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Interview-Hinweise:

Andreas Männicke hat ein Interview am 23. Dezember 2011 über die dt-russichen Wirtschaftsbeziehungen und am 28. Dezember über die Aussichten der Moskauer Börse für die Deutsche Welle (Russland) gegeben. Die Interviews sind auf russisch. Sie können sich die Interviews jetzt unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik "Interviews" runterladen,

Andreas Männicke wurde am 21. Dezember 2011 um 13.15 in NTV/Telebörse(www.teleboerse.de) von Annette Eimermacher über die Investmentchancen in Russland im nächsten Jahr befragt. Sie können das Interview jetzt unter www.eaststock.de, dort unter "Interview" abrufen.

Andreas Männicke wurde am 23. November 2011 im DAF von Dr. Bernhard Jünemann gefragt, ob die Euro-Verschuldungs-Krise auch auf Osteuropa überschwappen könnte. Männicke machte dabei einen überraschenden Lösungsvorschlag: Der Euro sollte mit dem Rubel mergen!

Andreas Männicke wurde am 1. November 2011 vom Börsen Radio Network über den Einfluss der Europa-Politik auf die osteuropäischen Aktienmärkte befragt. Im Teil 2 des Interviews analysiert er die osteuropäishcen Märkte differenziert vor den Hintergrund der aktuellen EU-Entscheidungen.

Andreas Männicke wurde am 29. September 2011 von Brigitte Bauer im DAF (www.anleger-fernsehen.de) über die Chancen des russischen Aktienmarktes nach den Panikverkäufen im August/September befragt. Dabei wurden auch einige chancenreiche russische Aktien besprochen.

Andreas Männicke wurde am 27. September 2011 von der Deutschen Welle über die Auswirkungen der neuen Kandidatur von Putin als Präsidenten für die Börse und Wirtschaft befragt (auf russisch).

Andreas Männicke wurde am 26. September 2011 auch von der Deutsche Welle über die Hintergründe der starken Rubelabwertung im September 2011 befragt und auch wie es mit dem Rubel weitergehen wird (auf russisch).

Andreas Männicke wurde in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) am 26. September über die Rochade Putin/Medwedew befragt.

Andreas Männicke wurde am 26. September 2011 in NTV/Telebörse (www.teleboerse.de) über die russische Rochade Putin/Medwedew und die Aussichten der Moskauer Börse nach den Panikverkäufen befragt.

Die neuen Interviews sind jetzt abrufbar unter www.eaststock.de, dort unter Interviews.

Sie können sich die TV- und Radio-Interview, falls Sie sie verpasst haben sollten, jetzt unter www.eaststock.de bei der Rubrik "Interviews" runterladen.

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IZudem können Sie sich alle bisherigen TV-Inteviews von Andreas Männicke in diesem Jahr runterladen unter den Links der Rubrik "Interviews".

  • Dubai Pleite - na und?

    Samstag, 28. November 2009 15:15:00

    Der Dubai World Fonds, die größte staatliche Investment-Holding der Vereinigten Arabischen Emirate aus Dubai, sorgte mit dem technische Default einer Anleihe am 26. November für helle Aufregung rund um den Globus. Dubai World hat um Zahlungsaufschub für die Rückzahlung einer Anleihe, konkret des Nakheel Bonds im Volumen von 3,52 Mrd. USD, gebeten, der am 14. Dezember fällig wird. Insgesamt hat Dubai World Schulden in Höhe von 59 Mrd. USD, die aber nicht alle Default sind.

    Dabei teilte Dubai World noch im Oktober mit, dass die Um- und Restrukturierung schon fast abgeschlossen sei. Es sollten 800 Mio € an Betriebskosten eingespart werden und die Zahl der Mitarbeiter sollte um 15% auf 70.000 gekürzt werden. Der technische Default kam also überraschend. Die Kurse purzelten beim DAX über 3%, Nikkei über 3% und beim Hangseng und RTS sogar um fast 5%, während die Wall Street am 26. November den „Thanksgiving day“ (Erntedankfest) feierte und am Folgetag, am sogenannten „schwarzen Freitag“ mir einem Minus von 1,8% sehr besonnen reagierte.

    Am Mittwoch, als der technische Default an der Wall Street schon bekannt war, wurde die Nachricht aus Dubai als „Non Event“ aufgefasst. Immerhin sprangen schon wieder die CDS, also die Risikoprämien für Anleihenversicherungen, der fünfjährigen Dubai World-Anleihen von 350 auf 540 in die Höhe, was wieder an den Oktober letzten Jahres erinnerte. Ein Staatsbankrot des Emirats Dubai hätte sicherlich erhebliche Folgwirkungen auch psychologischer Natur. Dubai hatte sein rasantes Wachstum seit 2004 überwiegend au Pump finanziert. Aber ebenso hängen immer noch einige Länder wie Ukraine und Lettland am Tropf des IWF. Nur hängt Dubai mit seinen 80 Mrd. USD Schulden (noch) nicht am Tropf des IWF, sondern am Tropf von Abu Dhabi. Auch die Zentralbank der Arabischen Emirate hat Anfang des Jahres eine 10 Mrd. Anleihe von einem 20 Mrd. USD-Bond der Arabischen Emirate aufgekauft, also in etwa das gleiche Spiel gemacht, was im Moment die FED macht, die schon 300 Mrd. USD aufgekauft hat. Einen Staatsbankrott wird es also so schnell nicht geben, es wird nur mehr Geld gedruckt. Die Notenbank bleibt also „lender of last resort“. Durch den stark gestiegenen Ölpreis haben die Vereinigten Arabischen Emirate wieder Haushaltsbilanzüberschüsse.

    Das große Problem ist der mögliche Vertrauensverlust in der gesamten Golf-Region, also auch für Katar, Abhu Dhabi und Saudi-Arabien. Ich empfehle aber eine differenzierte Betrachtung, die die Staaten in einer unterschiedlichen Ausgangslage sind. Dubai hat sich offensichtlich mit gewagten und waghalsigen Immobilienprojekten übernommen, was aber nicht für die gesamte Golf-Region zutrifft, die zudem durch den höheren Ölpreis jetzt auch wieder höhere Einnahmen hat und sich gegenseitig helfen können nach dem Motto: „Scheichs aller Länder vereinigt Euch“!

    Dafür schossen aber schon die Kurse vom T-Bonds-Future und auch beim Bund-Future auffällig in die Höhe. Die Rendite einer 10-jährigen Bundesanleihe fiel um 0,06% auf 3,18%. Der Bund-Future erreichte mit 124 einen neues Jahreshoch und befreite sich damit aus der Seitwärtsbewegung der letzten 3 Monate. Es gab also wieder die Flucht in den Anleihen und am 26. Dezember auch die Flucht in den Dollar, was den Euro von 1,51 auf 1,49 fielen ließ. Mit dem steigenden Dollar gaben aber auch Rohstoffpreise am 26. November kräftig nach. Der Rubel verlor am 26. November 2% an Wert in Relation zum Dollar, stieg aber seit den letzen 3 Monaten um 10% und seit März sogar um 20% zum Dollar.

    Ich halte die Kursverläufe an den Aktienbörsen für übertrieben, da ich zunächst nicht an einen Dominoeffekt glaube. Der 26. November setzte aber ein Ausrufungszeichen für Kursverläufe, die wir in Zukunft aus ganz andern Gründen zu erwarten haben, nämlich dass kräftige Korrekturen nach der Jahrhundert-Hausse seit März 2009 möglich sind. Es macht auch deutlich, dass wir jederzeit aus jeder Ecke der Welt noch mit Defaults rechnen müssen. Je überraschender und größer diese Defaults sind desto kräftiger werden auch die zukünftigen Kursauschläge sein. Der Dubai World-Fonds hat Schulden von 60 Mrd. USD. Insgesamt sind die Arabischen Emirrate mit 80 Mrd. USD verschuldet. Damit wurden Prestigeprojekte wie u.a. die „Palme“ gebaut. Investiert haben in das „Manhattan der Arabischen Emirate“ vor allem Anleger aus Iran, Pakistan und Russland, aber auch deutsche Anleger wurden von Hochglanzbroschüren und zweistelligen Renditen angelockt. Da ist viel Schwarzgeld und Hot Money in unnötige Prestigeobjekte finanziert worden. Die Korruption „or Ort“ sorgte für ein Übriges. Babylon lässt grüßen! Hochmut kommt vor dem Fall und Größenwahn ebenfalls; es war schon in 2007/8 deutlich, dass hier Überkapazitäten im Immobiliensektor aufgebaut wurden. Zudem zeigte der Dubai-Default wieder einmal auf, das einmal mit zu wenige Eigenkapital zu großer Räder gedreht wurden und Gier die Vernunft besiegte - auch bei Anlegern!

    Die Dubai-Tower dürften ein Milliardengrab für deutsche Anleger werden. Ich rechne dort mit Preiseinbrüchen im Immobiliensektor von über 50%, wobei der Boden wohl erst nächstes Jahr erreicht wird. Darunter leiden auch solche Objekte wie die Palme, die überwiegend kreditfinanziert erstellt wurden. Ich nehme zwar an, dass dem Dubai World-Fonds wie erbeten Zahlungsaufschub bis Ende Mai gewährt wird; damit ist die Kuh aber noch nicht vom Eis. Dennoch sind die möglichen Zahlungsausfälle auch für westliche Banken nicht so groß, weil hinter den Krediten auch Werte stecken. Man kann allerdings nur hoffen, dass die Arabische Emirate nicht ihre Beteiligungen an deutsche Unternehmen im nächsten Jahr zwangsweise versilbern müssen. Dubai hält 22% an der Londoner Börse und will selbst zu einem weltbedeutenden Finanzzentrum avancieren. Die Emirate Katar, Abu Dhabi und Kuwait halten direkte oder indirekte Beteiligungen an deutschen Industrieunternehmen wie erst jüngst an Porsche. Porsche verlor daher am 26. November fast 10% an Wert. Margin-Calls und Zwangsexekutionen von beliehenen Assets können schnell wieder zu einem Ausverkauf führen wie die superreichen Oligarchen Russlands im letzen Jahr zeigten, wo in Windeseile in den Monaten August bis November 2008 über 300 Mrd. an Wertverlust entstanden. Auch dort führte eine auf Pump finanzierte Glitzer- und Glamourwelt ins Verderben und nun zu einem Umdenkungsprozess.

    Ich erwarte aber eher zunächst einen neuen Dubai-Bonds, den Abu Dhabi oder die Notenbank aufkaufen könnte. Zudem gibt es durchaus profitable Unternehmen in den Emiraten wie die Fluglinie, der Flughafen und auch der Hafen. Hier kommen zunächst dann Debt to Equity-Swaps seitens Abu Dhabi für Dubai in Betracht und nicht der Notverkauf von deutschen Beteiligungen. Rekapitalisierung vor allem der Banken und Umstrukturierung von Anleihen bleiben in Zeiten der Kreditklemme ein brisantes Thema, das uns wohl auch im nächsten Jahr begleiten wird. Vielleicht werden wir och noch mal über Ackermanns Vorschlag eines Feuerwehrnotfonds für Banken nachdenken müssen. Was wir wohl in jedem Fall demnächst brauchen, ist ein Rettungsfonds für Schiffsbeteiligungen und notleidende Emissionshäuser, was auch ein Milliardengrab für Anleger werden könnte. Hier erwarte ich die nächsten Insolvenzen.

    Die Staatsbank Lloyds wird jetzt eine Rekord-Kapitalerhöhung von 13,5 Mrd. Pfund durchführen. Da sollte es Dubai doch gelingen, 3,5 Mrd. USD aufzubringen bzw umzustrukturieren. Tant de bruit pour une omelette, sagt der Franzose, bei dem Staatsschulden und Haushaltsbilanzdefizite wohl keine Rolle spielen. Sarkozy spielt im Moment gerne den „Retter der Welt“. Putin war jetzt in Paris, damit Renault die Schulden von Avtovaz umstrukturiert. In Geheimabsprachen wurde dabei sicherlich auch über den Iran gefachsimpelt, was aber auch ökonomische Deals beinhaltet.

    Gestern stürmten die Amerikaner die Läden, um sich Schnäppchenpreise mit einem Discount von über 50% zu ergattern, weil die Lager geräumt werden sollen und sich die USA jetzt auf das Weihnachtsgeschäft vorbereite, der wiederum ein guter Indikator für den Konsum und damit für die Wall Street insgesamt werden könnte. Da die Sparquote in den USA schon wieder auf 2% gesunken ist, dürfte das Weihnachtsgeschäft gar nicht so schlecht verlaufen. Der Ansturm gestern war gewaltig, aber mit solchen Preisen kann der Einzelhandel nichts verdienen.

    Diese Konsum-Zahlen wie auch die nächsten Arbeitslosenzahlen werden die Anleger dann wieder mehr interessieren als der Zahlungsaufschub des Dubai World Fonds. Wenn die Arbeitslosenquote nachhaltig weit über 10% steigt, könnte die Wall Street weit stärker nachgeben als am Freitag nach dem Non Event „Dubai“. Dubai hat vom Volumen eine geringere Bedeutung als der Staat Kalifornien, der faktisch auch Pleite ist. dennoch sollte man nicht die dahinter liegende Grundproblematik der Mega-Verschuldung von Länder und Kommunen verniedlichen. Im Gegenteil: ich befürchte, dass wir in den nächsten Jahren öfters Hilferufe von Regierungen bekommen werden als uns lieb ist. Dubai World ist also kein „Non Event“, sondern ein Ausrufungszeichen, dass es immer noch eine Kreditklemme gibt.

    Die Finanzwelt ist aus den Fugen geraten und hat sich von der Realwirtschaft abgehoben. Wie gut, dass durch „Helikopter-Ben“ & Co keiner so schnell merkt. Die Probleme werden mit Liquidität ersoffen. Dann stellt sich aber die bange Frage, wann aus einer Deflation eine Inflation wird. Mit diesen Themen werden wir uns die nächsten Jahre nolens volens beschäftigen müssen. Ebenso werden Fragen der Folgeschäden der Klimaveränderungen immer dringlicher, aber die Kassen dafür immer kleiner. Die Allianz schätzt die Folgekosten von Überflutungen von Küstenstädten bis 2050 auf 16 Billionen US-Dollar. Die Politiker sollten agieren und nicht reagieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Hier sind insbesondere die USA und China gefragt eine Kehrtwendung und einen Umdenkungsprozess einzuleiten bevor es zu spät ist. Die Glitzerstadt Las Vegas verbraucht mehr Strom als Peru, Herr Obama, bis die Lichter ganz ausgehen.

    Ein weiteres Loch ohne Boden ist der Gesundheitssektor, der aus den Fugen gerät, insbesondere dann, wenn kein Geld zum Verteilen mehr vorhanden ist. Hinzukommt die demographische Entwicklung, die insbesondere in Japan, China, Russland und Deutschland nicht sehr förderlich ist. Besser haben es hier Länder wie Türkei, Brasilien und ganz Afrika, auf die Sie langfristig auch als Investor setzen sollten. China sorgt durch den Aufbau von kreditfinanzierte Überkapazitäten und der Überschwemmung der Weltmärkte mit Billigprodukten möglicherweise für den nächsten „Bubble“, auf den Sie vorbereitet sein sollten.

    Die meisten Anleger, Politiker und Manager denken aber nur kurzfristig, was auch die Ursache vieler Fehlentwicklungen ist. Und hier wiederum ist im Moment Dubai im Mittelpunkt des Medieninteressen und der Medienrealität. Schaut hin, wo es wirklich brennt, liebe Anleger!

    Der DAX konnte sich am Freitag schon wieder um 1,27% auf 5685 Indexpunkte erholen. Der DAX wird am Montag aber wohl schwächer eröffnen, da der Dow Jones am Freitag um 1,48% auf 10.309 Indexpunkte und der marktbreitere S&P-Index um 1,72% auf 1091 Punkte fiel. Gold konnte sich nach starken Preisrückgang am Donnerstag wieder auf 1176 USD/Unze erholen und Öl auf 76 USD/Barrel (WTI). Der Dollar schwächte sich wieder auf 1,50 EUR/USD ab. Der Bund-Future stieg wieder auf 123,65, was nahe den neun Jahreshoch von 124 ist. Der Bund-Future bewegt sich in den 3 letzten Monaten volatil seitwärts zwischen 120 und 123 und ist nun leicht nach oben über 123 ausgebrochen. Bearish wird es erst bei unter 119 beim Bund-Future. Es gibt also weiterhin die Flucht in die Anleihen. Zudem konnten bisher die 100 Mrd. USD-Staatsanleihe problemlos platziert werden. Der größte Rentefonds der Welt PIMCO &Co kaufen (noch) alles auf, was auf den Markt kommt. Für den Rest sorgt die FED. Im nächsten Jahr wird es aber große Kursenttäuschungen bei Anleihen geben. Im nächsten Jahr erwarte ich eine Zinserhöhung der EZB noch vor der FED, was den Renten- du Aktienmarkt in eine Talfahrt führen wird. Ich erwarte im Dezember weiterhin hohe Volatilität, insbesondere falls die Haussetrends seit März verlassen werden sollten. Dies befürchte ich aber erst im Januar/Februar nächsten Jahres. Falls aber die unteren Trendlinien des Haussetrends seit März nicht durchbrochen werden, kann sich noch eine Mini-Jahresendrallye anschließen.

    Die kritische Grenze beim DAX ist 5500 und die Reißleine bei 5350. In diesem Fall sollten Sie auch Aktien an den Ostbörsen glatt stellen. Beim RTS empfehle ich bei Kursen von unter 1300 Positionsglattstellungen. Immerhin verdoppelten sich die Kurse schon seit Jahresbeginn und seit März konnten Sie sich sogar fast verdreifachen. Haben Sie Mut und legen auch im nächsten Jahr wieder in Russland an. Informieren können Sie sich über den monatlich erscheinenden Newsletter EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de). Beide Musterdepots liegen mit weit über 100% im Plus. Der DAX hat aber im Gegensatz zum Dow Jones und S&P keine neuen Höchstkurse erreicht. Beachten Sie in den nächsten Wochen genau den Dollar: wenn der Dollar wieder stärker wird, werden Aktien- du Rohstoffmärkte fallen – und umgekehrt!

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

    TV-Hinweis: Andreas Männicke (ESI GmbH) und Dr. Martin Hrdina (DEKA) wurden am 12.11.09 im Börsentalk von Dr. Bernhard Jünemann im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) über die neuen Chancen in Osteuropa befragt. Sie können sich das TV-Interview jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand oder auch im TV-Archiv bei www.eaststock.de runterladen.

  • Von Krise zu Krise zum neuen Jahreshoch!

    Sonntag, 22. November 2009 17:57:00

    In den letzten Tagen häuften sich bedeutsame Konferenzen, die die wesentlichen Brennpunkte von Weltwirtschaft und -politik zum Thema hatten und per saldo alles „Krisenkonferenzen“ waren. Ich selbst war auf der „Eurofinance“ in Frankfurt/M und konnte mir einen Überblick darüber verschaffen, wie die Befindlichkeiten und Stimmungen im Finanzsektor waren. Dabei waren weniger die offiziellen Statements und Präsentationen aufschlussreich, sondern die persönlichen Gespräche mit Verantwortlichen in der Pause. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Finanzbranche jetzt wieder wesentlich zuversichtlicher in die Zukunft schaut, wobei vieles noch auf dem Prinzip „Hoffnung“ basiert. Immer wieder wurde die Frage gestellt, was die Finanzbranche für Lektionen gelernt hat, denn Krise sind immer auch Nachhilfestunden für gutbezahlte Manager und Beamte (wie Bundesbankdirektoren und Staatssekretäre mit Aufsichtsamtsmandaten). Das Problem ist, dass es im Bankensektor zu viele Fachspezialisten gibt, die den Blick für die komplexen Vorgänge in der Finanzwirtschaft entweder gar nicht beachten oder auch nicht mitbekommen (sollen).

    Der wohl wenig abgesprochene Vorschlag von Josef Ackermann, eine Art Feuerwehrfonds für notleidende Banken zu gründen, fand wenig Anklang. In den USA wird wieder die Entflechtung bzw Zerschlagung von Großbanken in Kreditinstitute und Investmentbanken diskutiert, damit es nicht wieder heißen kann „too big to fail“. Die größten Herausforderungen für alle Länder der Welt, insbesondere aber der USA und Großbritannien ist es aber, nicht nur ein nachhaltiges Wachstum in den nächsten Jahre zu erzielen, sondern auch die Schulden wieder zurückzuführen. Nachhaltiges Wachstum erwarte ich bei Alternativen Energien, dies sind aber bisher nicht die großen Steuerzahlen, sondern kosten dem Staat durch Subventionen noch Geld. Politiker sind Machtmenschen, die ebenso wie Investmentbanken maximal an die nächsten 4-5 Jahre denken, wo Sie an der Macht sind und Einfluss haben. Durch die Verschuldungsorgie der Gegenwart werden aber die Spielräume für die nächsten Politiker aber immer geringer.

    Die meisten Politiker und auch übrigens viel Finanzanalysten machen den Fehler des linearen Denkens und zum Teil des egoistischen Machtdenkens Es fehlen die großen Querdenker und ganzheitlichen Strategen. Auch werden Strukturbrüche oft nicht früh genug erkannt. Viele erkennen zudem nicht die komplexen Ursache-Wirkungs-Mechanismen. Auch werden mögliche“ schwarze Schwäne“ nicht einkalkuliert oder ausgeblendet wie die Pleite von Lehman Brothers. Es mangelt bei allen Großbanken und auch bei Regierungen an Strategieabteilungen und unabhängigen Analysten, die – auch durch Zahlenreihen dokumentiert -, den globalen Kontext aufzeigen und globale Entwicklungen transparent machen. Sie sollte auch worst case Szenarien aufmachen und dafür Schubladen entwickeln. Immerhin hatten die Analysten der RBS (ausgerechnet die!) lange vor den Crash im Sommer 2008 die Krise vorhergesehen und auch einen Einbruch des S&P um über 20% vorausgesagt. Nun sorgt die worst case–Studie der Societe General für Aufmerksamkeit. Bemängelt wird dort die ausufernde Verschuldung, die zum Systemkollaps führen kann. Wird sie aber auch von Politikern und Anlegern beachtet? Die bisherigen Stresstest waren wohl unzureichend und auch das Risk-Management versagte global, trotz aller theoretisch vorhandener Modelle. Was würde zum Beispiel passieren, wenn keiner mehr die US-Staatsanleihen kaufen will und deswegen die Zinsen steigen müssen? Politiker lassen sich wiederum auch oft extern beraten. Im Grunde sollten dann auch immer Ross und Reiter bekannt werden. Sowohl Top-Manager als auch Politiker und Spitzenmanager dürfen nicht das Sagen, was sie denken oder sie wollen nicht sagen, was sie wissen. Die Bevölkerung wird dann meistens vor vollendete Tatsachen gestellt.

    Wir brauchen jetzt aber mehr denn je eine Transparenz- und Informationszentrale für die Bürger, auch um in Zukunft Bürgerkriege zu vermeiden. Um es noch einmal ganz klar zu sagen: wir standen im Oktober schon vor dem Systemkollaps und die nächsten 5 Jahre werden auch sehr heikel werden. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren verschärfte „Systemdiskussion wieder bekommen werden. Dabei wird es auch um Verteilungsfragen gehen. Zunächst einmal herrscht in der Finanzbranche wieder Zuversicht, dass man die Dinge wieder irgendwie in den Griff bekommt, wobei auch viel Wunschdenken dabei ist.

    Dabei ist die Verschuldungssituation bei Ländern, Gemeinden, den Banken und vielen Unternehmen, die am berühmten „seidenen Faden“ hängen immer noch derart desolat, dass eigentlich der Kulminationspunkt schon fast erreicht ist. Der Kulminationspunkt ist der Zeitpunkt, wo die Fässer überlaufen und Dämme brechen, die jetzt mühsam zusammengehalten werden. Für die Überflutung sorgen im Moment die Notenbanken durch Gelddrucken. Dies erhält momentan die systemische Banken am Leben.

    In den USA findet gerade eine Bankebereinigung und auch ein Deleveraging-Prozess statt. In den USA ist jetzt die 124. Bank Pleite gegangen; in Russland wird Bereinigungsprozess künstlich durch Staatshilfen verhindert, um einen Bankenrun zu vermeiden. Die Banken sind die größten Schuldner der Welt schon durch ihre aufgeblähten Bilanzsummen, die in der Summe größer sind als das jeweilige Bruttosozialprodukt der Länder. Durch von der Finanzwelt selbst geschaffen Hebelprodukte und Kreditderivate entstehen Volumina, die nicht beherrschbar sind. Auch die neuen Hybrid-Anleihen wie der Deutzsche Bank AG mit 9.5%sind nicht ganz ungefährlich, das dafür keine Rückzahlungsansprüche gibt. Auch der Markt für Genussscheine war zusammengebrochen. Wenn es aber keine Märkte (sprich Abnehmer der Produkte) gibt, sind die Anlagen wertlos.

    Oft sind auch so, dass die Produkte gar nicht mehr verstanden werden. Bei der "Eurofinance" fehlten mir die Rating-Agenturen S&P und Moodys, die einen ungeheuere globale Macht haben, aber ebenso wie Politiker auch wohl nicht das machen dürfen, was sie denken bzw herausgefunden haben. Wenn die US-Ratingagenturen die amerikanischen Anleihen und auch die Anleihenversicherer und Großbritannien richtig raten würde, nämlich einige auf Junkbonds-Status, wäre die Welt pleite, weil dann die Eigenkapitalerfordernisse wesentlich mehr steigen würden. Dieses notwendige Kapital ist aber im Moment nicht vorhanden, was man auch am Itraxx-Index ablesen kann.. Die meisten Anleihen haben aber keine Risikoprämie mehr, so dass man schon wieder das Vor-Lehman-Niveau erreicht hat. Die könnte aber ein Trugschluss sein, dass es keine Risiken mehr gebe.

    Die Banken selbst befürworten jetzt eine Überregulierung. Es fehlt aber nicht an Quantität der Kontrolle, sonder an Qualität. Die Top-Bankmanager meinen, sie seien ohnehin gut reguliert. Was aber nicht reguliert sei, waren Investmentbanken und Hedgefonds. Die Banken selbst sind jetzt zum Teil in Überliquidität und finden nicht genug Kunden mit plausiblen Geschäftsmodellen. Anderseits klagt der notleidende Mittelstand, dass er keine Kredite mehr bekommen kann. Bei den Banken sind die Abschreibungen auf uneinbringliche Kredite (NPL) aber gestiegen und sie können sich keine weitere Verschlechterung des Kreditportfolios erlauben. In Ländern wie der Ukraine ist zudem die Geltendmachung von Forderungen selbst im Liquidationsfall sehr schwierig durch korrupte Gerichte. Das Dilemma ist im Moment schwer aufzulösen.

    Neben der „Eurofinance“ gab es den Weltwährungsgipfel und den Klimagipfel zu diskutieren und dies sind beides Themen von wirtschaftlicher und auch finanzwirtschaftlicher Relevanz. Um die Hungersnot in den Entwicklungsländern zu lindern, sind noch weitere Hilfe zu Selbsthilfebeiträge erforderlich, um vor allem die Agrarwirtschaft auf den neuesten Stand zu bringen. Hier wird es wohl ein starkes Wachstum bei der Mikro-Finanzierung in Entwicklungsländern geben, ein Modell, das auch in Deutschland Schule machen könnte. Gerade in Entwicklungsländern spielt das knappe Gut Wasser eine überlebenswichtige Rolle. Vielleicht wird es demnächst nicht Kriege um Öl, sondern auch um Wasser geben, wenn sich das Klima tatsächlich verändern und die Luft erwärmen sollte. Die Überschwemmungen in Großbritannien haben auch eine gewisse Symbolkraft ebenso wie die warmen Temperaturen jetzt in Deutschland. Aber auch weiß man nicht genau, wann das System „Natur“ kippt. Von den Politkern der USA und China wird es auf die Wartebank verschoben, was ein großer Fehler sein kann. Auch hier wird Lobbyarbeit an allen Fronten gemacht. Die Pharmaindustrie bekommt im Monet ein Konjunkturprogramm durch die „Schweingrippe“. Auch das Thema „Klima“ wird kommerzialisiert. Es ist ein ziemliches Trauerspiel, was beim Klimagipfel herausgekommen ist.

    Der Handel von den Emissionszertifikaten könnte dennoch auch ein Finanzthema werden. In jedem Fall müssen auch Energiekonzerne demnächst umdenken und einige Zusatzbelastungen auf sich nehmen. Alternative Energien wird eine Wachstumsbranche bleiben. In der Wüste werden neuen Solarzentren entstehen, die auch durch arabische Ölgeld finanziert werden. Unter Obama könnte die USA jetzt aber auch in diesem Bereich kräftig zulegen und einige Innovationen im Heimatland zustande bringen. Interessant bleibt auch da Thema Wind, Sonne, Wasser für Asien als Wachstumsregion. Die Schweizer Vermögensverwaltung Jud&Partner Vermögensverwaltung (JPV) aus der Schweiz hat hier ein sehr interessantes, wegweisendes Produkt als Asienfonds lanciert. Die Performance von über 60% in diesem Jahr kann sich sehen lassen. Wer näheres hierüber wissen möchte, meldet sich gerne bei der ESI East Stock Informationsdienste GmbH (www.eaststock.de).

    Eine wichtiges Frage der Zukunft für alle Anleger weltweit dürfte Inflation werden, nämlich dann, wenn wieder hohe Kapazitäten erreicht werden und Preisumwälzungsspielräume vorhanden sind. Denn es ist fraglich, wie die FED dann später die Billionen USD wieder durch eine strikte Geldpolitik abschöpfen kann. Und was wird passieren, wenn China oder Japan als größte Gläubigernationen dann irgendwann nicht mehr die die US-Anleihen in erforderlichen Umfang aufkaufen kann. Dann wird die US-Notenbank die US-Anleihe aufkaufen und damit die Geldmenge ausweiten. Es wird dann zwischenzeitlich zu weiteren liquiditätsgetrieben Blasen kommen, die auf Sand gebaut werden. Wann aber wird das Kartenhaus gänzlich zusammenbrechen? Noch ist aber Deflation eher ein Thema als Inflation, da es immer noch Überkapazitäten und große Angebotsüberhänge gibt, obwohl die Sparquote der USA schon wieder von 6% auf nur 2% zurückgegangen: zum Erstaunen vieler konsumiert der US-Bürger also wieder mehr und spart weniger. Die hohe Arbeitslosenquote von offiziell 10%, inoffiziell über 20% dürfte aber den Konsum in 2010 einschränken und dies ist die tragende Säule der USA.

    Die für das nächste Jahr große Herausforderung ist schon die Verminderung von Haushaltbilanzdefiziten, was am besten über mehr Wachstum erreichbar ist. Der Wachstumszwang führt aber irgendwann zur Wachstums- und letztendlich Schuldenfalle. Das Problem ist, dass immer mehr Schulden gemacht werden und die Wachstumseffekte immer geringer werden.

    Wenn die Inflation gerade in Entwicklungsländern zu große werden sollte, wird es Preisabsprachen und Preisregulierungen geben müssen, um Bürgerkriege zu vermeiden. Klimakatastrophen und „Umweltauflagen“ sind auch ein volkswirtschaftlich zunehmen bedeutsamer Kostenfaktor. Die meisten Finanz-Modelle haben diese komplexen Sachverhalte nicht einberechnet. Einige tun jetzt schon wieder so, als ob die Krise überstanden sei und man fortfahren könne, wie zuvor. Der Lernprozess ist aber noch nicht abgeschlossen, was nicht nur eine „Boni-Frage ist. Es werden die falschen Anreize für Boni gegeben. Die Kriterien müssten sein, wer hat welche Innovation geschaffen, die Arbeitsplätze schafften. Die großen Gelder werden im Moment im Ölsektor und immer noch bei den Banken verteilt. Die 17 Mrd. USD Boni von Goldman Sachs sprechen eine deutliche Sprache in diesem System. Das sind Ungleichgewichte, die behoben werden müssen. So müsste der Top-Manager belohnt werden, der Arbeitsplätze durch geistreiches Unternehmertum schafft oder in schwierigen Situationen zumindest erhält. Es fehlen die wahren Entrepreneurs wie bei so manchem Familieunternehmen; es gibt zu viele Geldverwalter und zu viele, die nur auf ihre Boni schauen.

    Seien wir ganz ehrlich: es stimmt so einiges nicht mit dem System und der Großteil der Spitzenmanager, Politiker und Spitzenbeamte denken immer zu linear in ihrem einseitigen Gedankenmodell; sie sollten jetzt lernen, ihre Überzeugungen und Verhaltenweisen zu überdenken. Was wir jetzt brauchen ist ein globales „Brain“ und eine globale Informationszentrale, die das transparent macht, was viel nicht verstehen oder verstehen wollen. Die Transparenzzentrale müsste ein Frühwarnsystem bei globalen Risiken entwickeln und kommunizieren. Das Problem ist, dass die meisten Statistiken, insbesondere die US-Statistiken, geschönt sind. Auch ist das Problem der Lobbyisten nicht hinreichend gelöst, da es auch systemimmanent bzw vom System geduldet wird. Wir brauchen auch mehr basisdemokratische Modelle wie in der Schweiz.

    Die neue EU-Doppelspitze aus Belgien und Großbritannien wurde wohl absichtlich so gewählt, dass sie keine Probleme bei den lokalen Länderregierungen macht. Bei Umfrage werden der neue EU-Rastpräsident van Rompoy und die neue EU-Außenbeauftragte Ashton aus Großbritannien wohl kaum bei der Frage „Who is who“ bei der EU-Bevölkerung erkannt wird. Ich glaube aber, dass sie demnächst schon sehr bald mit brisanten, unangenehmen Entscheidungen zu befassen haben wie mit dem möglichen Iran-Krieg, obwohl es keinen EU-Verteidigungsminister gibt. Das Problem bei der Konsensfindung ist aber immer, dass die eigene Meinung unter dem Tisch fällt, vor allem bei Personen ohne Führungsqualitäten und ohne Charisma. Was auch fehlt ist ein EU-Ministerium für innere Angelegenheiten. So könnte auch der Euro in Gefahr geraten, wenn Griechenland und Spanien nicht die Hauhaltsbilanzdefizite abbauen können. Ohne den Euro hätten Länder wie Griechenland und auch Spanien ihre Währungen erheblich abwerten müssen. Letztendlich finanziert Deutschland jetzt als Exportweltmeister eine Reihe von EU-Sorgenkindern, obwohl sich Deutschland im Moment auch übermaßen verschuldet.

    Neben den Zusatzbelastungen aus Umwelt und Gesundheit kommt die demographische Entwicklung hinzu, die irgendwann das System zum Kippen bringen kann, da es nicht mehr finanzierbar ist. So werden auch Pensionskassen und Versicherungen demnächst vor große Herausforderungen gestellt. Auch Obama wird im nächsten Jahr Probleme haben, die Gesundheitsreform zu finanzieren. Um von internen Problemen abzulenken, wählt die USA dann oft Krieg als Ablenkungsmanöver. Obama hat bereits eine Drohkulisse gegenüber dem Iran aufgebaut und Israel ist mit der Luftwaffe „stand by“. Die von Obama gewollten diplomatischen Gespräche mit dem Iran werden wohl zu nicht viel führen, da der Iran mal wieder Katze und Maus mit den USA und Europa spielt. Auch in Asien hat Obama bisher nicht viel erreichen können, um Ungleichgewicht abbauen zu können. Die USA wollen Weltmacht bleiben und China will Weltmacht werden, wobei China schon jetzt mit Billigprodukte die Weltmärkte überschwemmt und durch Dumpingpreise die Konkurrenz ausbootet. China ist zudem der größte Rohstoffimporteur der Welt, wovon jetzt Kasachstan und Russland profitieren. Obama macht den Chinesen jetzt ein Freundschaftsangebot, sich auch an US-Banken zu beteiligen, was unter der Bush-Regeierung wohl unmöglich wäre. Damit soll der latente Konflikt USA/China gemildert werden. Am längeren Hebel sitzt im Konfliktfall in der Regel der Gläubiger, also China. China wird durch Rohstoffimporte immer bedeutsamer für Länder wie Kasachstan du Russland.

    Ich bin der Meinung, dass einige Banker, Politiker und Spitzenbeamte noch einige Lerneffekte durchleiden und dabei auch“ black swans“ einkalkulieren müssen. Aber alleine das schon jetzt allen zur Verfügung stehende Zahlenmaterial reicht aus, um die globale Finanz-Notlage transparent zu machen. Um es auf dem Punkt zu bringen; es darf nach der Krise keine weitere Wirtschaftskrise mehr kommen, da die Staaten sich übermäßig verschuldet haben. Ist das aber realistisch, dass es keine Krise mehr gibt? Die Societe General bereitet ihre Anleger in einer Studie mit dem Titel „Worts case debt scenario: Protecting yourself against economic Collaps. Hope the best, be prepared for the worst“ gerade auf den globalen Kollaps vor. Auch auf dem Rohstoffseminar vom „Silberjungen“ Schulte in Frankfurt/M kam klar zum Ausdruck, das gerade in der Zeit der überschäumenden Risken und übermäßigen Verschuldung Gold und vor allem Silber eine attraktive Anlagemöglichkeit für Anleger dauerhaft bilden. Schulte ist der Auffassung, dass dass Papiergeldsystem in den nächsten 5 Jahre nicht mehr Bestand hat und dass der Silberpreis im nächsten Jahr auf 30 bis 50 USD/Unze steigt.

    Selbst der Hedgefondsmanager John Paulson, der erfolgreich auf die Subprimekrise-Krise voraussah und mit der Subprim-Krise in 2008 über 2 Milliarden USD verdiente, will jetzt 10% seines zu verwaltenden Vermögens von 30 Mrd. USD in eigene Goldfonds anlegen. Gold und Silber jagen im Moment von einem Höchstkurs zum nächsten, was man vom Aktienmarkt nicht behaupten kann. Die chinesische Regierung hat unlängst öffentlich auch zum Kauf von Gold bei der Bevölkerung aufgefordert und Indien kauft schon 200 Tonnen Gold vom IWF auf. In arabischen Länden gehört der Goldkauf zum Tagesgeschäft. JPMorgan und Goldman Sachs sind beim Gold großvolumig short, damit das US-Krisenszenrio nicht außer Kontrolle gerät. Gold könnte sich nach meiner Einschätzung deutlich abschwächen wenn der Euro zum Dollar auf unter 1,45 fällt. Der Goldpreis könnte dann sogar unter 1000 USD/Unze fallen. Auch dafür könnten die Notenbanken sorgen, wenn sie es wollen. Bei einem starken Dollar fallen aber Rohstoff- und Akteinmärkte.

    Der DAX konnte letzte Woche im Gegensatz zum Dow Jones keine neuen Jahreshöchstkurse erreichen und zeigt damit relative Schwäche. Der DAX schloss am Freitag mit einem Minus von 0,68% bei 5663 Indexpunkten. Die Wall Street blieb relativ stabil. Der Dow Jones sank nur um 0,14% auf 10.318 Indexpunkte und der S&P-Index um 0,32 auf 1091 Indexpunkte. Der russische RTS-Index gab um 1,02% auf 1436 Indexpunkte leicht nach. Dabei schwächte der Dollar auf 1,4860 leicht ab. Gold notierte mit 1149 Indexpunkte nahe dem Jahreshöchstkurs ebenso wie Silber mit 18,5 USD/Unze. Auch Öl konnte sich bei 77,8 USD/Barrel gut behaupten Ich erwarte ziemlich gleichförmige Bewegungen an den Aktien- und Rohstoffmärkten, wenn der Dollar stärker oder der Euro schwächer wird, was auch durch den Carry Trade in US-Dollar eine Rolle spielt. Wenn aber der Dollar wieder auf 1,45 EUR/USD steigen sollte, erwarte ich kurzfristig scharfe Korrekturen an den Aktien- und Rohstoffmärkten auch bei Gold und Silber, vorher aber auch nicht. Noch bleibt der Haussetrend vor allem bei Gold/Silber intakt. Auch der russische Aktienmarkt erreichte mit 1487 Indexpunkten in der letzten Woche ein neues Jahreshoch und behauptet mit einem Plus von 135% eindrucksvoll seine Spitzenposition unter den Weltbörsen. Waren Sie dabei?

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

    TV-Hinweis: Andreas Männicke (ESI GmbH) und Dr. Martin Hrdina (DEKA) wurden am 12.11.09 im Börsentalk von Dr. Bernhard Jünemann im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) über die neuen Chancen in Osteuropa befragt. Sie können sich das TV-Interview jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand oder auch im TV-Archiv bei www.eaststock.de runterladen.

  • Strong buy – auch in Afrika und Russland!

    Samstag, 14. November 2009 13:37:00

    Am 11.11.09 fand das letzte ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance!“ in Frankfurt/M statt. Nach dem äußerst treffsicheren „ESI-Seminar-Indikator“ stehen die Börsenampeln noch auf „grün“. Bei dem ESI-Seminar hat Hartmut Sieper vom NESTOR Afrika-Fonds auf die großen Chancen in dem bisher noch wenig bekannten Regionen Afrikas aufmerksam gemacht – ein Kontinent, den es ohnehin noch zu entdecken gilt. Der erst im letzten Jahr neu aufgelegte NESTOR Afrika Fonds konnte in diesem Jahr bereits eine ansehnliche Performance von 35% erzielen. Dabei räumt Sieper dem Aktienmarkt in Nigeria, der bis dato etwas enttäuschte, in Zukunft besondere Kurschancen ein.

    Hans-Peter Bandur vom First Financial Trust machte deutlich, dass es gerade bei sehr volatilen Börsen Sinn macht, auch im Rahmen einer Multi-Asset-Management-Strategie in Asset-Klassen zu investieren, die unabhängig vom Börsengeschehen positive Erträge abwerfen können. Dabei stellte er als Alternativen Anlagemöglichkeiten im Bereich Private Equity und „Managed Accounts“ heraus. Das von ihm vorgeschlagene „Managed Account“ erzielte im letzten Jahr eine Performance von 92% und in diesem Jahr von 62%. Sogar bei auf 7 Jahren kapitalgeschützten Anlagen ließ sich eine Rendite von 20% in diesem Jahr erzielen, was seinesgleichen sucht. Aber auch Immobilienanlagen in Prag können in diesem Umfeld jetzt eine Investmentchance bilden.

    Eine ESI-Umfrage kam auch zu dem Ergebnis, dass die meisten Börsenteilnehmer die größte Hausse in der Nachkriegzeit verpasst haben. Die meisten institutionellen und auch Privatanleger waren in 2009 relativ inaktiv und haben bestenfalls ihre Positionen aus den Vorjahr durchgehalten und dadurch eine Wertverbesserung erfahren. Im Durchschnitt liegen die meisten Anleger aber noch unter den Durchschnittskursen aus dem Vorjahr.

    Am 9. bis 11. November war auch das Eigenkapitalforum (EKF) in Frankfurt/M, das Kapitalgebende und -suchende bzw. Unternehmen und Kapitalanleger aller Couleur zusammenbringen will. Beim letzten EKF im Frühjahr gab es nur Kapitalsuchende, aber keine Kapitalgeber. Das Stimmungsbild hat sich jetzt merklich gebessert. Alle Präsentationen waren durchweg gut besucht; aber man merkt auch, dass überall – auch beim Veranstalter selbst gespart wurde. Dies hat Symbolkraft für die gegenwärtige Börsenphase. Viele suchen nach einer neuen Orientierung; einige aber auch schon wieder nach neuen Chancen an der Börse. Neben chinesischen Gesellschaften haben Unternehmen aus der Ukraine und Weißrussland ihr Chancenpotential beim EKF aufgezeigt, wobei die Unternehmen aus der Ukraine überweidend aus dem Agrarsektor kamen. So problematisch auch die Makrodaten in der Ukraine sind; es gibt immer wieder Sektoren, die sich stabil und positiv entwickeln und dies ist in der Ukraine der Agrarsektor nach dem Motto: „back to the roots“. Ich werde die geplanten IPOs auch in meinem nächsten Börsenbrief EAST STOCK TRENDS vorstellen. Sogar Unternehmen aus dem Stahl- und Chemiesektor aus Weißrussland wagten schon jetzt die Öffentlichkeit und planen Börsengänge in den nächsten Jahren. Solche neuen Themen und Öffnungen von vorherigen staatlich betriebenen „closed shops“ finde ich als überzeugter Pionieranleger besonders interessant, auch wenn das Umfeld immer noch nicht gerade „bullish“ ist.

    Im Moment jagt eine interessante Veranstaltung die nächste. Letztes Wochenende war die Rohstoffmesse in München sehr gut besucht, Viele Referenten und Anleger erwarten eine Inflation und eine langjährige Rohstoffrallye. Bei dem Rohstoffseminar am 21.11.09 „Sachwert schlägt Geldwert – erfolgreich investieren in reale Werte“ vom 09.00-19.00 Uhr im Hotel Monopol in Frankfurt/M geht es in die gleiche Richtung. Auch Anlagen in Wohnimmobilien in Prag mit ansehnlichen Immobilenrenditen könnten eine interessante Alternative werden. Nach dem neuen Allzeit-Hoch steht Gold auch bei Anleger wieder hoch im Kurs, wobei Silber in diesem ja sogar noch wesentlich mehr gestiegen ist und nach meiner Einschätzung auch weiterhin mehr Potential hat, solange der Dollar mitmacht. Der bekannte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank AG wird dabei auch auf „schwarze Schwäne“ und die Auswirkungen auf die Finanzmärkte eingehen. Ich halte dies für ein sehr spannendes und jeden Anleger wissenswertes Thema und empfehle daher den Besuch. Auch ich werde an dem Wochenende an anderer Stelle in Frankfurt/M einen Vortag halten, warum gerade russische Rohstoffwerte trotz der Kursverdoppelung in diesem Jahr weiterhin in die engere Wahl gehören.

    Am 13/14. November war auch die Messe „World of Trade“ in Frankfurt/M, die auch gut besucht war und viele Anregungen gab, wie man von der Krise als Trader sogar profitieren konnte. Da die Börsen in Osteuropa (und Emerging Markets) sehr volatil sind, sind solche Veranstaltungen auch für die Ostinvestoren ein Pflichtprogramm. Die meisten Anleger machen sich immer nur Gedanken, wie man mehr Gewinne bei verschiedenen Wetten bzw. Asset-Klassen machen kann; sie machen sich aber kaum Gedanken, wie man hohe Verluste vermeiden kann und hierin liegt wieder der Kardinalfehler für dauerhaft erfolgreiches Investieren. So ist bei vielen Anlegern das Ergebnis nach vielen guten Jahren und einen darauffolgenden Crash bestenfalls oft nur ein Nullsummenspiel (oder sogar ein Verlust). Wer 10 Jahren in Deutschland investiert hat, hat jetzt in etwa den gleichen Betrag wie vor 10 Jahren, wobei es inflationsbereinigt ein Verlust war. Gold schnitt in diesem Zeitraum noch wesentlich besser ab. Wer aber bei den starken Kurseinbrüchen wie in 2000 bis 2003 oder in 2008 nicht oder nur gering in Aktien engagiert war, hätte überdurchschnittlich mit Aktien abschneiden können. Es gibt aber nur wenige, die den Mut haben mitten in der Krise nach einem Crash Geld anzulegen.

    In der nächsten Woche wird auch die „Eurofinance“ in Frankfurt/M eine Bestandsaufnahmen für den Finanzsektor machen und möglicherweise auch Wegweisungen geben, wie der Finanzsektor in 2010 wieder aus der Krise herauskommen kann. Am 19. November wird dabei insbesondere über Osteuropa gehen mit einem Schlusswort von Angela Merkel. Es versteht sich von selbst, dass ich für Sie dabei sein und später auch berichten werde. In den USA sind jetzt bereits über 120 Banken Pleite gegangen; einige Experten befürchten eine weitere Welle von Bankpleiten in den USA im nächsten Jahr. Der Einlagensicherungsfonds in den USA ist leer und muss jetzt aufgefüllt werden, was weitere Mrd. USD kosten wird.

    Deutsche Anleger fordern 33 Mrd. Dollar von Lehmann Brothers. Vorsicht ist immer noch bei Anleiheversicherern geboten, die kurz vor der Pleite stehen wie Ambac, dessen Liquidität in 2011 versiegen könnte, wenn nicht weitere Kapitalerhöhungen platziert werden könnten. Das versicherte Anleihenvolumen, was noch verschert ist beträgt immer noch 412 Mrd. USD. Auch viele Banken müssen ihre Risikovorsorge erhöhen wie zuletzt die Unicredit mit einem betrag von 2 Mrd. €, die insbesondere noch große Problemkredite in Osteuropa vor sich herschiebt. Ebenso hat die Commerzbank die Risikovorsorge erhöhen müssen, was keine guten Aussichten sind. Den Anlegern von Schiffsfonds droht immer noch ein Massaker ebenso wie den Anlegern von Immobilien in Dubai. Es wird also noch einige Milliardengräber im Finanzsektor bei verschiedenen Asset-Klassen geben.

    Alle Anleger suchen im Moment händeringend nach einer Orientierung und wollen nicht die nächste Hausse verpassen, unter diesem Erfolgsdruck steht jetzt auch Institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen, zumal die Luft auch im Anleihenmarkt in 2010 dünner wird. Versicherungen werden dann Probleme haben, die Mindestverzinsung zu verdienen, wenn sie nicht doch etwas mehr in Aktien gehen werden. Bisher ist die Aktenquote bei Versicherungen und Pensionskassen immer noch sehr gering.

    So kann es durchaus sein, das wir uns sowohl zum Jahresende und auch in 2010 per saldo weiter „hochzittern“, wobei kräftige Korrekturen zwischenzeitlich ebenso wahrscheinlich sind. Man spricht zwar von einer „Liquiditätshausse“ in diesem Jahr, aber die Volumen an den Börsen ist immer noch vergleichsweise gering. Richtig ist aber, dass immer noch enorme Liquidität für Anlage zur Verfügung steht.

    Trotz schlechter Verbraucherdaten aus den USA konnte die Wall Street am Freitag im Plus nahe dem Jahreshöchstkurs schließen und damit mit einem Wochenbeginn von 4% die Woche enden. Der Dow Jones stieg um 0,72% auf 10270 Indexpunkte, der S&P um 0,57% auf 1098 Indexpunkte und der DAX um 0,4% bei 5686 Indexpunkten. Auch der russische RTS-Index konnte sich nahe dem Jahreshoch fast unverändert bei 1419 Indexpunkten behaupten. Der Ölwert Bashneft steig dabei sogar um 16% auf das neue Jahreshoch von 70 €.

    Der Freitag der 13. verlor damit seinen Schrecken auch für Abergläubige. Walt Disney ist wieder auf Wachstumskurs. Die Weltbörsen werden im Moment zudem über den Dollar „reguliert“. Bei einem schwachen Dollar steigen Aktien- und Rohstoffmärkte und umgekehrt. Der Dollar fiel zum Euro auf 1,49 EUR/USD. So stabilisierte sich der Ölpreis trotz hoher US-Lagerbestände bei 77 USD/Barrel und der Goldpreis schloss sogar mit einem neun Jahreshoch von 1118 USD/Unze. Falls der Dollar aber wieder stärker werden sollte, werden sich genau gegenteilige Effekte ergeben. Bei einem starken Dollar wird der Gold- und Silberpreis stark nachgeben und dann werden auch die Aktienmärkte einbrechen..
    .
    Beim DAX ist erst bei über 6000 der Weg nach oben frei. Der DAX konnte im Gegensatz zum Do Jones zuletzt keinen neue Jahreshöchstkurse erreiche, was eine „bearishe Divergenz“ zum Dow bedeutet. Dabei hat die Wall Street selbst jetzt aber auch Mühe, neue Jahreshöchstkurse zu erreichen. Die Haussekräfte erlahmen allmählich. Beim S&P gibt es einen starken Widerstand bei 1100. Wird dieser nicht nachhaltig überwunden, rechne ich in der nächsten Woche mit kräftigen Korrekturen auch an den Ostbörsen. Ich rechne in diesem Jahr insbesondere dann mit einer scharfen Korrektur, sobald der Dollar wieder stärker wird, Bei unter 1,45 EUR/USD wird es scharfe Korrekturen geben, die der Anleger gut auf der Shortseite bei Aktien und Rohstoffen ausnutzen kann Falls der S&P aber 1100 und/oder der Dow Jones 10300 Indexpunkte nachhaltig überwinden kann, wird sich die Rallye fortsetzten. Die Luft nach oben wird aber immer dünner und die Korrekturen hernach umso schärfer. So richtig bearish wird es aber erst , wenn der S&P 1030 oder der Dow Jones 9500 unterschreiten sollte. Dann sollten Sie temporär short gehen und auch an den Ostbörsen Positionsglattstellungen vornehmen. Beim RTS wird aber erst bei 1300 Indexpunkten der Haussetrend verlassen. Die Moskauer Börse stieg seit Jahresbeginn schon um 125% und ist damit die mit Abstand am besten performende Börse der Welt vor Peru mit +107% und Ukraine mit +106%. Waren Sie dabei und haben diese außergewöhnlichen Chancen genutzt? Viel zu wenige Anleger wagen den Blick über den Tellerrand, was sicherlich ein Fehler ist. Das ESI-Seminar zeigte auf, welche großen Chance sich insbesondere bei bzw nach Krisen immer wieder in Emerging Markets bilden. Mein Motto bleibt daher „in der Krise liegt die Chance!“

    Noch ist aber der Haussetrend intakt. In jedem Fall dürfte die „Vola“ demnächst auch wieder zunehmen, vor allem beim DAX und an den Ostbörsen. Die Schweinegrippe dürfte weiter die Kassen der Pharmawerte wie von Glaxo stopfen, aber auch die Anleger beschäftigen. Obama wird in Asien auch nicht verhindern können, dass ich Asien, insbesondere China, billiger produzieren und mit ihren Billigprodukten die Weltmärkte überschwemmen wird. Die Ungleichgewichte werden also erhalten bleiben, also hohe Leistungs- und Haushaltsbilanzdefizite in den USA, aber Exportüberschüsse in China und Deutschland. Einige deutsche Unternehmen wie SAP enttäuschten letzte Woche mit den Ergebnissen und auch die Aussichten bei SAP sind nicht rosig. Dafür sieht es bei Pharmawerte gut aus, nicht nur wegen der Schweingrippe. VW ist der größte Automobilproduzent der Welt vor Toyota geworden, hat aber im Kurs stark nachgegeben. Das große Verkaufspotential bei VW liegt in China, wo mehr Autos verkauft werden als in Deutschland. Der Bankensektor neigt schon seit August zur Schwäche und ist jetzt nicht mehr der Kurstreiber der Indices.

    In der nächsten Woche werden die Finanzwerte nicht nur wegen der „Eurofinance“ in Frankfurt/M. wieder im Vordergrund stehen. Zum Wochenbeginn kommen aus den USA die Unternehmensergebnisse von Baumarktketten und Einzelhandelsketten, die durchaus für positive Überraschungen sorgen können. Man erwartet eine Erholung bei den Baubeginnen. Die Zahlen kommen nächste Woche. Da der ESI-Seminar-Indikator auf „Buy“ steht, stehen die Chancen für eine Jahresendrallye - nach der fälligen Korrektur - nicht schlecht.

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

    TV-Hinweis: Andreas Männicke (ESI GmbH) und Dr. Martin Hrdina (DEKA) wurden am 12.11.09 im Börsentalk von Dr. Bernhard Jünemann im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF) über die neuen Chancen in Osteuropa befragt. Sie können sich das TV-Interview jetzt unter www.anleger-fernsehen.de bei video on demand runterladen.

    Wenn Sie Interesse an der im ESI-Seminar vorgestellten Multi-Asset-Mangement-Strategie (MAMS) oder an Investments in Afrika haben, melden Sie sich bitte jetzt direkt bei der ESI GmbH, Jüthornstr. 88. 22043 Hamburg, Tel. 040/6570883, E-Mail; info@eaststock.de

  • Danke Honni, danke Gorbi für den Mauerabriß!

    Sonntag, 08. November 2009 14:22:00

    Am 9. November 2009 wird der Fall der Berliner Mauer gefeiert. Der Fall der Mauer hatte in der Tat Symbolbedeutung. Es war der Weg in die Freiheit, aber Freiheit bedeutet auch Selbstverantwortung und das muss man erst lernen. Nun war es sicherlich eine Illusion zu glauben, dass sich in einigen Jahren schon „blühende Landschaften“ in Ost-Deutschland auftun. Der Weg in die Freiheit bedeutet auch der Weg in die Selbstverantwortung und das kann man nicht von heuet auf morgen lernen. Mauern bieten Schutz, aber sie verdecken auch Probleme, wenn man sie hinter den Mauern nicht ansprechen darf.

    Auch jetzt gibt es noch sichtbare Mauern: in Nordkorea, in Palästina und auch in den Köpfen vieler Menschen. Im Iran werden Demonstrationen immer noch mit Gewalt unterdrückt. Viele gefährlicher – auch für die Weltbörsen - sind aber die „unsichtbaren Mauern“ innerhalb des Kapitalismus, die keiner sieht bzw sehen soll. Ich werde sie aber beleuchten, weil es keinen Sinn macht, nicht darüber zu laut zu sprechen. Notenbankchefs dürfen so etwas freilich nicht. Sie müssen also lernen zwischen den Zeilen zu lesen, so wie es früher die Bürger der „DDR“ mussten. Es gibt Geheimcodes, die nicht jeder versteht und nicht jeder verstehen soll. Auch im Kapitalismus mangelt es an Transparenz und Kontrolle, vor allem an Verständnis, was vor sich geht. Das kann zur Kapitalismus-Falle für die allzu Blau- und Gutgläubigen werden.

    Die Unterstützung zum Weg in die Freiheit war und bleibt kostspielig und erforderte viel Solidarität: bisher gab es schon 1,3 Billionen € an Transferzahlungen von West- nach Ost-Deutschland, wobei die letzten 10 Jahre teurer waren als die ersten 10 Jahre. Die mittel- und osteuropäischen Länder erhalten nun jedes Jahr einige Milliarden aus dem EU-Topf und auch hier hat Deutschland mit den größten Anteil zu zahlen. Die Gegenleistung sind neue Absatzmärkte und vor allem – hoffentlich – eine dauerhafte Friedensdividende.

    Deutschland hat mit Osteuropa jetzt neue Absatzmärkte, die wichtiger sind als der Absatz in die USA. Da bedeutet auch unternehmerische Chancen auf beiden Seiten und dies wiederum bedeutet auch neue Chancen für Aktionäre – auch auf beiden Seiten, die bisher aber nicht hinreichend gesehen und genutzt werden. Vor allem Russland ist ein neuer Absatzmarkt, aber auch Polen ist für den deutsche Außenhandel von zunehmen großer Bedeutung. Deswegen hatte der erste Staatsbesuch vom neuen Außenminister Westerwelle in Polen durchaus Symbolkraft und hoffentlich auch Signalwirkung. Es sind also neue Mrd-Handels- und Absatzmärkte entstanden und alleine dafür sollten man “Honni“ und „Gorbi“ dankbar sein. „Honni“ deswegen, weil er die „DDR“ so runtergewirtschaftet hat, dass sich die Bevölkerung mit dem Rücken zur Wand auf die Strassen traute und „Gorbi“ (und Honni), dass er den Freiheitskampf auf der Strasse nicht mit Panzern unterdrückte, was jederzeit möglich gewesen wäre. Chapeau!

    Vor allem Russland bieten auch in Zukunft enorme Chancen, wenn sich die Rahmenbedingen für Investments und Joint Venture bessern. Vor allem muss die russische Wirtschaft dringend modernisiert werden und hier sind wiederum westliche Partner und westliches Know how gefragt. Die Russen haben den Kapitalismus schneller gelernt als man glauben konnte; allerdings war es anfangs nur die „wilde“ Kapitalismus ohne Verantwortung für soziale und ökologische Belange. Der nächste Schritt wäre der Wege zum modernen Unternehmer, der auch soziale Verantwortung und ökologische Verantwort mitprägt. Wirtschaftsethik muss ein wichtiges Studienfach werden – auf beiden Seiten der ursprünglichen Mauern. Wer nicht lernt, muss (früher oder später) fühlen!

    Viele, die bei dem steinigen Weg in die Freiheit du dem Kapitalismus auf der Strecke bleiben, hoffen sich die alten Zeiten wieder zurück. Der Wohlstand hat sich zwar überall gebessert, aber vor allem Rentner und schlecht ausgebildete Arbeitskräfte haben Probleme, sich in der Marktwirtschaft zu behaupten. Es fehlt an Solidarität und sozialer Verantwortung vor allem bei einigen osteuropäischen Oligarchen, aber auch bei westlichen Großkonzernen, wie das Beispiel General Motors und Opel jetzt wieder deutlich vor Augen führte. Der Mitarbeiter wird zum austauschbaren Gut mit einer gewissen Beliebigkeit. Soll das etwa soziale Marktwirtschaft sein? Einige lupenreine „Kapitalisten“ haben die Lektion aus 2008 noch nicht gelernt.

    Wie werden in Zukunft wieder verschärfte „Systemdiskussionen“ bekommen, denn es scheint offensichtlich nicht so einfach zu sein, eine soziale Marktwirtschaft zu etablieren, die dauerhaft zu einer Wohlstandsteigerung führt. Es mangelt an Solidarität, sozialer/ökologischer Verantwortung und effizienter Kontrolle im System. Ob wir es wahr haben wollen oder nicht: der Kapitalismus lag im Oktober 2008 am Boden, weil es unsichtbare Mauern im kapitalistischen System gab, die nicht überwunden wurden. Warum gehen die Leute nicht auf die Strasse, um auch diese Mauern zu überwinden?

    Das System wurde bisher mit einem gewaltigen Kraftakt nur knapp gerettet, aber letztendlich werden die latenten Systemfehler nur in die Zukunft verschoben und sie könnten sich in Zukunft explosiv entladen. Die Beruhigungspillen verteilte der Staat also jede Regierung, selbst, indem sie den Steuerzahler die Last aufbürdete. Nur wie lange kann das gut gehen? Und was passiert in der nächsten Rezession? Wer zahlt wann dann die Zeche? Die USA sind mit über 12 Billionen USD verschuldet bei einem BSP von 14 Billionen USD, Deutsehland ist mit über 1,6 Billionen USD verschuldet bei einem BSP von etwa über 2 Billionen USD. Japan ist schon lang mit dem Doppelten des BSP verschuldet. In den USA beträgt das Haushaltsbilanzdefizit über 1 Billion USD, aber die Konjunkturprogramme laufen jetzt allmählich aus. Wirklich?

    In den USA bekam jeder, der ein neues Haus kaufen wollten 8000 USD (!) vom Staat hinzu, was den privaten Immobilienmarkt künstlich stützte. Das war die „Abwrackprämie made in USA“. Obama denkt jetzt schon wieder über ein neues Konjunkturprogramm nach, falls es nicht zu einem sich selbst tragenden Konjunkturaufschwung kommen sollte. Zunächst zeigten sich die Weltbörsen über das 3,5%-ige Wachstum beim BSP im 3. Quartal hoch erfreut. Nur gab es im Oktober schon wieder fast 200.000 Arbeitslose, womit die Arbeitslosenquote erstmals die gefährliche 10%-Marke in den USA überwunden hat. Obama will 4 Millionen mehr Beschäftigte schaffen. Das Ziel wird er wohl leicht verfehlen, zumindest im nächsten Jahr.

    Arbeitslose kosten aber viel Geld (und bringen weniger Konsum) und wenn man so will solidarische Transferzahlungen innerhalb des Systems, denn die Finanzierung muss der Steuerzahler zahlen. In Deutschland wird das Loch durch die Arbeitslosen wohl 12 Mrd. € in 2010 betragen. Und dann soll es noch zu Steuersenkungen kommen. Ich bin gespannt, ob die Rechnung aufgehen wird. Gefährlich ist auch die hohe Sparquote in den USA, weil dadurch 500 Mrd. an Konsum entzogen werden, während das US-Konjunkturprogramm nur knapp 400 Mrd. USD im Jahr ausmacht. Obama muss als „nachlegen“ und sich damit noch weiter verschulden. Das werden die Republikaner aber nicht mitmachen. Ich befürchte, es wird Obama in 2010 an Unterstützung fehlen, zumal auch die „linke“ Gesundheitsreform von den Republikanern und den lupenreinen Kapitalisten immer weniger Anhänger findet. Es kann sogar zum Eklat im nächsten Jahr kommen, wenn der US-Kongress Obama die Zustimmung zu noch mehr an Mega-Verschuldung verweigert.

    „Die USA sind pleite“!? So ein notwendiges Wachrütteln kann einen Crash an den Weltbörsen auslösen, wenn die News zur Unzeit kommen. Die Nachricht wäre übrigens falsch. Die USA sind immer noch die reichste Nation der Welt, nur ist das Vermögen ungleich verteilt, wie überall auf der Welt (auch in Emerging Markets). Die Amerikaner bestimmen immer noch zum großen teil die Welt-Kapitalmärkte. 50 Mrd. raus aus den „BRIC“ (in 2008) und 50 Mrd. rein in die „BRIC“ (in 2009) sind für die USA kein Problem, zumal immer noch über 3 Billion USD unverzinst auf Geldmarktkonten liegen. 17 Mrd. USD an Bonus-Zahlungen bei Goldman Sachs sind auch kein Problem ebenso wie der 44 Mrd. Deal von Warren Buffet, der nun auf eine Konjunkturerholung in den USA setzt. Mit dem mutigen Aufkauf von Goldman Sachs-Aktien mitten in der Krise lag er wieder mal goldrichtig. Hoffentlich hat er auch diesmal die richtige Spürnase. Nun, wer 200 Mrd. USD anzulegen hat, muss sicherlich langfristig denken. Wir sollten aber nicht vergessen, was Madoff gelang, nämlich hunderte von Anlegern (und auch gestandenen Investmentbankern) an der Nase herumzuführen und damit 60 Mrd. USD zu veruntreuen, so viel wie das Doppelte des BSP von Bulgarien.

    Wenn aber China, Japan und Saudi-Arabien beim „next debt deal“ im Volumen vom 500 Mrd. USD für US-Staatsanleihen nicht(vollumfänglich) mitmachen, kann so etwas wie die „USA sind pleite“ ganz schnell auf die Seite 1 der Bildzeitung kommen, aber dann ist es für Anleger zu spät. Auch wenn der US-Kongress keinen höheren Verschuldungsgrenzen mehr akzeptiert, kann so eine Überschrift Realität werden. Die Substitution der Produkte durch billige China/Japan-Importe wird weiterhin ein US-Problem bleiben, denn was bleibt dann für die USA noch übrig? Noch schlimmer wäre es aber, wenn der erhoffte Konjunkturaufschwung in 2010 nicht kommen sollte. Denn dann wären die Steuerausfälle so groß, dass sie nicht mehr finanzierbar wären Not-Steuererhöhungen wären dann die logische Folgen und das alles zur Unzeit. Der Systemstreit würde sich verschärfen. Sogar Großbritannien denkt jetzt schon für eine globale Börsensteuer nach, nur die USA wehren sich noch vehement dagegen. Auch Klimaschutz wird ein brisantes (Finanz)-Thema für das „global village bleiben: alles wollen es auf dem Papier, nur kein will dafür die Zeche zahlen, schon gar nicht die Energiekonzerne. Je länger man aber diese erkennbaren Probleme vor sich herschiebt, desto größer werden die Folgekosten auch für EON&Co (Stichwort: Emissionszertifikate). Soll also etwa alles der nächsten Generation aufgebürdet werden? Der nächst G20-Gipfel könnte dramatisch werden. Es wird wohl viel debattiert werden, aber nichts „Weltbewegendes“ passieren, auch nicht in Kopenhagen.

    Relativ wenig verschuldet sind jedoch Russland (nur 43 Mrd. USD Staatschulden im Ausland, insgesamt aber fast 500 Mrd. USD durch Unternehmen und Banken) und vor allem China, die jetzt zum Gläubigerland werden und die USA finanzieren. Auch sind die Verbraucher in Asien und in Osteuropa relativ gering verschuldet, ganz im Gegensatz zu den USA. Auch hier könnte es jetzt zu einem Paradigmawechsel kommen. „BRIC“ finanziert die Haushaltslöcher vor allem der USA, wer hätte das vor 20 Jahren gedacht, als Bush-Senior bei dem Wegfall der Mauer ein (kapital)starkes Amerika repräsentierte? Das war damals nicht nur für Bush der lang erhoffte „Sieg des Kapitalismus über den Kommunismus“. Jetzt stranguliert sich der Kapitalsumus aber selbst aber durch die Hyper-Verschuldung. Marx lässt grüßen!

    Die USA müssen jetzt noch einmal bis 31. März 2010 500 Mrd. USD an Staatsanleihen begeben, um die Haushaltslöcher extern zu finanzieren. Die Notenbank wird wieder große Mengen an Staatsanleihen aufkaufen. Bisher hat die US-Notenbank schon 300 Mrd. USD an US-Staatsanleihen und 1 Billion US an Hypothekenpapieren aufgekauft. Wer aber kontrolliert die US-Notenbank, die nach dem Wunsch von Obama die Instanz zur Erkennung von Systemkrisen werden soll? Auch hier entstehen weitere unsichtbare Mauern, die gefährlich sind. Der Einbruch der Mauer könnte eine Mega-Inflation in 2-3 Jahren bedeuten, nämlich wenn die Dämme brechen. Bisher sorgten die Rezession und die großen Überkapazitäten dafür, dass es zu keiner Inflation kam. Wenn die Überkapazitäten durch Entlassung von Mitarbeitern aber abgebaut werden, kann es durchaus zu einer schnell unkontrollierbare steigenden Inflation kommen.

    Und dann gibt es leider keinen Ausweg mehr, denn dann müsste die USA-Notenbank von ihrer Nullzinspolitik abrücken. Die Notenbank in Australien hat schon die Zinsen erhöht, die EZB wird im nächsten Jahr folgen, wann aber folgt die FED? Wie werden dann die Aktienmärkte reagieren. Sie werden das nur dann verkauften können, wenn die Unternehmensgewinne durch den Basiseffekte überproportional steigen. Liquidität ist jetzt noch genug da und die FED wird weiter eine expansive Geldpolitik betreiben müssen, also Geld drucken, damit das System nicht kippt. Dies könnte weitere Blasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten bilden. Es ist aber weiterhin ein „Tanz auf dem Vulkan“ und ein Aufschieben von dringenden Strukturproblemen und dem Abreißen von Mauern im System, die schon brüchig geworden sind.

    Ich glaube nicht an die Super-Konjunkturwende, wohl aber an positive „Basiseffekte“ 2009/10. Goldman Sachs hält immerhin wieder 17 Mrd. USD an Bonus-Zahlungen bereit, soviel wie das BSP Lettlands, das am Tropf des IWF hängt. Obama hat dafür zwar wenig Verständnis, wird die Auszahlung wohl nicht verhindern können. Jeder Investmentbanker wird im Durchschnitt 6 Mio US ausgezahlt bekommen, auch im Krisenjahr 2009. Es ist offenkundig, dass dafür ein Opel-Mitarbeiter wenig Verständnis hat. Die Spielcasinos sind wieder geöffnet und die Kapelle spielt weiter Musik (auf der sinkenden Titanic?) so als ob nichts passiert wäre. Auch der russische Oligarch Roman Abromovic konnte bei einem Abendessen in New York wieder, das schlappe 47.000 USD kostete, wieder 10.000 USD an Trinkgeldern geben, was immerhin ein kleiner „Soli-Beitrag“ für die Kellner war. Also Business as usual? Nur für diejenigen, die die unsichtbaren Mauern nicht erkennen!

    Die Regulierung der Aktienmärkte erfolgt über den Dollar nach de Motto: steigernder Dollar, fallenden Aktien- und Rohstoffmärkte. Die Amerikaner, die im Ausland anlegen, freuen sich über einen schwachen Dollar, weil sie dann Währungsgewinne haben. Wird der Dollar wieder stärker, werden Gewinne mitgenommen und Kapital abgezogen. Genauso schnell wie das Kapital in 2009 hineingeflossen war, kann es auch wieder abfließen. In der Summe waren dies immerhin über 50 Md USD, davon allein bis Mitte Oktober 5 Mrd. USD und davon wiederum 10% nach Russland. Die Folge war ein Kursverdoppelung an den Moskauer Börse. Auch Gold konnte mit 1100 USD/Unze am Freitag ein neues Allzeit-Hoch erreichen, nachdem Indien 200 Tonnen Gold vom IWF aufkaufte. Jetzt ist an den Weltbörsen erhöhte Vorsicht angebracht, insbesondere dann wenn wichtige Chartmarken beim Dollar und an der Wall Street durchbrochen werden.

    Welche dies genau sind und wie es dann weiter geht in 2010, wollen wir beim nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance“ (mit einem Afrika-Special) am 11. November 2009 um 17. Uhr in Frankfurt/M besprechen. Info und Anmeldung unter www.eaststock.d (dort unter Seminare oder direkt bei der EI GmbH, Jüthornstr, 88, 22043 Hamburg; Tel: 040/6570883, Fax: 040/6570884,, E-Mail: info@eaststopck.de .

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

    Ich möchte mich abschließend ausdrücklich bei „Honni“ und „Gorbi“ für die Ermöglichung des friedlichen Mauerabrißs bedanken, da er es mir ermöglichte, mich seit 20 Jahren auf die aufstrebenden Märkte in Osteuropa zu spezialisieren, was auch neue Chancen für Anleger schaffte, die früher undenkbar waren. „Go East – Die Ostbörsen kommen!“, was mein Buchtitel in 1993 war, bleibt mit Sicherheit ein spannendes Thema für die nächsten 20 Jahre. Für die unsichtbaren und sichtbaren „Mauern im System“ können „Honni“ und „Gorbi“ nichts, das müssen schon andere verantworten.

    TV-Hinweise: Das nächste Interview mit Andreas Männicke über die Börse Osteuropas findet am 12. November 2009 im Börsentalk mit Dr. Jünemann im DAF statt. Das letzte TV-Interview im DAF war am 25. September 2009 in der Rubrik Q&A Global über Osteuropa. Sie können sich das Interview jetzt auch runterladen, wenn Sie bei www.anleger-fernsehen.de in der Suchfunktion „Männicke“ eingeben.

  • Nach der Rallye ist vor der Rallye: Moskau +130%!

    Sonntag, 25. Oktober 2009 15:48:00

    Nach dem Motto die “Hausse nährt die Hausse” jagten die Aktienkurse in den letzten 6 Monaten von einem Hoch zum nächsten. Die Frage ist nun, ob auch das Motto „nach der Krise ist vor der Krise“ richtig sein wird. Diejenigen Anleger, die eine kräftige Korrektur zum Einstieg abwarten wollten, sehen sich nun vor der Situation, dass sie dem Markt hinterherlaufen müssen. Dies zeigt wiederum, wie wichtig das Timing bei volatilen Märkten ist.

    Nach der Frühjahrsrallye folgte eine Sommerrallye, die nun in eine Herbstrallye übergeleitet wurde. In den letzten 6 Monaten galt also der Grundsatz: „Nach der Rallye ist vor der Rallye“. Nun hoffen viele Anleger auf eine Fortsetzung der bemerkenswerten Hausse zu einer Jahresendrallye. Da die Rallye von relativ geringen Umsätzen begleitet war, ist davon auszugehen, dass die meisten Anleger die sich gebotenen Chancen nicht aktiv, sondern bestenfalls passiv durch „Aussitzen der Leichen im Keller“ genutzt haben.

    Dabei ist an vielen Märkten aber auch eine Blasenbildung möglich, die sich durch starke Kurseinbrüche wieder auflösen wird. So befürchte ich, dass sich spätestens im nächsten Jahr der Bubble bei US-Staatsanleihen auflösen wird. Es ist allerdings fraglich, ob bei steigenden Zinsen auch die Aktienmärkte in die Knie gehen werden. Es kann auch gut sein, dass ein Teil der von Institutionellen im Anleihensektor angelegten Gelder nach und nach in den Aktiemarkt umgeschichtet werden, sobald die sich jetzt abzeichnende Gewinndynamik bei einigen Standardwerten anhält und die Ökonomen wieder von realem Wachstum sprechen können. Einige Versicherungen haben schon jetzt Probleme, die Mindestrendite von 3,5% bei Lebensversicherungen darstellen zu können, da sie kaum in Aktien investiert sind. In jedem Fall ist bei Verlassen des steilen Haussetrend mit scharfen Korrekturen zu rechnen. Noch ist aber der steile Haussetrend seit März intakt, obwohl die Weltbörsen am Freitag etwas Dampf abließen.

    Viele Indikatoren wie Gfk, IFO-Geschäftsklima, ZEW und Auftrageingänge signalisieren, dass es mit der Konjunktur zumindest nicht mehr weiter bergab geht, was die Börse mit ungewöhnlich starken Kursprüngen honoriert. Die Kursrallye verlief „v-förmig, der Konjunkturaufschwung jedoch nicht. So stieg die Industrieproduktion zuletzt nur leicht an. Die Rallye wird aber zum Teil von Quartalsgewinnen getragen, die höher ausfielen als erwartet.

    Die Aktien in Deutschland stiegen die Aktien seit dem Tief im März um über 60%, ebenso in den USA. Noch besser war die Performance bei den meisten Emerging Markets. Trotz der Super-Hausse der letzten 6 Monate kann keineswegs davon ausgegangen werden, dass die Zeiten jetzt schon wieder „normal“ sind. Vielerorts herrscht immer noch eine Kreditklemme bzw die Finanzierung ist zu teuer. Zur Normalität ist noch ein weiter, steiniger Weg. Davon sorgen schon die abnorm hohen Verschuldunge der Länder. In diesem Jahr wird die Rekordsumme von 6 Billion USD im Anleihensektor platziert und das bei sehr geringen Renditen von 3-4%. Wer als Ausländer in US-Staatsanleihen investiert hat, muss nun auch hohe Währungsverluste verkraften von weit über 10%.

    Die Portefeuilles bei dem meisten Institutionellen wie Pensionskassen und Versicherungen sind jetzt voll mit Anleihen. Was werden die aber machen, wenn die Zinsen zu steigen beginnen und Verluste im Anleihensektor drohen? Noch ist die Inflationsrate kein Problem – in einigen Ländern beträgt sie sogar Null Prozent -, sie könnte es aber in 2010 werden. Ich rechne mit relativ niedrigen Zinsen in den USA und in Europa aber auch im nächsten Jahr. Die Frage ist, ob die USA „japanischer Verhältnisse“ in den nächsten Jahren durchleiden müssen, also trotz Niedrigzinsen kein nachhaltiger, dynamischer Konjunkturaufschwung über einen Zeitraum von 20 Jahren. Auch ist die Frage, ob US-Anleihen dauerhaft auf das Niedrigstniveau von Japan fallen werden. In Japan rentieren 10-jährige Anleihen bei 1,3 % und 5 Jährige Anleihen bei 0,7%. Für die USA wird in 2010 mit einem BSP-Wachstum von 2% gerechnet nach einem Minus von 2-3% in diesem Jahr. Wichtig auch für den US-Konsum ist, dass sich die Immobilienpreise wieder stabilisieren und selektiv wieder ansteigen. Der private Immobilienmark ist in den USA von 6 auf 2% des BSP geschrumpft. Dem gewerblichen US-Bausektor steht die Krise wohl noch bevor. Während die Preise von Wohnimmobilien in den USA und in Großbritannien schon wieder leicht ansteigen, stagnieren noch die Preise bei Gewerbeimmobilien.

    In den USA steht nächste Woche eine Anleihenemission im Volumen von 182 Mrd. USD an, womit US-Finanzminister Geithner schon jetzt die Verschuldungsgrenze von 12,1 Billionen überschreiten wird, was vom US-Kongress noch abgesegnet werden muss. In Deutschland stieg die Staatsverschuldung auf 1,6 Billionen € an. Die Neuverschuldung wird im nächsten Jahr wohl 90 Mrd. € betragen, wobei es auch einige Schattenhaushalte geben wird, was die Transparenz verschlechtert. Dieser Realität muss sich auch der neuen bürgerlich-liberalen Regierung stellen und irgendwann einen Sparkurs einschlagen.

    Die Verschuldungsuhr tickt damit immer schneller. Die neue Bundesregierung will dennoch Steuersenkungen im Volumen von über 10 Mrd. € durchsetzen in der Hoffnung, dass durch mehr Wachstum auch wieder mehr Steuereinnahmen erzielt werden. Sowohl in den USA als auch in Deutschland und Japan werden im nächsten Jahr weitere Nachtragshaushalte erwartet. Vor allem die Finanzierung des Gesundheitssektors wird vielerorts problematisch, da die Staatskassen leer sind. Es wird Zeit, dass mit der Schuldenmacherei ein Ende gemacht wird, da dies nur das zukünftige Wachstum und den Wohlstand der zukünftigen Generation belastet. So ist der Investmentguru George Soros ebenso wie Warren Buffet um die ausufernde Staatsverschuldung besorgt. Die hohen US-Schulden und die Nullzinspolitik der FED sind auch die Hauptgründe für den Dollarkursverfall auf nunmehr 1,50 EUR/USD. Der starke Dollarkursverfall ist aber auch der Treibstoff für die Aktien- und Rohstoffmärkte im Moment.

    Am meisten stieg in diesem Jahr die Moskauer Börse mit einem Plus von fast 130% seit Jahresbeginn auf USD-Basis. Die beiden Musterdepots des monatlich erschienenden Newsletters EAST STOCK TRENDS (kurz EST, siehe www.eaststock.de) konnten sich ebenfalls weit mehr als verdoppeln. Einige im EST zum Kauf empfohlene Aktien konnten sich ausgehend von den Tiefstkursen bereits mehr als verfünffachen wie die Holdung AFK Sistema (von 2,5 auf 12,5 €) und das Medienunternehmen CTC Media (von 2 auf 12,6 €) oder sogar fast verzehnfachen wie das private Bahnfrachtunternehmen Globaltrans (von 0,7 auf 6,2 €) und das Softwareunternehmen IBS Group (von 0,8 auf 7,2 €).

    Vervierfachen konnte sich immerhin auch der Kurs des österreichischen Öl-Service-Unternehmen C.A.T. Oil AG (von 2 auf 8,5 €), das an der Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 2006 ein IPO zu Kurs von 15 e wagte. Der Kurs stieg Anfang 2007 auf 25 € im Hoch, um dann in 2008 auf 1,8 € einzubrechen. Die zeigt auch auf, wie hoch die Volatilität bei vielen Aktien an den Ostbörsen bzw. mit Osteuropabezug ist. Die Marktkapitalisierung stieg jetzt wieder auf über 400 Mio €. Die C.A.T. Oil AG ist in Russland und Kasachstan aktiv und hat ein Auftragsvolumen von 230 Mio €. Als Großkunden finden sich solche Standardwerte wie LUKoil, TNK-BP und Rosneft. In Kasachstan konnte sich der Kurs des Kupferproduzenten Kazakhyms ausgehend vom Tief schon von 2,1 auf 14,2 € in einem Jahr versiebenfachen! Die genannten Aktien fielen im letzten Jahr aber auch wie ein Stein um über 80%. Diese Beispiele zeigen aber auf, wie groß die Reboundchancen in Russland, Kasachstan und der Ukraine trotz Wirtschaftsrezession sind. Viele Aktienkurse konnten sich nach der scharfen Juni-Korrektur nun noch einmal in wenigen Monaten fast verdoppeln.

    In den letzten Wochen konnte die Moskauer Börse also die beeindruckende Herbstrallye fortsetzen, wobei vor allem der starke Ölpreisanstieg auf das neue Jahreshoch von 80 USD/Barrel den Schmierstoff für die Börse bildete. Der RTS stieg am Freitag um 0,8% auf das neu Jahreshoch von 1461 Indexpunkten, was fast eine Verdreifachung (exakt +192%) gegenüber den Tiefstkursen im Januar/Februar von 500 bedeutet. Die Börse Kiew konnte seit März auch um über 150% zulegen. Ebenso stark stiegen die Aktien in Kasachstan in diesem Jahr, worauf ich Sie rechtzeitig hingewiesen habe.

    In den am besten performenden Märkten der Welt ist auch die deutsche Beteiligungsgesellschaft KREMLIN AG (www.kremlin-ag.de) aktiv. Der NAV, also der Wert des Wertpapierbestandes, betrug Ende September 1,5 € pro Aktie, dürfte jetzt im Oktober aber weiter angestiegen sein. Die Aktie notiert aber nur bei 1,2 €. Die Börsenkurse dieser drei Länder fielen im letzten Jahr aber auch jeweils im letzten Jahr um über 70%, was meinen Emerging-Market-Strategieansatz bestätigt, gerade in Krisenzeiten immer auch auf die Top-Verlierer zu setzen bzw. sie relativ überzugewichten, da diese sehr schnell zu den Top-Gewinner des Folgejahres avancieren können. Aber auch die Börsen im Baltikum und Zentral-Osteuropa konnten den DAX mit einem Plus von über 50% im Durchschnitt deutlich outperformen.

    Durch die v-förmige Kurserholung konnte aus dem Verlust von 24 Billionen USD an den Weltbörsen nun 11 Billionen wieder gewonnen werden, so dass nur noch 13 Billionen USD vom Allzeit-Hoch Anfang letzten Jahres fehlen. Die Börse setzt damit auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft, neudeutsch „economic recovery“ in 2010. Die Wachstumszahlen im 2. Halbjahr könnten besser ausfallen als von vielen befürchtet wurde. Dennoch gibt es nach wie vor berechtigte Zweifel an der Nachhaltigkeit des noch sehr zögerlichen Konjunkturaufschwungs. Zudem liegen die Gewinnschätzungen für 2010 immer noch sehr weit auseinander. Es gibt KGV-Schätzungen für den S&P von 140 für 2009 bei realen und nicht geschönten Zahlen. Vor allem die Bankbilanzen sind durch Abschreibungsvorteile geschönt. Bei deutschen DAX-Unternehmen wird ein Gewinn pro Aktie von 513 für 2010 geschätzt, wobei das Hoch bei 630 lag. Das KGV10 wird für DAX-Werte nun grob auf 13 bis 15 geschätzt, wobei die Vorstände noch sehr vorsichtig mit Gewinnprognosen sind. Viele Unternehmen kämpfen immer noch um das Überleben. Auch die Pleite von Quelle konnte nicht verhindert werden, was nun zu weitern 7000 Arbeitslosen führt. Auch ist das Schicksal von Opel noch ungeklärt, nachdem GM durch die EU-Intervention jetzt offenbar einen Rückzieher machen will. Bei vielen Unternehmen konnte durch die Umstrukturierung und Entlassungen die Profitabilität aber verbessert werden.

    Die Konjunkturlokomotive der Welt kommt aus Asien. China wächst auch im 3. Quartal mit 7-8% sehr dynamisch, aber auch Indonesien weist Wachstumsraten von über 5% auf. Die meisten osteuropäischen Länder befinden sich immer noch in einer Rezession, wobei das BSP im Durchschnitt um 6% zum Vorjahr fällt. Aber auch in Osteuropa verlangsamt sich der Konjunkturabschwung und im nächsten Jahr wird wieder mit leichtem Wachstum gerechnet. Vor allem haben sich die Spreads bei den Unternehmensanleihen weiter abgebaut. Einige Länder wie Lettland und Ulkraine müssen jetzt aber eine gewaltige Roßkur durchmachen und hängen weiter am Tropf des IWF. Auch Rumänien muss jetzt nach dem politischen Debakel um den IWF-Kredit bangen. Russland will IWF-Kredite vermeiden und dafür im nächsten Jahr wieder nach über 10-jähriger Abstinenz den Euro-Kapitalmarkt mit 18 Mrd. USD anzapfen. Russland sucht nicht erst nach dem Putin-Besuch in China nach neuen Kooperationen und Absatzmärkten in Asien. Putin will dabei aber auch die strategische Partnerschaft mit Deutschland aufrechterhalten bzw reaktivieren und deutschen Unternehmen wie EON, Siemens und BASF/Wintershall das Wirtschaftsleben in Russland erleichtern.

    Überall bereiten die hohen Haushaltsbilanzdefizite große Probleme. Relativ stabil sind die Länder Polen und Tschechien. Die EU warten nun auf die Unterschrift von Vaclav Klaus, um den EU-Vertrag zu unterzeichnen, aber Klaus lässt sich Zeit und beruft sich dabei auf die Überprüfung seitens des Verfassungsgerichtes. Polen war zuvor eingeknickt und hat den EU-Vertrag trotz großem Widerstand im Lande unterschrieben. Es dürfte aber noch eine Weile vergehen, bis West- und Osteuropa an einem Strang ziehen, was bei der Iran-Frage schon bedeutsam wäre. Noch konnten die zögerliche Haltung von Tschechien aber nicht den Europa schwächen, ebenso wenig wie die Aufhebung der Immunität beim italienischen Präsidenten Berlusconi. Problemländer Europas sind sicherlich die Südeuropäer Italien, Griechenland und Spanien, wo die Arbeits- und Hoffnungslosigkeit immer größer wird. Viele Marokkaner nach Spanien ausgewanderte fliehen jetzt schon wieder in ihr Heimatland, weil sie in Spanien keine Arbeit mehr finden und kommen dort aber auch vom Regen in die Traufe.

    Durch den schwachen Dollaar wurden auch die Rohstoffmärkte zu neuen Höchstkursen getrieben. So konnte auch Gold mit über 1050 USD/Unze ein neues Allzeit-Hoch reichen, wobei der Silberpreis in diesem Jahr sogar doppelt so stark stieg wie der Ölpreis. Durch die Nullzinspolitik der USD und der expansiven Geldpolitik der meisten Notenbanken auf der Welt gab es in dem letzten Jahr eine bemerkenswerte liquiditätsgetriebene Kursrallye an allen Weltbörsen und auch gleichförmig an den Rohstoffmärkten.

    Alleine in den USA sind aber immer noch 3,5 Billionen USD unverzinst in Geldmarktfonds geparkt, die nach Anlagen suchen. Ein kräftige Korrektur oder sogar eine Trendumkehr könnte es dann geben, wenn die US-Notenbank von ihrer Nullzinspolitik abweicht und beginnt die Zinsen anzuheben. Aber das wird wohl noch eine Weile dauern, denn Inflation ist bis jetzt kein Problem in den USA.

    Die Berichtsaison begann mit Alcoa mit einer ähnlich positiven Überrauschung wie im 2. Quartal mit einem Gewinn. Positiv überrascht haben auch die beiden Großbanken JPMorgan und Goldman Sachs, die jeweils einen Quartalsgewinn von über 3 Mrd. USD im 3. Quartal unter dem Strich erwirtschafteten und damit die guten Zahlen aus dem 2. Quartal bestätigten. Die Gewinn lagen weit übe den Konsensschätzungen, was wie schon Anfang des 2 Quartals wieder alle Weltbörsen zu neuen Kursavancen beflügelte. Durch die hohen Gewinne werden auch wieder einige Mrd. USD an Boni ausgezahlt, was Obama aber zu vereiteln sucht. Die Boni-Diskussion wird uns wohl noch eine Weile beschäftigen, wobei sie nicht den Kern des Problems trifft.

    Die Deutsche Bank AG erwirtschaftete zwar auch einen Quartalsgewinn von 1,4 Mrd. € im 3 Q09, wobei Josef Ackermann sich außergewöhnlich skeptisch über die Zukunft der europäischen Bankenlandschaft äußerte. Nach seiner Auffassung könnten europäische Großbanken sehr schnell den Anschluss verpassen während vor allem chinesische und auch einige amerikanische Großbanken sogar von der Krise profitieren.

    Merill Lynch kam zudem zu dem Ergebnis, dass es bei deutschen Banken noch einen Abschreibungsbedarf von über 650 Mrd. € gibt. Der meiste Giftmüll lagert immer noch bei den Landesbanken, wobei auch die Commerzbank nach der Analyse noch einen Abschreibungsbedarf von fast 30 Mrd. € hat. Diese Analyse ließ auch die neu neue Bundesregierung aufhorchen. Der IWF schätzt den „Giftmüll“ in den Bankbilanzen weltweit immer noch auf 3,4 Billionen USD. Seit der Lehman-Pleite haben US-Banken bisher 1,1 Billion USD abgeschrieben.

    In den USA gingen am Freitag 7 regionale Banken Pleite, womit die Zahl der Bankpleiten auf 106 stieg. Dies ist in Anbetracht von über 8000 Kreditinstituten in den USA und auch im Vergleich zu früheren Krisen noch relativ wenig, aber einige Experten befürchten weitere 600 Bankpleiten in den USA im nächsten Jahr. Der US-Einlagensicherungsfonds ist schon leer und das Auffüllen wird den US-Banken einige Mrd. USD kosten, denn der Staat will seien Obolus nicht leisten. Man darf gespannt sein, wie viele Bad banks es wohl noch geben wird. Vielleicht wird die bad bank der West LB auch die einzige bleiben.

    Die Schweinegrippe scheint weiterhin ein gutes Konjunkturprogramm für die Pharmawerte zu werden, die den Impfstoff herstellen. In Deutschland gab es jetzt den 3. tödlichen Schweingrippenfall. Die groß angelegte Impfaktion beginnt am 26. Oktober. Obama bestellte jetzt gleich vorsorglich 250 Mio Dosen Impfstoffe, um einer Pandemie vorzubeugen. Obama rief auch den Notstand im Gesundheitssektor aus, um die Impfung schneller durchführen zu können. In den USA sind schon 1000 Menschen an der Schweinegrippe gestorben.

    Wie wird es jetzt an den Börsen weitergehen? „BRIC“ ist nach der Kursrallye nicht mehr preiswert. In Indien, China und jetzt sogar auch in Brasilen betragen die KGV über 20, wobei das Wachstum in China immer noch beeindruckend ist und ein hohes KGV rechtfertigt. Auch Russaland ist nach der Rallye um fast 130% seit Jahresbeginn und weit über 150% seit März nicht mehr preiswert, zumal Russland nicht die Wachstumsdynamik aufweist wie Indien und China. Russland ist zudem sehr vom Ölpreis abhängig. Die meisten Aktienmärkte sind jetzt übergekauft, so dass eine Korrektur überfällig wird. Die Überbewertung der amerikanischen Dividendentitel befindet sich im Vergleich zu europäischen Dividendentiteln auf einem 35 Jahreshoch.

    Beim Dow Jones dürfte bei 10.000 und beim DAX bei 6000 Punkten vorerst der „Deckel drauf“ sein. Der Dow Jones schloss am Freitag mit -0,39% fast unverändert bei 5740 Indexpunkten und der Dow Jones mit minus 1,08% bei 9972 Indexpunkten. Der Dollar stabilisierte sich bei 1,50 EUR/USD und der Ölpreis bei 80 USD/Barrel. Gold konnte sich bei 1054 USD/Unze gut behaupten.

    Das meiste Geld fließt jetzt in „BRIC“ und nicht in die USA. Es kann aber auch gut sein, dass die Liquiditätshausse noch eine Weile anhält. Ich rechne mit rückläufigen Rohstoffnotierungen, sobald der Dollar wieder etwas stärker wird. Die Lager sind überall voll. Vor allem bei Metallpreisen dürfte es eine Stagnation oder einen Rückgang geben. Gold, Silber und Kupfer stiegen sogar in USD in diesem Jahr sehr stark an und dürften demnächst korrigieren, sobald de Dollar wieder stärker wird. Der Dow Jones stieg in € in diesem Jahr nur um 7% und bis Ende September sogar nur um 2,5%. Anleger müssen also auch die Währungsrisiken beachten. Dies trifft auch für Russlandanleger zu. Ich empfehle daher weiterhin, den Dollar zumindest temporär zu hedgen, um Währungsrisiken in Grenzen zu behalten.

    Umgekehrt gibt es auch Währungschancen. Der brasilianische Real hat sich zum Dollar um 40% seit Jahresbeginn aufgewertet, aber auch die asiatischen Währungen verzeichnen Währungsgewinne zum USD. Insofern lohnt es sich für Amerikaner auch im Ausland als in der Heimat zu investieren, um Währungschancen wahrzunehmen. Wenn der Dollar wieder stärker wird, werden Amerikaner auch Geld abziehen. In Russland dürfte es im nächsten Jahr einige Privatisierungschancen, IPOs und auch Übernahmen (M&A) geben, was auch selektiv zu Kurschancen führen wird.

    Informieren Sie sich auch bei dem nächsten ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East – In der Krise liegt die Chance!“ am 11. November 2009 in Frankfurt/M um 17.00 Uhr gleich nach dem Eigenkapitalforum über die neuen Chancen in Osteuropa (Info und Anmeldung unter www.eaststock.de).

    Welche Aktien aus Osteuropa jetzt im Trading-Bereich ge- oder verkauft werden sollten, können Sie auf der täglich aktualisierten Ostbörsen-Hotline 09001-8614001 (1,86 €/Min) entnehmen.

    TV-Hinweise: Das nächste Interview mit Andreas Männicke über die Börse Osteuropas findet am 12 November 2009 im Börsentalk mit Dr. Jünemann im DAF statt. Das letzte TV-Interview im DAF war am 25. September 2009 in der Rubrik Q&A Global über Osteuropa. Sie können sich das Interview jetzt auch runterladen, wenn Sie bei www.anleger-fernsehen.de in der Suchfunktion „Männicke“ eingeben. Zudem wurde Herr Männicke am 25. September 2009 um 10.15 Uhr in NTV/Telebörse über die Chancen in Russland befragt (siehe bei www.eaststock.de im TV-Archiv)

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