 5,8 Mrd €, was aber nicht ausreichen wird. Diese Überschuldung Griechenlands wird uns also noch eine Weile beschäftigen, bis zum Schuldenschnitt.

    Die Herbstrallye ist Anfang Oktober brachte bereits über 15%, wobei die Erholungseffekte beim DAX, Euro Stoxx und RTS größer waren als beim Dow Jonas. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass diese Märkte vorher aber auch stärker gefallen waren und wesentlich volatiler als der Dow Jones ist. Der Dow Jones hat in diesem Jahr kaum an Wert verloren, die meisten anderen Weltbörsen sind wesentlich tiefer gefallen und aber folglich auch mehr Erholungspotential. Ich glaube mit einigen Schwankungen an eine fortgesetzte Kursrallye bis Mitte November, dann aber wieder an fallende Kurse, also nur an eine Bärmarktrallye.

    Nach dem am kommenden Mittwoch verkündeten Maßnahmenbündel der EU könnten auch ohne den erhofften Befreiungsschlag die Kurse weiter anziehen, zumal die Berichtssaison in den USA bisher recht positiv verläuft. Der DAX machte am Freitag einen Freudensprung um 3,31% auf 5973 Indexpunkte und der Dow Jones um 2,31% auf 11.801 Indexpunkte. Damit hat der Dow Jones schon wieder die Chartausbruchlinie erreicht und im Jahresverlauf kaum an Wert verloren, während die meisten Weltbörsen, so auch der DAX und der RTS-Index, noch weit im Minus sind. Der RTS-Index stieg am Freitag um 2,37% auf 1456 Indexpunkte, womit sich fast alle Indizes durch den starken Freitag noch leicht im Plus aus der Woche verabschiedeten Auch Gold konnte um 1,7% auf 1640 USD/Unze und Silber sogar um 3,14% auf 31,25 USD/Unze zulegen. Es scheint jetzt so zu sein, dass bei einem schwachen Dollar alle Märkte – Aktien und Rohstoffe – steigen und umgekehrt. Der Euro stieg zum Dollar auf 1,38 EUR/USD.

    RTS und DAX befinden sich nach der Korrektur wieder auf dem Niveau wie letzten Freitag. Wenn der DAX nachhaltig 6100 überschreitet, ist der Weg nach oben frei. Ich hatte Ihnen schon im letzten EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) auf die Möglichkeit dieser fulminanten Herbstrallye aufmerksam gemacht.

    Der Ölpreis konnte sich trotz des Tods von Gaddafi und der nun wohl schnelleren Produktionserholung in Libyen gut bei 109,7 USD/Barrel (Brent) bzw. 87 USD/Barrel (WTI) behaupten. Libyen produziert jetzt schon wieder 400.000 Barrel/Tag, wobei der normale Produktionslevel von 1,6 Mio. Barrel wohl schon im nächsten Jahr wieder erreicht wird. Der RTS-Index stieg in den letzte Wochen seit dem Tief von 1200 auf über 1450 Indexpunkte, mithin um 20%, so dass sich gestaffelte Abstauberlimits in den letzten 3 Wochen gelohnt hatten. Aber auch der russische Aktienmarkt wird fortan geprägt von dem Ausgang des EU-Streit-Gipfels.

    Im meiner letzten Kolumne schieb ich noch, was ich hiermit wiederhole: „Die Börsen werden im Oktober, der als Crash-Monat verschrien ist, volatil und nervös auf jede bad und good news reagieren. Sie sind noch im Panik-Modus, aber aus Verkaufspanik kann auch durch Short-Covering Kaufpanik werden. Wie Sie sich jetzt verhalten sollen und auch welche Aktien in Osteuropa aussichtsreich sind, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe Abo- des Börsenbriefes EAST STOCK TRNDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen.“

    TV+Radio-Hinweise. Die letzten TV- und Radio-Interviews von Andreas Männicke im September 2011 über die russische Rochade Putin/Medwedew in NTV/Telebörse und Deutsche Welle (auf Russisch) können Sie jetzt unter www.eastsstock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

    Seminar-Veranstaltungs-Hinweise: Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar "Go East!" mit einem Russland-Special wird am 21. November 2011 um 18.00 Uhr in Frankfurt/M gleich nach dem EK-Forum stattfinden (Dauer 3-4 Stunden). Dort wird dann auch diskutiert, wie es mit dem Euro und der globalen Verschuldung weitergeht, wobei die Chancen an den Ostbörsen im Mittelpunkt stehen. Melden Sie sich jetzt an mit einem Frühbucherrabatt von 80 € anstelle von 100 € unter www.eaststock.de oder direkt bei der ESI GmbH, Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, E-mail: info@eaststock.de an. Am 22. November 2011 wird sich die MAN Oil Group AG um 16.00 Uhr im Hotel Marriott in Frankfurt/M vorstellen. Moderiert wird die Veranstaltung von Andreas Männicke. Wer sich zu der kostenlosen Präsentation anmeldet, bekommt einen Preisnachlass beim ESI-Ostbörsen-Seminar von 50%.

  • Wutbürger im Vormarsch

    Samstag, 15. Oktober 2011 15:23:00

    Immer mehr Bürger versammeln sich auf den Straßen, um für mehr Demokratie und gegen die Banken, gegen eine zwei Klassen-Gesellschaft (arm/reich) und gegen den Kapitalismus zu demonstrieren. Die Reichen sollen den Armen helfen, aus der Misere zu kommen anstelle sich selbst zu bereichern. Sie wollen keine Welt, wo Geld die Welt regiert. Diese Demonstrationen nehmen in den USA schon die Form einer politischen Bewegung an, die ernst zu nehmen ist. Die Wall Street wird ständig von Demonstranten belagert. Nun greift diese Bewegung auch auf Deutschland über. Noch verlaufen diese Demonstrationen relativ friedlich.

    Sie ähneln vom Inhalt aber und der Intention den Demonstrationen und Generalstreiks in Griechenland. Breite Bevölkerungsschichten sehen nicht ein, dass immer wieder neue Milliardenbeträge zur Rettung von Banken zur Verfügung stehen, den sozial schwachen Gruppen in der Not aber nicht geholfen wird. Diese Verärgerung breiter Bevölkerungsschichten und der Ohnmacht gegenüber der Finanzautokratie ist nachvollziehbar. Ebenso sind es die „linken“ Parolen, die dabei geschwungen werden. Es ist wenig förderlich hier in „linke“ und „ rechte“ Argumentationsmuster einzusteigen und zu polarisieren, um einen Systemwandel herbeiführen zu wohlen. Es ist aber nicht nur sinnvoll, sondern dringend geboten, die Systemfehler zu korrigieren und zu beseitigen.

    Was das System zum Kippen und Kollabieren bringen kann, ist in der Tat ein Bankenrun, denn dann wären alle Spareinlagen verloren oder ein Staatsbankrott von großen Ländern wie Spanien oder Italien. Im Falle eines Staatsbankrotts werden auch die systemrelevanten Banken der jeweiligen Länder Pleite gehen, denn die Banken haben wiederum großvolumig die Staatsanleihen des eigenen Landes im Portfolio. In Italien gibt es eine schwerwiegende poltische Vertrauenskrise und das ist in einer Zeit, wo Italien ohnehin viel zu hoch verschuldet ist wenig hilfreich. Darunter leiden auch die italienischen Banken. Dexia musste schon not-verstaatlich werden, Droht dies nun auch italienischen Banken? So hat alleine die UniCredit italienische Anleihen im Wert von 40 Mrd € im Portfolio. Die amerikanischen Großinvestoren wie Goerge Soros haben jetzt am meisten Angst vor einer Euro-Banken-Krise, weil sich dies dann auch auf Amerika negativ auswirken wird.

    Um Staatspleiten besser oder überhaupt auffangen zu können, soll nun die Eigenkapitalquoten von Banken erheben erhöht werden, was ich schon lange befürworte. Zudem sollen sich die Banken wenn nicht freiwillig, dann zwangsweise an dem Cut bei griechischen Anleihen beteiligen. Hier ist ein Cut von 50% wahrscheinlich und das Angebot der deutschen Großbanken von 20% wohl nicht ausreichend.

    Warum hebeln die Banken überhaupt so stark mit fremdem Geld, das ihnen nicht gehört, und kaufen dann Risiko-Anleihen mit hohen Renditen? Die Banken als Risiko-Manager sollten doch als erste wissen, dass hohen Zinsen auch hohe Risiken bedeuten. Da kann man auch verstehen, dass auch „Insider“ und Bankexperten zu Wutbürgern werden. Eigenkapitalquoten von 10% sind erforderlich und auch dann werden es einige Banken schwer haben zu überleben, wenn die Verluste im Eigenhandel und Investmentbankinggeschäft zu groß werden. Basel III sollte schon zu höheren Eigenkapitalquoten führen.

    Man darf auch gespannt sein, was der nun geforderte Bankstresstest unter Berücksichtigung von Staatspleiten hervorbringen wird und vor allem, wann er erfolgt. Allmählich wird alles das umgesetzt, was ich schon vor Jahren in meinen Kolumnen gefordert haben. Hoffentlich ist es dann nicht schon zu spät. Auf der anderen Seite wird eine Kreditklemme befürchtet, wenn die Banken nicht mehr bereit oder in der Lage sind, Risikokredite an den Mittelstand zu geben.

    Ein ähnliches Bankenproblem hat im Moment fast unbemerkt China, die eine Reihe von privaten „Schattenbanken“ aufgebaut haben, die nun Pleite zu gehen drohen. Viele Unternhemer in China können ihre Kredite an private Geldgeber, die wie Schatten- bzw. Untergrundbanken fungieren, nicht mehr bedienen. Sie flüchten und lassen das Unternehmen allein so wie jetzt in September in der Stadt Wenzhen alleine 40-mal. Das Volumen der privaten Geldgeber betrug in Wenzhou alleine 13,6 Mrd €.

    Zudem haben auch einige chinesische Großbanken faule Kredite im Portfolio. So wurde ab dem Jahr 2009 einige Großprojekte der Regionalregierungen finanziert, um die Krise abzuwenden. Diese großvolumigen Kredite werden jetzt allmählich fällig und die kommunalen Regierengen sind zum Teil nicht in der Lage, die Kredite zurückzuzahlen. Die Verbindlichkeiten daraus belaufen sich auf 1,2 Billionen Euro, von den 40% in diesem Jahr fällig werden. Zudem bestehen in einigen Städten die Gefahr einer Immobilienblase und damit auch der Verlust von Krediten im Immobilienbereich. In 16 von 70 Städten fielen die Preise im August. Auch dies muss mit großer Sorge beobachtet werden, denn dies könnte wiederum das Wachstum in China behindern. Wenn aber das Wachstum in China geringer wird, hat dies Konsequenzen für die ganze Welt. Auch China ist für westliche Analysten eine black box, da des von hier aus schwer einzuschätzen ist, was in China intern an Finanzierungen abläuft, nur um das Wachstum künstlich aufrecht zu erhalten.

    Ich gewinne den Eindruck, dass die Lösung der Finanzierungsprobleme in China und vor allem in Europa in Zukunft auch ausschlaggebend für die weitere Entwicklung der Weltbörsen sein wird, während die Makro- und Mikro-news aus den USA eher nachrangig sind. Ich erwarte für die USA im 3. Quartal sogar ein robustes Wachstum, das nicht auf eine Rezession in den USA hindeutet. Auch die Quartalszahlen werden überzeugen und nicht auf eine Rezession, sondern nur auch eine Konjunkturabschwächung und hindeuten. Dies dürfte sich auch im 4. Quartal fortsetzen. Wenn sich diese Erkenntnis fortsetzt, dass wir im nächsten Jahr keine Rezession, sondern nur eine Konjunkturabschwächung erleben werden, werden die Kurse zumindest bis Ende Jahres eher steigen.

    Die Probleme für die weitere Entwicklung der Weltbörsen liegen mehr in China und in Europa. China muss sehr dynamisch wachsen, sonst werden auch dort einige Wutbürger auf die Straße gehen. Während die Finanzierungsprobleme in China noch nicht transparent und damit noch nicht unmittelbar börsenrelevant ist, ist das Problem der Refinanzierung und Rekapitalisierung der europäischen Großbanken wohl der Lackmustest für die Weltbörsen.

    In den nächsten Wochen werden die Rating-Agenturen wieder die Rating-Keule schwingen. Spanien wurde am Freitag schon von S&P von AA auf AA- weiter heruntergestuft. Jetzt drohen weiteren europäischen Großbanken, darunter auch die Deutsche Bank AG, Herabstufungen von Fitch. Damit wird die Refinanzierung noch teurer werden. Dringend geboten ist hier eine Kapitalheraufstockung und zum Teil auch eine Änderung der Geschäftsmodelle auf einen breitere Basis, also weniger Investmentbanking und mehr Kreditgeschäft - mithin back to the roots, was auch ich schon vielfach an dieser Stelle gefordert habe. Dies müsste dann sogar auch ganz im Sinne der Wutbürger sein, die das Geschäftsmodelle zu Lasten der kleinen und sozial schwachen Kreditnehmer (und Sparer) nicht mehr mitmachen wollen. Herabstufungen drohen auch bei den französischen Großbanken, die durch einen jetzt drohenden Schuldenschnitt bei griechischen Anleihen besonders getroffen sind.

    Zunächst drohen nur Herabstufungen auf „negative Ausblicke“ bei den Großbanken Barclays, BNP Paribas, Société Generale, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Credit Suisse. UBS wurde schon herabgestuft. Dies dürfte die Weltbörsen in der nächsten Woche belasten.

    Immerhin gab es in der letzten Woche, als ich in Griechenland im Urlaub war und griechische Quittungen überprüfte, eine beeindruckende Rallye, weil die Troika signalisiert hat, Griechenland im November einen Kredit zu gewähren und die Slowakei gewissermaßen im Nachschlag den EFSF doch zugstimmt hat. Neben den Bankenherabstufungen werden aber auch die Quartalszahlen insbesondere der Banken und vor allem deren Ausblicke der jeweiligen Vorstände ausschlaggebend für die weitere Kursentwicklung werden.

    Der DAX konnte sich seit dem Tief von unter 5000 auf nunmehr fast 6000 Indexpunkte erholen – am Freitag um +0,88% auf 5967 Indexpunkte – und der Dow Jones von 10.400 auf über 11.600 Indexpunkte – am Freitag sogar um +1,45% auf 11.644 Indexpunkte. Damit hat die Wall Street bisher schon fast den Rebound auf die Chartausbruchlinie von 11.800 Indexpunkte geschafft. Hier rechne in den nächsten Wochen mit einer Fortsetzung der von mir angekündigten Herbstrallye in Richtung auf 11.800 Indexpunkte, wobei die Erholungsrallye aber nicht nachhaltig sein wird.

    Die anderen Weltbörsen sind von ihrer Chartausbruchlinie noch weit entfernt wie der DAX bei 6800. Da ist als noch viel Luft nach oben. Dabei stieg auch der Euro von 1,33 auf 1,38 EUR/USD seit Anfang Oktober. Mit dieser „Euro-Stärke“ hatten viele Marktteilnehmer in Anbetracht der Griechenlandkrise nicht gerechnet. Seit Anfang Oktober gab es auch ein Short-Covering bei vielen Märkten, wo zuvor stark geshortet wurde und nun die Short-Eindeckungen zu Kurssteigerungen führten.

    Einen besonders starken Rebound schaffte in der letzten Woche die Moskauer Börse. Der RTS-Index stieg am Freitag um 3,18% auf 1449 Indexpunkte. Dabei konnte sich der Brentölpreis um 2% auf 112 USD/Barrel erholen. Anfang Oktober befand sich der RTS-Index im Tief noch bei 1200 Indexpunkten, was immerhin ein Plus von 20% seit dem Tief bedeutet. Solche Trading-Chancen wird es in Zukunft auch im Rahmen einer Bärmarktrallye geben. Einige Stahlaktien wie die Evraz group konnten am Freitag sogar im zweistelligen Prozentbereichen zulegen. Auch die Sberbank überzeugte mit einem Kursplus von 8%. Ich hatte Ihnen schon im letzten EAST STOCK TRENDS auf die Möglichkeit dieser fulminanten Herbstrallye aufmerksam gemacht.

    Im meiner letzten Kolumne schieb ich noch, was ich hiermit wiederhole: „Die Börsen werden im Oktober, der als Crash-Monat verschrien ist, volatil und nervös auf jede bad und good news reagieren. Sie sind noch im Panik-Modus, aber aus Verkaufspanik kann auch durch Short-Covering Kaufpanik werden. Wie Sie sich jetzt verhalten sollen und auch welche Aktien in Osteuropa aussichtsreich sind, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe Abo- des Börsenbriefes EAST STOCK TRNDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen.

    Fazit: Ich sollte öfters nach Griechenland fahren, um Urlaub zu machen und Quittungen „vor Ort“ zu prüfen, dann läuft es auch wieder besser an der Börse. Ich kann übrigens nicht bestätigen, dass alle Griechen faul sind und nicht arbeiten können/wollen. Das Gegenteil war in meinem Urlaub der Fall, was sicherlich aber nur eine subjektive Sichtweise ist.

    TV+Radio-Hinweise. Die letzten TV- und Radio-Interviews von Andreas Männicke im September 2011 über die russische Rochade Putin/Medwedew in NTV/Telebörse und Deutsche Welle (auf Russisch) können Sie jetzt unter www.eastsstock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

    Seminar-Hinweis: Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar "Go East!" mit einem Russland-Special wird am 21. November 2011 um 18.300Uhr in Frankfurt/M gleich nach dem EK-Forum stattfinden (Dauer 3-4 Stunden). Dort wird dann auch diskutiert, wie es mit dem Euro und der globalen Verschuldung weitergeht, wobei die Ostbörsen im Mittelpunkt stehen. Melden Sie sich jetzt an mit einem Frühbucherrabatt von 80 € anstelle von 100 € unter www.eaststock.de oder direkt bei der ESI GmbH, Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, E-mail: info@eaststock.de.

  • Die Tücken der Europa-Demokratie – Slowakei als Zünglein an der Waage

    Samstag, 01. Oktober 2011 13:37:00

    Groß, größer, EFSF! - der neue, erweiterte EU-Rettungsschirm ist sogar mit „Kanzlerin-Mehrheit“ von Deutschen Bundestag verabschiedet worden. Die erste Reaktion an der Börse war am Donnerstag positiv. Der DAX schloss aber auch nur mit einem mageren Plus von 1%. Am Freitag kam aber auch gleich wieder die Ernüchterung, weil es Gerüchte gab, dass die Bürgschafts- und Kreditsumme des EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) - nicht zu verwechseln mit dem EFSM (European Financial Stabilisation Mechanism = Europäischer Finanzstabilisierungs-Mechanismus) - möglicherweise nicht ausreichen wird, um das ganze Desaster einer Pleitewelle bei Banken aufzufangen. Es geht bei der Erweiterung der EU-Kredite und Garantien in Wahrheit nicht um die Rettung Griechenlands, sondern um die Rettung der europäischen Banken.

    Ich gehe davon aus, dass viele Politiker gar nicht die Druckvorlagen für den EFSF genau durchgelesen haben und daher gar nicht genau wissen, worüber sie abzustimmen haben. Sie hetzen von Krisen-Termin zu Krisen-Termin. Was vor einem Jahr noch gültig war, wird jetzt über den Haufen geworfen. Wie soll da das Volk (und der Markt=die Börse) Vertrauen in die Politik bekommen?

    Auch dies ist ein Manko der Demokratie. Es gibt dort zwar viele „Fachidioten“, aber nur wenige, die global den Durchblick bei finanzwirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Fragekomplexen haben. Ich behaupte, dass viele Abgeordnete mit der Entscheidung über die Bewilligung des EFSF überfordert sind, da sie zu wenig in den komplexen Thema sind und gar nicht die Zeit haben, alle Druckvorlagen zu lesen. Sie verlassen sich auf „Zusammenfassungen“ ohne die Details zu kennen. Sie müssen sich zudem Rat von außen einholen, um ein wenig mehr zu verstehen. Sie sind damit in gewisse Hinsicht bei Finanzfragen auch Laien wie bei einem Schöffengericht, wo oft auch mehr aus dem Bauch heraus entschieden wird, anstelle die Fakten zu überprüfen. Kurz und (für das Volk) schlecht; sie sind mit dem Thema EFSF mit seinen komplexen Risiken und Nebenwirkungen überfordert.

    Zum Glück soll der EFSF später in den ESM (Europäischer Stabilisierungs-Mechanismus) übergehen, das ist dann ein Buchstabe weniger für die Journalisten und auch leichter für das Volk zu merken, oder nicht? Aber was steckt nun hinter dem Kürzel ESM wieder und was bedeutet das für den deutschen Steuerzahler. Die Politiker müssen dann wieder auf die Schulbank. Schäuble sollte hier für mehr Transparenz und Aufklärung sorgen. Vorher sollte er sich aber von Josef Ackermann erklären lassen, wie das mit den Hebeln funktioniert und wie schön man damit die Bilanzsummen aufblähen kann.

    So verwundert es nicht, dass sich zwei Politiker auch enthalten haben, was so viel heißt, sie wissen nicht genau, was gut oder schlecht für das Volk ist. Richtig so, denn wer weiß das schon! Leider versuchen Gesetzgeber schon durch die Betroffene auch das Volk zu verwirren, das dann auch nicht mehr durchblickt. Auch die Medien haben es jetzt schwer durchzublicken und fachkundig zu kommentieren, was jetzt aber nötig wäre, denn es geht um sehr weittragende und wichtige Entscheidungen für jeden einzelnen Bürger. Es geht jetzt ums Ganze!

    Lassen Sie sich biet einmal von ihrem lokalen Abgeordneten genau den Unterschied zwischen EFSF und EFSM erklären und was dann schlussendlich für eine Bedeutung für den Bürger haben kann, der bis jetzt nur“ mit 25.000 € durch die Staatsverschuldung pro Kopf verschuldet ist. Die pro-Kopf-Verschuldung wird enorm ansteigen, wenn die Kredite nicht zurück gezahlt werden können. Das ist die Wahrheit und nichts anderes. Ich fordere gerade jetzt von Politikern viel mehr Aufklärung und auch eine eigen Meinung, was jetzt gut für das Land ist unter Berücksichtigung aller Risiken und Nebenwirkungen. Das fehlt, aber keiner geht dafür auf die Straße. Demokratie adé!

    Für Deutschland erhöht sich bei dem EFSF die Garantiesumme auf 211 Mrd €, was zwei Drittel des Bundeshausalts sind. Der Anteil an der gesamte Bürgschafts- und Kreditsumme beträgt für Deutschland 27%, womit Deutschland die Hauptlast beim ESFM trägt gefolgt von Frankreich. Die gesamte Kreditsumm beläuft sich auf 440 Mrd €.

    Die EFSF ist ein Fonds aus dem sich finanziell schwache Staaten und systemisch relevante Banken Geld zu niedrigen Zinsen Geld leihen können, also das was die EZB im Moment in unzulässig erweise macht. Im Gegenzug müssen sich die Länder verpflichten drastisch zu sparen. Das Geld in dem Fonds stellen die Euro-Zonen Länder bereit. Der Rettungsschirm wurde mit einer tatsächlichen Kreditsumme von rund 250 Mrd. Euro eingerichtet. Davon bürgt allein Deutschland mit etwa 123 Mrd. Euro. Bisher haben Irland und Portugal Kredite aus dem Euro-Rettungsschirm bezogen. Mit dem IWF und weiteren Garantien hatte der gegenwärtige EU-Rettungssschirm ein Volumen von 750 Mrd €.

    Der EU Rettungssschirm sollte ursprünglich als Ausnahmenfall nur bis 2013 gehen und nicht verlängert werden. Da aber keine Ruhe in die Märkte eingekehrt ist und sich die Verschuldungssituation der Inanspruchnahme der Kredite wie Griechenland, Portugal und Spanien nicht verbesserten, sondern verschlechtern hatte, soll der Rettungssschirm nun eine dauerhafte Einrichtung werden, was schon mal ein Wortbruch ist.

    Da in absehbarer Zeit immer mehr Länder die Hilfe des Rettungsschirms benötigen, muss er nun aufgestockt werden. Auf eine tatsächliche Kreditsumme von rund 440 Mrd. Euro. Für Deutschland ist das eine Erhöhung um 88 Mrd. Euro auf einen Gesamtkreditrahmen von rund 211 Mrd. Euro. Diese Erhöhung wurde nun in Form einer Gesetzesvorlage mit großer Mehrheit vom Bundestag beschlossen. Damit der Rettungsfonds tatsächlich Notkredite von 440 Milliarden ausreichen kann, soll der Garantierahmen auf 780 Milliarden Euro erhöht werden. Mit dieser Bürgschaft sichern die Euro-Länder, dass sich der EFSF-Fonds günstig selbst Geld borgen kann. Der Bundestag beschloss auch mehr Beteiligungsrechte des Parlaments, wie vom Bundesverfassungsgericht gefordert.

    Da der Euro-Rettungsschirm ein Kredit ist, wird bei Kreditvergabe nicht der Haushalt belastet. Erst wenn ein Land diese Kredite nicht zurückzahlen kann, kommt die Stunde der Wahrheit für den Steuerzahler.

    Damit hätte der EFSM aber auch die Handhabe, unter gewissen Auflagen das zu machen, was jetzt in unzulässiger Weise die EZB macht, nämlich „PIGS“-Anleihen aufzukaufen und sogar systemisch relevante Banken vor der Pleite zu bewahren.

    Die EZB ist jetzt in einer schwierigen Lage, zumal die Inflationsrate in Deutschland im September schon bedenklich hoch auf 3% gestiegen ist. Zinssenkungen sind damit erst einmal nicht möglich. Aber bei einer Umlaufrendite für Langläufer bei Bundesanleihen von 1,74% und damit negativen Realzinsen fragt man sich ohnehin, was jetzt eine Zinssenkungen der EZB bringen soll, die dann nur den Banken hilft, noch mehr mit „PIGS“-Anleihen zu verdienen.

    Der EFSM ist in meinen Augen ein verkappter Eurobond, also das, was die SPD fordert, was ich aber nicht für richtig halte. Die Rating-Agenturen werden schon hellhörig und drohen mit einer Herabstufung des „AAA“-Ratings, wenn sich Deutschland noch weiter aus dem Fenster lehnen sollte. Im Gespräch sind jetzt sogar Kredithebel, um die Bürgschaft- und Kreditsumme auf 440 Mrd. € hochzuhebeln. Schäuble wollte dazu im Bundestag nichts sagen, da er von den Finanzmärkten zu wenig versteht. Er weiß gerade mal, was ein Sparbuch ist; mit Kredithebeln kennt er sich nicht aus. Es ist aber kein Geheimnis, dass bei den Sitzungen des IWF von amerikanischen Politikern Summen von 3 Billionen € (!) im Gespräch waren. Dies ist jedenfalls der fromme Wunsch von US-Finanzminister Geithner, der den Europäern kluge Vorschläge zum Schuldenmachen nach amerikanischem Vorbild machen wollte. Ich sage dazu: nein, danke, Geithner! - und Angela Merkel sagt das zum Glück auch.

    Die Politiker wollen mit immer größeren Summe angebliche und tatsächliche Spekulanten abwehren bzw. abschrecken; sie verstehen dabei die Eigendynamik der Märkte nicht und verwechseln Ursache und Wirkung. Wenn Griechenland faktisch pleite und nicht zu retten ist, dann merken dass die Märkte eben schnell bevor es die Politiker wahr haben wollen.

    Die geplante Finanztransaktionsteuer soll erst in 2014 kommen. Zum einen ist dies viel zu spät, zum anderen wird sie nicht das bringen, was sie zum Ziel hat. Sicherlich ist es sinnvoll, den Hochfrequenzhandel einzudämmen, dann sollen sie dies auch gezielt machen, aber nicht die Allgemeinheit bestrafen, die die Mehrkosten tragen muss. Zudem sollte sie nicht 0,1% bei Aktien und nur 0,01% bei Derivaten als Finanztransaktionssteuer einsetzten, sondern wenn schon, dann gleich 0,1% beim „Teufelszeug“ Derivaten und 0,01% bei Aktien, sonst geht die Aktienkultur und dann gehen auch Fonds als Altersversorgung ganz baden. Dabei brauchen wir demnächst mehr Aktienkapital und Vertrauen bei Banken als uns lieb ist – über 100 Mrd. €, der IWF sagt sogar 300 Mrd €!

    Obama bemängelt, dass Europa zu uneinig sei und zu spät eingegriffen haben, was stimmt. Wer aber im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen. Obama wird es selbst schwer haben, die viel zu hohe Verschuldung wirkungsvoll herunterzuschrauben. Auch wird es schwer haben, seine eigenen Sparvorhaben konkret umzusetzen. US-Notenbankchef Ben Bernanke hat die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den USA als „nationale Krise“ bezeichnet. Seit April 2009 sind über neun Prozent der Amerikaner ohne Job. Etwa 45 Prozent der Arbeitslosen haben länger als ein halbes Jahr keine Stelle. Obama wird es im nächsten Jahr schwer haben, bei einer so hohen Dauer-Arbeitslosigkeit wieder als Präsident gewählt zu werden. Putin hat es da einfacher mit seiner “russischen Rochadepolitik“.

    Die Börsen bleiben im Panik-Modus. Hinzukommen jetzt Ängste, dass sich das Wachstum in China deutlich abschwächen wird, was sich wiederum auch negativ auf die Rohstoffpreise auswirken wird. Der Dow Jones gab am Freitag um 2,23% auf 10.909 Indexpunkte und der Dax um 2,43% auf 5.502 Indexpunkte nach. Da der Brentölpreis am Freitag um 6% seit langer Zeit wieder auf unter 100 USD/Barrel, exakt auf 97 USD/Barrel, einbrach, gab auch der RTS-Index wesentlich stärker um 3,46% auf 1341 Indexpunkte nach. Da nützte auch die russische Rochade Putin/Medwedew wenig.

    Im Oktober werden die Börsen wieder durch zwei wichtige politischen Entscheidungen geprägt sein: zum einen steht die Entscheidung an, ob die Troika die nächste 8 Mrd, €-Kredittranche an Griechenland gewährt und damit etwas Zeit für die Griechenlandpleite gewinnt und zum anderen muss noch die Slowakei als letztes Land über den EU-Rettungsschirm abstimmen, nachdem 12 Länder schon zugestimmt haben dies soll in jedem Fall noch vor dem nächsten EU-Gipfel am 17. Oktober , also bis Mitte Oktober geschehen. Dabei hat der amtierende Parlamentspräsident Sulik schon öfters angekündigt, dass seine Partei und damit auch das Parlament dagegen stimme werde. Dies sind die Tücken der Europa-Demokratie. Die Verfassung hätte lieber eine Zwei-Drittel-Mehrheit oder Drei-Viertel-Mehrheit bei EU-Abstimmungen vorsehen soll, so gibt es aber ein Veto-Recht, wo schon ein Land 16 vorherige Abstimmung kippen kann so wie jetzt beim EFSF.

    Falls Griechenland keinen IWF-Kredit bekommt oder die Slowakei wie angekündigt als einziges Land nicht für den EU-Rettungssschirm EFSF stimmt, erwarte ich heftige Reaktionen an der Börse und damit eine Fortsetzung des Salami-Crash im Oktober mit neuen Tiefstkursen, was dann schon an den Lehman-Crash in 2008 erinnert. Die neoliberale Partei SAS der Slowakei sagt: rette sich, wer kann, vor dem Rettungsschirm, der nichts bringt außer höhere Risiken für die Kreditgeber. Damit steht auch der Parlamentspräsident Richard Sulik, der der SAS angehört im Widerstreit mit der Premierministerin Iveta Radicova, die sich für einen-Kompromiss ausspricht der wie folgt aussehen könnte: Die Slowakei stimmt für den EFSF unter der Bedingung, dass die Slowakei selbst keine Zahlungen im Ernstfall leisten muss, was gegenüber den anderen 16, die zahlen müssen, natürlich ein „fauler Kompromiss" wäre.

    Aber was tut man als „guter Europäer“ nicht alles für die Rettung des Euros und damit der Rettung der europäischen Banken. Es kann aber auch zum Eklat in der Slowakei kommen und zum Platzen der Koalition. Auch dies sind die Tücken der europäischen und nationalen Demokratie. In jedem Fall wird Mitte Oktober die ganze Welt auf ein Land schauen, das volkswirtschaftlich unbedeutend ist, jetzt aber eine Lawine auslösen und damit auch die nicht vorhandenen Muskeln spielen kann.

    Die Folgen einer Griechenlandpleite und einem Auseinanderbrechen des Euros könnte ein Bankenrun sein, also leere Bankenautomaten und eine Pleitewelle bei Banken, so der Chefstratege im globalen Aktienhandel der UniCredit Attila Szalay-Berzeviczy, der diese These auf Ungarisch unterbreitet hat. Die Unicredit selbst hat 40 Mrd € in italienischen Staatsanleihen, die eine Gefahr für das Überleben der Bank darstellen. Es könnte dann genauso komme wie beim Lehman-Crash 2008: Rien ne vas plus: nichts geht mehr! Um den drohenden griechischen Staatsbankrott abzuwehren, werde ich nächste Woche nach Griechenland reisen, um dort Urlaub zu machen und das Chaos „vor Ort“ live erleben zu dürfen.

    Falls die Troika aber einen Kredit gewährt und auch die Slowakei überraschend für den EU-Rettungssschirm EFSM stimmen sollte, rechne ich ab Mitte Oktober mit einer starken Erholungsrallye. Es hängt somit einmal, wieder alles am seidenen Faden der fadenscheinigen Politik ab. Welch grauenhafte Börse ohne Fundamentaldaten – ein Horror-Szenario für Value-Investoren, die allmählich auch nach und nach die Nerven verlieren!

    Den Unternehmen geht es im Grundsatz (noch) gut, vielen sogar so gut wie noch nie, aber sie können durch eine falsche Ordnungspolitik jetzt mit in den Strudel von unfähigen Bankmanagern und Politiken gerissen werden. wir haben im Moment eine Banken- und Verschuldungskrise und eine Krise der Politiker, die glauben, durch immer größere Rettungsschirme das Problem lösen zu können ohne es an der Wurzel zu packen. Dies ist aber ein grundlegender Irrtum, der Milliarden oder später Billionen € kosten wird!

    Was wir brauchen ist eine dramatische Verminderung der Staatsschulden und eine dramatische Re-Kapitalsierung der Banken in Zukunft. Beides ist machbar. Es muss nur dafür der politische Wille aufgebracht werden. Es ist durchaus möglich, auch Länder zu entschulden, was sicherlich auch hierzulande zu einschneidenden Sparprogrammen führen muss. Dies wird wiederum zu Protesten auf der Straße führen und es wird immer mehr Wutbürger geben, die gar nicht mehr verstehen, was „da oben“ gespielt wird, sondern nur merken, dass es immer schlimmer wird. Es hat aber wenig Sinn, immer wieder auf Zeit zu spielen und damit auch immer wieder Wort zu brechen. Die EU ist ein Hühnerhaufen, wo zum Schluss nur jeder an sich selbst denken oder – Zitat Berlusconi – sein „Scheißland“ verlassen wird. Warum dann nicht jetzt gleich nach Griechenland reisen und baden gehen?

    Die Börsen werden im Oktober, der als Crash-Monat verschrien ist, volatil und nervös auf jede bad und good news reagieren. Sie sind noch im Panik-Modus, aber aus Verkaufspanik kann auch durch Short-Covering Kaufpanik werden. Wie Sie sich jetzt verhalten sollen und auch welche Aktien in Osteuropa aussichtsreich sind, können Sie nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe Abo- des Börsenbriefes EAST STOCK TRNDS (3 Ausgaben per e-mail für nur 15 €) unter www.eaststock.de bestellen.

    TV+Radio-Hinweise. Die letzten TV- und Radio-Interviews von Andreas Männicke im September 2011 über die russische Rochade Putin/Medwedew in NTV/Telebörse und Deutsche Welle (auf Russisch) können Sie jetzt unter www.eastsstock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen.

    Seminar-Hinweis: Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar "Go East!" mit einem Russland-Special wird am 22. November 2011 um 17.30 Uhr in Frankfurt/M gleich nach dem EK-Forum stattfinden (Dauer 3-4 Stunden). Dort wird dann auch diskutiert, wie es mit dem Euro und der globalen Verschuldung weitergeht, wobei die Ostbörsen im Mittelpunkt stehen. Melden Sie sich jetzt an mit einem Frühbucherrabatt von 80 € anstelle von 100 € unter www.eaststock.de oder direkt bei der ESI GmbH, Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883, E-mail: info@eaststock.de.

  • Männicke im DAF über Russland - Ziet für "Schnäppchenjäger"?

    Donnerstag, 29. September 2011 13:06:00

    Andreas Männicke wurde am 29. September 2011 im DAF (www.anleger-fernsehen.de) von Brigitte Bauer über die Aussichten des russischen Aktienmarktes nach den Panikverkäufen im August/September befragt. Es wurde dabei diskutiert, ob jetzt (schon) der richtige Zeitpunkt zum Einstieg gekommen ist. Dabei wurden auch einige chancenreiche, niedrig bewertete russische Aktien vorgestellt.

    Sie können sich das neue TV-Interview ebenso wie die Interviews für die Deutsche Welle am 26./27. September 2011 (auf Russisch) jetzt unter wwww.eaststock.de, dort unter Rubrik Interviews runtergeladen.

    Sie können die ausführlichen Analysen und Hintergrundinformationen mit neuen "Aktien des Monats" aber auch nachlesen, wenn Sie jetzt ein Probe-Abo des monatlich erscheinenden Börsenbriefes EAST STOCK TRENDS (3 Ausgabe für nur 15 €, 50 Seiten) unter www.eaststock.de bestellen. Der nächste EAST STOCK TRENDS erscheint schon nächste Woche.

    Aktuelle Informationen erhalten Trader unter der Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min).

    Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar "Go east!" wird am 22. November 2011 um 17.30 Uhr gleich nach dem EK-Forum in Frankfurt/M stattfinden. Dort wird auf die systemischen Risiken und das Szenario für 2012 an den globalen Aktienmärkten eingegangen, also was alle interessiert. Melden Sie sich jetzt an unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik Seminare.

  • Andreas Männicke in NTV/Telebörse über die russische Rochade

    Montag, 26. September 2011 21:07:00

    Putin will im nächsten Jahr wieder als Präsident in Russland kandidieren und damit Medwedew ablösen, der Primier werden soll.

    Andreas Männicke wurde heute in NTV-Telebörse über die "russische Rochade" und die Aussichten der Moskauer Börse befragt. In dem Interview wurde auch Stellung genommen, welche russischen Aktien nach den Panikverkäufen der letzten Wochen aussichstreich sind.

    Sie können das TV-Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Interviews" abrufen.

    Aktuelle Informationen erhalten Sie auf der Ostbörsen-Hotline unter 09001-8614001 (1,86 €/Min).

    Haben Sie schon den monatlich erscheinenden Börsenbrief EAST STOCK TRENDS? Wenn nein, dann bestellen Sie jetzt ein Probe-Abo (3 Ausgaben für nur 15 € per e-mail) unter www.eaststock.de.

    Melden Sie sich jetzt auch an zu dem nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar "Go East - in der Krise liegt die Chance!" am 22. November um 17.30 Uhr in Frankfurt/M gleich nach dem EK-Forum (Dauer 4 Stunden, Kosten 100 €, für Frühbucher 80 €). Anmeldung und Seminarprogramm unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Seminare" oder direkt bei der ESI GmbH, Jüthornstr. 88, 22043 Hamburg, Tel: 040/6570883; Fax: 040/6570884, email: info@eaststock.de.

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